WMDEDGT – Juli 21

Es ist mal wieder soweit: Wie jeden 5. des Monats will Frau Brüllen wissen: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ oder, etwas knapper, WMDEDGT?

08:00 Uhr Ich bin seit 5 Minuten wach und parke die Familienkutsche um. Das liegt a) daran, dass ich im halben Halteverbot stehe und b) dass sich eine unflätige Person aus Groß-Gerau auf meinen Tiefgaragenstellplatz gestellt hat. Da letzterer 12 Geh-Minuten von unserer Wohnung entfernt ist, konnte ich sie nicht einparken, hinterließ ihr aber eine ordentliche Notiz an der Heckscheibe mit der „Bitte“ mich anzurufen, wenn sie gedenkt wegzufahren. Raten Sie mal: Der Anruf kam nie. Und wird vermutlich auch nie kommen.

Wie man aber auf irgendeinem Stellplatz einer Tiefgarage parken kann, ist mir unbegreiflich. Ich wünschte ihr, dass sie (lebenslang und ausversehen)Taschentücher mitwäscht (aber die, die sich in 1000 kleine Einzelteile auflösen).

09:00 Uhr Mann und Kind sind aus dem Haus. Ich tippe den Morgen ab, dann geht es weiter auf meiner bumsvollen Agenda. Mein eigentlicher Plan nach der Prüfung war, mir einen entspannten Tag auf dem Sofa zu gönnen. Aber die Hummeln im Hintern und die knallvolle To-Do-Liste verhindern das. Also tue ich, was getan werden muss: Haushalt, Umzug vorbereiten, mal ins neue Studienskript gucken (Würden Sie lieber den Wälzer „Typographie“ anfangen oder doch lieber das schlankere „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten„?)

11:00 Uhr Bis jetzt vergnügte ich mich im hauseigenen Büro (= Esstisch) und stellte fest, dass einige Institutionen noch gar nichts von meinem neuen Nachnamen wissen. Muss wohl in 2017 durchgerutscht sein. Na ja, jetzt ist zumindest der DSL Anbieter informiert, dass ich seit mehr als vier Jahren unter neuem Namen laufe. Ich schreibe mir einen groben Schlachtplan für die nächsten zwei Tage und schiebe Aufgaben von einer To-Do-Liste auf die nächste. So kann man seine Zeit auch verbringen. Aber mal ehrlich: Die unzähligen Pfandflaschen würden Sie doch auch lieber am Dienstag zurückbringen, oder? Ich stehe noch gar nicht ordentlich und trittsicher in der Woche und soll bereits am Pfandautomaten Flasche um Flasche einlegen? Nein, nein, nicht mit mir. Heute reicht es nur für die Postfiliale. Und auch das nur mit Ach und Krach! Ich mache mich daran, Babyschlafsäcke zu bügeln und zu fotografieren. Ein anderes Baby hat sicher noch eine ganze Weile Freude an Signorinos zu klein gewordenen Schlafsäcken.

13:00 Uhr Das blöde an Emails ist meist, dass man eine Antwort darauf möchte. Kommt die Antwort dann, beginnt die Arbeit von Neuem und man schreibt wieder eine Email zurück. Ich ping-pong-e vier Emails zurück und mache mir Bratnudeln. Dazu erwärme ich die Pasta Fredda von gestern einfach in einer Pfanne. Aber sagen Sie das nicht dem römischen Gatten, denn alleine die Idee bereits al dente gekochte Nudeln nach einem Tag im Kühlschrank in der Pfanne knusprig zu braten, würde bei ihm wahrscheinlich einen Brechreiz auslösen. Jede gute Ehe braucht eben ihre Geheimnisse und das ist meines. 😉 Dann flitze ich zum Auto, denn einer der Email-Schreibenden will meinen Kilometerstand wissen. Meine Antwort „recht wenig“ genügte ihm anscheinend nicht.

14:25 Uhr Ich hole Signorino von der Kita ab. Er läuft grinsend an die Scheibe und umarmt mich, sobald die Tür Erzieherin die Tür aufmacht. Seine Bezugserzieherin erzählt mir, wie der Tag heute verlief (gut!). Dann düsen wir nach Hause und Signorino grüßt die Jungs vorm Barbershop wie ein großer Imperator – mit beiden Händen nach oben. Einer winkt zurück. Signorino verliert seine römische Autorität und grüßt kichernd und winkend zurück. Daheim angekommen fällt mir auf, dass ich noch zur Post muss. Also hieve ich den Buggy wieder die sechs Stufen nach unten und wir rollen zur Post. Wieder zu Hause mache ich mir erst einmal einen Espresso und Signorino bekommt ein Wasser. Als er die Kekse auf dem Esstisch entdeckt und ich sie schnell wegpacke, quälen wir uns durch einen 20minütigen Schreianfall, der alle Oktaven abdeckt, die Signorino beherrscht. Am Schluss isst unser Ableger zerknirscht und schmollend eine Banane und ich schreibe mir hinter die Löffel, dass ich die Kekse vom Vormittag unbedingt wegpacken muss, wenn das Kleinkind nach Hause kommt.

17:30 Uhr Ich bereite die Cannelloni für heute Abend vor. Es ist Herbst (na ja… irgendwie schon), da muntern einen die Cannelloni vielleicht ein bisschen auf? Signorino macht Quatsch, lehrt den Papiermüll aus, verteilt ihn, räumt ihn in die Küchenschränke, räumt Töpfe und andere Küchenutensilien aus den Schränken, ABER ich habe beide Hände voller Ricotta-Spinat-Mischung UND er ist beschäftigt. Also ja! Ganz viel Freude dabei, Signorino. 🤪

18:30 Uhr FERTIG! Wir essen dann mal und schieben es wieder in den noch warmen Ofen. Heute ist des Römers langer Arbeitstag.

20:00 Uhr Der Römer ist daheim und hat einen Bärenhunger mitgebracht. Zwei Portionen und einen Deca(ffeinato) später findet er die Kraft, die Wassermelone in mundgerechte Stücke zu teilen. Wir stellen fest, dass Signorino Schnupfen hat und hoffen darauf, dass daraus kein richtiges „Krank“ wird, denn am Mittwoch wollen wir nach München düsen.

21:30 Uhr Halleluja! Das Kind schläft. Nur drei Mal erzählte ich die Geschichte mit dem Hummer, der Kummer hat, weil das Seepferdchen nicht da ist. In welcher, eventuell amourösen, Beziehung der Hummer dabei zum Seepferdchen steht, ist mir auch nach unzähligen Malen des Vorlesens nicht ganz klar. Mittlerweile vermute ich aber, sie sind einfach nur sehr gute Freunde. Obwohl der Schlusssatz mich zweifeln lässt. Denn, nachdem das Seepferdchen wieder aufgetaucht ist, sagt der Hummer: „Nur mit dir an meiner Schere, bin ich glücklich hier im Meere.“ Das sagt man doch nicht zu einem Freund, oder? Sie sehen… ich komme in den Schmarrn rein, wie man so schön sagt.

In diesem Sinne: Let’s call it a day!

WMDEDGT – Juni 21

Es ist mal wieder soweit: Wie jeden 5. des Monats will Frau Brüllen wissen: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ oder, etwas knapper, WMDEDGT?

10:00 Uhr Die Nacht war holprig. Aber das Kind fiebert nicht mehr und das finde ich nach aufregenden Tagen (und noch aufregenderen Nächten) ziemlich gut, auch wenn unser Ableger heute Nacht im Halbstundentakt aufwachte und jedes Mal spitz schrie. Ich wische etwas auf dem Telefon hin und her und war froh, dass die samstägliche Kategorie „Anderswo“ bei Geschichten und Meer | La Mère Griotte bereits veröffentlicht wurde. Dort entdecke ich auch den aufklärenden und überaus interessanten Artikel zum Thema Gendern. Dann beschließe ich, aufzustehen. Der eigentlich noch dösende Signorino findet das aber so blöd, dass er laut schreit. Nun gut. Dann bleibe ich eben noch liegen.

10:40 Uhr Der römische Gatte schwingt sich aus dem Bett und steuert in Richtung Bad. Dabei lässt er die Schlafzimmertür offen. Eine gigantische Wolke Knoblauchgestank zieht ins Schlafzimmer und mir wird blümerant. Wenig später schimpfe ich leicht mit dem römischen Gatten. Er solle sein (knoblauchiges Koch-)Zeug zeitnah wegräumen, erkläre ich ihm. Der römische Gatte führt aus, dass er aufgrund der schwierigen Lage mit dem Kind keine anderen Möglichkeit hatte abzuspülen und nicht einmal seinen liebevoll zubereiteten, albanischen Knoblauch-Joghurt (total erfrischend im Sommer; die deutsche Gattin stößt auch kaum auf) verspeisen konnte. Immerhin: Auch das Kind ist wach aufgrund des penetranten Geruchs. Wir stehen endgültig auf!

11:00 Uhr Wie gewohnt will ich mein Handy an unserem quasi einzigen Ladegerät anstecken, bis ich sehe: Huch! Das Kabel ist abgeknickt und damit kaputt. Ich informiere den Römer gewohnt aufgeregt, der ebenso gewohnt lässig reagiert. Er sei sich sicher, da müsse noch ein weiteres Ladekabel sein. Auch ich erinnere mich jetzt dunkel. Es scheitert allein am Auffinden dieses Kabels. Da wir hungrig und aufgrund der letzten Tage unansehnlich sind, beschließe ich die Vorzüge der Großstadt zu nutzen und Frühstück mit den letzten 4% meines Akkus zu organisieren. Das kommt bei allen Familienmitgliedern gut an. Sie machen sich hungrig über eine Vielzahl an rasch gelieferten Franzbrötchen her.

12:00 Uhr Der hohe Zuckeranteil des Franzbrötchens beflügelte anscheinend meinen Geist. Blitzartig schießt mir der mögliche Aufenthaltsort des Handy-Ladekabels in den Kopf. Noch ehe ich den Satz mit dem vermeintlichen Verbleib des Kabels fertig ausgesprochen habe, ist der Römer bereits in seinen „Ciabatte“ [Hausschuhen] aus dem Haus gehechtet, um sein lebensnotwendiges Mobiltelefon wieder in Betrieb zu nehmen. Es ist nur noch bei 4% Akku. Er wird fündig und kehrt triumphierend in die Wohnung zurück. Dann verbindet er das Telefon mit dem nun wieder kompletten Ladegerät. Das Telefon piepst bestätigend. Der Römer atmet erleichtert auf. Ich schlage vor, dass wir beim örtlichen Drogeriemarkt vorbeischauen, um ein zweites Ladekabel zu kaufen.

13:00 Uhr Pädiatrische, mütterliche Konsultation via Videotelefonie. Unser Ableger hat zwar kein Fieber mehr, aber ist immer noch schlapp. Ich schreibe mir eine Liste für die Apotheke. Ein Glück liegt diese neben dem Drogeriemarkt. Dreißig Minuten später sind wir alle ausgehfein und trotten bei T-Shirt Temperaturen zum Einkauf. Nach etwas längerer Suche finden wir ein Ladekabel für das Telefon, fehlkaufen beinahe Kinder-OP-Masken (sie waren für 5 Euro am Wühltisch und ich missdeutete sie als Erwachsenenmasken) und traben weiter zur Apotheke. Dort bekamen wir von der netten Apothekerin Kinder-Sonnencreme Pröbchen geschenkt. Auf nach Hause! Ich versuche den Knirps ins Bett zu bringen – ohne Erfolg. Der Römer kocht – wie immer mit großem Erfolg. Er produziert eine verboten cremige pasta rosa*. Wir vertagen das Mittagsschläfchen des Nachwuchses und essen. Danach zwei schnelle caffè. Der Römer bietet an, den Kleinen ins Bett zu bringen, da ich noch etwas erledigen muss.

16:00 Uhr Unser Ableger macht sich immer mal wieder verbal bemerkbar, hat aber dazu beide Augen fest geschlossen. Wir wechseln uns dazulegend ab. Der Römer schreibt in seiner Signorino freien Zeit einen Motivationsbrief. Ich lese etwas über Interdependenzen von Medien, Öffentlichkeit und Gesellschaft. Dann bricht der Himmel auf und ein ganzes Mittlermeer an Regenwasser scheint sich über Frankfurt zu ergießen. Halleluja! Es hört gar nicht mehr auf. Die Rose vorm Fenster weiß nicht, ob sie’s gut oder schlecht finden soll. Der pitschnasse, vorbeispazierende Fußgänger sieht aus als würde er stark unter dieser regenassen Situation leiden. Ein Glück sitze ich im Trocknen, denk ich noch. Dann stoße ich ungeschickt das Wasserglas um. Ja nun.

18:00 Uhr Signorino ist erwacht, während der Römer die Tür ins Schloss zog. Letzterer düste in die Pizzeria, um seinen ehemaligen Chef und guten Freund zu besuchen. Das Kind scheint knatschig und isst zwei Stückchen Brot, zwei Stückchen Banane und drei Kekse, die er sich in einem unbeobachteten Moment selbst organisiert hat. Vermutlich hätte er noch mehr Kekse verspeist, wenn denn mehr Kekse in der Packung gewesen wären. Immerhin: Er isst! Danach spielen wir mit Bausteinen und ich mache mich daran, die katastrophal aussehende Küche in einen Ort der Sauberkeit zu verwandeln. Die Aufgabe erscheint mir so spannend, wie aussichtslos.

19:30 Uhr Der Römer ist zurück von seinem Ausflug in die Pizzeria und hat den Wochenendeinkauf im Arm. Signorino wirft ihm seine Kleinkindschuhe vor die Füße und schnallt sich meine Handtasche um. Er will wohl spazieren gehen. Wir ziehen ihn an und gehen hinaus. Nach dem Gewitter ist die Luft herrlich klar und es ist angenehm warm, aber nicht schwül. Unser Ziel ist die Schaukel am Fluss. Signorino freut sich über 25 Minuten Geschaukel, während wir uns über Erwachsenenkram (Steuererklärung, Aufenthaltstitel,…) unterhalten. Dann setzen wir den laut protestierenden Farniente in den Buggy und schlürfen nach Hause. Dort macht sich der Römer ans Kochen. Der kleine Farniente bekommt Würstchen und Brot. Er isst sehr schlecht. Das war aber schon zu erwarten.

22:00 Uhr Das Kind kann nun in beide Hände klatschen und übt diese neue Fähigkeit bis zum Umfallen. Als ich ihn in den Schlaf singen will, klatscht er dazu mit. Es dauert eine ganze Stunde bis er schließlich ausgeklatscht hat und ins Land der Träume geschwebt ist. Wir hoffen auf eine Nacht ohne Nachtschreck. Aber lassen wir uns überraschen.

Let‘s call it a day! Gute Nacht! 😴

*Es war ein Zwischending aus pasta in bianco, also Nudeln mit Parmesan, und einigen wenigen Tomaten. Die Farbe war tatsächlich zart rosa.

WMDEDGT – Mai 21

Frau Brüllen ruft auch im Mai zum WMDEDGT [Was machst du eigentlich den ganzen Tag] auf. Genau vor einem Monat sind wir aus Albanien zurückgekommen und seitdem schreibe ich an den Albanienchroniken, was sich als zeitintensiver herausstellte, als ich anfangs dachte.

Nun aber los, in diesen Mittwoch, den 05.05.2021:

00:30 Uhr Der Römer isst noch einmal, bevor er sich schlafen legt und somit bis zum Fastenbrechen gegen 20:50 Uhr nichts mehr essen darf. Dünn ist er geworden, aber erstaunlicherweise nicht dünnhäutig. Ich bereite mich derweil im Bad auf die anstehende Nachtruhe vor. Als ich aus dem Badezimmer komme, fällt dem Römer ein, dass er noch seine Arbeitskluft für morgen bügeln müsste. Ich biete ihm an, sie zu bügeln, während er sich im Bad pflegt und hegt. Das schenkt ihm zehn Minuten mehr Schlaf und so muss er um 6 Uhr (statt 5:50 Uhr) aufstehen. Danach tigern wir ins Bett.

10:00 Uhr Signorino und ich rollen aus dem Bett. Nicht ganz freiwillig. Viel mehr werden wir aus dem Bett gefegt, da unser fleißiger Hausmeister direkt unter unserem Schlafzimmerfenster schwungvoll mit dem Besen kehrt. Da soll noch mal einer sagen, jeder soll vor seiner eigenen Tür kehren. Bei uns macht das Herr Balkanovic. Als wir ins Wohnzimmer stolpern, begrüßt uns ein strahlend blauer Himmel. Das kommt mir sehr gelegen, da ich heute den Anderen zum Kaffee treffen wollte. Wenig später frühstücken Signorino und ich. Der Himmel verdunkelt sich bedrohlich, so dass ich das Licht in unserer Wohnung anknipsen muss. Dann stürmt es. Ich rufe den Anderen an und frage nach Plan B. Es gibt keinen. Sein langjähriger Mitbewohner ist daheim. Meine beiden (der Römer und Signorino ;-)) ebenso. Für einen koffeinhaltigen pas de deux eignet sich diese Atmosphäre nicht. Wir einigen uns darauf, abzuwarten. Vielleicht reißt die Wetterfront wieder auf?

12:00 Uhr Ich war nur einen Moment in eine Überweisung vertieft. Als ich aufblicke, finde ich mich in einem Meer aus Plastik-Pfandflaschen wieder. Mangels römischer Abwesenheit vermute ich den kleinen Farniente dahinter. Darauf angesprochen grinst er schelmisch. Das gesamte Ausmaß erkenne ich erst, als ich am Bad und am Schlafzimmer, Richtung Küche, vorbeitrabe. Überall liegen blaue, grüne u. durchsichtige Flaschen jeglicher Größe. Das Kind freut sich. Immerhin erkennt er den Wert hinter seiner Kunstinstallation „Die Rückeroberung der Pfandflaschen“. Seine ignorante Mutter schimpft leise über das Chaos, verstaut die Pfandflaschen in der großen Tüte, aus der sie kamen und platziert sie auf dem Kühlschrank. Der Künstler brüllt mich an. Er ist in Rage und will nicht akzeptieren, dass ich ein so mühsam gefertigtes Kunstwerk einfach auf dem Kühlschrank verstaue. Ich rede ihm gut zu. Als das nicht hilft, widme ich mich der Pflege der römischen Kaschmiruniform. Während ich die Cardigans und Pullis in ein kaltes Wasserbad einlege, frage ich mich, wie oft ich sie dieses Jahr eigentlich noch von Hand baden muss, bis sich der Frühling bemerkbar macht? Sommerliche Leinenhemden sind deutlich genügsamer als ihre sensiblen, divenhaften Kaschmirbrüder, die selbst beim Handwaschprogramm der Waschmaschine mit der Nase rümpfen und sich beleidigt zusammenziehen.

13:00 Uhr Ich bereite das Mittagessen zu. Der übrig gebliebene, persische Reis wird kurzerhand zu einem gebratenen Eierreis umfunktioniert. Signorino quittiert das Ergebnis mit einem mehrmaligen „Mmh!“.

Danach sende ich eine Sprachnachricht an den Anderen bezüglich unserem Nachmittagsprogramm. Er ist gerade im Fitnessstudio, als es hier abermals anfängt zu sturmen und zu winden. Ich sage kurzerhand, wetterbedingt, ab. Er nimmt es mir nicht übel und wir behalten die nächsten Tage im Blick, um uns auf einen Coffee-to-go und ein Stück Kuchen von Condit Couture [Werbung aus Überzeugung] zu treffen.

15:00 Uhr Das Kind ruht und ich sitze an den Albanienchroniken. Die Bearbeitung meiner Albanienaufzeichnungen ziehen sich etwas. Auch heute ist das Zeitfenster dementsprechend klein, weil der Römer gleich von der Arbeit kommen wird und Signorino sicherlich bald aufwacht. Ich schaffe es bis zu der Stelle mit dem aufgewirbelten, saharafarbenen Staub.

16:30 Uhr Der Mann kommt heim und verkündet, dass er zusätzlich zu seiner 42 Stunden Woche, noch bei seinem guten Freund in der Pizzeria aushelfen will. Ich bin mehr als angesäuert, denn das bedeutet, dass er nur noch zum Schlafen heimkommen wird. Dieses, in der Freundschaft vollkommen ergebene Verhalten des Römers geht mir wirklich auf den Keks. Man muss auch mal Nein sagen können. Dann bleibt die Pizzeria halt geschlossen. Ein Freundschaftsdienst beinhaltet nicht vier Abende die Woche zusätzlich zu seiner Vollzeit-Stelle zu arbeiten. Und von einer Arbeit direkt zur nächsten zu fahren, dann 4 Stunden zu schlafen, um dann für den Frühdienst parat zu stehen, halte ich für absolut dämlich. § 3 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) gibt mir übrigens Recht: Sollten Sie in Ihrem Hauptjob bereits 8 Stunden gearbeitet haben, dürfen Sie in Ihrem Nebenjob nur noch 2 Stunden arbeiten, da die Höchstarbeitszeit von 10 Stunden am Tag nicht überschritten werden darf. Aber was interessieren den Römer und seinen italienischen Freund schon Gesetze?

16:45 Uhr Wie zwei alte Wasserkocher heizen wir uns gegenseitig bei unserem andauernden Disput auf. Es riecht schon nach einem Seng- und Schmorschaden, als der Römer beleidigt abzieht. Jeder kühlt erst einmal für sich aus.

17:30 Uhr Der Römer schnappt sich Signorino und die beiden gehen spazieren. Nicht ganz freiwillig. Aber ich habe mich wütend abgemeldet. Das “Nein”-sagen Thema ist ein sehr beliebtes Streitthema bei uns. Der Römer gibt nämlich gerne nicht nur den kleinen Finger, sondern gleich den ganzen, römischen Körper von Kopf bis Fuß, was sein italienischer Gastro-Kumpel gerne und oft (aus-)nutzt.

19:00 Uhr Für Signorino gibt es Rührei mit Tomaten und Parmesan. Dazu Brot. Da der Haussegen heute eh schon schief hängt, diskutieren wir, wer mit dem Einkauf dran ist. Jeder hat eine Liste voller Argumente, die er nacheinander abfeuert. Die Fronten sind immer noch freundlich-verhärtet.

21:00 Uhr Die Zeit verstreicht. Das Kind muss ins Bett. Grund genug, dass der Römer letztendlich loszieht um einzukaufen. Ich rufe ihn noch fix an und instruiere ihn, Toastbrot und Würstel mitzunehmen. „Ja, ja, hab‘ ich schon in der Hand.“ , spricht der Römer und legt recht schnell auf. Als er heimkommt, verstaut er die Einkäufe leise, weil ich das Kind bereits ins Bett „la le lu“-e.

22:00 Uhr Ein Nudelauflauf (oder pasta al forno) steckt im Ofen. Das Kind schläft mittlerweile. Der Römer ist auf der Couch eingenickt. Mir soll’s recht sein. So schreibe ich etwas weiter am letzten Teil der Albanienchroniken.

[Gleich geht’s weiter]

WMDEDGT – April 21

Es ist der 5. des Monats April und wie immer ruft Frau Bruellen zum WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag) auf. Dazu ist nicht nur Ostermontag, sondern auch Rückreisetag.

00:00 Uhr Das völlig aufgedrehte Kind schläft endlich. Es liegt zwischen uns im Gästezimmer der römischen Schwester F.. Der Römer ist ebenso schnell eingeschlafen. Ich bin hellwach, was einerseits an gefühlten vier Dosen Cola zum üppigen Abendessen liegen mag, andererseits an meiner Wut im Bauch, die langsam beginnt zu gähren. So einen Tag wie gestern brauche ich erst einmal nicht wieder. Während ich meine Gedanken wälze, streiten sich zwei Hunde irgendwo hinterm Haus. Die Klimaanlage schaltet sich immer wieder lautstark ein… Ich gebe es auf. Dann schlaf ich eben nachher… oder morgen…

03:30 Uhr Der Wecker klingelt. Müde tapse ich ins angrenzende Bad. Es ist eiskalt. Ich frage mich, wie man ein so schönes Haus planen kann, aber dann im Bad komplett auf Heizmöglichkeiten verzichtet? Wahrscheinlich liegt es daran, dass die heißen Monate in Albanien überwiegen. Ich kehre zurück ins Zimmer und vor mir steht Schwester F. im Schlafanzug. Extra für uns ist sie aufgestanden, um uns zu wecken und uns mit Signorino zu helfen. Mir ist es etwas „dicht“ mit dem Familienanschluss. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich im Schlabber-Schlafanzug ungern präsentiere. Aber ich ertrage es mit hoch erhobenen Haupt. Wir wecken den Kleinen, der hoch irritiert ist. Seltsamerweise rastet er nicht aus. Schnell wechseln wir die Windel, ziehen ihm was Warmes an und sind nach einer halben Stunde abfahrtbereit. Schwager B. (der Mann von Schwester F.) wird gerufen. Er solle uns verabschieden. Schlaftrunken kommt er die Treppe herunter. Der Gast ist König, da steht man auch gerne einmal um 3:30 Uhr auf, um sich zu verabschieden. Unser Fahrer, Neffe T., duscht noch fix, kommt dann verschlafen runter und wir verabschieden uns.

4:20 Uhr Wir steigen in den großen Pick-Up, den Schwager B. in Deutschland vor einen Jahr gekauft hat. Warum wir genau den nehmen? Weil dieser eine Berechtigung hat, sich um diese Uhrzeit in Albanien zu bewegen. Es herrscht Ausgangssperre. Wir donnern über die holprige Straße. Signorino ist schlaftrunken, aber wach. Kurz vor‘m Flughafen bittet mich Neffe T. ihm die Flugtickets zu schicken, sonst könnte er Probleme haben, zurückzukehren. Angekommen, steigen wir aus, werden desinfiziert (durch eine Art Minitunnel) und laufen ins Terminal. Alles wird geprüft: Pässe, Aufenthaltstitel, negative Testresultate, Einreiseanmeldung,… das ganze Programm. Nach der Pass- und Sicherheitskontrolle setzen wir uns ins Flughafen Café. Bei Brioche und Cappuccino lebt der Römer förmlich auf. Ich kriege nur einen Happen Brioche runter. Das Kind kuschelt sich unter meinen Mantel.

6:20 Uhr Wir warten auf‘s Enteisen. Es ist doch etwas kälter als gedacht in Albanien. Als es los geht, schläft Signorino sofort in des Römers Armen ein und schläft bis Frankfurt durch.

8:40 Uhr Wir reisen ein. Diesmal bei einem sehr netten Grenzbeamten. Wir werden wieder nach Pässen, Aufenthaltstiteln, Negativtests, Einreiseanmeldung und Schuhgrößen gefragt. Wir holen das Gepäck. Am Ausgang steht wieder die Polizei, wieder super freundlich und fragt nach Abflugs- und Zielort. Kein Abstrich nötig! Wir ziehen von dannen, kaufen am Flughafen Brezeln und Brot und fahren heim.

10:00 Uhr Endlich daheim. Ich nehme meine Maske ab und wasche meine Hände. Signorino nimmt die Maske aus dem Müll und bringt sie mir wieder. Ich soll sie aufsetzen. Kein Wunder! Ich hatte sie nonstop in Albanien auf. Klar besteht das Kind darauf. Dann gibt’s ein kleines Frühstück und wir legen uns nochmal hin. Signorino nickt ein und wacht erst vier Stunden später auf.

15:00 Uhr Mittagessen und Videos. Mehr schaffen wir heute nicht mehr.

18:00 Uhr Nach dem späten Mittagsschlaf, bringt Signorino ständig neue Bücher, ich lese eine Seite, dann klappt er das Buch zu, holt ein neues Buch, schlägt es auf, ich lese eine Seite,…

21:00 Uhr Wir diskutieren 20 Minuten lang, ob wir Abendessen bestellen oder wir kochen. In der Zwischenzeit ruft Schwester F. an mit der Frage, wie der Rückflug verlief. Als wir auflegen, beschließen wir zu kochen. Mittlerweile hat auch der Großteil unserer „Favoriten“ zu. Das heißt, es gibt Würstchen und selbstgemachte Pommes.

23:00 Uhr Die zwei langen Schläfchen des Kindes machen sich bemerkbar. Er dreht nochmal richtig auf. Wir bringen ihn ins Bett. Auch im Bett tobt er weiter. Als er mich das vierte Mal mit dem grünen Kinderholzhammer malträtiert, gebe ich an den Römer ab. Das findet Signorino so doof, dass er anfängt zu schreien wie am Spieß und sich auch nicht mehr beruhigt. Ich übernehme. Nach 20 Minuten schläft das Kind.

24:00 Uhr Let‘s call it a day. Ich gehe ungewöhnlich früh ins Bett. Der Römer will noch lesen.

WMDEDGT – März 21

Es ist März. Es ist der Fünfte. Sie ahnen es: Frau Brüllen ruft zum Was machst du eigentlich den ganzen Tag (kurz: WMDEDGT) auf.

Also auf mit Gebrüll (höhö!) in diesen Freitag!

00:00 Uhr Ich klappe mein Buch zu und freue mich, dass ich es fertig gelesen habe. Obwohl, verschlungen trifft es eher. Nicht, weil es so spannend war (unspannend war es aber auch nicht!), sondern weil ich mit Signorino die wenige Zeit, die ich habe, so effizient wie möglich nutzen muss.

00:30 Uhr Ich frage den Römer, der über einem kompliziert aussehenden Buch über Fußsohlen hängt, ob er auch ins Bett gehen will. Wir einigen uns darauf, dass ich den Anfang im Bad mache und er noch etwas über Fußsohlen liest. Am Bad laufe ich dann wie durch Zauberhand vorbei und lande in der Küche. Zufrieden mümmel ich zwei Käsestangen weg, eh mich mein Weg doch noch ins Bad führt. Der Römer zieht wenig später nach, spart sich aber den Umweg über die Küche.

1:00 Uhr Wir betten das Kind um. Der Römer hat heute den Hauptpreis in der Schlaflos-Lotterie gewonnen und darf neben seinem Sprössling schlafen. Ich verziehe mich ins Einzelbett.

7:00 Uhr Der Römer weckt mich zum Bettentausch, weil er zur Arbeit muss. Ich ziehe in das vorgewärmte Doppelbett neben der kleinen Raupe im Schlafsack-Kokon um. Ich höre noch wie der Römer in die Dusche steigt, dann bin ich auch schon weggeschlummert…..

9:30 Uhr Signorino weckt mich, in dem er sich hin- und herdreht und mir „vorsummt“ wie seine Nacht war. Dazu zupft er mir an den Haaren und legt sich mit seinem Oberkörper auf mein Gesicht.

10 Uhr Wir kuscheln noch eine Runde, dann stehen wir auf. Ich mache uns Frühstück. Drei Löffel Haferschleim (wie mein Opa das neumodische Porridge bezeichnete) isst er, dann besteht er auf Kekse. Kluges Kind, kommt genau nach uns. Ich mache uns spanische und französische Jazz-Chansons an, die langsam plätschernd unser Frühstück untermalen.

10:30 Uhr Es klingelt. Erst nur ein Mal. Ich reagiere natürlich nicht. Dann klingelt es wieder. Ich bin genervt, beschließe aber von meiner Taktik nicht abzuweichen. Ein drittes Mal wird geklingelt. Ich überlege kurz zu öffnen, dann gucke ich an mir herunter: Schlabbershirt ohne BH, kurze Shorts, unrasierte Beine,…. meine vorherige Entscheidung manifestiert sich. Ein viertes Mal wird geklingelt. Ich springe entnervt auf. Meine innere Frau Keifflinger ruft durch die Wohnung „Wir sind doch hier nicht im Laufhaus!“. Dann fällt mein Blick auf das monströse Bekleidungspaket, das ich gestern für die Nachbarin angenommen habe. Ich öffne die Tür einen Spalt breit, weil ich quasi nackt bin. Niemand da. Ich knalle die Tür entnervt zu. Meine innere Frau Keifflinger denkt an den heutigen Artikel von Tom und schiebt ein entnervtes „Die kann froh sein, ihr Paket nicht in der Arnulfstraße abholen zu müssen.“ hinterher. Das würde ich ihr nach ihrer unerhörten Klingeltirade gönnen, 400 Kilometer nach München zu fahren um ihr dämliches Paket abzuholen. Dann erinnere ich mich daran, wie ich diesen Monat schon einmal auf der anderen Seite der Tür stand und mein Paket wollte. Die nächsten 10 Minuten fühle ich mich doof deswegen. Aber dann verfliegt das Gefühl wieder.

11:00 Uhr Heute ist der richtige Tag, das letzte Weihnachtsgeschenk an Signorino auszuhändigen. Er bekommt ein Legoset von seiner Oma. Da er zwischen Nikolaus und Weihnachten Geburtstag hat, ist der Dezember knallvoll mit Geschenken. Um das zu entzerren, teile ich sie auf die darauffolgenden Monate auf. Er freut sich sehr über die willkommene Abwechslung und wirft einen Legoanhänger durch die Gegend.

11:20 Uhr Ich räume die Spülmaschine aus und ein, wische galant über die Arbeitsplatte und beschließe heute im Wohnzimmer ordentlich aufzuräumen. Ich sauge, wische, räume um und auf, bis ich über die Ecke des Schreckens stolpere. Auf der Kommode stapelt sich zu kleine Kinderkleidung, die dringend verpackt werden muss und dann in den Keller soll. Ich beschließe, dass heute der richtige Tag dafür ist. Mitten im Tatendrang fällt mir Signorinos Kommode ein, die ebenso dringend ein Update bräuchte. Ich sortiere auch hier aus und verpacke alles in Tüten, die ich ordnungsgemäß beschrifte.

13:00 Uhr Schnelles Mittagessen: mini farfalle in bianco. Signorino verschmäht sein Essen wie er es seit Tagen mit allem macht. Dafür isst er 1,5 Bananen. Ich hingegen esse brav auf.

13:40 Uhr Signorino wird von mir ins Bett gebracht. Die Klingel ist ausgestellt. Das Handy ist lautlos. Ich beschließe mir einen caffè zu gönnen. Dann schreibe ich mit Turtle, mit der ich eigentlich morgen einen schwesterlichen Roadtrip nach München begehen sollte. Leider machte mir Signorino einen Strich durch die Rechnung, weil er momentan nicht einmal eine mütterliche Pinkelpause lang bei seinem Vater sein kann. Ich wünsche ihr eine gute Fahrt.

15:30 Uhr Signorino meldet sich, dass er wach ist und gerne aus dem Schlafzimmer abgeholt werden will. Ich lasse meinen Artikel über eine Schriftstellerin links liegen, schalte die Klingel wieder ein und bringe den kleinen Farniente ins Wohnzimmer. Von allem Angebotenen will er nur eine halbe Banane, einen Joghurt und ein Stück Brot mit Butter.

16:20 Uhr Ich beschließe nach einer sinnlosen Runde Trockenshampoo mir lieber gleich die Haare zu waschen. Ich streame die Lieblingslieder des Kindes auf dem Fernseher und wähne mich in Sicherheit beim Haare waschen. Eine Vorahnung bleibt und ich lasse die Badtür lieber offen. Zwei Minuten später läuft das Kind fröhlich grinsend mit einem Tesaroller an der Badezimmertür vorbei (wie kam der da überhaupt ran?). Ich sprinte hinterher, sehe ich doch vor meinem geistigen Auge bereits, dass er die Tesaklinge in den Mund nehmen will. Das Kind ist pissig, ich schweißgebadet und mein linkes Auge brennt, weil bei meinem Sprint halbausgespültes Shampoo vom Kopf ins Auge getropft ist. Ich spüle die Haare eilig aus und binde sie in einen Turban.

17:00 Uhr Die Nachbarin von heute Vormittag klingelt nochmals. Ich eile mit Handtuch-Turban zur Tür. Das Kind wittert seine Chance und eilt hinterher um sich den Hausflur genauer anzuschauen. Ich halte ihn fest, mein Turban rutscht. Ich reiche ihr das Paket und lächle entschuldigend. Sie bedankt sich artig. Darauf entscheide ich, dass ich zumindest den Haaransatz trocknen muss. Den Rest werde ich erledigen, wenn der Römer von der Arbeit heimkommt.

18:00 Uhr Der Römer kommt hungrig heim. Er berichtet von seinem Tag, einem beruflichen Angebot und vielem mehr. Dann gehen wir spazieren. Währenddessen schreibt seine Kollegin, ob er das Fenster am Empfang zugemacht hat, da er als letztes in den Feierabend ist. Er erinnert sich nicht und beschließt zurück zur Arbeit zu fahren. Er geht los – und ruft 5 Minuten später an. Er habe seinen Arbeitsschlüssel vergessen. Er kehrt kichernd zurück. Ich frage ihn augenzwinkernd, ob er getrunken hat. Religionsbedingt fällt die Antwort ernüchternd (hihi) aus.

19:30 Uhr Ich koche einen schnellen Milchreis für Signorino. Wir Erwachsenen wollen später irgendetwas kochen. Der Römer ist mittlerweile zurück von seinem Betriebsausflug. Dann diskutieren wir über das Jobangebot bis er zum römischen k.o. Argument „Aber in Italien sind die Gesetze so und so…“ kommt. Ich erkläre ihm, dass wir auf seinen Wunsch hin, in Deutschland sind und es kein Deutschland mit italienischen Gesetzen gäbe. Unsere imaginären Streitgeweihe haben sich mittlerweile ineinander verhakt. Das heißt „Timeout“ für uns! Der Römer schaufelt den Rest von Signorinos Milchreis rein. Ich kümmere mich um die Küche. Signorino kümmert sich um die Küchenhandtücher und den Papiermüll, in dem er alles irgendwo in der Wohnung verteilt.

21:30 Uhr Der Römer versteckt sich, Signorino muss ihn suchen. Der Römer hat dabei weitaus mehr Spaß als unser Ableger (und der kichert sich schon einen weg, wenn er seinen Papa hinter dem Buggy sitzend findet). Lautes Gelächter auf allen Seiten. Der Ableger wirkt noch nicht müde. Deswegen darf er noch etwas wachbleiben.

21:45 Uhr Jetzt aber fix ins Bett. Der Römer hat heute das Vergnügen, den Ableger ins Bett zu bringen.

23:20 Uhr Wir haben das Abendessen ausgelassen. Nun meldet sich der kleine Hunger. Ein Mitternachtssnack aus Käse, Oliven, Bresaola, Brot, später getrockneten Feigen und Süßkram muss her.

WMDEDGT – Februar 21

Schon ist es wieder soweit: Ein Monat ist um und wir sind angelangt beim zweiten Beitrag zu WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag). Ich muss sagen, ohne mich selbst loben zu wollen, der Vorsatz an jedem 5. daran teilzunehmen, läuft optimal. Gut, es ist erst das zweite Mal – aber soweit bin ich bei manchen Sportvorhaben nicht einmal ansatzweise gekommen.

[Wie immer kann man alle Tage von allen Teilnehmern bei Frau Brüllen nach lesen]

In diesem Sinne – los geht’s:

1 Uhr – Der Römer und ich taumeln ins Bett nachdem wir zwei Folgen unserer Serie angeguckt haben. Hoffentlich wird es eine ruhige Nacht. Signorinos Rumgezappel lässt dies aber nicht vermuten.

7:30 Uhr Das Kind arbeitet sich seit zwei Stunden durchs Bett. Es steht auf, sitzt, trinkt ab und an einen Schluck Wasser, krabbelt, dann steht es wieder auf, klammert sich am Kopfteil des Bettes fest, hangelt sich daran entlang…. Zeitgleich hört man die Kaffeemaschine in der Küche hören. Der Römer ist wach. Auch ich beschließe aufzustehen. Meine Laune ist aufgrund der turbulenten Nacht deutlich angeschlagen. Die männlichen Bewohner unserer Wohnung sind jedoch beide gut drauf. Na dann!

8:40 Uhr Das Kind will Haferbrei – dann doch nicht mehr – dann wieder – dann verlangt es nach Nana (Banane) – schließlich doch wieder Haferbrei – und eine halbe Banane. Mir scheint als würde das heute ein sehr, sehr langer Marathon-Tag werden – in den winterlichen Weiten Kamtschatkas und nur mit einem leichten, atmungsaktiven T-Shirt und einer Short bekleidet. Ja, genau so fühlt es sich zum jetzigen Zeitpunkt an.

9:10 Uhr Mutti ist müde, Mutti will ihren Kaffee in Ruhe trinken. Also kuscheln wir uns in den großen Sessel und gucken Kinderlieder-Videos an. Da ich die Deutschen mit der überdrehten Blondine nicht mehr hören kann, schwenke ich auf die Italienischen um.

Stefano zaubert mir bei der dritten Wiederholung ein kleines Lächeln auf die Lippen. Signorino gefällt es auch, glaube ich. 😉

Ich fühle mich nun stabil genug dem Tag zu begegnen.

9:50 Uhr Ich habe die Küche aufgeräumt. Währenddessen hat sich Signorino dem Wohnzimmer angenommen.

10-12 Uhr Wäsche ab- und aufgehängt(aber nicht die selbe – so müde bin ich dann doch nicht!). Kind bespaßt. Spülmaschine aus- und eingeräumt.

12 Uhr Schnelles Mittagessen für Signorino. Noch schnelleres Mittagessen für mich. Als ich die Pizza im Kühlschrank entdeckt habe, hätte ich den Römer knutschen können. Gestern hat er nicht zwei, sondern drei mitgenommen, weil er wusste, dass freitags die Zeit zum Kochen fehlt. Was würde ich nur ohne den Römer machen? (Vermutlich Tütensuppe essen…)

13 Uhr Krisensitzung mit meiner Mutter. Die Bank bietet kein mobiles Tan-Verfahren mehr an. Die Optionen, die sie hat, findet sie doof. Wir telefonieren, sie meckert über die Bank. Wir drehen uns im Kreis – dann klingelt bei ihr der Postbote und das Thema ist vorerst beendet.

13:30 Uhr Ich lese in einem sozialen Netzwerk einen Beitrag in einer rein weiblichen Gruppe, die über Finanzen spricht. Eine Alleinerziehende beschwert sich, warum in Deutschland so wenig Teilzeitstellen ausgeschrieben sind. Auch Vollzeit würde sie in Betracht ziehen, aber die Betreuungsangebote fehlen und sind deswegen schwer mit einem Vollzeit-Job zu vereinbaren. Unzählige, unsinnige Kommentare von (kinderlosen) Frauen, die Sätze im Konjunktiv 2 ausspucken (Hättest du dir nicht vorher überlegen können wie Job und Familie vereinbart werden können?! Dann mach doch kein Kind!). Ich rolle mit den Augen und erinnere mich an den Grundsatz meiner Erziehung: „Wenn man nichts konstruktives dazu beitragen kann, tut man gut daran zu schweigen.“ Ich ziehe vor allen Alleinerziehenden den Hut. Unweigerlich muss ich bei den bissigen Kommentaren der knallharten Karrierefrauen an den gestrigen Beitrag von Lore denken [hier nachzulesen].

14:00 Uhr Signorino schläft nun endlich. Er war schon weit drüber. Schlussendlich nickte er innerhalb von drei Minuten ein. Ich lege mich dazu und frage mich, warum Nachbarn so laut sein müssen und wie Signorino es hinkriegt bei dem ständigen Gehämmer, Auto Geräuschen, Türen schlagen, vom Tag erzählen und was nicht alles, seelenruhig zu schlafen.

15:45 Uhr Wir machen merenda [Nachmittagsbrotzeit]. Mangojoghurt, gepuffte Mais-Löwen und Banane für Signorino. Für mich einen Schokoriegel, der mir geneidet wird. Daraufhin will Signorino nichts mehr essen, es sei denn es wäre ein Schokoriegel. Ich gebe ihm ein perlengroßes Stück ab. Warum esse ich es denn auch vor Signorino und nicht wie sonst, heimlich in der Küche? 🙄 Manchmal wundere ich mich schon sehr über meine Ideen.

17:30 Uhr Der Römer kommt gut gelaunt von der Arbeit heim. Ich erzähle ihm, was tagsüber passiert ist (nicht viel). Er isst die Reste des Signorino‘schen Mittagessens. Signorino hat nun auch wieder Hunger und will auch Reste essen. Sie teilen.

18:15 Uhr Wir gehen zum Drogeriemarkt, weil wir noch eine Kleinigkeit brauchen. Aus einer Kleinigkeit wird eine große Tasche. Alles wie immer also! Dann setzen wir die Runde fort und schlendern an der Zentralbank vorbei Richtung Main. Der Fluss hat immer noch gut Wasser. Der Römer erzählt mir von seinem Arbeitstag. Wir kommen am Burgerladen vorbei und sofort kommt die Lust nach einem Cheeseburger auf. Doch wir entschließen uns schließlich dazu, daheim zu kochen. Auch deswegen, weil unser wöchentliches, selbst auferlegtes Kontingent an Bestellungen auswärts gestern aufgebraucht wurde.

19:30 Uhr Der Römer ist so lieb und kocht. Nudeln mit Tomatensoße und Mozzarella. Ich stelle noch eine schnelle Waschmaschine an. Der Ableger beginnt aufzudrehen und abzudrehen. Abendstunde eben. Er isst zwei Nudeln, findet sie dann doof. Daraufhin isst er ein Stück Banane. Auch doof. Am Ende begnügt er sich mit Joghurt. Hauptsache er wacht nachts nicht hungrig auf.

20:30 Uhr Wir warten darauf, dass die Waschmaschine fertig ist. Signorino übt derweil mit einer Fernbedienung zu gehen. Er lässt sie partout nicht los und stolpert vor uns auf und ab. Der Römer lehnt sich an mich und nickt etwas weg. Nach wenigen Minuten wird er unsanft mit einer apportierten Fernbedienung und einem Signorino, der unbedingt über seine Beine klettern muss, geweckt. Er nimmt’s gelassen.

21:00 Uhr Der Römer übertrifft sich heute selbst und bringt den Ableger ins Bett. Ich räume das Wohnzimmer auf und hänge die fertig geschleuderte Wäsche auf. Vom Nebenzimmer höre ich Signorinos Unwilligkeit schlafen zu gehen.

21:20 Uhr Der Römer kehrt erfolgreich zurück. Das Kind schläft (und wacht hoffentlich erst morgen um 9 Uhr auf – man wird ja noch träumen dürfen). Wir gucken uns an, welche Wohnung Freunde von uns kaufen wollen und finden 800.000 Euro für eine 75qm Dreizimmer Wohnung verrückt. (Die Münchner unter ihnen lachen bei diesem Schnäppchen wahrscheinlich laut auf!)

22:20 Uhr Der Erfolg hält nur kurz. Signorino meldet sich übers Babyphone. Als ich ins Zimmer komme, steht er freudig hüpfend im Babybett, so als ob er gerade eben einen doppelten Espresso hatte.

23:55 Uhr Wir versuchen ihn seit seinem Erwachen wieder ins Bett zu katapultieren. Es ist erfolglos. Schuckeln, Tragen, Trinken – alles hilft nichts. Wir stellen uns auf eine lange Nacht ein.

WMDEDGT – Januar 21

Heute gibt es ein (Quasi-)Novum. Ich wollte so gerne bei Frau Brüllens WMDEDGT am 05. jeden Monats mitmachen.

And here we go:

9:20 Uhr Ich wache zwischen Bett 1 und Bett 2 verknotet auf. Signorino erzählt – natürlich mit seinem Kopf auf meinem Kissen. Als er merkt, dass ich die Augen aufgeschlagen habe, dreht er sich um und will am Kopfteil hochklettern. Ich stütze ihn, damit wir den ersten Unfall des Tages vermeiden können. Indessen frage ich mich, wo der Römer hin ist. Heute arbeitet er doch erst um 10:40 Uhr. Ich höre Fragmente von Gesängen (ein Ritus? ein Iktus?) und Wasser in der Dusche spritzen. Er ist also wach.

9:40 Uhr Ich bereite Signorinos Frühstück vor. Der Römer kümmert sich derweil um Signorino und mosert, dass er lieber ohne uns frühstückt, wenn er zur Arbeit muss. Wir halten „sein System“ auf. Nachdem alles fertig ist, meckert Signorino rum, weil er lieber unseren Schokokuchen anstatt des schnöden Haferbreis haben will. Der Römer isst in der Küche, damit Signorino den Schokokuchen nicht sieht und sich doch noch mit seiner Haferpampe abfindet. Es klappt. Ich trinke derweil nur Espresso.

10:20 Uhr Jetzt aber schnell! Der Römer gelt noch eine letzte Strähne in die richtige Richtung, setzt seine Mütze so vorsichtig auf wie meine Oma damals ihre Dauerwellen-Regenhaube und verschwindet. Wir sind allein. Das heißt: Die Spülmaschine bekommt nun besondere Zuwendung. Ausräumen, einräumen, Küche aufräumen, währenddessen übt sich Signorino an der Sportart „Parkour“. Er hangelt sich an den Küchenschränken entlang, dann an mir (und zwickt wie verrückt!), dann am Wäschekorb, dann Richtung Waschmaschine… Immer wieder stoppt er um Sachen aus den Regalen zu räumen. Ich stehe verrenkt zwischen Signorino und den Aufgaben in der Küche da und es erinnert mich stark an das Spiel Twister: „Rechte Hand auf Signorinos Kopf, linker Fuß vor Waschmaschine, rechtes Bein hält Küchenschrank zu…“

10:40 Uhr – Ultimo Ratio: Kinderlieder. 1:30min Aramsamsam für Signorino, damit ich die Küche in eben dieser Zeit zumindest etwas ordentlicher verlassen kann.

11:20 Uhr Wir lesen bzw. wir machen das, was wir lesen nennen. Signorino räumt alle Bücher aus seinem Fach, schlägt eins auf, ich lese zwei Seiten vor und er zieht ein neues Buch hervor. So geht das 30 Minuten lang. Dann holt er seine Stofftierraupe hervor und guckt sie begeistert an.

12:00 Uhr Signorino isst Milchreis und erzählt währenddessen. Von „Mmmh“ und „Mama” gekrönt, scheint es ihm zu schmecken. Wir unterhalten uns auf „dada-risch“. Er scheint aufgebracht und schreit durch die Wohnung. Am Milchreis kann es nicht liegen, ich hab ihn probiert.

13:00 Uhr Der Römer kommt nach Hause. Er hatte tatsächlich nur zwei Patienten. Gestern dachte er noch, dass wäre ein Fehler im System, doch es bestätigte sich. Wir haben keine Lust zu kochen und einigen uns auf Thailändisch. Matsaman Curry möchte er nicht mehr, obwohl er das immer nimmt. „Die Kartoffeln schmecken da zu sauer.“ Er schwenkt auf gebratenen Reis um. Die Ente dazu kann ich ihm ausreden, da er sonst, mit fehlender Galle, wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängt. Er nimmt Rind. Und ich Hühnchen.

13:10 Uhr Ich bringe Signorino ins Bett bzw. ich trage ihn minutenlang ins Bett. Eine einfachere und effektivere Methode haben wir bis heute nicht gefunden.

13:15 Uhr Signorino hat die Augen geschlossen; ich halte ihn noch im Arm. Es klingelt. Der Römer macht auf: Hallo! – Hallo! – Paket für Sie! *biep* Danke! Tschüss! Tschüss! Es war der Postbote mit den Blinklichtern für den Kinderwagen, damit wir spätnachmittags nicht immer halb zusammen gefahren werden unten am Main. Signorino ist dementsprechend wieder wach. Nächste Runde!

13:30 Uhr Signorino schläft endlich. Ich lasse den Römer leise aus der Wohnungstür, damit er beim Thailänder vorbeigeht und die Beute beiden Gerichte abholt.

13:45 Uhr Der Römer war erfolgreich. Wir essen. Die Qualität ist immer tippitoppi beim Thai um die Ecke.

14:30 Uhr Der Eine und ich schreiben. Wir wollen uns zum Spazieren gehen verabreden – mit Maske, an der frischen Luft, mit Abstand,… Sie kennen das Spiel. Wir verabreden uns für 15:30 Uhr. Er kommt hierher.

15:30 Uhr Ich sehe vom Wohnzimmerfenster aus, dass der Eine telefonierend vorbeischleicht. Schuhe, Mantel und die Leichtdaune ziehe ich fix über. Signorino, mittlerweile wach, guckt mich vorwurfsvoll an. Ich verabschiede mich. Kuss für alle Farnientes und ab!

15:30-18:00 Uhr Wir machen einen wirklich langen Spaziergang. Am Main entlang in die Innen-Innenstadt, zum Römer (das Gebäude heisst wirklich so), am Standesamt vorbei, Richtung Willy-Brandt-Platz, dort zu Café Nummer 1*. Leider verstehen wir nicht, ob nun geöffnet ist für eine Mitnahme eines Espressos oder nicht. Also nebenan zuCafé 2. Weiter zum Goetheplatz, zur alten Oper, den Grüngürtel ein Stück entlang zum Eschenheimer Tor, zur Konsti, zum Zoo und schon liefert mich der Eine wieder daheim ab. Es war sehr kalt, wir sind 9 Kilometer gegangen, aber auch sehr schön.

18:00 Uhr Der Römer erwartet mich bereits. Signorino ist beleidigt und möchte mich erstmal nicht begrüßen. Nach 5 Minuten taut Signorino auf und findet mich doch ganz okay. So okay, dass er mich nicht mehr loslassen will. Auf‘s Toilettchen kann ich auch nicht mehr allein. Ja, gut. Kann man nix machen.

19:00 Uhr Wir raffen uns auf und gehen mit Signorino nochmal spazieren. Es schnieselt (halb Schnee, halb Niesel 😉) und ist dementsprechend kalt. Kleine Mainrunde, die neuen Lichter am Kinderwagen leuchten in fröhlichem Grün. Der Römer hat seine Handschuhe vergessen, also schiebe ich meistens Signorino. Er schläft ein (oh no!), aber letztendlich nur für 20 Minuten. Hoffentlich ist er trotzdem um 21 Uhr willig ins Bett zu gehen!

19:45 Uhr Wir sind daheim. Der Römer will unbedingt kochen (kinderfreie Zeit und so…). Es gibt Kartoffelsuppe für alle. Keine Würstchen da – aber wir werden es überleben.

20:50 Uhr Der Römer künstelt immer noch an der Kartoffelsuppe rum als wär‘s ein Mehrgang-Menü. Ein Glück hab ich schon „gesnackt“ während das Kind zu Abend aß. Langsam bin ich äußerst genervt, da Signorino schon „drüber“ ist und mein Blutzuckerspiegel weit unten. Ich drücke dem Römer das aufgedrehte Kind in die Hände und flüchte ins Bad. Drei Minuten durchatmen. Von draußen höre ich den überforderten Römer, der nun nicht mehr an seiner Kartoffelsuppe rumdoktern kann, weil Signorino den Deckel vom Dampfsterilisator durch die Gegend wirft und dabei laut lacht. Ich steige wieder in den Ring und gehe zurück.

21:00 Uhr Der Römer wird von mir verpflichtet den hyperaktiven Ableger ins Bett zu bringen. Wer eine Stunde lang Suppe kocht (die kocht sich nach dem Schälvorgang schließlich von alleine!), der darf auch Signorino ins Bett bringen. Bitte. Danke! Ich räume das Wohnzimmer auf, das aussieht als hätte ein Troll Bauklötzchen-, Bücher- und Spielzeugdurchfall gehabt. Die römische Suppe wartet auf ihren Einsatz – und kühlt langsam aus.

21:20 Uhr Alles aufgeräumt. Ich höre den Römer. Wenig später sehe ich ihn auch – mit Signorino auf dem Arm. “Non dorme, questo animaletto.” [Dieses Tierchen schläft nicht.] Nun denn. Das ungeplante Schläfchen rächt sich nun. Mal gucken, wie lange der Spaß heute mit ihm geht. Wir essen Suppe. Sie ist komplett ungewürzt. Was hat der Mann in der Küche gemacht?! Ich spare mir den Kommentar. Der Römer bringt ungefragt Salz und Pfeffer. Immerhin!

21:40 Uhr “Vuoi una deca?” [Willst du einen entkoffeinierten Espresso?]. Ich dachte schon, der Römer fragt nie. Signorino spielt indessen wieder. Die Bauklötze habe ich weggepackt. Die räume ich heute nicht nochmal weg.

22:30 Uhr Glauben Sie’s oder glauben Sie’s nicht, aber unser südeuropäisches Partymodel (alias Signorino) ist JETZT müde. 1,5 Stunden nach seiner regulären Zeit. Once again: Schlafsack – Kuss – Kuss. Nachti Nacht! Ich räume zum wiederholten Male die Bücher und die Spielzeugkiste auf bzw. ein. Hoffentlich kommt er heute nicht mehr zurück zu einer weiteren Spielerunde (auch das hatten wir schon….).

23:00 Uhr Der Römer und ich gucken unsere Serie und essen heimlich Eis, was man als gut eingespieltes Elternpaar eben so macht, wenn das Kind endlich schläft. Gleich wird Signorino noch einmal wach (wie immer nach einer Stunde), verlangt Wasser und noch einmal Einschlafbegleitung, aber nur die Sparversion (2 Minuten).

[The End]