Arjeta – ein goldenes Leben

[Bis der dritte Teil der Albanienchroniken fertig gestellt ist, dachte ich, dass uns ein paar leisere Töne gut tun würden an diesem Sonntag. Die Geschichte entstand vor ein paar Monaten und ich veröffentlichte sie zuerst auf story.one. Arjeta war die Lieblingstante des Römers, die plötzlich und unerwartet an einem Hirnaneurysma starb.]

„Ein gnädiger Tod.“ sagte man viele Monate später als die Tränen bei den meisten längst versiegt waren. Die Rationalität hatte wieder die Kontrolle übernommen und drängte jegliche Melancholie in den Hintergrund.

Gebetet habe sie. So wie jeden Abend vor dem Zubettgehen. Als sie die letzten Worte aussprach und sich langsam vom türkisen Gebetsteppich erhob, löste sich der Knoten des weiße Kopftuch und rutschte über ihre Stirn. Sie trug das Tuch, das ihre weißen, langen Haare bedeckte, nicht nur aus religiösen Gründen. Vielmehr trug sie es aus Pflichtbewusstsein der Tradition ihres Landes gegenüber. Mit ihren, von Pigmentflecken übersäten Händen griff sie nach dem Tuch. Doch in dem Moment, in dem sie den Knoten im Nacken festzog, fiel sie einfach um.

Eilig wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Man versuchte gar nicht erst den Krankenwagen zu rufen, denn die Straßen sind schlecht und auf die Krankenwagen ist kein Verlass. Besim, ihr Sohn, fuhr den alten Benz. Neben ihm saß sein Vater Agron und starrte mit leerem Blick in die Nacht. Auf der Rückbank lag seine bewusstlose Frau, die schwer atmete. Ihr Kopf war im Schoß ihrer Enkelin gebettet.

Agron wollte nicht weinen, denn da, wo noch Hoffnung besteht, weint man nicht. Stakkatoartig tastete sich sein schwerer Blick an der vorbeifliegenden Umgebung voran. Wie viele Male ist er bereits mit seiner Gattin diese Straße entlang gefahren? Und wie viele Male wird er sie, mit ihrer Hand in seiner, noch entlang fahren?

Drückend still war es im Auto. Man hörte nur das Schluchzen der Enkelin, die um ihre Großmutter bangte. Immer wieder streichelte sie ihrer Oma über das weiße Haar.

Im Krankenhaus ging alles ganz schnell. Es war noch nicht zu spät. Die Ärzte handelten rasch, spritzten und verkabelten die Patientin. So lag die alternde Dame drei Tage in einem Krankenhausbett, tief versunken im Koma und überwacht von Apparaten und medizinischen Personal.

Sie lebte.

70 Jahre sei kein Alter zum Sterben, redete Agron jede Nacht aufs Neue auf Gott ein. Er lag dabei allein im großen, schweren Ebenholzbett. Ein Geschenk seiner Eltern zur Hochzeit des damals so jungen Paares. Händeringend versuchte er Erklärungen zu finden, warum die Zeit seiner Frau noch nicht gekommen sei. Nächtelang wirkte er mit akribisch ausgearbeiteten Argumenten auf Gott ein. Er sei schließlich älter als sie, erklärte er Gott in der darauffolgenden Nacht. Man solle lieber ihn nehmen. Seine Frau würde auf Erden dringender gebraucht werden als er.

Doch Agrons Gott schien nicht nach Seniorität zu handeln. Am vierten Tag nahm er seine Gattin an sich.

Fast 400 Leute kamen zur Beerdigung Arjetas, Agrons Frau. Man sagte später, dass es ungewöhnlich für eine Frau dieses Alters sei, dass so viele Weggefährten zu einer Beerdigung kommen. Normalerweise sei das nur der Fall, wenn einer von den Jungen im Viertel zu schnell fuhr und es nicht überlebte.

Doch so ungewöhnlich war es nicht. Arjeta hatte für jeden stets ein offenes Ohr. Eine mütterliche, fast schon goldene Wärme strahlte sie aus. Nie hörte man sie schlecht oder gar abfällig über jemanden reden. Sie war eine von den wenigen Personen auf dieser Welt, die so pur und rein wie frisches Bergquellwasser war.

Ihren Namen hatte sie ihrer Großmutter zu verdanken. Sie bestand darauf, das Kind Arjeta zu nennen. Der Name bedeutet “goldenes Leben“. Diesen Wunsch gab sie ihrer Enkelin mit auf den Lebensweg. Er ging in Erfüllung.

Die Albanienchroniken – Teil 2: Von positiven Schwestern und der albanischen Familienehre

[Sie haben den ersten Teil der Albanienchroniken verpasst? Kein Problem, bitte hier entlang!]

Okay, in Ordnung, aber ohne… mich!“ fing ich an. „Ich bin doch nicht irre und stehe um 05:30 Uhr auf, wenn das Flugzeug erst um 12 Uhr mittags planmäßig abheben soll!“ Mit vorgeschobener Unterlippe, einer zum Zerbersten angespannten Zornesfalte und verschränkten Armen saß ich trotzig auf unserem Sofa.

RUMMS! Die Kinnlade des Römers kippte nach unten und er fast vom Stuhl. Vermutlich hatte er sich auf seinen römischer Charme und meine weibliche Gutmütigkeit verlassen. Doch diesmal stand meine Entscheidung in Stein gemeißelt fest. Ich werde morgen nicht fliegen! Er versuchte gar nicht erst mich vom Gegenteil zu überzeugen, schließlich wusste er um meine stoische Art. Auch sein übliches „Ma dai!“ [Ach, komm schon!] sparte er sich. Stattdessen schwieg er und tippte wie ein Häufchen Elend auf seinem Mobiltelefon herum. Etwas anderes hätte meine Laune auch kaum ertragen an diesem Abend. Als wir ins Bett gingen, unterbrach er die Stille mit einem leise gemurmelten „Buona notte“ [Gute Nacht]. Ich beschränkte mich auf ein gebrummtes „Nacht„. Selbst das obligatorische Adjektiv „gut“, das man normalerweise vor die „Nacht“ stellt, wollte ich ihm in diesem Moment partout nicht gönnen.

Am nächsten Morgen war mein Ärger, wie von Zauberhand, verraucht. Der Römer stand extra früh auf, holte Wiedergutmach-Croissants und bereitete den Frühstückstisch vor. Er scheute keine Kosten und Mühen, was bedeutete, dass sogar frisch gepresster Saft auf dem Tisch stand. Ich klickte derweil auf meinem Computer herum und checkte uns für den heutigen Flug aus. Dann buchte ich das Ticket auf den nächsten Tag um. Dazu muss ich Ihnen erklären, dass ich eine solche Entscheidung nie getroffen hätte, hätten wir ein normales Flugticket reserviert. Dank meines Arbeitgebers habe ich den Vorteil sogenannte „Standby-Tickets“ zu erwerben. Das Prinzip ist schnell erklärt: Als Mitarbeiter hat man zwar einen Flugschein in der Hand, jedoch keinen Anspruch auf einen Sitzplatz im Flugzeug. Sind alle Plätze ausgebucht, bleibt man traurig hinterherwinkend am Boden zurück, was mir nicht nur einmal passiert ist. Sollte wiedererwartend ein Sitzplatz frei sein, ist man ein gern gesehener Gast, der sich auf den letzten, freien Mittelplatz quetschen darf. Selbstverständlich sind die Flugtickets (bei meinem Arbeitgeber! In Italien und den USA sieht das wiederum ganz anders aus, sagte man mir…) nicht umsonst, aber dennoch etwas billiger als die normalen Tarife. Dadurch, dass man keinen Anspruch auf einen Sitzplatz hat, kann man die Flugtickets nach belieben und jederzeit (um)buchen. Ich nenne es das „Kommst du heute nicht, kommst du morgen“-Prinzip, von dem ich des Öfteren Gebrauch machen musste. Zum Beispiel, wenn der caffè in der Pasticceria Barberini (Werbung aus Überzeugung) im römischen Stadtviertel Testaccio wieder gar so gut schmeckte.

Nach diesem Exkurs, finden wir uns wieder am römischen Esstisch deutscher Nation ein. Noch während ich die Umbuchung machte, sah ich im Augenwinkel wie mein Telefon mehrmals kurz aufleuchtete. Ich klickte ein letztes Mal auf „bestätigen“ und das Flugdatum wurde auf den nächsten Tag geändert. Dann nahm meine Neugier überhand und ich guckte, wer mir geschrieben hatte. „Turtle“ stand in großen Lettern auf meinem Handybildschirm. Ich öffnete die Textnachricht und las. Erst ein Mal, dann, um ganz sicher zu gehen, noch ein zweites Mal, gefolgt von einem dritten und vierten Mal. Hä? Laut las ich die Nachricht vor: „Ich bin übrigens positiv.“ Verwirrt kräuselte ich meine Stirn und guckte den Römer an. „Ich finde so eine Textnachricht in der jetzigen Zeit absolut nicht lustig.“ sagte ich und tippte ein flapsiges, der deutschen Grammatik nicht gerecht werdendes „Positiv was?“ in das Nachrichtenfeld. Turtle war online und antwortete sofort. Sie tippte und wenige Augenblicke später erschien in unserem Chatfenster: „Na, Corona-positiv.

Ich fiel aus allen Wolken und drückte auf den kleinen Telefonhörer neben ihrem Namen. Es tutete zwei Mal, dann hob sie ab. „Im Ernst?“ fragte ich und vergaß bei aller Aufregung die Begrüßung. Sie lachte. „Grüß dich! Ja, wirklich. Das ganze Büro ist positiv getestet worden.“ erklärte sie mir und hustete, wie zur Untermalung der Absurdität, zwei Mal. Dann räusperte sie sich. „Aha.“ antwortete ich mangels passenden Gesprächsfloskeln, die man soeben positiv getesteten Leuten mit auf den Weg geben könnte. Sie erzählte munter weiter, immer wieder unterbrochen von einem bellenden Husten. Seit vorgestern würde sie sich schlapp fühlen. Da der Schnelltest vor drei Tagen noch ein negatives Testergebnis angezeigt hatte, hat sie sich aufgrund ihrer Symptome dazu entschlossen noch einmal einen PCR Test auf eigene Kosten zu machen. Und dieser kam heute früh positiv zurück. Dann steckte sie sich einen Keks in den Mund, hustete wieder kurz und führte aus: „Es war gar nicht so leicht an einen solchen Test heranzukommen. Bei vier Praxen und dem Gesundheitsamt rief ich an. Doch keiner fühlte sich zuständig, da ich bereits Symptome entwickelt hatte. Bis ich bei der fünften Praxis komplett ausgeflippt bin. Ich fragte die nette Arzthelferin, die mich ebenfalls vertrösten wollte, was ich denn tun müsse, um so einen Kack-PCR-Test zu bekommen.“ Ich lachte, denn so wütend im Umgang mit anderen Mitmenschen kannte ich die sonst so schüchterne Turtle gar nicht. Als Turtle der immer noch freundlichen Arzthelferin all ihr Leid klagte und das mit all ihrer Frustration und Hilflosigkeit untermalte, bat sie Turtle schließlich, direkt in der Arztpraxis vorbeizukommen. Sie würden sie sofort testen. „Und der Rest ist Geschichte. Jetzt bin ich in Quarantäne. Da es die britische Variante ist, muss ich auch gleich 14 Tage daheim bleiben.“ Vor meinem inneren Auge sah ich bereits, wie auch der morgige Flug ohne uns abheben würde und ich das Flugticket nach Albanien stornierte. Ich konnte Turtle in diesem Zustand wohl kaum alleine in Frankfurt lassen. Wer würde für sie einkaufen? Wer würde im Notfall helfen können? Indessen holte mich Turtle blitzschnell aus dem Gedankenkarussell, bevor ich überhaupt eine Fahrkarte dafür lösen konnte. „Keine Sorge! Ich habe vor drei Tagen groß eingekauft. Vielleicht war es eine Vorahnung, denn irgendetwas sagte mir: Nimm mal lieber mehr mit! Meine Vorräte reichen noch für mindestens eine Woche. Außerdem habe ich nur Husten und fühle mich etwas gerädert. Ich bin aber fieberfrei. Ihr könnt ganz entspannt in einer halben Stunde abfliegen.“ beruhigte sie mich. „Äh… Turtle? Wir fliegen morgen. Es gab ein paar… Unstimmigkeiten.“ klärte ich sie auf. „Ach so.“ antwortete sie knapp und hustete wieder. Wie eine nervige Glucke hakte ich im Verlauf des weiteren Telefonats mehrmals nach, ob sie wirklich nichts, absolut gar nichts, von der Apotheke, dem Supermarkt oder der Drogerie brauchte. „Nein, nein! Es ist alles unter Kontrolle.“ gab sie den immer gleichen Satz zurück. Dann informierte ich meine beiden besten Freunde, dass Turtle positiv getestet wurde. Da beide in Frankfurt wohnen und momentan nicht fliegen, versprachen beide, sich jederzeit um Turtle zu kümmern, sollte sie etwas benötigen. Diese Info leitete ich an Turtle weiter, die mit einem „Daumen-hoch“-Zeichen darauf reagierte. Vermutlich war sie froh, dass ihre bemutternde Schwester am nächsten Tag nach Albanien fliegen würde.

Als ich dem Römer in Kurzform erzählte, was seiner Schwägerin zugestoßen war, klammerte er sich mit eiserner Hand an den Tragegriff des silbernen Koffers, den er gerade ins Schlafzimmer rollen wollte. „Keine Sorge. Wir fliegen morgen trotzdem, wenn die Maschine nicht komplett ausgebucht ist.“ Der Römer guckte mich etwas unsicher an. Ich winkte grinsend ab. Signorino stapfte an uns beiden, mit einem Kochlöffel bewaffnet, vorbei. Blitzschnell schnappte sich der Römer den kleinen Kerl, zog ihn an und die beiden füllten am Main ihren Vitamin D Haushalt auf. Währenddessen packte ich alle Dinge für Signorino und mich ein. Es dauerte zwei Stunden, die ich in der ungewohnt ruhigen Wohnung sehr genoss. Nachdem die beiden Herren ihren Spaziergang beendet hatten und heimkehrten, übernahm ich Signorino, während der Römer akribisch seine Outfits aus unserem Kleiderschrank auswählte, jedes Teil einzeln aufeinander abstimmte, alles feinsäuberlich bügelte, kleinlich und mit höchster Vorsicht faltete und schließlich alles zusammen im Koffer verstaute, was tatsächlich zwei Stunden dauerte. Er hatte mit seiner gestrigen Zeitangabe definitiv nicht übertrieben.

Mittlerweile war es 15:00 Uhr. Neben unserer Haustür standen ein fertig gepackter Koffer, ein faltbarer Reisekindersitz, ein Buggy, eine überdimensionierte Wickeltische und ein römischer Rucksack. Ich war zufrieden.

Unserem morgigen Flug stand scheinbar nichts mehr im Wege. So weit wie auf diesem Bild kommen wir vermutlich nicht. Das Foto wurde von einer B747 irgendwo über Nordamerika aufgenommen.

Der restliche Tag verlief ereignislos und bestand aus einem weiteren, langen, Vitamin D geladenen Spaziergang für den Römer, Signorino und mich. Danach statteten wir dem hiesigen Supermarkt noch einen Besuch ab, denn es gibt nichts schlimmeres als an einem Feiertag zurückzureisen und einen leeren Kühlschrank vorfinden zu müssen. Um 19:00 Uhr holte der Römer Pizza für die ganze Familie. Kurzum: Ich war glücklich.

Um 20:30 Uhr rief die römische Schwester F. an. Gleich sollte Signorino ins Bett gehen. Natürlich bestand der Römer darauf, dass er in die Videokamera winken sollte. Interessiert grinsend, dennoch alles andere als winkend, guckte er seine Tante an. Unter lauten „zemra ime“ [mein Herz] Rufen, begrüßte diese Signorino, der den Bildschirm antippte und dadurch beinahe auflegte. Während Schwester F. ihren Neffen Signorino anschmachtete, fragte sie ganz belanglos im Nebensatz, wer uns denn vom Flughafen abholen würde. „Ibrahim.“ antwortete der Römer und nannte den Namen seines großen Bruders. Sie stöhnte, als hätte ihr der Römer soeben mit voller Wucht ein glühend heißes Messer in den Rücken gerammt. „Ibrahim?! O Zot i madh. [Oh großer Gott.]“ brachte sie nach einer kurzen Pause sichtlich getroffen hervor und wiegte ihren Kopf hin und her. Nach einer weiteren, theatralischen Pause, in der sie lange ausatmete, holte sie, sehr zu unserer Beruhigung, abermals tief Luft. Dann fragte sie unter Anwendung geschicktester Rhetorik : „Mit seinem alten Benz will er euch also abholen?“ Leidend blickte sie in die Kamera, dennoch konnte man mit geschultem Blick ein angriffslustiges Blitzen in ihren Augen erkennen. Nein, sie würde dafür Sorgen, dass ihr großer Bruder Ibrahim diese Schlacht verlieren würde. Schließlich ging es um nicht weniger als die Ehre als Erste der Familie ihren lang ersehnten, germanoitalbanischen Neffen, live zu sehen und im gelobten Land begrüßen zu dürfen. Sie schätzte und liebte ihren Bruder Ibrahim sehr, aber diesen Triumph wollte sie ihm nicht gönnen. Man sah, dass sie sich auf diesen Kampf vorbereitet hatte wie ich mich auf das Packen unserer Koffer. Nur war sie nicht mit Friedrich dem Großen zu vergleichen. Viel mehr war sie eine moderne, weibliche Version von „Alexander i madh [Alexander dem Großen]“. Das sah man spätestens als sie ein Argument nach dem anderen akzentuiert abfeuerte und zufrieden lächelnd wartete, bis es seinen Effekt zeigte. „Sei mir nicht böse.“ ,fing sie an, „Das klapprige Vehikel deines Bruders wird meinem wunderschönen Neffen -Mashallah- nicht gerecht.“ Der Römer nickte und machte den Fehler minimal zu insistieren. „Ich habe Ibrahim schon zugesagt, dass er uns abholen darf.

Autsch! Selbst ich zuckte bei dieser gut gemeinten, römischen Antwort zusammen, ahnte ich doch, welch schweres Geschütz Schwester F. gleich auffahren würde. „Nein, das kann ich nicht akzeptieren. Es geht hier schließlich um die Sicherheit meines Neffen.“ begründete sie ihr Veto und ich war erstaunt, dass gerade sie die Sicherheitsfrage auf den Tisch brachte. Vor meinem geistigen Auge sah ich uns, wie wir vor Jahren zu viert auf der Rückbank des alternden Mercedes ihres Mannes saßen. Selbstverständlich waren alle, im Fond des Autos sitzenden Insassen (ihre beiden erwachsenen Kinder, der Römer und ich) unangeschnallt. Nicht, weil wir wollten. Denn ich, die Deutsche, hätte mich schon gerne angeschnallt. Vielmehr, weil sich partout keine Sicherheitsgurte in der hinteren Fahrtgastzelle befanden. Aber weder das Alter des Autos, noch die nicht vorhandenen Sicherheitsgurte für die hinteren Fahrgäste, hielten Schwager B., den Mann von Schwester F., davon ab mit überhöhter Geschwindigkeit durchs albanische Hinterland zu rasen. Auch zum Teil schotterige und ungeteerte Straßen, sowie Schlaglöcher so groß wie der Bodensee, stellten hier keine Ausnahme dar. Ungeachtet dessen, musste ich zugeben, dass ihr Sicherheitsargument in dieser Diskussion überaus raffiniert und gleichzeitig wertschätzend gegenüber mir, der deutschen Schwägerin, gewählt war. Sie hatte meinen Schwachpunkt absolut richtig eingeschätzt. „Ihr habt wahrscheinlich einen Autositz dabei…“ säuselte sie und blickte mich durch die Handykamera an. Ich lächelte. „Wenn dem nicht so ist, dann wäre es eine Selbstverständlichkeit für uns, einen Autositz für meinen zauberhaften Neffen zu kaufen.“ Der Römer wollte etwas einwenden, allerdings hatte er keine Chance gegen seine große Schwester F.. Wortreich erklärte sie nun, dass der Dreipunktgurt der koreanischen Automarke, die sie mittlerweile ihr Eigen nannte, deutlich hochwertiger wäre, als der Sicherheitsgurt von 1998, der in Ibrahims Auto vermutlich nur als dekoratives Element diente. Der Römer versank mit seinen wenig überzeugend vorgetragenen Argumenten immer tiefer im Treibsand der ausgeklügelten Argumente der großen Schwester F.. Ich guckte belustigt dabei zu. Diese Aufführung übertraf alle bisherigen, albanischen Theaterstücke, denen ich bis jetzt beiwohnte. Hilfesuchend blickte mich mein römischer Ehemann an. Schwester F. redete immer weiter und zog schließlich den 50:50 Joker. „Gjermanja“ [Die Deutsche], also ich, sollte zu Rate gezogen werden. Ich grinste, denn dies war eine Falle, die ich mittlerweile nur zu gut kannte. War ich früher noch so naiv und gab meine ehrliche, meist sehr direkte Meinung wieder, bediente ich mich heute der einzig sinnvollen Überlebenstaktik in diesem unerbittlichen Wettstreit. Ich zuckte mit den Schultern und schob ein „Nuk e di“ [Ich weiß es nicht] hinterher. Dann lächelte ich entschuldigend. Schwester F. betrachtete mich amüsiert. Vermutlich galt ihr belustigter Blick nicht meinem witzigen Akzent, sondern viel mehr meiner Gewieftheit. Ich hatte den einzig legitimen Notausstieg in dieser Situation benutzt und war damit fein raus.

Noch einmal setzte Schwester F. an, dass ihr Ylli [Stern] nur das Beste verdient habe. Schlimm genug, dass er ein ganzes Jahr ohne die einzig richtige Staatsbürgerschaft leben musste. Das arme Kind, geboren im Exil Ausland. Immerhin Sohn einer Deutschen. Ein hoch geschätztes Volk, obgleich es nicht die selben Werte wie Albanien hätte. Dann fragte sie, wann wir Signorino beim albanischen Standesamt anmelden würden. Schließlich wäre es allerhöchste Zeit, dass er ein waschechter Albaner werden würde. Der Römer seufzte. Man merkte, dass er von dieser nicht enden wollenden Diskussion geschafft war. „Am Freitag, inshallah.“ antwortete er und fügte hinzu: „Sofern sie die beglaubigte Geburtsurkunde anerkennen. Schließlich ist sie schon ein Jahr alt.“ Nun verflüchtigte sich die mediterrane Hautfarbe aus Schwester F.’s adrettem Gesicht. Kalkweiß wollte sie wissen, ob denn eine Möglichkeit bestünde, dass ihr geliebter Neffe kein Albaner werden würde. „Theoretisch.“ antwortete der Römer knapp. Jetzt ließ sie sich dramatisch auf die geschmackvolle Couch im Hintergrund fallen und legte ihre linke Hand kraftlos an ihre Stirn. „O Zot, na ndihmo! [Oh Gott, hilf uns/steh uns bei!]“

Wer nun allerdings eine handfeste Krise erwartete, hatte die Rechnung ohne die blitzgescheite Schwester F. gemacht. Pfeilschnell witterte sie ihren Moment. „Wenn schon die Staatsbürgerschaft meines geliebten Neffen auf dem Spiel steht, dann doch wenigstens nicht der Transport vom Flughafen in die Stadt!“ jammerte sie. Mehr denn je habe er durch diese unglücklichen Umstände einen Fahrservice seiner Tante F. im koreanischen SUV verdient. Schließlich wäre nur das Beste gut genug für ihr zemra [Herz = Signorino]. Der Römer unterbrach ihre nie enden wollenden Ausführungen höflich und vertagte die Entscheidung auf morgen. Das wollte F. aber partout nicht gelten lassen. Sogleich würde sie ihren Bruder Ibrahim anrufen. Auch er müsse einsehen, dass er in diesem Rennen den Kürzeren gezogen hatte. Siegessicher und zufrieden legte sie auf.

Ich murmelte belustigt meinen neu gelernten Satz „O Zot, na ndihmo!“ [Oh Gott, steh uns bei!]

Wie oft ich diesen Satz in den folgenden Tagen tatsächlich rezitieren würde, war mir zum damaligen Zeitpunkt allerdings nicht bewusst…

[Fortsetzung folgt]

Egal! Nicht so schlimm.

Was soll man machen?

Wir sind auf dem eingezäunten Spielplatz mit Signorino. Ein paar Jungs (ca. 8/9 Jahre alt) spielen auf der gepflasterten Fläche daneben Fußball. Immer wieder fliegt der Ball über den Spielplatzzaun und landet in unserer Nähe. Der Römer kickt ihn laufend über den Zaun zurück. Die Jungs bedanken sich höflich unter „Ich küsse deine Hände/Füße/Augen.“-Rufen.

Da es immer kälter wird, beschließen wir, langsam nach Hause zu gehen. Wir packen Signorino in den Buggy und ein letztes Mal fliegt der Ball der Jungs über das dunkelgrüne Metallgatter. Der Römer will ihn wieder über die Begrenzung kicken, versagt diesmal aber kläglich und braucht drei weitere Versuche bis es ihm endlich gelingt.

Ein 8-jähriger ruft aufmunternd zurück: „Egal! Nicht so schlimm. Ich hab‘ am Anfang auch ein bisschen gebraucht, bis ich gecheckt hab‘ wie man das macht.

Der Satz bringt mich so zum Lachen, dass mir Tränen in die Augen schießen. Der Römer, der in Sachen Sport von sich behauptet, dass ihm jede Sportart leicht fällt, ist tief getroffen. Er versteckt seine Gefühle tapfer hinter seinem schiefen Lächeln.

Als mir sein unermüdlicher Kampfgeist und seine Disziplin in den Sinn kommen, muss ich unweigerlich an die HulaHoop Aktion denken und sehe ihn bereits vor meinem geistigen Auge, wie er sich heimlich im Dunkeln mit einem Fußball unter seinem Arm aus dem Haus schleicht, um auf dem Bolzplatz zu üben. Tröstend lege ich ihm meine Hand auf die Schulter und sage: „Ist doch klar, dass es nicht geklappt hat. Du befindest dich am Anfang des Ramadans und das Fastenbrechen ist erst in zwei Stunden.“ Zustimmend nickt er. Dann spricht er leidend: „Ja… in zwei Stunden! Ich fühle mich am Ende eines Fastentages komplett kraftlos. Selbst das Schuhe binden fiel mir vorhin schwer. Wie soll ich da erst einen Fußball über den Zaun kicken?“ Mitfühlend drücke ich seine Hand und bin mir gleichzeitig sicher: Bis zum Ende des Ramadans am 12. Mai wird er sich garantiert nicht im Schutz der Nacht aus dem Haus stehlen, um sein Fußballtalent auszubauen.

Für den Zeitraum danach lege ich meine Hand allerdings nicht ins Feuer. 😉

P.S.: Wie Sie sicherlich festgestellt haben, hinke ich mit den Albanienchroniken hinterher. Das liegt primär daran, dass der Römer Resturlaub hat und erst morgen wieder in ein taufrisches und vielversprechendes Arbeitsverhältnis (aber nicht bei Gelli!) schlüpft. Für mich bedeutet das, endlich wieder Zeit zum Schreiben zu finden, denn Signorinos Mittagsschläfchen wird wieder eine Oase der Ruhe sein. 😉

Einen gesegneten Ramadan!

Allen Musliminnen und Muslimen wünsche ich einen gesegneten Ramadan (alb. Ramazan) 2021, viel Kraft und Geduld beim Fasten.

Allen nicht muslimischen Familienmitgliedern lege ich den Satz eines Schokoriegelherstellers nahe: „Du bist nicht du, wenn du hungrig (und durstig) bist.“ Also legen Sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage, machen Sie es dem Fastenden so angenehm wie möglich und halten Sie durch. Auch dieser heilige Monat hat ein Ende. 😉

Die Albanienchroniken – Teil 1: Packen Sie langsam, ich habe es furchtbar eilig!*

Die Albanienchroniken – Teil 1: Packen Sie langsam, ich habe es furchtbar eilig!*

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ behauptete einst der Dichter Matthias Claudius. Ob er dabei speziell mich meinte, halte ich zwar für ganz ausgeschlossen, denn der gute Mann starb bereits im Jahre 1815, aber genug zu erzählen habe ich trotzdem. Erst wollte ich einen mittellangen Beitrag über unsere Reise nach Albanien inmitten einer Pandemie schreiben. Was sollte auch Spannendes passieren? Wir würden schließlich nur die römische Familie dort besuchen, Signorino vorstellen und wieder heimdüsen. Doch als ich nach dem mehrtägigen Ausflug durch meine Reiseaufzeichnungen blätterte, merkte ich schnell, dass ein einziger Beitrag dieser Reise definitiv nicht gerecht werden würde.

So handelt der heutige Artikel von den Vorbereitungen dieser abenteuerlichen Reise, die definitiv nicht unter die Kategorie „Urlaub“ fällt. Wer selbst eine nicht gerade unanstrengende Familie hat, der weiß nur zu gut, wie viel Erholung ein solcher Besuch bereithält. Doch ich war optimal dafür gerüstet, dachte ich. Wer die Rechnung jedoch ohne den Wirt macht, der zahlt nicht selten einen hohen Preis für seine eigene Torheit. Und wer nicht nur einen einzigen Wirt hat, sondern gleich eine ganze, albanische Wirtsfamilie, der sollte zusätzlich noch seine Nervengarderode aufstocken und einpacken. Denn das leichte Nervenkostüm wird für diesen Ausflug garantiert nicht reichen.

Wir befinden uns am Vortag der geplanten Abreise nach Tirana, der Hauptstadt Albaniens. Seit Tagen schrieb ich detailreiche Packlisten, malte mir diverse (Horror-)Szenarien und ihre notwendigen Lösungen aus und plünderte nicht nur das Versandhaus meines Vertrauens, sondern auch unser gemeinsames Konto. Ich setzte mir in den Kopf für jede, noch so unwahrscheinliche Imponderabilie bereits im Voraus gewappnet zu sein. Stundenlang suchte ich im Internet nach garantiert funktionierenden Unterhaltungsmöglichkeiten für das gelangweilte Kleinkind. Denn ganz sicher würde der erhöhte Bewegungsdrang Signorinos genau während der Start- und Landephase des Flugzeuges zum Vorschein kommen. Ich recherchierte nach geeigneten, farblosen und kleckerfreien Snacks und diversen, anderen Reiseschnickschnack, der uns das Reisen vereinfachen sollte. Strategisch war ich aufgestellt wie Friedrich der Große. Psychisch eher nicht.

Der Römer, wie sollte es anders sein, war die Ruhe selbst. Seine einzige Reisevorbereitung bestand darin, einen kurzfristigen Friseurbesuch bei seinem Stammfriseur Jimmy zu organisieren. Durch seinen unbändigen, römischen Charme, der überzeugenden Dramaturgie seines haarigen Problems und seiner penetranten Hartnäckigkeit, erkannte Jimmy schlussendlich die absolute Notwendigkeit dieses Haarschnittes. Er knickte ein und versprach, ihn am Vormittag einzuschieben. Als ich ihn um 9 Uhr morgens darauf hinwies, dass ich jetzt gerne anfangen würde zu packen, guckte mich der Römer entgeistert an:

„Adesso? Ma adesso devo andare dal parrucchiere! [Jetzt? Aber jetzt muss ich zum Friseur!]

Dann setzte er seinen Satz fort, indem er mir sein Leid und die damit verbundene Schmach schilderte: „Die Seiten müssen wieder einmal angeglichen werden. So kann ich unmöglich in ein Flugzeug steigen, geschweige denn, meiner Familie unter die Augen treten. Ich sehe schon ganz verlottert aus. Wie ein Barbar!“ Selbst bei näherer Betrachtung schien er immer noch der gleiche, gepflegte Mann zu sein, den ich vor Jahren heiratete. Und genau diese Beobachtung teilte ich mit ihm. „No, no, non lo vedi tu! [Nein, nein, das siehst du nicht!]“ argumentierte er etwas eingeschnappt. „Das ist die Gewohnheit der Ehepaare. Kleine Veränderungen fallen dir gar nicht mehr auf, weil ich zu einer Selbstverständlichkeit in deinem Leben geworden bin. Für dich habe ich den selben Stellenwert wie etwa das Sofa… oder der Kleiderschrank.“ Ich nickte schweigend. Nicht etwa, weil ich seinen Ausführungen zustimmte. Vielmehr, weil ich meine prallgefüllte To-Do-Liste vor meinem inneren Augen sah. Jeder weitere Einwand kostete uns unnötig Zeit. Jedes zustimmende Nicken hingegen ersparte uns unfassbar viele, unnötige Minuten einer sinnfreien Diskussion. Zufrieden lächelnd verabschiedete sich der Römer um 10 Uhr und machte sich auf den Weg zu Jimmy.

Um 11:20 Uhr kehrte er vom Coiffeur zurück. Die Seiten seines welligen Haares waren etwas kürzer, sonst sah er komplett unverändert aus. In der Hand hielt er eine große Tüte mit Croissants. „Für ein zweites Frühstück.“ teilte er mir zwinkernd mit. Wir hatten absolut keine Zeit dafür, denn allein dieser Friseurbesuch kostete uns mehr als eine Stunde, die in meinem durchgetakteten Zeitbudget nicht vorgesehen war. Die einzige Lösung schien mir, meine Grundsatzfrage anzuwenden: „Ist es schneller einzuwilligen und mitzumachen oder ist eine ellenlange Diskussion doch der effizientere Weg?“ Sie ahnen es: Ich entschied mich fürs Mitmachen. Blitzschnell flitzte ich in die Küche, machte zwei caffè und knallte sie in der Eile so heftig auf den Esstisch, dass sich zwei winzige, braune Espressopfützen auf dem weißen Möbelstück abzeichneten. Ich wischte sie hastig weg, setzte mich schwungvoll an den Tisch und stopfte mir ein Croissant in den Mund. Währenddessen bespaßte ich Signorino, der vehement meine Aufmerksamkeit einforderte. Zeitgleich stand der Römer vor unserem Kühlschrank und sinnierte über die geeignetste Marmelade für sein Croissant. „Oggi prendo la marmellata di… arance! [Heute nehme ich…. Orangenmarmelade!]“ einigte er sich schließlich mit sich selbst und schob ein „Mmhhh…che scelta deliziosa! [Mmhhh…was für eine köstliche Wahl!]“ hinterher. Als er wenige Augenblicke später an den Esstisch trat, befand ich mich bereits in den letzten Zügen des Croissants. Mit vollgestopften Backen nickte ich ihm zu. „Perché non mangi con calma? [Warum isst du nicht in Ruhe?] “ fragte er etwas pikiert und betrachtete abschätzig meine bis oben hin gefüllten Hamsterbacken, in denen es sich ein Croissant gemütlich machte. Mit vollem Mund antwortete ich, dass wir keine Zeit hätten. Doch er verstand nicht. Stattdessen zelebrierte er sein zweites Frühstück mit größtmöglicher Muße, strich sich mit ruhigem Messerschwung immer wieder Marmelade auf das buttrige Croissant und schloss bei jedem Bissen genussvoll die Augen. Ich holte indessen den Lappen und fing an um ihn herum zu wischen. Er ignorierte mich gekonnt, was wahrlich nicht einfach war.

Nach weiteren 20 Minuten beschloss ich, dass auch das schönste Frühstück einmal zu Ende sein müsse. „Schatz, hör mal: Wir müssen jetzt echt packen. Sonst schaffen wir das alles nicht. Die Zeiten, in denen wir nur mit Handgepäck verreisen konnten, sind seit Signorinos Geburt vorbei.“ Er nickte zustimmend, stand auf und räumte seinen Teller in die Spülmaschine. Ich begann inzwischen routiniert die Gültigkeit unserer Pässe zu kontrollieren. Diese Tätigkeit ist vermutlich meinem Beruf geschuldet. Schließlich bin ich seit Jahren darauf konditioniert, dass die Laufzeit meines Reisedokuments nicht weniger als sechs Monate betragen darf. Signorino hing mir währenddessen am Bein wie eine Fußfessel und summte Teile des Lummerlandliedes.

2027. Passt!“ Ich legte mein Ausweisdokument zur Seite. Der Römer betrat nun das Schlafzimmer, in dem Signorino und ich standen. Lachend schnappte er sich den kichernden Signorino und wirbelte ihn nach oben. „2025. Super!“ sprach ich und stapelte Signorinos Pass auf meinem. „2021?! Moment mal!!“ stotterte ich mit Blick auf das römische Ausweisdokument. „Monat? August!“ Im Kopf zählte ich bereits nach, wie viele Monate noch bis zum Ablauf des Passes fehlen würden. „Vier!!! Quattro!“ rief ich panisch aus, während all meine Alarmglocken laut schrillten. Ich hatte wirklich mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass der römische Pass nur noch wenige Monate gültig sein würde. „Amore! Rilassati! [Liebling! Entspann dich!]“ versuchte mich der Römer emotional einzufangen. Mittlerweile stand er mit Signorino im Arm direkt hinter mir und guckte sich sein Reisedokument über meine Schulter an. „Das sind doch noch ganze vier Monate. Bis dahin kann ich verreisen, wann und wohin ich will.“ klärte er mich auf. „Eben nicht!“ trat ich ihm entschieden entgegen. Ich machte ihm verständlich, dass viele Länder die Einreise verweigerten, wenn der Pass nicht noch mindestens sechs Monate gültig sei. Der Römer guckte mich an wie ein Rehbock, der fasziniert und panisch zugleich in die Scheinwerfer eines heranrasenden Autos blickte. Sofort machte ich mich daran, im Internet nach Ein- und Ausreisebestimmungen von Deutschland und Albanien zu suchen, während sich ein rastloser Redeschwall voller möglicher Horrorszenarien über den kurzzeitig völlig überforderten Römer ergoss. Auf der Richterskala meines aktuellen Stresslevels befand ich mich bereits auf einer 4 bis 5. Nach meinem Redeschwall schaltete der Römer wieder auf Autopilot und versuchte mich mit seinem Mantra „Amore, andrà tutto bene. [Schatz, es wird alles gut.]“ zu beruhigen.

Und tatsächlich! Die erlösenden Antworten standen auf den Internetauftritten der deutschen und albanischen Behörden. „…und so muss ein Ausweisdokument noch mindestens drei Monate gültig sein…“ las ich laut vor und atmete erleichtert aus. „Tel’ho detto: Andrà tutto bene. [Ich sagte doch: Alles wird gut.}“ beschwichtigte mich der Römer. Mit meinem Ärmel wischte ich mir den Schweiß von der Stirn. Puh! Ein abgelaufener Pass hätte mir gerade noch gefehlt.

Nachdem wir die Passgültigkeit geklärt hatten, wollte ich erneut den Römer zum Packen antreiben, da hing er auch schon am Telefon: „Erisa?! Pronti!!! Sono io. [Erisa?! Hallo!!! Ich bin’s.]“ hörte ich den Römer ins Telefon brüllen. Dann legte er sich mit dem Handy am linken Ohr und dem Pass in der rechten Hand auf die Couch. Ausschweifend erklärter er seiner albanisch-italienischen Freundin Erisa, die ebenfalls in Frankfurt wohnt, dass sie unbedingt auf ihre Passgültigkeit achten solle. Noch am Telefon suchte diese nach ihrem Ausweisdokument, überprüfte es in Echtzeit und gab dem Römer eine genaue Rückmeldung zur Gültigkeit. Als beide festgestellt hatten, dass Erisas Pass bereits im Juni dieses Jahres ablaufen würde, suchten sie sich gemeinsam durch das albanische Onlinesystem, in dem man Termine bei Konsulaten buchen konnte. Unter lauten Ausführungen, die teils in Albanisch, teils in Italienisch stattfanden, reservierten sie in minuziöser Kleinstarbeit nicht nur einen Konsulatstermin in München für sie, sondern auch gleich noch eine Hin- und Rückfahrkarte in selbige Stadt. Ich hingegen dachte, ich bin im falschen Film. Es war bereits 13:00 Uhr und der Römer telefonierte in aller Ruhe, als würden wir morgen einen Ausflug in den Taunus machen und keine Flugreise mit Kleinkind in einen Drittstaat. Nach weiteren 15 Minuten, in denen ich mindestens sieben Minuten lang vor ihm stand und wild mit den Armen fuchtelte, legte er auf. „Era importante. [Das war wichtig.]“ versuchte er mir verständlich zu machen. „Auch Erisas Pass läuft bald ab.“ Ich nickte, seufzte und erwähnte abermals, dass wir jetzt bitte packen müssen.

Adesso? Ma adesso abbiamo fame, amore mio. [Jetzt? Aber jetzt haben wir doch Hunger, mein Schatz.]“ entgegnete er mir sehr überzeugend.

Mein Magen knurrte zustimmend. Na gut, ein schneller Teller Pasta würde sicher nicht schaden. Der Römer kochte eine Pasta mit getrockneten Tomaten und Garnelen, die ganze Familie aß brav auf und Signorino fing sogleich nach dem Mittagessen an zu quengeln, da er müde war. Vorbildlich brachte ihn der Römer ins Bett. Während das Kind schlief, packte ich das Handgepäck mit den bereits vorbereiteten Gegenständen. Ich sortierte in die überdimensionierte Wickeltasche einen wilden Mix aus Wechselklamotten, Feuchttüchern, Windeln, Spielzeug, Wasser, Babyflaschen, Quetschies, Fruchtriegeln und Keksen ein. Als Fachkraft des Fluges verstaute ich bereits alle Flüssigkeiten so, dass ich sie an der Sicherheitskontrolle schnell zur Hand haben würde. Die restlichen Sachen verstaute ich nach ihrer jeweiligen Nützlichkeit. Unnötige Sachen nach unten, wichtige Sachen nach oben. Schließlich ist mein zweiter Vorname „Effizienz“, was in unserer Familie nicht alle von sich behaupten können. Als Signorino aufwachte und zufrieden seine Nachmittagsbrotzeit verspeiste, erwähnte ich zum wiederholten Male, dass ich jetzt gerne packen würde, was wiederum bedeutete, dass der Römer Signorino davon abhalten müsse, heulend und schreiend vor der geschlossenen Schlafzimmertür zu stehen und gegen die Tür zu hämmern. Bestenfalls hielt er ihn so in Schach, dass ich weder die Schlafzimmertür schließen müsse, noch Signorino auf die Idee käme, alle gepackten Gegenstände wieder aus dem Koffer zu zerren und in der Wohnung zu verteilen.

Adesso? [Jetzt?]“ fragte der Römer diesmal sehr überrascht. Aber die Sonne würde doch so einladend scheinen.

Ein Unding, wenn nicht sogar eine Verschwendung wäre das, genau jetzt zu packen! Wir würden ganz sicher später packen, das verspreche er mir. Doch jetzt würde er auf einen Spaziergang in der warmen Frühlingssonne bestehen müssen. Sein Vitamin D Status sei ohnehin nach all diesen trüben Monaten in einem besorgniserregenden Zustand. Zähneknirschend willigte ich ein, bestand jedoch darauf, ebenfalls meine Einkaufsliste des hiesigen Drogeriemarktes zu erledigen. „Ma certo, amore mio! Non c’è problema. [Aber sicher doch, mein Schatz! Kein Problem.]“ versicherte er mir. Wir packten Signorino in den Buggy und gingen los. Doch statt beim Drogeriemarkt die reisenotwendigen Besorgungen zu erledigen, lief der Römer schnurstracks daran vorbei. Ich rief ihn wild gestikulierend zurück. „Ma non adesso, mia principessa. [Aber doch nicht jetzt, meine Prinzessin.] Wir können doch nicht den ganzen Spaziergang lang schwere Tüten schleppen. Nach dem Spaziergang aber gerne.“ klärte er mich über seinen Plan auf. Ich schob meine Sonnenbrille, die in meinem Haar steckte, demonstrativ über die Augen. Wenn ich schon in spätestens fünf Jahren ausgeprägte Zornesfalten haben würde, dann wollte ich wenigstens auf Blinzelfalten – solange es geht -verzichten .

Wir machten einen langen Spaziergang. Der Römer konnte seinen Vitamin D Bedarf auffüllen, Signorino und ich vermutlich auch und mein Zorn verpuffte aufgrund der frischen Luft und des strahlend blauen Himmels. Auf dem Rückweg kauften wir alle fehlenden Reiseutensilien im Drogeriemarkt ein und statteten der örtlichen Apotheke einen Besuch ab, damit ich meine Reiseapotheke auffüllen konnte. Der Römer war sich zwar sicher, dass das nicht nötig sei, aber ich legte dennoch großen Wert darauf, im Notfall nicht mühsam eine Apotheke in Albanien suchen zu müssen. Als wir nach zwei Stunden Auslauf endlich daheim waren, forderte ich den Römer abermals dazu auf, auf Signorino aufzupassen während ich packen würde. Da ich die vorherigen Male gekonnt ignoriert wurde, sprach ich ihn nun deutlich direkter an. Es war bereits 18:45 Uhr. Das Kind musste noch gebadet werden und würde in circa zwei Stunden ins Bett gehen und dann, Sie wissen es von den vorherigen Erzählungen, sind jegliche Geräusche zu vermeiden. Das hieß wiederum: In jedem Fall müssen wir packen, bevor das Kind schläft.

Okay, va bene. Però…. [Okay, in Ordnung. Aber…]“, fing er an und strich sich über seinen Bauch.

„…ein kleiner spuntino [Snack] würde uns sicher helfen, konzentrierter und besser zu packen.“ Ich hatte keine Lust mehr auf seine Ausreden und antwortete ihm äußerst genervt: „Aber nur Brot!! Mehr nicht!“ Der Römer schwebte zufrieden in die Küche. Was genau er an „Nur Brot!!“ nicht verstanden hatte, weiß ich bis heute nicht. Was ich aber weiß, ist, dass er sogleich ein selbstgemachtes Oliven-Paté zubereitete, diverse Käsesorten kleinschnitt und anrichtete, die scharfe Tomatenmarmelade in kleine Schälchen füllte, Brot aufschnitt und kurz im Ofen erwärmte und Teller mit Balsamicocreme verzierte. Als er seine Interpretation von „Nur Brot!!“ servierte, konnte ich ihm nicht einmal böse sein, da er sich so viel Mühe bei der Darbietung gegeben hatte. Mittlerweile war es 19:45 Uhr. Nervös guckte ich auf die Uhr. Ich konnte förmlich spüren wie uns die Zeit durch die Finger glitt. Ungeduldig, aber gleichzeitig höflich lächelnd, stopfte ich alles in mich hinein. Insgeheim hatte ich die stille Hoffnung, dass der Römer sich ein Beispiel an mir nehmen würde, aber wie immer zelebrierte er sein Abendmahl, als wäre es sein letztes. Nach weiteren zehn Anstandsminuten bat ich ihn, mich erheben zu dürfen. Natürlich wüsste ich, dass er noch isst und natürlich sei das eine grobe Unhöflichkeit meinerseits, jedoch hätte ich dringende Angelegenheiten zu erledigen, erklärte ich ihm ernst. Er nickte leise kauend. Sogleich hastete ich ins Schlafzimmer. Doch wann immer ich auch nur den Versuch machte, den Koffer zu öffnen, kam der neugierige Signorino angerannt und wollte gucken, was ich da machte. Jegliche Packversuche vereitelte er. Ohne tatkräftige Unterstützung seitens des Römers würde ich definitiv nicht packen können. Ich ging zurück ins Wohnzimmer, natürlich mit dem aufgeweckten Kleinkind im Arm. „Okay, jetzt ist es 20:15 Uhr. Ich MUSS jetzt packen. Wirklich! Außerdem muss der Zwerg noch gebadet werden. Vielleicht fangen wir so an, dass du zuerst deine Sachen packst und ich packe hinterher ganz schnell die Sachen von Signorino und mir? Du brauchst sicher nicht länger als 15 Minuten für deine Reiseutensilien, oder?!“ schlug ich sichtlich gestresst vor. Mittlerweile tummelte sich mein Gemütszustand auf der Farniente’schen Richterskala auf einer wackligen 6,5 mit Tendenz nach oben.

15 minuti? [15 Minuten?]“ erschrak der Römer merklich. Nein, das würde nie reichen. Er brauche mindestens eine Stunde um seine Sachen römerkonform zu packen.

Nun schnellte mein Puls hoch. Auf meiner Stressskala war ich blitzschnell auf einer soliden 8,5 bis 9 angekommen. Den ganzen Tag verzögerte er den von mir geplanten Ablauf und jetzt würde er eine Stunde brauchen um vier Unterhosen und zwei Pullis einzupacken? Ich sah rot! Nach röter sah ich, als mein Blick auf das einzige, fertig gepackte Handgepäcksstück fiel. Provozierend lag die dunkelblaue Wickeltasche, aus der drei gültige (!) Pässe ragten, auf der Couch. Ich steigerte mich so hinein, dass ich ganz am Ende der Stress-Richterskala ankam. Lautstark explodierte ich und beendete meinen Tobsuchtsanfall mit dem Satz: „….gerne kannst du nur mit einer Wickeltasche bepackt fahren, aber ICH bleibe unter diesen Umständen zu Hause. Den ganzen Tag hältst du mich hin, nur um mir dann zu sagen, dass du eine Stunde brauchst um deine vier Sachen einzupacken.“ Ich ließ mich geschafft auf die Couch fallen und beschäftigte mich demonstrativ mit meinem Handy. Der Römer hingegen war nicht sauer, er war vollkommen verwirrt. Warum ist seine Ehefrau denn jetzt so ausgerastet? Er hilft doch wo er kann.

Wortlos ging er mit dem bereits auffallend häufig gähnenden Kleinkind ins Badezimmer und ließ Wasser in die Badewanne ein. Schnell badete er ihn, steckte ihn in den Schlafanzug und Signorino lehnt seinen schwer gewordenen Kopf müde an die Schulter seines Papas. Seine Augen konnte der arme Kerl kaum noch offen halten. Ich begab mich währenddessen wieder ins Schlafzimmer und saß vor einem geöffneten Koffer mit ziemlich vielen Checklisten, die um mich herum verteilt auf dem Fußboden lagen. Gestresst, genervt und nichts findend, murmelte ich: „Soll er doch alleine fahren! Ich werde mich doch jetzt nicht im letzten Moment stressen. Schließlich habe ich bereits alles vor Tagen haarklein geplant. Und wer meint, meinen Plan so vereiteln zu müssen, der soll ruhig auf die Schnauze fallen.“ Der Römer betrat mit unserem Ableger das Schlafzimmer. Leise gab er mir zu verstehen, dass ich aus dem Zimmer gehen solle. Am besten mit dem Koffer. Ich klappte das Gepäckstück leise zu und rollte es hinaus. Im Koffer befanden sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt fünf Kleidungsstücke Signorinos, ein Nachtlicht, ein paar Hausschuhe und zwei Packungen Feuchttücher. Alles andere fehlte. Toilettenartikel konnten nun ebenfalls nicht mehr gepackt werden, weil das Bad neben dem Schlafzimmer liegt. Normale Waschgeräusche wecken das Kind nicht auf. Wilde Suchaktionen in unzähligen, formschönen, aber unpraktischen Boxen, können den leichten Schlaf des Kinder aber durchaus unterbrechen. Und das galt es um jeden Preis zu vermeiden.

Trotzig ließ ich mich auf die Couch plumpsen. Nein, morgen würde ich garantiert nicht reisen. Als der Römer ins Wohnzimmer kam, stritten wir uns flüsternd und leise zischend. Sämtliches Türenknallen und wütend-aus-der-Wohnung-laufen fiel Signorinos Schlaf zum Opfer. Am Ende schien der Römer eine Lösung für unser Debakel gefunden zu haben. „Na, dann stehen wir eben morgen um 5:30 Uhr auf und packen. Wenn das Kind zu dieser Zeit aufwacht, dann ist das eben so.“ Ich schüttelte meinen Kopf. Nicht nur, weil die Aufstehzeit „5:30 Uhr“ für mich nur im aller größten Notfall existierte, sondern auch, weil ich meinem mühevoll ausgearbeiteten Schlachtplan hinterhertrauerte, der heute konstant vom römischen Ehemann vereitelt wurde.

„Okay, in Ordnung, aber ohne…“ fing ich an.

[Fortsetzung folgt]

So hätte es aussehen sollen, sah es aber nicht.

*Der Satz in der Überschrift lehnt sich an Winston Churchills berühmten Kommentar „Fahren Sie langsam, ich habe es eilig.“ an.

April Weisheiten

Nehmen Sie niemals einen Ratschlag von Personen an, die Sie nicht ohnehin danach fragen würden. Dies gilt auch für Ihren albanischen Schwager B., der zwar ein grandioser Geschäftsmann ist, aber von bilingualer Kindererziehung so viel Ahnung hat wie ein Regenwurm von induktiver Statistik.

Eva Farniente, die ungefragt einen Tipp von Schwager B. bekam, der da lautete, dass man mit einem Kind nicht mehr als eine Sprache sprechen dürfe, andernfalls werde es so überfordert sein, das es kläglich im Leben scheitern werde.

Ob diese SUP bilingual aufgewachsen sind, weiß ich leider nicht. Aber es sieht trotzdem nach einer Menge Spaß aus.

Post-Reise Rehabilitation

Unser Rehabilitationsprogramm nach der Albanien-Reise ist in vollem Gange. Eine Therapieform, die bei uns immer super anschlägt, sehen Sie hier unten.

Starten Sie gut ins Wochenende!

P.S.: Durch diese knallharte Reha habe ich kaum Zeit meine Reiseimpressionen abzutippen. Aber die Albanien-Chroniken kommen noch. Versprochen!

Andere Länder, andere Impfzentren, andere Ägypter

Hier wird fleißig geimpft. Warum auch nicht? In drei Wochen sind schließlich Wahlen und der jetzige Premierminister möchte schließlich gewinnen.

Dieses Impfzentrum steht sehr präsent auf dem Hauptplatz und schmiegt sich an das historische Nationalmuseum.

Das schönste Detail finde ich diese blau-goldenen Wartestühle. Sie sehen aus als wären sie eine Leihgabe der nur wenige Schritte entfernten Oper.

Übrigens hört und sieht man hier immer wieder einige (vornehmlich junge) Deutsche, was ich wiederum sehr spannend finde. In Trekkinghosen und mit Rucksäcken bepackt sehen sie eher weniger aus wie die typischen Familienbesucher oder Konsulatsmitarbeiter. Vielleicht mag das aber auch täuschen.

Gestern hat Signorino einem Balkan-Ägypter*, der im Café gegenüber des Notariats saß, zugewunken. Der junge Mann war so angetan von dem blonden, freundlichen Signorino, dass er ihm sofort einen Pfirsichsaft kaufte und ihm das Getränk vor das Notariat, vor dem wir warteten, brachte. Ich hingegen war fasziniert von dem netten Balkan-Ägypter. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass diese ethnische Gruppe in Albanien existiert. Hochspannend!

Wer etwas über Balkan-Ägypter erfahren möchte, dem lege ich diesen Artikel von Benjamin Schmidt (Universität Regensburg) ans Herz. Er bezieht sich zwar hauptsächlich auf Makedonien, aber das Modell gilt auch hier.

Klicke, um auf 08-schmidt_balkan__gypter.pdf zuzugreifen

*Dieser Balkan-Ägypter schien nubischer Herkunft.

Das Leben birgt die tollsten Abenteuer

Manchmal hat das Leben doch einen seltsamen Humor. Eben hielt ich noch einen einfachen Familienbesuch in München für eine Absurdität, die ihresgleichen sucht. Und nun befinde ich mich außerhalb der EU-Grenzen. Wie das kam? Das ist eine lange (und ziemlich dämliche) Geschichte, die ich Ihnen noch en detail vortragen werde.

Bis dahin! Haben Sie einen wunderbaren Karfreitag, der hoffentlich weniger Überraschungen birgt. 😉