Freitagsrapport | KW49

Topus, Topoi und König Markus

Ich bin ein entscheidendes Stück weiter mit meiner wissenschaftlichen Arbeit. Ich analysiere momentan die Argumentationstopoi politischer Reden nach dem Sprachwissenschaftler Josef Klein (Klein 2019., S. 338). Tja, sehen Sie mal, an was ich mich alles versuche, nur um nicht das Thema wechseln – und damit verbunden, nochmals eine komplette Einleitung schreibe zu müssen. Not und Faulheit macht den angehenden Journalisten auch mal zum Linguisten. Und wenn Sie sich jetzt fragen, was komplexe Topoi sind, dann ist das eine gute und berechtigte Frage. Ob ich allerdings in der Lage bin, Ihnen Topoi so schmackhaft zu machen, dass Sie sich fortan bei jeder politischen Rede denken „Hach, das waren jetzt aber viele Konsequenzen-Topoi in König Markus‘ Regierungserklärung.„, mag ich zu bezweifeln. Aber ich versuche es dennoch:

Kurz gesagt sind diese Argumentationstopoi rhetorische Muster, die Sie in jeder politischen Rede finden. Da eine politische Rede, je nach Typus, auf Konsens der Bevölkerung treffen sollte, versuchen uns Politiker*innen mit rhetorischen Strategien von ihrer Idee zu überzeugen. Es gibt diverse Topoi, wobei ich an dieser Stelle den Konsequenzentopus und Daten- und Valutationstopus anführen möchte.

Ein Konsequenzentopus würde beispielsweise so aussehen: „Wenn sich nicht mehr Menschen impfen lassen, braucht Deutschland eine Impfpflicht.“ Diese „wenn…dann“-Sätze sind typische Konsequenzentopoi. Ein Datentopus wäre z.B. gegeben, wenn Politiker*innen aktuelle Robert-Koch-Institutszahlen von Erkrankten mit in die Rede einbauen. Da nicht jeder Mensch gleich ist, reagieren manche eben mehr auf den Konsequenzentopus, andere mehr auf den Datentopus und wieder andere auf ganz andere Topoi. Natürlich gibt es auch Bevölkerungsgruppen, die gar nicht auf Topoi reagieren. Sie gelten dann entweder als Topoi-genesen oder dauerhaft immun gegen Topoi. Ob dies dann Fluch oder Segen ist, entscheiden ganz alleine Sie und Ihre Weltanschauung.

König Markus vielleicht? 😉

Apropos Weltanschauung

Die liebe Jeanette hat einen ganz wunderbaren Artikel über Brücken geschrieben. Uneingeschränkt kann ich Ihnen diesen empfehlen.

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Dieses Wochenende steht wieder eine Reise für mich an. Mit der Bahn ins Alpenvorland, dort beherbergen mich netterweise Ova und ihre Familie, damit ich am nächsten Tag ein Mietauto übernehmen, einen engen Familienangehörigen einsammeln und mit ihm nach Frankfurt düsen kann. Dort feiern wir Signorinos zweiten Geburtstag. Durch meine Transferleistung habe ich keine Zeit, für das Kita-Geburtstagsfest zu backen. Ein Glück spielen mir die Corona-Restriktionen in die Hände: Man darf nur noch abgepacktes oder vom Bäcker gebackenes mitbringen. Hosanna! Und während der junge Mann in der Kita ist (ich nenne es liebevoll Arbeit, weil irgendwie ist es das ja auch), backe ich den Geburtstagskuchen für nachmittags. Natürlich könnte man diesen auch kaufen, aber ein selbstgebackener Kuchen ist mir ein dringendes Mutti-Bedürfnis. Am Dienstag bringt Turtle, die sich für die Autofahrt extra Kontaktlinsen anfertigen hat lassen, unseren Gast wieder nach Hause ins Voralpenland und verweilt noch ein paar Tage. Danach brauche ich etwas Erholung, um dann meine albanische Nichte in Frankfurt begrüßen zu dürfen. Sie kommt aus Mailand angereist und will ihren Cousin (1. Grades!) kennenlernen. Und danach habe ich zwei Wochen frei (die ich vermutlich auch brauche).

Mein Baby ist weicher als deins

Ob das wirklich so war, kann ich zwar nicht beweisen, aber Signorino war ein extrem weiches Baby. Woran das lag? An dem genialen Tipp der Hebamme, doch ein paar Tropfen Mandelöl ins Badewasser zu geben. Was soll ich sagen? Es war kein Eincremen nach dem Baden notwendig. Warum ich Ihnen das überhaupt erzähle? Weil ich mir diesen Trick zu Nutze gemacht habe im Winter. Seit diesem Jahr leide ich unter extrem trockener Winterhaut. Mangels Bodylotion versuchte ich es mit dem Hebammentrick und siehe da – kein Kratzen, kein Jucken, kein Schuppen. Ich habe babyweiche Haut. Auch wer lieber duscht, kann sich mit diesem Trick behelfen: Einfach nach dem Duschen, aber vorm Abtrocknen ein paar Tropfen Mandelöl verreiben und siehe da – trockene Haut hat keine Chance. Und keine Sorge: Das Handtuch trieft nicht vor Öl – Sie benutzen nur ein paar Tropfen, die schnell einziehen.

Mandelöl, bevor Sie lange suchen ( so wie ich), finden Sie in der Baby-Abteilung Ihres Drogeriemarktes bei den Cremes und Badesachen.

In diesem Sinne: Kopf hoch – auch wenn der Hals dreckig ist! Starten Sie gut ins Wochenende und denken Sie immer an die Worte von Nina Ruge: „Alles wird gut.“

Literaturquelle: Klein, J. (2019): Redegattungen/Textsorten der politischen Rhetorik und ihre Charakteristika. Ein Überblick. In: Burkhardt, A. (Hrsg.): Handbuch Politische Rhetorik. De Gruyter, Berlin/Boston, S. 338.

Freitagsrapport | KW 46

Endlich wieder!

Ich weiß nicht, ob er Ihnen abgegangen ist, aber egal, ob Ihre Antwort „Ja“ oder „Nein“ gelautet hat, hier ist er wieder: Der Farniente’sche Freitagsrapport!

Glückwünsche zur Geburt von Dr. Markus Söder

Momentan sitze ich an einem Uni-Modell, dass sich mit dem wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Die absolute Notwendigkeit erkenne ich dabei, aber besonders viel Spaß macht es mir nicht. Es ist mühsam zu lernen wie man richtig zitiert, wie man richtig recherchiert und besonders, welches fiktive Thema ich für eine Bachelorarbeit in meinem Bereich Journalismus wählen würde. Einzig eine Fallanalyse der politischen Krisenkommunikation des bayerischen Ministerpräsidenten kam mir in den Sinn. Dabei ist meine persönliche Motivation, dass ich seine Wortwahl fürchterlich finde. Da ich meine Forschungsmethodik angeben soll, machte ich mich daran, all seine Pressekonferenzen zur Corona Pandemie und Regierungserklärungen zur Pandemielage auszuzählen. 38 Stück (Stand: 13.11.2021) sind es seit der ersten Pressekonferenz 2020. 38 Mal König Markus und seine Schergen, die sagen, dass es ernst, sehr ernst, ist. Aber wissen Sie, welches Zitat mir am besten aus seiner ersten Pressekonferenz am 16.03.2020 gefallen hat? „Generell gilt, kann man nochmal sagen, Freizeit: Nichts mehr! Das ist der Bereich, der nicht unmittelbar notwendig ist.“ (Söder 2020, 42:39) Natürlich dürfen Sie nicht vergessen, dass dieser Satz aus dem Kontext geschnitten wurde. Die Frage eines Journalisten war, wie kleine Geschäfte wissen können, ob sie nun schließen müssen oder nicht. Darauf erklärte er, dass Geschäfte des täglichen Bedarfs offen bleiben, aber Geschäfte, die der Freizeit dienen, schließen müssen. Wenn Sie so wollen – und hier lehne ich mich weit aus dem Fenster – könnte man den Söder’schen Satz in eine schöne Glückwunschkarte zur Geburt an frisch gebackene Eltern verschenken. 😉

Vielleicht ein Motiv für die Babykarte? Wohl eher nicht – aber ein Symbolbild, was die werdenden Eltern erwartet.

Papa und Kind Wochenende

Ein Wochenende war es nicht ganz. Vielmehr waren es etwas mehr als 24 Stunden, die ich im Münchner Umland verbrachte. Schön war das – und angenehm, so ganz ohne Kind und Mann. Stellen Sie sich vor: Ich saß einfach so im Zug. Ganz ruhig. Und hörte Musik, während ich die neu gewonnene Freizeit nutzte, um mich für die Uni zu engagieren. Keiner schrie, keiner brüllte, keiner lief wie irre durch die Gänge oder musste bespaßt werden. Ich konnte mich sogar über die Frau hinter mir aufregen, die im Ruheabteil 10 Minuten telefonierte. Mit Signorino hätte ich davon nie etwas mitbekommen. Aber wir wären vermutlich auch nicht im Ruheabteil gelandet. 😉 Daheim lief es gut, teilte mir der Römer mit. Wir telefonierten zwei Mal. Ein wenig gingen sie mir ab, die beiden Farnientes. Aber um ehrlich zu sein, genoss ich viel mehr die Ruhe, die sich mir nach Monaten bot. Als ich um 23:55 Uhr am Samstagabend in Frankfurt ankam, waren die beiden Männer im Bett. Am nächsten Morgen gestand mir der Römer, dass es schrecklich war. Alle 10 Minuten schrie das Kind, war traurig, wollte nicht so viel spielen, usw.. Ich fand, es war eine gute Übung, denn schließlich ist eine gewisse Selbstverständlichkeit eingekehrt, dass Mama alles macht. Mama ist omnipräsent, hat keinerlei Sozialkontakte mehr, plant ihre Arbeit so, dass Papa ungestört Vollzeit arbeiten kann, ohne dass er Kompromisse machen muss, usw.. Aber dazu gehören immer zwei: Eine, die es mit sich machen lässt und oft keine Kraft mehr für Diskussionen hat und einer, der die Situation als Gottgegeben ansieht. Doch piano, piano ziehen hier andere Seiten auf.

In diesem Sinne: Haben Sie’s fein und genießen Sie das Wochenende!