Südostasien mit Baby und Kind: Unsere Anreise nach Singapur

Am 30. Oktober begaben wir uns ins Flugzeug. 21:40 Uhr Abflug ab Frankfurt. Ein Direktflug nach Singapur.

Meine Schwester Turtle war so nett und begleitete uns zum Flughafen. Während wir mit Bianco die Koffer abgaben, aß sie noch eine Kleinigkeit beim goldenen M mit Signorino.

Als sie uns zum Eingang ins Abenteuer begleitete, musste sie ein Tränchen verdrücken: Erst in diesem Moment wurde mir klar, dass wir jetzt wirklich sechs (!) Wochen weg sind. Auf einem ganz anderen Kontinent.

Zweifel und Vorfreude: Die Asienreise beginnt

Ich schob den Gedanken weg. Zweifel brachten jetzt eh nichts.

In dem Moment, in dem wir in der MuKi-Reihe (Mutter-und-Kind-Reihe: Die, bei denen man die Babybettchen an der Trennwand einhängen kann) Platz nahmen, dachte ich mehrmals, dass das total irre ist, was wir hier machen: Sechs Wochen durch Asien. Mit dem acht Monate alten Bianco, der gerade am Boden sitzend die Sicherheitskarte anlutschte. Aber natürlich nicht nur mit ihm: Auch mit dem „Großen“, der streng genommen gar nicht soo groß ist, sondern demnächst erst sechs Jahre alt wird.

„Boarding completed!“, schallte es durch die Lautsprecher. „Cabin Crew, all doors in flight.“

Es ging los. Hilfe!

„The flight time is expected to be eleven hours and 45 minutes.“, unterrichtete uns die Ansage. „Mama? Sind wir bald da?“, fragte Signorino. „Ja. Bald.“, sprach ich und tätschelte sein Knie.

Gelogen war das nicht. Was sind schon knapp zwölf Stunden im Vergleich zu einem Menschenleben?

Und die Kinder machten den Flug super mit. Bianco wollte hauptsächlich gestillt werden. Unter einem großen, dunkelblauen Stillschal verschwand er und ich hielt ihn. Das Flugzeug erhob sich. Startbahn 08.

Das letzte Mal Schnee und eisige Temperaturen für sechs Wochen.

Die große weite Welt erwartete uns. Wir schwebten über Worfelden, Weiterstadt, ja, übers Schwarze Meer und Indien bis nach Südostasien.

Singapur. Eine Stadt, die ihresgleichen sucht.

Rückblende: Unsere Singapur-Reise als kinderloses Paar vor neun Jahren

Hier waren der Römer und ich das letzte Mal vor neun Jahren und merkten: „So ganz passt das eigentlich nicht zwischen uns.“

Es war ein gegenseitiger Kulturschock: Für den Römer und für mich. „Wie kann man nur dieses Essen essen?“, motzte der Römer unentwegt und klammerte sich an Raviolis, nein, „prawn dumplings“ fest.

„Wie kann man denn nach Asien reisen und NUR italienisches Essen erwarten?!“, fragte ich mich und rollte innerlich mit den Augen, wenn ich wieder Dumplings für ihn bestellen sollte.

Sein Englisch war nicht vorhanden. Ich regelte alles. Er nichts. Dafür beschwerte er sich durchgehend über alles. Südostasien war nicht Italien. So sehr er das auch monierte: Es war eben alles anders hier.

Warum auch immer: Wir gaben unsere Beziehung nicht auf. Stattdessen durften, nein, mussten wir uns weiterentwickeln.

Langstreckenflug mit Kindern? Klappt hervorragend!

Doch zurück zu dieser Reise: Noch vor dem Abendessen rollte sich Signorino auf seinem Sitz zusammen und schlief bis zum Frühstück an Bord durch. Bianco tat es ihm gleich. Und wir? Versuchten, zu schlafen. Es klappte eigentlich nicht. Nur mein rechter Arm, auf dem Bianco lag, schlief. Immerhin! Nur an eine halbe Stunde kann ich mich erinnern, in der mich die Müdigkeit übermannte.

Leider konnte ich auch keinen Film gucken. Meine Bewegungsfreiheit war komplett eingeschränkt, denn Bianco wollte sich partout nicht ablegen lassen. Als der Römer mir den Bildschirm installieren wollte, monierte das Baby die Helligkeit. Dazu saßen wir vor der Trennwand. Der Bildschirm war unter der Armlehne und nicht in die Rückenlehne des Vordersitzes integriert.

Es war ein langer Flug. Für jede Stunde, die vorüberging, war ich dankbar. Aber irgendwann kamen wir an.

Einreise in Singapur als Familie: Einfach, einfacher, am einfachsten!

Es gibt vermutlich wenige Orte auf der Welt, in denen die Anreise so angenehm ist. Wir wackelten zur Familien-Einreisekontrolle. Es war alles digital. Die Kamera erfasste uns nacheinander. Fertig!

Das Einreise-Formular hatte ich bereits in Frankfurt ausgefüllt. Alles digital natürlich. Es war mit Abstand das bequemste Einreiseformular, das es gab. Man konnte die Pässe digital scannen, ergänzte die Details fürs Hotel und übernahm diese für die ganze „Gruppe“. Singapur lebt wirklich im Jahr 3000.

Die Einreiseschranke ging auf und wir nahmen ein Taxi. Zwei Koffer, zwei Kinder, ein Kinderwagen und wir.

Asien-Jetlag mit Baby und Kind: Kein Erbarmen für die Eltern

Langsam schoben wir uns durch den frühen Feierabendverkehr in den Stadtteil „Orchard“. Wir Erwachsenen waren hundemüde. Die Kinder? Hellwach! Klar, sie hatten den ganzen Flug über geschlafen. Ohne Kinder wären wir jetzt essen gegangen und todmüde ins Bett gefallen. Mit Kindern war Party angesagt.

Wir erkundeten das Viertel bis 2 Uhr nachts. Ein paar einzelne Halloween-Feiernde begegneten uns. Ansonsten war niemand mehr unterwegs.

Signorino war fasziniert von den vielen Automaten, die an der Straße standen. Und was sie nicht alles konnten: „Kann ich einen Saft haben?“, fragte er. Natürlich war der Saft nicht abgepackt. Aus gefrorenen Früchten wurde er vom Automaten frisch gemischt. Leider funktionierte die Zahlung nicht, was bei Signorino zu einem „Mir reicht‘s mit euch jetzt aber wirklich!!!“ führte. Immerhin statteten wir dem 7-Eleven-Kiosk einen Besuch ab. Dort bekam er einen Orangensaft.

Um 2 Uhr nachts schliefen die Kinder endlich (und wir auch). Den Wecker stellte ich auf 9 Uhr morgens, schließlich mussten wir uns an die Zeitzone gewöhnen.

Jetzt begann das Abenteuer also!

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