Es ist der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir denn den Tag über gemacht haben. Wir sind wieder in Frankfurt, die Weihnachtsferien sind vorbei. Der Alltag beginnt heute wieder.
00:00-03:00 Uhr Bianco rollt durchs Bett. Er will gestillt werden. Dann wieder nicht. Es ist, als würde man neben einem sich windenden Aligator schlafen. (Danke, ich brauche keine Tipps! Wir haben es schon im Griff! 😉)
03:20 Uhr Endlich schläft das Kind RUHIG neben mir.
07:30 Uhr Der Wecker klingelt: Erster Kindergarten- und Arbeitstag nach den Ferien. Aufstehen ist furchtbar. Der Schlafmangel (seit einem Jahr) killt mich. Aber was muss, das muss. Eigentlich haben der Römer und ich besprochen, dass ich Signorino mit Bianco zum Kindergarten bringe, aber gerade rudere ich vorsichtig zurück. Beide Kinder anzuziehen (100 Schichten Kleidung), mich anzuziehen… puh.
08:00 Uhr Signorino will nicht aufstehen. Ich kann es zu gut verstehen. Ich kuschel mich zu ihm und schlafe im warmen Bett fast ein. Bianco und der Römer schmeißen uns aber rechtzeitig aus dem Bett. Alles ist relativ okay bis es zur Winterschuh-Frage kommt. Die beiden Gockel Signorino und der Römer geraten aneinander. „Ich kann aber meine Zehen nicht in den Schuhen bewegen!!!!“, schreit Signorino. „Signorino, es sind 400 Meter zum Kindergarten und es hat Minus sechs Grad!!!“, motzt der Römer. „Ja! Ich kann aber meine Zehen in den Winterschuhen nicht bewegen!!!“, brüllt Signorino. Die Zeit läuft natürlich, weil der Römer immer sehr knapp plant. Ich sehe es pragmatisch: Soll er halt für 400(!) Meter die Turnschuhe anziehen. Die Winterschuhe werden in die Kita mitgenommen. Ich habe sie gebraucht gekauft, für n Appel und n Ei. Wenn sie nicht passen, ist das kein Beinbruch. Dann fahren wir nachmittags mit Signorino in die Stadt und kaufen passende Schuhe im Winterschlussverkauf. Es ist doch alles keine OP am offenen Herzen (alter Lufthansa-Spruch!). Aber es geht dem Römer ums Prinzip. Am Ende bringe ich Signorino in die Kita (mit Bianco, Signorinos Turnschuhen an den Füßen und seinen Winterschuhen in der Tüte) und der Römer düst beleidigt ab in die Arbeit. Meine Herren! So viel Drama am Morgen um ein Paar Schuhe. Choose your battles wisely, ist meine Elternprämisse. Oder wie der Römer denkt: Jeder Kampf ist es wert, gekämpft zu werden.
Unter uns: Signorino ist eben der Sohn seines Vaters. Die beiden sind charakterlich nahezu identisch und deswegen knallt es mitunter gerne. Das wollen sie aber beide nicht einsehen.
09:00 Uhr Mit Signorinos Erzieher (großer Thailand-Fan) tausche ich mich über unsere vergangene Reise aus. Das ist sehr nett! Dann gehen Bianco und ich wieder heim.
10:00 Uhr Bianco macht ein Schläfchen.
12:00 Uhr Ich versuche schnell einen Salat zu machen. Mehr gibt der Kühlschrank nicht her. Bianco hat (mal wieder) eine Phase, in der er nur auf dem Arm überleben kann. Na ja, irgendwie kriege ich es dann hin: Den Rest schneide ich am Tisch, während er Oliven probiert. Er ist sich nicht sicher, ob das was für ihn ist, würde es aber auch nicht kategorisch ausschließen.
14:50 Uhr Der Römer kommt heim und bekommt die Aufgabe, Signorino abzuholen. Als sie heimkommen, ist das Kind sauer, weil ich ihn nicht abgeholt habe. Obwohl ich Signorino doch IMMER abhole. Routinen sind dem Kind sehr wichtig.
Dann beginnt die Snack-Pause: Ich probiere Bündner Nusstorte, die der Mann als Weihnachtsgeschenk von einem Patienten bekommen hat. Ja, doch! Das ist eindeutig nach meinem Geschmack.
16:30 Uhr Ich verabschiede mich in die Badewanne: Mein Rücken ist seit Wochen steinhart. Hoffentlich wird er dadurch etwas weicher.
18:00 Uhr Wir fangen mit den Abendessen-Vorbereitungen an. Vor Biancos Geburt haben wir gut und gerne erst um 19:30/20:30 Uhr angefangen, aber die Zeiten sind vorbei. Da wir nur noch drei Kartoffeln haben (und heute keiner einkaufen gehen will), gibt‘s eben Couscous und Zitronenhühnchen.
18:30 Uhr Wir schaufeln das Essen rein. Bianco hat eine seltsame Eigenschaft: Beim Abendessen wird sich IMMER beschwert, dass man müde ist. Motzen, schreien, brüllen. Heute war er tatsächlich müde und um
19:00 Uhr lagen wir im Bett. Ich hörte den Nachbarn von oben zu, wie sie ein Bett aufbauten. Um
20:00 Uhr steckte ich das Babyphone an und verließ Biancos Zimmer.
Viel mehr passiert hier nicht. Ein ruhiger Tag, würde ich sagen.
Let‘s call it a day!

Und ich dachte schon, es ginge beim morgendlichen Schuhstreit zwischen den Halbitalienern um modische Argumente. 😉
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😄😄 Gib uns noch acht bis zehn Jahre, liebe Anke, und dann wird das der Fall sein. 😄
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😂
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Meine ältere Tochter erzählt von einer Story, die sie gehört hat, (vermutlich Poetry Slam oder so). Mutter zieht sich und zwei Kinder an, Kinder im Ergebnis wie aus dem Ei gepellt – und, Blick in den Spiegel, eine Obdachlose.
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