WMDEDGT – Februar 21

Schon ist es wieder soweit: Ein Monat ist um und wir sind angelangt beim zweiten Beitrag zu WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag). Ich muss sagen, ohne mich selbst loben zu wollen, der Vorsatz an jedem 5. daran teilzunehmen, läuft optimal. Gut, es ist erst das zweite Mal – aber soweit bin ich bei manchen Sportvorhaben nicht einmal ansatzweise gekommen.

[Wie immer kann man alle Tage von allen Teilnehmern bei Frau Brüllen nach lesen]

In diesem Sinne – los geht’s:

1 Uhr – Der Römer und ich taumeln ins Bett nachdem wir zwei Folgen unserer Serie angeguckt haben. Hoffentlich wird es eine ruhige Nacht. Signorinos Rumgezappel lässt dies aber nicht vermuten.

7:30 Uhr Das Kind arbeitet sich seit zwei Stunden durchs Bett. Es steht auf, sitzt, trinkt ab und an einen Schluck Wasser, krabbelt, dann steht es wieder auf, klammert sich am Kopfteil des Bettes fest, hangelt sich daran entlang…. Zeitgleich hört man die Kaffeemaschine in der Küche hören. Der Römer ist wach. Auch ich beschließe aufzustehen. Meine Laune ist aufgrund der turbulenten Nacht deutlich angeschlagen. Die männlichen Bewohner unserer Wohnung sind jedoch beide gut drauf. Na dann!

8:40 Uhr Das Kind will Haferbrei – dann doch nicht mehr – dann wieder – dann verlangt es nach Nana (Banane) – schließlich doch wieder Haferbrei – und eine halbe Banane. Mir scheint als würde das heute ein sehr, sehr langer Marathon-Tag werden – in den winterlichen Weiten Kamtschatkas und nur mit einem leichten, atmungsaktiven T-Shirt und einer Short bekleidet. Ja, genau so fühlt es sich zum jetzigen Zeitpunkt an.

9:10 Uhr Mutti ist müde, Mutti will ihren Kaffee in Ruhe trinken. Also kuscheln wir uns in den großen Sessel und gucken Kinderlieder-Videos an. Da ich die Deutschen mit der überdrehten Blondine nicht mehr hören kann, schwenke ich auf die Italienischen um.

Stefano zaubert mir bei der dritten Wiederholung ein kleines Lächeln auf die Lippen. Signorino gefällt es auch, glaube ich. 😉

Ich fühle mich nun stabil genug dem Tag zu begegnen.

9:50 Uhr Ich habe die Küche aufgeräumt. Währenddessen hat sich Signorino dem Wohnzimmer angenommen.

10-12 Uhr Wäsche ab- und aufgehängt(aber nicht die selbe – so müde bin ich dann doch nicht!). Kind bespaßt. Spülmaschine aus- und eingeräumt.

12 Uhr Schnelles Mittagessen für Signorino. Noch schnelleres Mittagessen für mich. Als ich die Pizza im Kühlschrank entdeckt habe, hätte ich den Römer knutschen können. Gestern hat er nicht zwei, sondern drei mitgenommen, weil er wusste, dass freitags die Zeit zum Kochen fehlt. Was würde ich nur ohne den Römer machen? (Vermutlich Tütensuppe essen…)

13 Uhr Krisensitzung mit meiner Mutter. Die Bank bietet kein mobiles Tan-Verfahren mehr an. Die Optionen, die sie hat, findet sie doof. Wir telefonieren, sie meckert über die Bank. Wir drehen uns im Kreis – dann klingelt bei ihr der Postbote und das Thema ist vorerst beendet.

13:30 Uhr Ich lese in einem sozialen Netzwerk einen Beitrag in einer rein weiblichen Gruppe, die über Finanzen spricht. Eine Alleinerziehende beschwert sich, warum in Deutschland so wenig Teilzeitstellen ausgeschrieben sind. Auch Vollzeit würde sie in Betracht ziehen, aber die Betreuungsangebote fehlen und sind deswegen schwer mit einem Vollzeit-Job zu vereinbaren. Unzählige, unsinnige Kommentare von (kinderlosen) Frauen, die Sätze im Konjunktiv 2 ausspucken (Hättest du dir nicht vorher überlegen können wie Job und Familie vereinbart werden können?! Dann mach doch kein Kind!). Ich rolle mit den Augen und erinnere mich an den Grundsatz meiner Erziehung: „Wenn man nichts konstruktives dazu beitragen kann, tut man gut daran zu schweigen.“ Ich ziehe vor allen Alleinerziehenden den Hut. Unweigerlich muss ich bei den bissigen Kommentaren der knallharten Karrierefrauen an den gestrigen Beitrag von Lore denken [hier nachzulesen].

14:00 Uhr Signorino schläft nun endlich. Er war schon weit drüber. Schlussendlich nickte er innerhalb von drei Minuten ein. Ich lege mich dazu und frage mich, warum Nachbarn so laut sein müssen und wie Signorino es hinkriegt bei dem ständigen Gehämmer, Auto Geräuschen, Türen schlagen, vom Tag erzählen und was nicht alles, seelenruhig zu schlafen.

15:45 Uhr Wir machen merenda [Nachmittagsbrotzeit]. Mangojoghurt, gepuffte Mais-Löwen und Banane für Signorino. Für mich einen Schokoriegel, der mir geneidet wird. Daraufhin will Signorino nichts mehr essen, es sei denn es wäre ein Schokoriegel. Ich gebe ihm ein perlengroßes Stück ab. Warum esse ich es denn auch vor Signorino und nicht wie sonst, heimlich in der Küche? 🙄 Manchmal wundere ich mich schon sehr über meine Ideen.

17:30 Uhr Der Römer kommt gut gelaunt von der Arbeit heim. Ich erzähle ihm, was tagsüber passiert ist (nicht viel). Er isst die Reste des Signorino‘schen Mittagessens. Signorino hat nun auch wieder Hunger und will auch Reste essen. Sie teilen.

18:15 Uhr Wir gehen zum Drogeriemarkt, weil wir noch eine Kleinigkeit brauchen. Aus einer Kleinigkeit wird eine große Tasche. Alles wie immer also! Dann setzen wir die Runde fort und schlendern an der Zentralbank vorbei Richtung Main. Der Fluss hat immer noch gut Wasser. Der Römer erzählt mir von seinem Arbeitstag. Wir kommen am Burgerladen vorbei und sofort kommt die Lust nach einem Cheeseburger auf. Doch wir entschließen uns schließlich dazu, daheim zu kochen. Auch deswegen, weil unser wöchentliches, selbst auferlegtes Kontingent an Bestellungen auswärts gestern aufgebraucht wurde.

19:30 Uhr Der Römer ist so lieb und kocht. Nudeln mit Tomatensoße und Mozzarella. Ich stelle noch eine schnelle Waschmaschine an. Der Ableger beginnt aufzudrehen und abzudrehen. Abendstunde eben. Er isst zwei Nudeln, findet sie dann doof. Daraufhin isst er ein Stück Banane. Auch doof. Am Ende begnügt er sich mit Joghurt. Hauptsache er wacht nachts nicht hungrig auf.

20:30 Uhr Wir warten darauf, dass die Waschmaschine fertig ist. Signorino übt derweil mit einer Fernbedienung zu gehen. Er lässt sie partout nicht los und stolpert vor uns auf und ab. Der Römer lehnt sich an mich und nickt etwas weg. Nach wenigen Minuten wird er unsanft mit einer apportierten Fernbedienung und einem Signorino, der unbedingt über seine Beine klettern muss, geweckt. Er nimmt’s gelassen.

21:00 Uhr Der Römer übertrifft sich heute selbst und bringt den Ableger ins Bett. Ich räume das Wohnzimmer auf und hänge die fertig geschleuderte Wäsche auf. Vom Nebenzimmer höre ich Signorinos Unwilligkeit schlafen zu gehen.

21:20 Uhr Der Römer kehrt erfolgreich zurück. Das Kind schläft (und wacht hoffentlich erst morgen um 9 Uhr auf – man wird ja noch träumen dürfen). Wir gucken uns an, welche Wohnung Freunde von uns kaufen wollen und finden 800.000 Euro für eine 75qm Dreizimmer Wohnung verrückt. (Die Münchner unter ihnen lachen bei diesem Schnäppchen wahrscheinlich laut auf!)

22:20 Uhr Der Erfolg hält nur kurz. Signorino meldet sich übers Babyphone. Als ich ins Zimmer komme, steht er freudig hüpfend im Babybett, so als ob er gerade eben einen doppelten Espresso hatte.

23:55 Uhr Wir versuchen ihn seit seinem Erwachen wieder ins Bett zu katapultieren. Es ist erfolglos. Schuckeln, Tragen, Trinken – alles hilft nichts. Wir stellen uns auf eine lange Nacht ein.