Freitagsrapport | KW 46

Endlich wieder!

Ich weiß nicht, ob er Ihnen abgegangen ist, aber egal, ob Ihre Antwort „Ja“ oder „Nein“ gelautet hat, hier ist er wieder: Der Farniente’sche Freitagsrapport!

Glückwünsche zur Geburt von Dr. Markus Söder

Momentan sitze ich an einem Uni-Modell, dass sich mit dem wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Die absolute Notwendigkeit erkenne ich dabei, aber besonders viel Spaß macht es mir nicht. Es ist mühsam zu lernen wie man richtig zitiert, wie man richtig recherchiert und besonders, welches fiktive Thema ich für eine Bachelorarbeit in meinem Bereich Journalismus wählen würde. Einzig eine Fallanalyse der politischen Krisenkommunikation des bayerischen Ministerpräsidenten kam mir in den Sinn. Dabei ist meine persönliche Motivation, dass ich seine Wortwahl fürchterlich finde. Da ich meine Forschungsmethodik angeben soll, machte ich mich daran, all seine Pressekonferenzen zur Corona Pandemie und Regierungserklärungen zur Pandemielage auszuzählen. 38 Stück (Stand: 13.11.2021) sind es seit der ersten Pressekonferenz 2020. 38 Mal König Markus und seine Schergen, die sagen, dass es ernst, sehr ernst, ist. Aber wissen Sie, welches Zitat mir am besten aus seiner ersten Pressekonferenz am 16.03.2020 gefallen hat? „Generell gilt, kann man nochmal sagen, Freizeit: Nichts mehr! Das ist der Bereich, der nicht unmittelbar notwendig ist.“ (Söder 2020, 42:39) Natürlich dürfen Sie nicht vergessen, dass dieser Satz aus dem Kontext geschnitten wurde. Die Frage eines Journalisten war, wie kleine Geschäfte wissen können, ob sie nun schließen müssen oder nicht. Darauf erklärte er, dass Geschäfte des täglichen Bedarfs offen bleiben, aber Geschäfte, die der Freizeit dienen, schließen müssen. Wenn Sie so wollen – und hier lehne ich mich weit aus dem Fenster – könnte man den Söder’schen Satz in eine schöne Glückwunschkarte zur Geburt an frisch gebackene Eltern verschenken. 😉

Vielleicht ein Motiv für die Babykarte? Wohl eher nicht – aber ein Symbolbild, was die werdenden Eltern erwartet.

Papa und Kind Wochenende

Ein Wochenende war es nicht ganz. Vielmehr waren es etwas mehr als 24 Stunden, die ich im Münchner Umland verbrachte. Schön war das – und angenehm, so ganz ohne Kind und Mann. Stellen Sie sich vor: Ich saß einfach so im Zug. Ganz ruhig. Und hörte Musik, während ich die neu gewonnene Freizeit nutzte, um mich für die Uni zu engagieren. Keiner schrie, keiner brüllte, keiner lief wie irre durch die Gänge oder musste bespaßt werden. Ich konnte mich sogar über die Frau hinter mir aufregen, die im Ruheabteil 10 Minuten telefonierte. Mit Signorino hätte ich davon nie etwas mitbekommen. Aber wir wären vermutlich auch nicht im Ruheabteil gelandet. 😉 Daheim lief es gut, teilte mir der Römer mit. Wir telefonierten zwei Mal. Ein wenig gingen sie mir ab, die beiden Farnientes. Aber um ehrlich zu sein, genoss ich viel mehr die Ruhe, die sich mir nach Monaten bot. Als ich um 23:55 Uhr am Samstagabend in Frankfurt ankam, waren die beiden Männer im Bett. Am nächsten Morgen gestand mir der Römer, dass es schrecklich war. Alle 10 Minuten schrie das Kind, war traurig, wollte nicht so viel spielen, usw.. Ich fand, es war eine gute Übung, denn schließlich ist eine gewisse Selbstverständlichkeit eingekehrt, dass Mama alles macht. Mama ist omnipräsent, hat keinerlei Sozialkontakte mehr, plant ihre Arbeit so, dass Papa ungestört Vollzeit arbeiten kann, ohne dass er Kompromisse machen muss, usw.. Aber dazu gehören immer zwei: Eine, die es mit sich machen lässt und oft keine Kraft mehr für Diskussionen hat und einer, der die Situation als Gottgegeben ansieht. Doch piano, piano ziehen hier andere Seiten auf.

In diesem Sinne: Haben Sie’s fein und genießen Sie das Wochenende!

Elda geht ins Ausland! (Teil 2)

Elda geht ins Ausland! (Teil 2)

[Für Teil 1 und Teil 2 bitte jeweils auf den Link klicken]

„Und die wäre?“ fragten der Römer und Elda unisono.

„Ich habe es mir lange und breit überlegt. Elda darf im Ausland studieren, aber nur dort, wo es Verwandte gibt. Singapur und London wären damit eindeutig vom Tisch. Ich möchte jemanden von meiner Familie in ihrer Nähe wissen.“ erklärte Besnik. „Eine Möglichkeit wäre z.B. Rom…“ setzte er an.

Doch Elda unterbrach ihn sofort: „Rom!?!? Papa! Wo in Rom vermutest du denn die erstklassigen BWL Unis? Da kann ich genauso gut in Tirana studieren.“ Sie schmollte. Der Römer warf ihr einen strengen Blick zu, der sie dazu bringen sollte, sich erst einmal alles anzuhören, bevor sie ihre Chancen verspielte. Doch ihr jugendlicher Übermut verhinderte, dass sie den Blick des Römers richtig deutete oder gar wahrnahm.

„Na gut, in den süditalienischen Dörfern gibt es keine Universitäten, die fallen also raus. Dann hätten wir noch Zürich…“ machte Besnik weiter.

Bevor Elda wieder ansetzen konnte, boxte der Römer sie leicht in die Seite, damit sie still ist. „Lass deinen Vater ausreden.“ zischte er.

„Dann natürlich Frankfurt, wo der Römer wohnt.“ zählte Besnik weiter auf. „Ja, Frankfurt hat einen guten Ruf, wenn es um Finanzwesen und um BWL geht. Aber die Spraaaache…“ Elda konnte es nicht lassen. Ihr jugendlicher Leichtsinn zwang sie förmlich dazu, all ihre Gedanken, taktisch unklug, auszusprechen.

„Und sonst würde noch Chicago bleiben. Das ist mir persönlich allerdings zu weit. Ich schicke doch meine Tochter nicht auf einen anderen Kontinent. Wo kämen wir denn dahin? Was würden die Leute sagen?“ führte Besnik weiter aus.

„Danke, Besnik. Ich denke, das sind ziemlich viele Informationen für Elda. Sie muss sicher erst einmal recherchieren und darüber schlafen.“ sagte der Römer, bevor Eldas Mund wieder Sätze los lies, die besser Gedanken geblieben wären.

Besnik und Flora mussten etwas erledigen. So blieben nur wir drei bei ihnen zu Hause. „Ich finde das blöd! Die große, weite Welt steht mir offen und ich soll nach Rom, Zürich oder Frankfurt? Pfff! Ich hab von London, Paris, Brüssel oder gar Singapur geträumt. Meine Freundin Ionnida studiert beispielsweise in New York. Ich sehe all ihre Bilder online und es sieht fantastisch aus.“ maulte Elda.

„Elda, Elda, Elda. Erst einmal: Am Ende des Tages sind es nur Bilder von Ionnida. Wer weiß, wie toll es wirklich ist? Du bist doch ein kluges Mädchen. Du bewirbst dich für Rom, Zürich und Frankfurt wie mit Besnik abgemacht. Dazu nimmst du noch Orte, die in der Nähe liegen. Das wäre beispielsweise Mailand, Genf, Berlin, vielleicht auch Brüssel? Orte, die von den Wohnorten deiner Familie schnell erreichbar sind. Es geht Besnik ja nur darum, dass du als Mädchen nicht allein im Ausland bist. Er hat Angst um dich.“ erklärte der Römer. Elda guckte ihn mit großen Augen an. Anscheinend war der Groschen jetzt gefallen. Ihr Vater hatte Angst um sie.

„Hm…. gar nicht mal so dumm. Wie weit ist London von Frankfurt entfernt?“ fragte Elda mit strahlenden Augen. „Zu weit.“ war die nüchterne Antwort des Römers. „Na gut, aber dein Tipp gefällt mir. Ich schau mir das mal genauer an.“ gab Elda zurück und setzte sich an ihren PC um zu recherchieren. So genau betrachtete sie die Europakarte das letzte mal im Geographie Unterricht in der 7. Klasse.

Wenig später stand fest, dass sie sich offiziell für die drei bekannten Städte bewirbt, inoffiziell noch für Brüssel und Mailand. Sie bereitete den Bewerbungsprozess vor und wartete nun auf Antwort der Unis. Wie auf heißen Kohlen saß sie da. „Und wenn mich alle Unis nehmen?“ fragte sie. „Dann besprechen wir zwei das zuerst und dann schlagen wir es deinem Papa vor.“ antwortete der Römer besonnen.

In diesen Tagen und Wochen des Wartens suchte Besnik das Gespräch mit dem Römer. „Wir müssen über etwas reden. Wenn ich ehrlich bin, ist mein Wunsch, dass sie in Frankfurt studiert. Seit dich deine Schwester als Alibi benutzte um sich mit mir treffen zu können, bist du wie ein kleiner Bruder für mich. Ich würde mich am wohlsten fühlen, wenn du ein Auge auf Elda hast- Deutschland hat einen grandiosen Ruf in Albanien, es kostet, aber nicht so viel wie Zürich. Ich würde mich einfach besser fühlen, wenn Elda bei euch wäre. Deswegen ist meine Entscheidung schon gefallen. Sie geht nach Frankfurt.“

„Ich verstehe dich. Uns wäre es eine Ehre deine Tochter bei uns zu haben. Frankfurt ist eine größere Stadt, aber keine Großstadt wie Berlin. Man kann alles mit dem Rad oder zu Fuß erreichen. Die Goethe Uni hat einen ausgezeichneten Ruf. Wir würden uns um deine Tochter kümmern als wäre es unsere eigene. Aber nun warten wir ab, was die Unis zurückmelden. Denn ich fürchte, es wird nicht leicht.“

[Fortsetzung folgt…]