Wenn der Römer den Wecker stellt…

Wie gut der Römer jede Nacht schläft, merkt man an genau einem Satz. Kurz bevor das Wochenende kommt, fragt er: “Auf wie viel Uhr sollen wir uns morgen den Wecker stellen?”

Vielleicht müssen Sie bei dieser Frage schon etwas schmunzeln, gerade wenn es um die Aufstehzeit am Wochenende mit Kindern geht.

Die korrekte Frage sollte wohl lauten: “Was können wir tun, damit die Nummer 2 in der Thronfolge nicht vor 8 Uhr aufsteht?”

Die Mutter ist müde Darstellende Kunst von Signorino.

Aber mein Mann ist unbeirrbar. Seit nunmehr fünfeinhalb Jahren fragt er in regelmäßigen Abständen, immer Freitag- oder Samstagabend, wann wir vom Wecker geweckt werden wollen. Wollen, ja richtig gelesen.

Das macht er mit einer derartigen stoischen Vehemenz, dass ich mich mittlerweile frage, ob der Mann überhaupt bei uns lebt.

Nun haben wir zwei Kinder: Der Erste ist eine Eule, durch und durch. Immer schon gewesen. Als Baby schlief er nicht vor Mitternacht ein und ans Aufstehen war nicht vor 11 Uhr zu denken. Mit sechs Wochen schlief er meistens durch.

Der zweite ist… weder Eule, noch Lerche.

Beinahe spüre ich den Windhauch des schwingenden Pendels, das sich nicht so recht entscheiden will: Bianco, bist du nun Früh- oder Spätaufsteher?

In den ersten Wochen seines Lebens verfolgte er einen stoischen Lerchenrhythmus.

Was war das unangenehm!

Um 17 Uhr ins Bett. Um 6 Uhr wach. Es war dramatisch.

In dieser Zeit fühlte ich mich in etwa so. Künstler: Signorino.

Seit ein paar Wochen pendelt er nun in die andere Richtung: In die, die für uns als Eulenfamilie sinnvoller wäre.

Er schläft gegen 20:30 Uhr ein und ist zwischen 7 und 8 Uhr morgens munter. Das ist aushaltbar für jemanden (mich!), der nicht vor 23 Uhr ins Bett gehen kann und möchte.

An Durchschlafen ist bei ihm noch lange nicht zu denken. Er wacht in den schlechten Nächten stündlich, in den guten Nächten alle zwei Stunden auf. Gewöhnen werde ich mich nie daran, aber mittlerweile akzeptiere ich es (meistens).

Es ist, wie es ist. Irgendwann wird er durchschlafen und vielleicht nur noch mühsam aus dem Bett kommen.

Müde und verschlafen schleicht er dann, als Teenager, vielleicht ins Bad. Die Uhr zeigt bereits auf 12 Uhr. Es wäre – ein Traum?

Zumindest aktuell. Und wissen Sie was? Dann werde ich auch selbst bis 11 Uhr schlafen. Zumindest am Wochenende.

Der Römer kann sich ja einen Wecker stellen, wenn er möchte.

Ich werde derweil den verpassten Schlaf der letzten Jahrzehnte nachholen.

17 Kommentare

  1. Ich möchte dich ja nicht beunruhigen, aber es ist keinesfalls gesagt, dass Teenager „bis in die Puppen“ schlafen. Unsere Jüngste, immerhin 14, stellt sich den Wecker extra vor unserer Aufstehzeit, damit sie beim Frühstück ungestört in der Küche schalten und walten kann.
    Ok, wir könnten einfach weiterschlafen, nur funktioniert das bei mir selten. Bin ich einmal wach durch ihre Geräusche, war es das mit dem Längerschlafen am Wochenende.
    Aber Jungs sind da sicher gaaanz anders. 😉

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  2. Guten Morgen Eva,

    wenn Brumme + Doppelopa mit meiner Kleinen bei uns geschlafen haben, war nie was mit ausschlafen. Sie tollte mit meinem Hund schon früh am Morgen durch die Wohnung.
    Außer mir wurde davon nur merkwürdigerweise keiner wach. Oder sie haben es ignoriert.

    Für alle am besten war es dann, wenn ich mit den beiden zum Bäcker ging. Unterwegs erklärte ich dem Mädchen die Welt. Sie war so voller Fragen.
    Der Weg dauerte auch ewig. Sie mußte alles mögliche ansehen und einsammeln 😉

    Wenn wir Glück hatten, war zumindest mein Mann zu unserer Rückkehr aufgestanden und damit angefangen, den Frühstückstisch zu decken.

    Im Gegensatz zu dir, hatte ich einen Vorteil:
    Wenn die drei irgendwann um die Mittagszeit nach Hause fuhren, konnte ich mich auf die Couch legen und meinen Schlaf nachholen.

    Später entwickelte sich die junge Dame übrigens zu einer absoluten Langschläferin. Und seit ihr zweites Kind auf der Welt ist, erklärt sich sich für dauermüde.

    Ich wünsche euch einen angenehmen Sonntag.
    Trude

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    • Hallo liebe Trude,

      vielleicht hofften die beiden, müden Eltern, dass du dich erbarmst und sie vielleicht ein bisschen länger schlafen könnten? 😉

      Und dann gab‘s auch noch den Brötchenservice – besser geht‘s doch gar nicht!

      Es hört sich nach einem wundervollen Freundschaftsdienst und nach einer schönen Zeit mit der Kleinen an. 🤩

      Dass die Kleine mittlerweile mit ihren Kleinen dauermüde ist, verstehe ich sehr gut. 😄

      Komm gut in die neue Woche und liebe Grüße, Eva

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      • Sie wußten halt das sie bei mir in guten Händen war.

        Als das Kind noch wirklich klein war, habe ich auch ab und an als Babysitterin bei Ihnen fungiert und mit im Kinderzimmer genächtigt (Gästebuch).

        Später wurde sie auch schon mal übers Wochenende bei uns „geparkt“.

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  3. Da ich morgens alleine – halt, stopp, der Hund steht mit mir auf – so herumlerche, nebenbei die beste Tageszeit, ist das nicht mein Problem. Aber wehe, man stört mich abends, nachts… – doch klar, bei uns schäft (bisher nicht wieder ohne Mama) auch kein kleines Kind mehr! Ha!
    Vermutlich kommt das noch. Vielleicht kein ganz Kleines. Aber doch so die Sorte, die nicht jugendlich entspannt erst mal den Tag verschläft. Sondern was losmachen will!

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