Vier-Monats-Schub beim Baby: Aufgeben ist nicht vorgesehen

Das Baby bekommt gerade ein Update. Es scheint etwas Größeres zu sein, denn seit drei Wochen sind die Nächte miserabel. „Vier Monats Schub“, sagen die einen. „Ah ja, die Schlafregression in Monat Vier“, sagen die anderen. „Vielleicht auch Zähne“, ergänzen die Dritten.

Es ist auch vollkommen egal, was es nun ist.

Tatsache ist: Das Baby strengt uns an, bringt uns an die Grenzen des Funktionierens.

Essen und Schlafen ist für uns Erwachsene schwierig zu bewerkstelligen. Gerade, wenn man essen will, brüllt das Baby dermaßen laut, dass man unterbrechen muss. Genau so verhält es sich auch mit dem Thema Schlaf.

Die Nächte werden kürzer und die Nerven dünner

Wir durften bereits in den Genuss der ersten Updates kommen.

Es sind durchaus auch Fähigkeiten dabei, die man etwas weniger euphorisch begrüßt.

Aktuell macht das Baby von einem sehr hohen Quietschlaut Gebrauch. „Super!“, wird es sich denken. „Dann kann ich in der Trotzphase mein schrilles Kreischen gleich benutzen, wenn Mama und Papa nicht das Erwartbare liefern.“

Neues Baby-Update: Quietschlaut

So verbringen wir seit drei Tagen unseren Alltag mit einem sehr hohen Quietschlaut.

Wenn man diesen ebenso schrill nachmacht, bekommt man ein sehr schönes Baby-Lachen geschenkt. Ganz pur und aus vollstem Herzen.

Das ist ein ganz wunderbarer Tauschhandel.

Signorino findet die neue Fähigkeit von Bianco nur so mittelprächtig. „Mama, kannst du mal das Baby lautlos machen?“, fragt der, der im gleichen Alter durchgehend schrie.

„Das geht leider nicht!“, antworte ich und kann ihn doch verstehen.

„Okay, dann gehe ich in mein Zimmer.“, gibt der Erstgeborene zurück und trottet in sein Dino-Zimmer.

Mama will auch in ihr Zimmer gehen

Dieses „In mein Zimmer gehen“ beneide ich insgeheim ganz stark.

Ich will auch ab und an in mein Zimmer gehen. Mal für mich sein. Den Raum verlassen, wenn‘s mir zu schrill, zu laut, zu viel wird. Aber es ist ja doch nicht drin als Elternteil.

Klar, im äußersten Notfall bin ich auch schon aus dem Zimmer gegangen. Das Baby wurde sicher auf dem Boden platziert und dann geht man eben eine Minute in den Nebenraum oder auf den Balkon, um sich zu beruhigen.

Man ist ja nur ein Mensch! Selbst als Elternteil.

Aufgeben ist als Elternteil nicht vorgesehen

Wobei der Schlafmangel in dieser Säuglingsphase unmenschlich ist. Ich schlafe aktuell nie länger als 40 Minuten und das zehrt an mir.

Wenn‘s ganz schlimm ist, arbeiten wir in Schichten. Dann schiele ich auf mein Handy – bis es 4 Uhr morgens ist.

Schichtwechsel!

„Ja, ja, ist gestillt. Mach die Federwiege und den Föhn* ruhig an im Wohnzimmer. Hauptsache, das Baby schläft.“

„Aber die Nachbarn unter uns?“, will dann der Römer wissen. „Tja, sonst hören sie halt Babygeschrei, von einem Baby, das partout nicht in den Schlaf finden will.“, sage ich dann und drücke mir die Ohrstöpsel ins Ohr.

Ruhe! Endlich Ruhe!

Oft bin ich dann so überreizt, so übernächtig, so froh, dass ich bei Signorino schlafen kann, dass es mir nicht gelingt einzuschlafen. Dann kuschele ich das schlafende, große Kind. Döse Stirn an Stirn mit dem Erstgeborenen und halte seine Hand, die erstaunlich groß geworden ist in den letzten Monaten.

Auch dieser Entwicklungsschub geht vorbei. Wie alles im Leben. Das Kind dreht sich, setzt sich, steht, spricht, entdeckt die Welt und irgendwann kommt es in die Schule.

Der ganz normale Lauf der Dinge.

Bis dahin bin ich eben wach. Zumindest bis zum Schichtwechsel um 4 Uhr.

Nachtrag: Entwicklungsschub Nr. 4 hat genau drei Wochen gedauert. Jetzt wache ich nur noch alle zwei Stunden auf.

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10 Kommentare

  1. Ja doch. Und wer noch nie aus dem Zimmer ging, in dem das Baby ununterbrochen schrie, obwohl man schon alles probiert hat, was einem nur einfiel, der werfe nicht mit Milchfläschchen, sondern freue sich über sein absolutes Verwöhn – Anfängerbaby.
    Neulich saß ich bei meinem Sohn (Enkel Nr. 2) und hörte mit einem halb versteckten Grinsen an, was die jungen Eltern zu klagen hatten. Meine Jüngere Tochter war dabei und sah mich an. Flüsterte: „Bist du schadenfroh, wenn du die so reden hörst?“ „Hmja. Schon. Ein bißchen!“

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    • Absolut! Diese Anfänger-Babys halte ich ja für einen Mythos. Das es solche Babys wirklich gibt?
      Ich hätte genau das gleiche geantwortet. Ein bisschen ist man sicher schadenfroh. 😄

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      • Ich erinnere das so, dass in jeder Elterngruppe, egal, ob am Spielplatz, im Kindergarten oder in der Schule welche sind, bei denen alles immer super klappt und die für jedes Problem zwar kein Verständnis, aber sofort die ultimative Lösung parat haben… Die Leute gibt es auch in anderen Lebenslagen, aber hier trifft es uns, auch weil die eigenen Nerven zum Zerreißen gespannt sind, besonders hart.
        Solche Leute verhindern auch gekonnt, dass jemand zu genau hinschaut, was bei ihnen los ist. Ist ja auch nicht nötig, es läuft ja alles super! Immer!

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  2. In der Phase saß ich meist heulend auf der Toilette, weil das der einzige Ort war, wo ich kurz Ruhe hatte. Es ist eine sehr kräftezerrende Zeit. Ich wünsche euch, dass sie bald vorüber ist. Liebe Grüße Sonja

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