Feuerwerk der Flatulenz: Warum wir Kochboxen enttäuschend fanden

“Non sto bene.”, stöhnte der Mann und meinte damit, dass es ihm nicht gut gehen würde. Dabei hielt er sich den Bauch. Woran das läge, wollte ich von ihm wissen. „Weil wir seit Ewigkeiten keine Pasta mehr gegessen haben! Das tut mir nicht gut!“, klagte er und guckte sehr bedauerlich.

Ja, sein ganzer Verdauungstrakt wäre durcheinander, führte er weiter aus. Er brauche jetzt dringend eine gute Pasta, damit sein Darm wieder auf Spur kommt. Denn schließlich gehe er jeden Tag mit Blähungen ins Bett und würde jeden Morgen mit Bauchschmerzen und Völlegefühl aufwachen. Es belastete ihn. Das stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.

Schuld wären diese Kochboxen, die ich unbedingt ausprobieren wollte.

Alles fing an mit der Lieferung einer Kochbox mit fünf Gerichten. Natürlich hatte es 28 Grad Außentemperatur, was mich wiederum und im Hinblick auf die Kühlkette in Aufruhr versetzte.

Brav gab ich meine Ablage-Bestätigung (‘Im Haus bei der Treppe’) und blieb sicherheitshalber daheim. Im Lieferzeitfenster guckte ich alle paar Minuten auf das Handy, ob die Box schon geliefert worden wären. War sie aber nicht. “Fahrer verspätet sich” stand auf meinem Einwahllink zur Sendungsverfolgung.

Also ging ich auf Toilette. Gerade als ich auf dem stillen Örtchen saß, klingelte es. Es war der Kochbox-Lieferant, der sich scheinbar doch nicht verspätete.

Ich kam nicht schnell genug vom Topf und als ich noch die Hände wusch, hatte ich schon eine E-Mail im Postfach mit Fotos, wo das Paket abgestellt wurde. Rasch ging ich in den Eingangsbereich unseres Wohnhauses und schleppte die schwere Box die Treppe hoch. Beim Auspacken fiel mir auf, dass Fleisch und der Fisch ordentlich gekühlt wurden. Das gefiel mir gut und zeigte mir, dass meine Sorgen unbegründet waren.

Ich verräumte die Kühlware in den Kühlschrank und legte die mitgelieferten Cool-Packs in den Gefrierschrank.

Grundsätzlich haben wir nie welche daheim, wenn sich eine:r von uns etwas staucht oder nur gegen den Türrahmen rennt, was häufiger vorkommt als man vielleicht glauben möchte. Deswegen fand ich diese Dinger ganz nützlich.

Dann verräumte ich die Zutaten, die nicht gekühlt werden mussten. Fünf Papptüten blockierten den Vorratsschrank. Es begann, mich zu nerven und so kündigte ich jegliche Fortsetzungstermine des Abos.

Nennen Sie mich altmodisch, aber ich kaufe lieber selber ein und organisiere meine Einkäufe nach meinem Gusto, anstatt Papptüten mit exakt bemessenen Zutaten in meinen Vorratsschrank zu stellen.

Noch am ersten Abend kochte ich zusammen mit dem Römer das erste Gericht: Steak mit Balsamico-Zwiebeln und Ofenkartoffeln. Das gemeinsame Zusammenbauen machte uns viel Spaß und das Essen war gut. Dabei war es definitiv eine Abwechslung zu unseren Standardgerichten. Jedoch war es sehr stark gewürzt. Für unseren Geschmack etwas zu stark.

Auch die Gerichte Nr. 2, 3, 4 und Nr. 5 waren lecker, aber ebenfalls stark gewürzt. Vielleicht blähten wir aufgrund der Gewürze auf wie zwei Heißluftballons. So genau lässt sich das nicht feststellen. Das Ergebnis war aber etwas unangenehm.

Alles in allem war es eine Erfahrung und wir werden sicher das ein oder andere Rezept (gewürzoptimiert) nachkochen, aber nochmal muss ich die Kochboxen nicht ausprobieren. Ich gehe lieber selber einkaufen. Genau dann, wann ich möchte. So bin ich auch auf keinen Lieferanten angewiesen. Und dann koche ich so wie es für meinen Geschmack gut passt. Oder lasse vom Römer kochen. Das passt auch gut für meinen Geschmack. 😉

Selbstgekocht und gekauft schmeckt’s doch am besten

Zum Glück sind wir wieder zu den römischen Standardgerichten zurück gekehrt. Es ist günstiger, es schmeckt uns besser, wir vertragen es und der Blähbauch ist auch weg.

Aber eine Erfahrung war es wert!

10 Kommentare

  1. Die offiziellen Kochboxen habe ich mir zwar noch nie liefern lassen, bei meinem Onlinesupermarkt kann man sich allerdings etwas ähnliches.

    Ehrlich gesagt war ich nicht begeistert und lasse es bei zwei Experimenten …

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  2. Wir hatten ein paar Mal Hello Frisch 😁 – ich fand es ganz gut. Wir hatten die Veggiebox und es waren echt tolle Ideen dabei. Aber der Verpackungsmüll war echt furchtbar und insofern für mich nicht mehr zeitgemäß.

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  3. Hm, jetzt muss ich neugierig fragen: was hattet ihr denn da drin, dass es euch so verpupst hat? Ansonsten finde ich das Konzept zwar interessant, aber für uns nicht tauglich. Unsere Gemüseportionen sind normal größer. Und Pasta braucht der Mensch, logisch.

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    • Das ist eine sehr gute Frage! Wir haben blindlings die Gewürze reingekippt, die mitgeliefert worden sind. Was genau drin war, kann ich dir gar nicht sagen. Es war so etwas wie „Hähnchen-Würze“ und „Bratkartoffel-Würze“.
      Da bin ich ganz deiner Meinung. Es mag für manche Menschen gut passen, aber man hat eben seine Standardgerichte und -größen die gut zu einem passen. Hier kann keine Kochbox mithalten.
      Ganz liebe Grüße, Eva

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