Jahresresümee 2023

Wie jedes Jahr beginne ich den letzten Tag des Jahres mit meinem Lieblingszitat für die Jahreswende:

For last year’s words belong to last year’s language. And next year’s words await another voice. And to make an end is to make a beginning. [T.S. Eliot]

Ja, was war das für ein Jahr? Eindimensional betrachtet, ein recht Bescheidenes. Womöglich das Bescheidenste meiner bisherigen Laufbahn. Nehme ich noch eine Dimension dazu, dann würde ich sagen, es war wohl auch das lehrreichste Jahr in meinem Leben. Schmerzhaft-lehrreich mit fürchterlichen Wachstumsschmerzen, die sich wie Kaugummi durch das Jahr zogen. Im Übergang zum dritten Quartal dachte ich, mich rafft es dahin, aber ich habe so viel übers Leben und über den Tod gelernt, wie noch nie.

Und hier kommt der Jahresrückblick 2023

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? Kommt darauf an aus welchem Blickwinkel man dieses Jahr betrachten will. Ganz eindimensional: Eine Minus 100. Wenn man mein persönliches Wachstum betrachtet, dann war es vermutlich eine glatte 10. Eine sehr traurige, anstrengende 10, aber eine 10.


2. Zugenommen oder abgenommen? Ich vermute gleichbleibend, wiege mich aber nur sporadisch. Alle Jeans passen noch. 

3. Haare länger oder kürzer? Deutlich kürzer. Ich bin zu meinem Friseur des Vertrauens gegangen und habe gesagt: Wie ist das eigentlich bei einem French Bob – kann ich die Haare dann noch zusammen binden? Jimmi, der besagte Friseur, verneinte. Wir einigten uns auf einen längeren Bob – und zack, waren meine taillenlangen Haare abgeschnitten. Haare föhnen dauert jetzt nur noch 7 Minuten.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Gleichbleibend kurzsichtig.


5. Mehr Kohle oder weniger? Deutlich mehr, aber zu einem viel zu hohen Preis. Das begriff ich aber erst als mein Vater starb und so steuerte ich gegen.

6. Besseren Job oder schlechteren? Ich finde besser: Den Bürojob konnte ich dank meiner wunderbaren Vorgesetzten zu den allerbesten Konditionen verringern. Der Flug-Job bleibt gleich und das Ziel wäre ratzifatzi mein Studium zu beenden.


7. Mehr ausgegeben oder weniger? Deutlich weniger.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was? Viele Erkenntnisse und Fähigkeiten: 1. Finanzielle Bildung 2. Finanzen sind nicht alles. 3. Wenig(er) haben macht mein Leben auf allen Ebenen einfacher. 4. Von einem Moment auf den anderen kann eine Person tot sein. 5. Zeit und das „Hier und Jetzt“ ist alles, was wir haben. 6. „Da geht’s mir ums Prinzip“ ist kein Grund zum Streiten, sondern absoluter Schwachsinn. 7. Erst mit allen Beteiligten reden, dann kündigen. Nichts andersherum! 8. Prioritäten setzen. 9. „This too shall pass.“ 10. Nur redenden Menschen kann geholfen werden. 10. In den richtigen Momenten zu schweigen ist so furchtbar schwer.


9. Mehr bewegt oder weniger? Deutlich weniger. Der Kindergartenplatz ist gleich ums Eck. Da ist man nicht mehr ganz so viel unterwegs.


10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr? Ein bisschen Schnupfen, Magen-Probleme in Albanien.

11. Davon war für Dich die Schlimmste? Magen-Probleme in Albanien.


12. Der hirnrissigste Plan? „Urlaub“ in Albanien, wobei man damals nicht ahnte, was in dieser Woche passieren würde. Falsche Prioritäten setzen. Aktive Schnuller-Entwöhnung. Nicht auf sein Bauchgefühl zu hören. Zu lange warten, um auf den Tisch zu hauen.

13. Die gefährlichste Unternehmung? Nicht wirklich gefährlich, aber wir hatten Angst erwischt zu werden: Turtle und ich schlichen uns nach den Besuchszeiten ins Pflegeheim aufs Zimmer meines Vaters, um ihn zu besuchen. Das war witzig.

14. Die teuerste Anschaffung? Die Autobatterie.


15. Das leckerste Essen? Vom Römer Selbstgekochtes. Inbesondere zählen dazu seine Pizza und Focaccia.

16. Das beeindruckendste Buch? „Factfulness“ von Anna Rosling Rönnlund, Hans Rosling und Ola Rosling war klasse. All time favorite: “Modern wisdom, ancient roots” von Srikumar Rao.

17. Der ergreifendste Film? Wir haben dieses Jahr nicht wirklich ferngeschaut.

18. Der beste Song? ‘Solo’ von Ultimo, ‘Quickly’ von Monomy und COLIN, ‘O Cacto e o Balão’ von Luccas Luco.


19. Der beste Podcast? Mindvalley (alle Folgen mit Srikumar Rao), Eltern ohne Filter, Teufels Küche, Madame Moneypenny. So richtig entscheiden kann ich mich nicht.

20. Die meiste Zeit verbracht mit? Signorino, dem Römer, Turtle.


21. Die schönste Zeit verbracht mit? Signorino, der Römer, Turtle, meinem Papa als er noch lebte

22. Zum ersten Mal getan? Meinen Papa beerdigt. Meinen Schwiegervater beerdigt. Schnullerentwöhnung durchgeführt (dämlich!). Deadhead (als Passagier, bezahlt von der Fluglinie) nach München geflogen und den Kolleg:innen dort ausgeholfen.

23. Nach langer Zeit wieder getan? Als Flugbegleiterin geflogen. Meine Lizenzen erneuert. In die Uniform geschlüpft. Um 22 Uhr ins Bett gegangen. Um 3 Uhr morgens aufgestanden, um Fluggäste nach Bremen zu bringen. Ein Auto verkauft.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? 5 Monate Schlafentzug wegen starren Kinderkrippen-Mittagsschlaf-Regelungen. Beerdigungen. Kindergarten-Stress.


25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Mein Kind ist anders als die gesteckte Norm, aber genau richtig so wie es ist.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Puh, da müsste man diesen „jemand“ fragen.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Ein Schmetterlingsschal von meinem Papa, den er meiner Mama geschenkt hat. Dass das Licht geflackert hat (lange Geschichte).

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? “Ich hab dich lieb, Mama.”;

Der Besitzer dieser Hand sagt die schönsten Sätze.


29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Ich weiß es nicht.


30. Dein Wort des Jahres? Einbürgerung.

31. Dein Unwort des Jahres? Mittagsschlafpflicht. Beerdigung.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund, liebe Leser:innen und danke für Ihre wunderbaren Kommentare, das Lob und die Kritik in diesem Jahr. Sie haben mein Leben ein großes Bisschen schöner gemacht, mich bereichert und mir wundervollen Input gegeben. Rutschen Sie gut ins neue Jahr 2024! Wir lesen uns dann „drüben“.

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23 Kommentare

    • Vielen, lieben Dank, liebe Barbara. 💛Das wünsche ich dir auch. Hab einen guten Rutsch ins Jahr 2024! Möge dein Jahr geprägt sein von Gesundheit, wunderbaren Momenten, viel Zeit mit deinen Lieben, viel Kultur und Literatur. 😃 Herzliche Grüße, Eva

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  1. Wenn es erst „gesackt“ ist und die schlimmen Ereignisse ihre Schwere verloren haben, wirst du es vermutlich als reiches Jahr in das Jahreserinnerungsbuch eintragen, liebe Eva. Solange du an Weisheit und Menschlichkeit wächst, Liebe für deine Menschen empfindest und geliebt wirst, stehst du auf sicherem Grund. Hab’s gut

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    • Danke dir, liebe Gerda. Das sind wunderbare und weise Worte. 💛 Komm gut und sicher ins neue Jahr 2024 und ich freue mich sehr darauf, dass du auch im neuen Jahr deine klugen, tiefsinnigen Weltansichten mit uns teilst. Herzliche Grüße, Eva

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  2. Liebe Eva, vielen Dank für diesen Jahresrückblick. Ich war sehr berührt von deinen Worten. Du bist ein sehr liebevoller Mensch. Danke für deine wunderbaren Texte, die ich sehr gerne lese. Alles Liebe für 2024. ❤

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    • Liebe Zora, vielen, lieben Dank für deine warmen Worte.
      Den Dank kann ich nur zurückgeben. Dein Demenzblog hat mich in den letzten Lebensjahren meines Vaters mehr unterstützt, als du es vielleicht vermuten magst. Alles Liebe, viel Gesundheit und persönliche Erfüllung für dich im neuen Jahr und alle Daumen sind gedrückt, dass du deinen Master in 2024 mit Erfolg abschließen wirst! 💛 Herzliche Grüße, Eva

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    • Du kennst mich ja: Große Entscheidungen treffe ich gerne spontan. Zack – war die Mähne ab. 😄 Das wünsche ich dir auch, liebe Lore! Viel Gesundheit, Abenteuer und gute Nerven bei all den Abenteuern im Jahr 2024. Alles Liebe, Eva

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  3. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass 2024 ein richtig gutes Jahr für euch wird. Falls du keine Start Stop Automatik in deinem Auto hast, kannst du die Batterie auch selber zu Hause aufladen. Mach ich auch immer. Spart ordentlich Geld. Liebe Grüße Sonja

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    • Danke dir, liebe Sonja. Das wünsche ich dir und deinen Lieben auch! 💛
      Und danke für den Tipp. Ich hoffe, ich brauche ihn jahrelang nicht, denn ich habe das Auto aus Vernunftsgründen (und aus nervlichen Gründen -> mein Mann als Beifahrer…) verkauft. 😃 Liebe Grüße aus Frankfurt, Eva

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  4. Liebe Eva, ich schreib dir schon von „drüben“ 😉, und hoffe, ihr seid gut und wohlbehalten rübergerutscht. Alles Gute für 2024, dass es erfreulicher wird und entspannter und du deine beruflichen Vorstellungen verwirklichen kannst! Ich freue mich auch für 2024 wieder aufs Mitlesen bei dir auf deinem liebenswerten Multikulti-Family-Blog. Auguri von Anke

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    • Danke dir, liebe Anke. Das wünsche ich dir und deinen Lieben auch! 💛Und noch etwas wünsche ich dir: Die Reisegruppe, die von Mailand nach Dresden via Frankfurt fliegen will, damit du in den Genuss eines Direkttransfers kommst. 😉 Ganz liebe Grüße aus dem verregneten Frankfurt, Eva

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