Baby und Kind gleichzeitig ins Bett bringen? Mama schafft das!

Mein Mann geht heute aus: Der albanische Männerausflug ist in der Stadt, also geht es Pinsa in der Innenstadt essen. Das heißt, ich darf das drei Monate alte Baby und den Fünfjährigen ins Bett bringen. Ein Drama in vier Akten.

Der erste Akt: Wenn müde Äuglein auf ängstliche, große Brüder treffen

Das Baby ist pünktlich um 18 Uhr müde. Ich stille es in den Schlaf. Nach wenigen Minuten fallen die müden Äuglein zu.

Signorino ist währenddessen im Wohnzimmer – und hat Angst.

Monster-Angst.

Er kommt ins Schlafzimmer angerast und die müden Äuglein des Babys sind wieder hellwach.

Ich seufze.

Der zweite Akt: Aber wo ist denn das Toilettenpapier?

Mittlerweile ist es 19 Uhr. Das Baby wird langsam nölig. Ich versuche es erst in den Schlaf zu föhnen. Das will nicht klappen.

Dann bringe ich es wie gewohnt ins Bett und stille es nochmals. Die Äuglein werden schwer.

Bis ein Fünfjähriger “Pipi! Pipi! Mama, ich muss Pipi!”-rufend am Schlafzimmer vorbeiflitzt.

Die Äuglein des Babys gehen auf, werden aber gleich wieder schwer und schlafen weiter.

Ich höre Signorino im Bad. “Oh, hier ist ja gar kein Klopapier!”, stellt er fest. Und dann: “MAMAAAA! KLOOOOOPAPIER!”

Die Augen des Babys gehen auf und wieder zu. Ich bin mucksmäuschenstill. Im Bad war vorhin ganz sicher Toilettenpapier.

“MAMMAAAAAAA! KOMM!! Hier ist kein KLOOOOPAPIER!”, ruft Signorino.

Abermals guckt Bianco, was los ist.

“MAMAAA!!!!”, kommt noch einmal aus dem Badezimmer.

“Signorino, leise! Das Baby schläft!”, zische ich.

Das Baby guckt mich an. Dann lächelt es.

“NEIN! HIER IST KEIN KLOOOPAPIER!”, ruft Signorino

Das Baby ist hellwach.

Ich seufze und gehe ins Badezimmer. Dann zeige ich auf das Klopapier.

“Oh, danke, Mama! Hab ich gar nicht gesehen.”, reagiert Signorino erstaunt.

Er hat so ein ausgeprägtes Detailsehen wie sein Vater.

Sehend blind, könnte man auch sagen.

Ich erkläre, dass er bitte mucksmäuschen still sein muss, denn ich würde nun abermals das Baby ins Bett bringen. “Ja, Mama. Versprochen!”, spricht der Fünfjährige.

Dritter Akt: Aufgeweckt durch Signorinos großes Herz

Das Baby schläft also wieder. Seit zwanzig Minuten befindet sich Bianco im Land der Träume.

Ich bringe Signorino ins Bett. Das Nachtlicht ist an. Ein Buch liegt vor uns.

“Oh, ich habe Durst.”, verkündet Signorino. Ich springe auf und sage, dass ich ihm etwas zu trinken hole. Auch, damit er mir das Baby nicht weckt, wenn er an der Zimmertür vorbeistampft.

“Okay, Mama…Öhm, wo ist denn das Baby?”, will Signorino wissen. “Das schläft im Schlafzimmer.”, antworte ich zwischen Tür und Angel. “Alleine?!!”, fragt Signorino geschockt. Ich nicke. Und denke mir dabei nichts.

Dann gehe ich in die Küche. Als ich zurückkomme, ist die Schlafzimmertür offen. Signorino lehnt halb auf dem Bett. “Du musst keine Angst im Dunkeln haben, Bianco. Ich bin da. Du bist nicht alleine!! Es gibt gar keine Monster!”, erklärt er dem nun nicht mehr schlafenden Baby, das keine Angst im Dunkeln hatte. Schon gar nicht vor Monstern.

Ich seufze.

Irgendwie ist es ja auch niedlich, dass er sich so um seinen kleinen Bruder sorgt.

Abermals verfrachte ich Signorino (und die Wasserflasche) in sein Zimmer. Dann bringe ich das Baby zum wiederholten Mal ins Bett.

Der vierte Akt: Geschafft! Beide Kinder schlafen

Wir lesen. Signorino trinkt etwas. Mittlerweile ist es 21:30 Uhr.

Zum Glück hat morgen der Kindergarten zu (Betriebsausflug) und Tante Turtle geht mit Signorino in den Zoo.

Ich höre einen kleinen Schlafsack unruhig durchs Bett wühlen. Meine Blase ist bis zum Rand gefüllt, aber ich kann jetzt nicht auf die Toilette, nicht die Spülung betätigen, weil das Baby sonst vollends aufwacht. Ich beruhige das Baby. Signorino ruft: “Mamaaaa!”

Ich seufze. Zum Glück schläft das Baby weiter. Dann gehe ich zurück in Signorinos Zimmer.

Seine Augen sind mittlerweile ganz klein. Ich bringe auch ihn ins Bett.

Er schläft innerhalb von zehn Minuten ein.

Beide Kinder schlafen. Irgendwie.

Was für ein Abenteuer!

11 Kommentare

  1. Immerhin beide sind im Bett.
    Meine Mutter hatte immer nur ein Kind was nie ins Bett wollte.
    Blöd, wenn 2 Kinder so viel älter sind als die jüngste.
    Die kleine stand auf wurde noch mal ins Bett gebracht.
    Oder die kleine durfte noch Bücher angucken… Oder die Freunde der Schwestern brachten die Kleine ins Bett. Das war das größte für die Kleine. Auch als die Schwestern beide ausgezogen waren und die Kleine Schulpflichtig wurde war es weiterhin ein Problem dieses Kind ins Bett zu bekommen.
    Sie stand immer wieder im Wohnzimmer mit den Worten: „Ich kann nicht schlafen.“
    Die kleine war ich sobald diese Kleine lesen konnte hat Sie die Nächte tatsächlich durch gelesen.
    Es hat sich nichts geändert diese Kleine hat heute noch die gleichen Probleme wie damals.
    Ich bin und bleibe wohl tatsächlich eine Nachteule.😌

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    • Danke für deinen ehrlichen und unterhaltsamen Einblick in deine Kindheitserinnerungen! 😊 Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich manche Schlafgewohnheiten durch das ganze Leben ziehen können. Ich kann total nachvollziehen, wie es ist, wenn ein Kind einfach nicht schlafen kann und immer wieder ins Wohnzimmer kommt. Signorino ist seit Geburt eine Eule. Schlafen gehen vor 22 Uhr? Unmöglich! Es hilft nur Geduld, Akzeptanz und manchmal ein gutes Buch.
      😃

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  2. Da fällt mir auf das es ein Glück war, das ich / wir immer nur ein Kind alleine gehütet haben.

    Auch wenn ich bei der Debatte um das schlafen gehen – wer will das schon bevor die Eltern wieder zurück sind? – schon mal Bauklötze an den Kopf geworfen bekommen habe ….

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    • Da sprichst du was an, liebe Trude! 😄 Ein Kind alleine zu hüten ist manchmal schon Herausforderung genug – und Bauklötze als Wurfgeschosse machen das Ganze nicht gerade entspannter. 😉
      Ich finde es klasse, wie du das mit Humor genommen hast! Manchmal ist es wirklich ein Glück, nur ein Kind gleichzeitig betreuen zu müssen – und selbst das kann schon spannend genug sein. Liebe Grüße und genieß den Feiertag!

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      • Unter lautem Protest habe ich die Bauplätze danach eingesammelt und weg gepackt.

        Sie hat sich schreiend auf ihr Dreirad gesetzt. Ich habe sie ignoriert, bis sie eingeschlafen ist und dann ins Bett verfrachtet.

        🤣😂

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  3. Irgendwie ist das in der Rückschau gar nicht so schwer, drei davon… aber zurück auf Anfang: Als die Zwillinge, Frühchen, klein waren war es praktisch unmöglich, das alleine hinzubekommen. Besonders der Kleinere schrie die halbe Nacht. Hin und her tragen, immer hin und her… (Einen Vorteil findet man immer: er war sehr leicht!). Es ist übrigens nicht besonders schlimm, wenn zwei Kinder brüllen, wenn auch nervenzerfetzend, etwa, weil sie Hunger haben (was oft der Fall war, denn viel ging ja nicht rein…). Schlimm ist es, wenn sie sich ablösen!
    Wie gesagt, zusammen mit Nummer drei war es dann fast schon einfach. Immerhin waren die Zwillinge, wie man so sagt, aus dem Gröbsten raus. In dem Fall kann man das mit Fug und Recht so sagen.

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    • Das klingt wirklich nach einer anstrengenden, aber auch bewundernswerten Zeit mit den Zwillingen als Frühchen und dann noch dem dritten Kind dazu. Ich finde es toll, wie du das mit einer Mischung aus Humor und Gelassenheit siehst.
      Dieses nächtliche Hin und Her mit Schreien und Füttern war sicher eine Geduldsprobe – besonders, wenn die Kleinen sich mit dem Schreien abwechseln! Da zählt man die Minuten bis sie größer werden.
      Toll gemeistert! Und vermutlich wirft einen nichts mehr so leicht aus der Bahn danach. 😉

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      • Es ist lang genug her, um es mit heiterer Gelassenheit zu sehen. Manches ist, wie das eben so geht, gar nicht mehr wirklich wahr. Wenn man mitten drinsteckt ist es ein bißchen anders! Und so sehen wir als Großeltern gerade stillvergnügt (ach was, manchmal sag ich schon was dazu) zu, wie sich die Jungen mit ihren Einzelkindern abstrampeln.

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