Mein Mann.
Kind albanischer Eltern, geboren und aufgewachsen in der Ewigen Stadt – und zwar mit Leib und Seele. Wenn man ihn fragt, ist er nicht einfach irgendwo aufgewachsen – nein, natürlich ist er ein waschechter Römer.

Und das merkt man: An seinem Temperament und seiner Liebe zu gutem Essen. Dabei stellt sich die Frage nach der besten Landesküche für ihn gar nicht, denn gekocht wird nur Italienisch. Und das mit Herz und Leidenschaft, denn in der Küche habe ich nichts zu suchen. Es sei denn, es geht um Rührkuchen und Dessert. Dann darf ich „sein“ Reich betreten.
Kennengelernt haben wir uns – wo sonst – in Rom. Unsere Geschichte begann an der Piazza Trilussa zwischen Tiberufer und Trastevere. Ein schüchternes Lächeln, ein lauer Spätsommerabend in Rom und ein nächtlicher Spaziergang durch das centro storico. Aus einem Flirt wurde schnell mehr, und keine zwölf Monate später reiste er mit zwei Überseekoffern zu mir nach Frankfurt. Ein Koffer war voller italienischer Mode und der andere voller Medizinbücher. Kein Wunder, dass er am Flughafen einen horrenden Aufpreis zahlen musste. Aber die Bücher mussten mit – komme, was wolle.

Mit viel Fleiß, Humor und der einen oder anderen Verzweiflung zwischen Genitiv, Dativ und Akkusativ, lernte er Deutsch. Heute spricht er wunderbar – auch wenn „dir“ und „dich“ ihm noch immer zu schaffen machen.
Übrigens: Obwohl er sowohl Albanisch als auch Italienisch akzentfrei spricht, wird er in Albanien regelmäßig für sein „tolles Albanisch“ gelobt – und in Italien für sein „wirklich schönes Italienisch“. Sehr zu seinem eigenen Leidwesen. Er nimmt’s dennoch mit Fassung, auch wenn man an seinem frostigen Lächeln anmerkt, dass diese Sätze kein Kompliment für ihn sind.
Unsere beiden Kinder, Signorino und Bianco, wachsen nun dreisprachig und mindestens zweikulturell auf – mit ganz viel Pasta, Tirana-Großmutter-Energie und Frankfurter Apfelweindiplomatie.

Kurz: Der Römer bringt Schwung, Sonne und Dolce Vita in unser Leben. Und dafür lieben wir ihn sehr.
