Schön war das, in Südostasien. Das hat uns allen sehr, sehr gut getan.
Bei so einer langen Reise als Familie fühlt man sich am Anfang wie ein unausgerollter Butterplätzchenteig, frisch aus dem Kühlschrank.


Ein bisschen starr, ein bisschen unflexibel. Und die Reise, die Umstände, das Klima rollen und walzen einen dann so richtig aus. All die Faktoren machen einen erstaunlich geschmeidig, ja, strapazierfähig für die kleinen und großen Katastrophen während der sechswöchigen Reise.

Dinge, die einen davor panisch flüchten ließen (kreischendes Baby in öffentlichen Verkehrsmitteln, durch nichts zu beruhigen), lassen einen nicht mal mehr mit der Wimper zucken.
Und was haben wir alles erlebt: Schlangen unter meinen abgestellten Flipflops. Gewitter direkt über uns in einem Strohdachhüttchen. Riesen-Warane, groß wie ein Hund, die durch Gartenanlagen stapfen – mit der stoischen Gelassenheit eines bayerischen Bierkutschenfahrers.

Signorino hat dabei eine eher seltsame Beziehung zu Tieren und Insekten: Schlangen, Warane, kinderfaustgrosse Kakerlaken, ja, allerhand Getier wird mit „Darf ich mal sehen? Darf ich mal sehen?“ quittiert, während das Frankfurter Stadtkind nicht barfuß laufen kann, weil die Ameisen ihn sonst berühren könnten. Fliegen und Mücken rufen bei ihm aufgeregtes, ängstliches Quietschen hervor.
Aber der Riesenwaran Helmut ist furchtbar interessant!

Hach ja, es ist viel passiert. Viele Reise-Momente bringen mich noch immer zum Lachen. Zum Beispiel, als unser Gepäck schon zum Fährhafen gebracht wurde. Mitsamt aller Schuhe, die ich besaß. Der Römer, ganz fürsorglicher Ehemann, warf mein Paar Flipflops (ohne Schlange) in den Koffer, während ich im Badezimmer war – und zack – ging die Reise los, für all meine Schuhe.
Wissen Sie, man fühlt sich schon sehr besonders, wenn man barfuß über den harten Fährhafen-Beton läuft und irgendwie versucht, sein Gepäck (mit den Schuhen!!!) aufzutreiben.

Bis zum Ende der Reise blieb das eine wunderbare Eigenheit des Römers, Dinge im Aufgabegepäck einzupacken, die ich unbedingt im Handgepäck transportieren wollte, nein, musste.
Dachte, zu müssen.
Es ging auch ohne. Der Mann und seine leidenschaftliche Packfähigkeit hielten mich geistig flexibel. Sie glauben gar nicht, wie wenig man in der Flugzeugkabine wirklich braucht. Man kann wunderbar improvisieren, wenn man vom Römer gezwungen wird, das auch wirklich umzusetzen.
Natürlich haben wir auch Verluste anzumelden: Eine Kappe haben wir vergessen. Irgendwo am Anfang der Reise. Und meinen Stillschal habe ich vergessen, auf dem letzten Flug.
Ich habe tatsächlich in jedem Verkehrsmittel, das wir nahmen, gestillt. Das Baby nimmt keinen Schnuller. Nur das Original gibt ihm Sicherheit. Und so stillte ich in sämtlichen Autos, Fähren und Flugzeugen. Angenehm abgeschirmt von diesem blauen Poncho, den ich damals kinderlos in Japan kaufte.

Jetzt ist er weg. Und das ist gut so. Man darf auch Dinge abschließen. Auch wenn‘s symbolisch ist.
Die Baby-Schwimmweste (Aufdruck: Nordsee tauglich) gehört jetzt der Bundhaya Ferry Company. Ich hab sie dem Team geschenkt, damit wir mehr Platz im Gepäck haben. Das letzte Schiff war genommen. Sie durfte gehen. Falls Sie also zwischen Langkawi und Koh Lipe durch die Gegend düsen – mit Baby: Die Nordsee taugliche Baby-Schwimmweste ist von uns.
Der Roller – ja, der Kinderroller: Er musste uns in Langkawi verlassen. Nehmen Sie einfach keinen Kinderroller mit, wenn Sie mit Kindern nach Asien reisen. Sie werden ihn nicht brauchen.
Signorino, der fußfaul erzogen wurde (weil‘s schneller geht), kann jetzt wunderbar gehen. Lange Strecken. 8000 Schritte, die bei seiner Schrittlänge vermutlich eher 12000 Schritte sind. Das Kind und seine Eigenschaften wurden eben auch gefördert.

Apropos gefördert. Ich machte mir zur Aufgabe, dem Kind schwimmen beizubringen. So viele Pools und so einfach zugänglich werden wir so schnell nicht mehr zur Verfügung haben. In Woche 5 schwamm das Kind in Krabi. Was für ein Moment! Wahnsinn!

Und Bianco? Der wuchs und gedieh prächtig. Egal, wo wir waren, er kokettierte mit seinem bezaubernden Lächeln und ließ ganze Aufzüge voller Teenager-Mädchen kichern. „The happy kid“ wurde er meist genannt. Und das ist er auch.

In Kuala Lumpur war er etwas weniger happy , denn er hatte eine Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Hätten wir das also vorerst auch erledigt.

Und jetzt gerade haben wir eine virale Erkältung. Alle, außer Signorino. Der hat das besser trainierte Immunsystem, dank Kita-Viren. Wir mussten sogar unseren finalen Heimflug nach Frankfurt verschieben. Das war vielleicht ein Hickhack und kostete Nerven. Demnächst erzähle ich Ihnen das ausführlich.
Auf alle Fälle sind wir daheim und sowohl Bianco, als auch der Römer sind richtig, richtig erkältet. Wir waren schon beim Kinderarzt für den Erstgenannten. Man kann nicht viel machen. Abwarten. Das wird besser.
Aber ehrlicherweise hätte uns die Erkältung genauso in Frankfurt treffen können. Wir haben sie halt aus Doha eingeschleppt.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Klingt spannend!! Schön, dass ihr wieder da seid und letztlich alles gut ging. Schöne Zeit und gute Besserung. 🎄🎄🎄
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Es war ein Ritt! 😄 Soviel kann ich verraten. Vielen, herzlichen Dank! 🤩 Komm gut durch die Feiertage!
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Ihr auch, erholt euch erstmal richtig
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Frohe Weihnachten🎄💫🎄
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Herzlichen Dank, liebe Lore! Das wünsche ich dir auch. Komm gut und besonders entspannt durch die Feiertage! 🥳
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Was für eine Reise! Ich freue mich schon riesig auf deine ausführlichen Berichte!
Gute Besserung!
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Vielen, herzlichen Dank! Mit zwei Kindern war es Abenteuer pur. 😃 Schöne, erholsame Feiertage wünsche ich!
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Freut mich sehr, dass ihr eine spannende Zeit hattet. Und es freut mich sehr, wieder von dir zu lesen. Ich hatte mir zuletzt ein wenig Sorgen gemacht und war knapp davor, dir ein e-mail zu schreiben.
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Wie lieb von dir, lieber Chris! 🤩 Wir mussten in Doha noch einige Tage verlängern, weswegen wir noch später als geplant heimkamen. Ich freue mich schon, all die Blogartikel auf deinem Blog nachzulesen, die ich verpasst habe. Genieß die hoffentlich erholsamen Feiertage!
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Liebe Eva, ich freue mich schon auf Einzelheiten. 😀
Werder schnell wieder gesund und genießt die entschleunigte Zeit, liebe Grüße Bea
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WerdeT
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Herzlichen Dank, liebe Bea! Das freut mich sehr. 😃 Genieß die hoffentlich erholsamen Feiertage und ganz liebe Grüße aus dem seh kalten Frankfurt, Eva
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Bentornati e buon Natale! 🎄
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Grazie di cuore! Spero che avete passato un bel Natale! 🎄
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Grazie. Tutto bene. 👋😊
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Selbst dem Kind das Schwimmen beigebracht? Alle Achtung! Normalerweise – oder geht das etwa nur mir so? – sind sie bei Angehörigen belehrungsresistent und jederzeit geneigt, die Flinte ins Korn, die Schwimmflügel ins Tiefe, die Skier wegzuwerfen. Während es bei der freundlichen Schwimmlehrerin, dem ständig lachenden Skilehrer wunderbar klappt!
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Genau so war‘s! Aber das Kind hat den Dickkopf von mir geerbt. Und dieser mütterliche Dickkopf hat sich in den Kopf gesetzt, dem Kind in genau diesem Urlaub das Schwimmen beizubringen. 😄
Aber es ist schon so: Eltern sind natürlich nicht so gut und haben eh nie recht – in den Augen des beratungsresistenten Kindes. Ganz im Gegensatz zu Schwimmlehrern und Skilehrern. 😄
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Frohe Weihnachten und willkommen zurück liebe Eva.
Deinen Beitrag werde ich mir in den nächsten Tagen in Ruhe durchlesen.
Jetzt muss ich mich erstmal meiner Verwandtschaftsschwemme widmen.
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Herzlichen Dank, liebe Trude & dir gutes Durchhalten!
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Danke dir – ich bin gerade wieder zu Hause eingetroffen.
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Bentornati a Francoforte! Was für eine aufregende Reise. Dann werdet schnell wieder gesund und genießt den deutschen Winter, ohne Schlangen und Kakerlaken! 😉
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Danke dir, liebe Anke. Das sind wunderbare Wünsche! 🤩 Dir/Euch wünsche ich eine entspannte Zeit zwischen den Jahren!
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Grazie! 😘
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Klingt nach einer spannenden Zeit. Bin gespannt was wir noch alles davon erfahren dürfen. Jetzt erstmal alles Gute für 2026.
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Das wünsche ich dir auch, lieber Tom. Und ich habe schon gesehen: Bei dir geht‘s blogtechnisch spannend weiter. Der „Neue“ ist klasse. Ganz, ganz toll!
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