Das sechste Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

[Die Auflösung von Tag 5 finden Sie, wie immer, ganz unten]

Fakt Nummer 6

Diesmal ein ganz kurzer und knackiger Fakt: Der Römer war in der Vorauswahl für die olympischen Spiele. Leider scheiterte er beim Kampf in Istanbul – und verpasste dabei knapp die olympischen Spiele in Peking.

Was meinen Sie? War der Römer tatsächlich so erfolgreich? Oder war er doch nur Kreisklasse Niveau im Kaffee trinken?

Reise Nummer 6

Heute ist Nikolaus Tag. Und ich dachte: Wir sollten irgendwohin, wo es wirklich schön ist. Ein Ort mit tollen Menschen, wo man sich wohlfühlen kann und den ich richtig gut kenne. Tagelang quälte ich mich, aber dann war die Antwort doch ganz einfach: Frankfurt! Es muss schließlich einen Grund haben, warum ich (freiwillig) die Stadt am Main als Lebensmittelpunkt gewählt habe.

Fortan schrieb ich alle Tipps auf, die ich kenne und merkte schnell: So klappt das nicht! Ich muss es nach Stadtteilen ordnen. Also fangen wir heute im Frankfurter Stadtteil Westend an.

Flugzeit ab Frankfurt: 0 min (Das ist definitiv die kürzeste Anreise in diesen Tagen)

Taxikosten: Wenn Sie schon am Flughafen ankommen, lege ich Ihnen das RMV Ticket* ans Herz. In 15 Minuten sind Sie in der Stadt – das schafft kein Taxi.

Vormittags gönnen wir uns erst einmal ein italienisches Frühstück. Und zwar genau da, wo der Römer und ich es immer einnehmen, wenn wir Zeit haben: Café Brixia* in der Bockenheimer Landstraße 42-44. Bei Cappuccino und Brioche (die echten Italienischen!) werden wir eingehüllt von einem deutsch-italienischen Sprachenwirrwarr. Die einzige pasticceria italiana [ital. Konditorei] Frankfurts. Die dolci [kl. Törtchen] beamen einen direkt auf die piazza einer italienischen Kleinstadt. Wer aperitivo machen möchte, ist hier ebenso richtig. Generell gibt es keine falsche Tageszeit für das Brixia. Jede Zeit ist immer die Richtige! Und wer seiner Mutter einen Geburtstag ausrichtet und die mäkelige Verwandtschaft zufriedenstellen muss, der nimmt einfach von allen dolci eins. So wie hier auf dem Bild:

Nach dem Frühstück geht es ins Senckenberg Museum*. Damals musste ich feststellen, dass Dinosaurier nicht nur interessant für die Kleinsten sind, sondern auch für uns Große. Neben der Dauerausstellung gibt es immer wieder wechselnde Sonderausstellungen, die allesamt sehr interessant und abwechslungsreich sind. Es gibt auch eine virtual reality Führung, die immer noch auf meiner „To-Do-Liste“ steht.

Hier mein Neffe F.

Langsam knurrt uns der Magen. Da wir uns nun schon einmal im Westend befinden, kehren wir mittags bei Brenman’s Deli* ein. Kleine Snacks, Suppen, Quiche, belegte Brötchen und natürlich auch Kuchen gibt es hier. Und wer sich noch eine Kleinigkeit mit nach Hause nehmen will, kann das im kleinen Ladenteil des Geschäfts machen: Hier warten Tees, Kochbücher, Pralinen und vieles mehr.

Gut gestärkt geht es in den botanischen Garten. Der versteckte Bruder des Palmengartens* ist kostenlos – und wunderbar ruhig. Man kann in Ruhe ein Buch lesen (ein Bücherschrank ist vorhanden!), dem Summen der Bienen lauschen und in der doch so hektischen Bankenmetropole zur Ruhe kommen. Wer doch eine Führung möchte, dem sei die App des botanischen Gartens ans Herz gelegt. Hier kann man einen Audio Guide aufrufen und sich in 30 Audiotexten alles genau erklären lassen. [Von Nov – Feb ist er allerdings geschlossen]

Wer noch nicht genug vom vielen Grün hat, der ist im angrenzenden Grüneburgpark bestens aufgehoben. Der weitläufige Park ist perfekt zum spazieren gehen, joggen, picknicken und Rad fahren.

Abends wird es blutig: Es geht ins The Black Bulls Steakhouse*. Hier werden hauptsächlich Fleischliebhaber glücklich. Vegetarier kommen hier (halbwegs) auf ihre Kosten, wenn sie entweder Beilagen bestellen oder Fisch essen. Eine Reservierung ist dringend zu empfehlen, da die Tische wochenlang vorher ausgebucht sind.

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Auflösung von Tag 5

Davide gab es wirklich – und er war eine Diva. Aber bei einem zampone hätte unsere Zusammenarbeit wohl für immer geendet. Die Geschichte ist falsch. Dennoch musste ich einmal einen zampone probieren. Meine AuPair Mutter kam ursprünglich aus Modena. Da wollte man mir etwas gutes tun. Nonna Lucia tischte gefüllten Schweinefuß auf. Gespannt wartete sie auf meine Reaktion. Doch mehr als ein gequältes Lächeln brachte ich nicht heraus. Meinen Würgreiz unterdrückte ich hingegen komplett. Nach drei, vier Bissen hatte man Mitleid mit „la tedesca“ und man tischte mir etwas anderes auf, was Nonna Lucia schnell in der Küche zubereitete.

Das vierte Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

[Die Auflösung von Tag 3 finden Sie, wie immer, ganz unten]

Fakt Nummer 4

Riad, Saudi Arabien. Wir schreiben das Jahr 2017. Auch hierher führte mich mein Beruf und ich genoss es sehr, den ganzen Tag im Schlabberlook herumzulaufen. Darüber die schwarze Abaya, denn die war (und ist) Pflicht, und schon stand mein outfit of the day. Mit den Einschränkungen als Frau in Saudi Arabien konnte ich gut leben. (Keine Poolnutzung, Essen nur in der Family Area, am besten in (männlicher) Begleitung aus dem Hotel,…) Es war schließlich nur für 24 Stunden, denn dann ging es wieder nach Hause.

Ich befand mich gerade auf dem Weg von der Crew Lounge in mein Zimmer. Nett war der Nachmittag mit den Kollegen – und kurzweilig. Ich hatte vor, mir noch eine schöne, heiße Dusche zu gönnen und zu dem Ruf des Muezzins zum Maghrib Gebet bereits fest zu schlummern. Ein paar Stunden Schlaf wollte ich mir noch gönnen, bevor wir durch die Nacht nach Hause flogen.

*Ping* Die Lifttür holte mich aus meinen Gedanken. Sie öffnete sich auf meiner Hoteletage und ich stieg aus. Meinen Weg kreuzte ein alter Saudi im traditionellen, weißen dishdasha Gewand. Sein langer, grauer Bart fügte sich schön in das Bild ein. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Osama bin Laden war nicht von der Hand zu weisen. Er wurde durch seinen Privatsekretär im Anzug begleitet, wie es schien.

Da Ausländerinnen in Saudi Arabien zwar dazu verpflichtet sind, die Abaya zu tragen, nicht aber das Kopftuch, erkannte man auf den ersten Blick, dass ich keine Staatsbürgerin des Wüstenstaates war. Der alte Osama bin Laden deutete auf mich und nuschelte etwas in das Ohr des Privatsekretärs. Ich senkte den Blick und wollte die letzten Schritte zu meinem Zimmer machen, da erhob Osama bin Ladens Lakai die Stimme: „Excuse me! Where is room number 405?“ [Entschuldigung, wo ist Zimmernummer 405?] Ich, hilfsbereit wie ich als Stuse nun mal bin, guckte kurz an die Wand zum Wegweiser und deutete in die entgegen gesetzte Richtung.

Gerade wollte ich weitergehen, da sprach der Lakai erneut in seinem seltsam anmutenden Englisch: „Room 405! We can’t find!“ [Zimmer 405! Wir können (es) nicht finden!] Ich deutete noch einmal auf den Wegweiser, doch der Lakai sprach: „Show us!“ [Zeigen Sie es uns!] Als wäre ich eine Angestellte des Hotels, lächelte ich höflich und schritt hinter den Männern her wie eine besorgte Entenmutter hinter ihren Jungen. „How much?“ [Wieviel?] fragte der Lakai aus dem Nichts. „Do you mean: How much is the room rate? I don’t know. I’m here on behalf of my company.“ [Meinen Sie: Wie teuer ist die Zimmerrate? Ich weiß es nicht. Ich bin hier seitens meiner Firma.] erklärte ich den netten Herren. „Seltsam diese Fragen.“ dachte ich und der Groschen wollte und wollte bei mir irgendwie nicht fallen. „No, how much is YOUR rate?“ [Nein, wie teuer sind SIE?] Mit einem klirrenden Geräusch fiel bei mir nun endlich der Groschen. Die beiden Herren wollten doch tatsächlich, dass ich „scheiche“ – wie es bei meinem Arbeitgeber scherzhaft heißt. „Also neeeee!“ antwortete ich empört in bestem Deutsch, machte auf dem Absatz kehrt und ging. „Wait! Wait! We pay good money!“ [Warten Sie! Warten Sie! Wir zahlen gutes Geld!] rief der Lakai mir hinterher.

Doch ich stand schon vor meiner Tür, kramte in Windeseile meine Zimmerkarte aus der Abaya und schlüpfte in mein Zimmer. Die Tür knallte ich hastig zu und verschloss sie dreifach. „Puh! Der alte Osama bin Laden dachte wirklich, wir spielen hier das saudische „Pretty woman“ nach. Ne, ne, Liebchen! Nicht mit mir.“ Mein Herz schlug bis zum Hals. Das Thema „Schlafen“ war vom Tisch – zu aufgeregt und adrenalingeladen war ich. Aber in der Crew sorgte ich später auf dem Flug für einige, sehr laute Lacher und den running gag „How much?“.

Was meinen Sie? Ein Märchen aus 1001 Nacht oder doch die nackte Wahrheit?

Reise Nummer 4

Die liebe Mitzi und die liebe Caro werden wahrscheinlich kopfschüttelnd vor dem PC sitzen und sich denken „Was will die uns denn von München erzählen?!“. Aber die Welt gehört den Mutigen. Also erzähle ich Ihnen, was an München damals als Kind toll war – und was mir bis zu meiner Auslieferung nach Hessen besonders gut gefallen hat. Also, auf geht’s!

Flugzeit (ab Frankfurt): 40 Minuten. (Aber Sie nehmen hoffentlich die Bahn!)

Taxikosten: Puh! 80-90 Euro. Da lohnt sich das S-Bahnticket deutlich mehr.

Da wir nun eh schon in der S-Bahn sitzen, fahren wir durch bis zum Marienplatz. Wir nehmen den Ausgang Richtung Rindermarkt, der uns kurz vor’m Spielzeugmuseum* ausspuckt. Mit meinem Opa durfte ich damals alle zwei Wochen hier herkommen und uns wurde nie langweilig in diesem Museum. Die nette Kassiererin kannte uns schon: „Ah! Da Opa mit da Enkelin! San wieder 2 Wocha um?“ begrüßte sie uns immer sehr herzlich. Mit großen Kinderaugen betrachtete ich all die faszinierenden Vitrinen. Mein Opa erklärte hier und da etwas über ein Spielzeug aus seiner Kindheit. Es ist ein sehr kurzweiliges Museum und für Kinder und nostalgische Erwachsene (wie mich) ideal.

Ein Kind zahlt 2 Euro Eintritt, ein Erwachsener 6 Euro. (Stand: 12/2020)

Danach kaufen wir uns ein paar Pralinen auf die Hand. Bayerisch Creme muss es sein – und das natürlich nur bei Elly Seidl*. Wir gehen aber nicht zum völlig überlaufenen Laden in der Maffeistraße. Das machen nur die Touristen und Münchner, die sich aufmandeln müssen. Als alteingesessener Münchner kaufen wir da, wo auch schon meine Oma einkauft hat: Die Filiale am Kosttor ist weitaus heimeliger – und ruhiger. Hier kennt man einen noch beim Namen – und zieht Rückschlüsse aufgrund der Bestellung: „150 Gramm Bayerisch Creme? Sind Sie gschickt worn von der Frau Dauser?“ In der Tat wurde ich geschickt von Frau Dauser, meiner Oma.

Und abends? Klar könnten wir zum Klinglwirt*, in die Teatro Bar Tapas* oder ins Dilan Meze & Bar.

Aber wir fahren lieber die paar Stationen nach Trudering und genießen echtes, bayerisches Essen. Im Truderinger Wirtshaus* ist’s eben wie’s in einem bayerischen Wirtshaus so ist. Zünftig, heimelig, ehrlich und lecker. Im Sommer ist der Biergarten ein Geheimtipp. Man sitzt unter großen Kastanienbäumen und lässt sich das wohlverdiente, kühle Bier schmecken.

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(Fragen Sie mich nicht, warum ich keine Bilder vorweisen kann. Wahrscheinlich scheint mir meine Heimat so unspektakulär, dass ich nie welche gemacht habe. Es müssten noch etliche auf meinem alten Handy sein. Aber wo das wieder ist…?)

Auflösung von gestern:

Ja, ja! Da waren Sie sich alle einig: Moskau und Signora Farniente? Wie soll das denn passen?! Aber ich muss sie bitter enttäuschen. Ich war tatsächlich am häufigsten in meinem Leben in Moskau. Mindestens einmal, meist aber zweimal im Monat flog ich nach Moskau – beruflich. So ersparte man sich das Visum und es gab nur einen hübschen, roten Stempel am Flughafen Domodedovo (viele Passseiten sind fest in russischer Hand). Mein erster Weg führte mich immer in die City Space Bar. Bei Sushi und Cocktail fühlte sich das Leben ganz wunderbar an. Je nachdem, ob ich einen Tag frei hatte oder nicht, erkundigte ich die Stadt. Unter anderem hatte ich das Glück (oder Unglück?) den toten Lenin zu begutachten. Da die Fotos bei München fehlen, nun Fotos aus meiner zweiten Heimat Moskau.

Das dritte Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

[Die Auflösung von Tag 2 finden Sie ganz unten]

Fakt Nummer 3

Als Kind habe ich es gehasst: Jeden Urlaub verbrachten wir in Südtirol. Der Mix aus „Oh-wir-sind-in-Italien“ und „Aber-alle-sprechen-Deutsch-und-die-Speisen-sind-die-gleichen-wie-in-Bayern“ war Argument genug für meine Eltern jeden Urlaub dort zu verbringen. Währenddessen fuhren meine Schulfreunde mit ihren Eltern ins „richtige Italien“: Lido di Jesolo, Rimini, was ich damals eben für das echte Italien hielt. Sie berichteten von flotten Italienern mit haselnussbraunen Augen, pizza und gelato. Ich hingegen hatte den strohblonden Hannes vom Niedereggerhof um mich – und Schlutzkrapfen.

Trotz den unzähligen Reisen ins immer gleiche Südtirol, gibt es einen Ort an dem ich noch häufiger war: Moskau! In jeder Jahreszeit und zu jedem Wetter war ich dort. Es war mein „home away from home“ und meine Traumdestination, die mich jedesmal aufs Neue glücklich machte.

Was meinen Sie? Hatte ich meinen gefühlten Zweitwohnsitz in Moskau oder ist die Geschichte nur ein russisches Wintermärchen?

Reise Nummer 3

Brr! Es ist kalt geworden hier. Nicht nur wegen Moskau, sondern auch Vancouver und Tallinn im Winter sind eher etwas für Eisprinzessinnen und Schneemänner. Und deswegen sollten wir schnell ab in die Sonne reisen.

Rio de Janeiro it is.

Flugzeit (ab Frankfurt): 12,5 Stunden

Taxikosten: ca. 80-100 Real (je nach Tageszeit) – (=12,50 € – 16 €)

Haben Sie noch einige Stunden nach dem Flug im Belmond Hotel* an der Copacabana schlafen können? Die Betten sind traumhaft. Und die Aussicht erst! Aber nun wird es Zeit für das luftige Sommerkleid/die kurzen Hosen. Sonnencreme und Sonnenhut sind in der Tasche. Der teure Goldschmuck ist sicher im Safe? 😉 Dann können wir los!

Wir fahren in den Jardim Botanico – in den botanischen Garten und frühstücken erst einmal im Plage Café*. Lassen Sie sich nicht abschrecken von der Schlange an scheinbaren „Fotomodels“ (hier der Eine im Bild). Dieser Ort ist wirklich fantastisch für ein schönes Frühstück.

Wer ein schnelles Frühstück bevorzugt, weil er gleich zum Strand möchte, der kehrt bei der Bakery Atlantico* ein. Der Kaffee darf sich getrost caffé nennen. Die kleinen, süßen Teilchen sind Weltklasse und sorgen für einen heftigen Zuckerschock. Danach holen wir uns an einem der vielen Fruchtstände wahlweise Açaí oder – mein Favorit – suco de mamão (Papayasaft).

Gut gestärkt lassen wir uns an der Copacabana nieder oder gehen/fahren nach Ipanema. Dort genießen wir das Rauschen der Wellen. Einfach mal nichts tun, den warmen Sand unter den Fußsohlen spüren und ein laues Lüftchen streichelt uns sanft die Haut. Das ist doch genau das Richtige in dieser vorweihnachtlichen Jahreszeit, oder?

Abends nehmen wir das Taxi und düsen nach Urca. Dort geht es ins „Restaurante Garota de Urca“*. Fleisch ist hier oberstes Gebot. Aber keine Angst: Auch Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten. Dazu der Ausblick auf Fußballspielende Cariocas am Strand. Ist das Leben nicht herrlich?

Auflösung von gestern:

Na? Wer hat richtig getippt? War der Römer nun der Held am Shaker? Oder war er doch eher das Heimchen am Herd?

Richtig ist: Er war in seiner Studentenzeit das Heimchen am Herd. Dank strenger (und südländischer), lang andauernder Beziehung gab es für ihn keine Diskobesuche, keine Clubs und Bars. Da wäre es ein weit entfernter Traum gewesen im giardino delle fragole* zu jobben. So war er tatsächlich meist brav zu Hause und durfte allenfalls in der Pizzeria jobben. Natürlich ist der Römer auch kein Unschuldslamm und holte all seine verpassten Chancen in seinen 30ern nach, nachdem seine damalige Langzeitbeziehung in die Brüche ging.

Das zweite Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

[Das zweite Türchen]

[Die Auflösung von Tag 1 finden Sie ganz unten]

Fakt Nummer 2

Prolog: Da Fakten über mich doch recht langweilig werden, beziehe ich alle meine Haupt- und Nebendarsteller mit ein.

Der Römer ist ein echter Partyfuchs. Kein Fest in Rom fand ohne ihn statt. Deswegen machte er sein Hobby zum Beruf und arbeitete neben dem Studium in der Diskothek „Il Bosco delle fragole“ [Im Erdbeerwald] als Barkeeper. Er mixte unzählige Drinks und zog danach oftmals noch weiter um die Häuser der ewigen Partystadt. Alkoholfrei blieb er dabei immer – doch das minderte seinen Spaß in den fünf Jahren dort als Barkeeper in keinster Weise. Danach wechselte er in den etwas exklusiveren Club „ShariVari“ und gab dann nach weiteren 3 Jahren auf. Dennoch kann man sagen, dass sein Hobby sein Studium finanzierte.

Was denken Sie? War der Römer ein Barkeeper in seiner Studentenzeit oder doch das brave Heimchen am römischen Herd?

Reise Nummer 2

Sind Sie bereit? Haben Sie Ihren bequemen Langstrecken-Hausanzug an? Perfekt!

Denn heute geht es nach Kanada. In die wunderbare Stadt Vancouver.

Flugzeit (ab Frankfurt): 10:40 Stunden

Taxikosten vom Flughafen in die Innenstadt: ca. 35 kanadische Dollar + Trinkgeld

Wie gerne war ich in Vancouver und habe den startenden Wasserflugzeugen und den riesen Kreuzfahrtschiffen beim Ein- und Auslaufen zugeschaut.

Nichts für den kleinen Geldbeutel, dennoch jeden Cent wert, ist das Pan Pacific Hotel* direkt am Kreuzfahrtterminal. Von hier ist man schnell in Gastown und kann die berühmte Gastown Steam Clock bewundern.

Vom Pool des Hotels haben Sie einen einzigartigen Blick auf die Berge rund um Whistler. Besonders zu empfehlen, wenn Schnee liegt (er ist beheizt!) und sie sich bei anbrechender Dunkelheit in den Bann Kanadas ziehen lassen.

Da im Hotel frühstücken in Kanada (und in den USA) zwar machbar ist, aber es vor Ort vor kleinen Cafés nur so wimmelt, empfehle ich Ihnen das Café „Nelson the Seagull*“. Frisches, selbstgemachtes Sauerteigbrot wird täglich mehrmals in der offenen Backstube gebacken. Auch das Hipster Food schlecht hin (Avo&Egg) gibt es und es ist göttlich. Der caffé ist okay-ish – aber trinkbar. 😅 Man sitzt sehr nett und durch die Zeitverschiebung kann ich Ihnen garantieren, dass Sie ganz sicher einen Platz bekommen. Sie werden eine/r der Ersten sein.

Wer den Geschmack Italiens vermisst, der kehrt gleich ums Eck bei Di Beppe* ein. Die Pizza ist fast so gut wie in Italien. Der Service ist kanadisch freundlich und Italien scheint nur noch halb so weit weg.

Kanada ist bekannt für seine Natur. Dass man nicht ewig weit ins Hinterland fahren muss, ist einer der größten Vorteile in Vancouver. Der Stanley Park ist per pedes, aber auch mit einem Leihfahrrad gut zu erreichen.

Wer doch lieber einen Ausflug machen will, dafür aber nicht stundenlang im Bus sitzen möchte, dem sei der Capilano Suspension Bridge Park* ans Herz gelegt. Das Busshuttle fährt direkt vor’m Pan Pacific Hotel ab, ist kostenlos und die Eintrittskarte zahlt man am Kassenhäuschen dort.

* Werbung [leider selbst bezahlt]

Auflösung von gestern:

Tatsächlich ist es genau so passiert. Fragen Sie nicht wie schief der Haussegen in diesen Wochen der Entscheidung hing, aber am Ende hing er noch. Irgendwie. Ich schmiss so knapp vor‘m Abitur die Schule. Da das Ausbildungsjahr (eine Ausbildung war die Bedingung meiner Eltern, sonst hätte ich nicht abbrechen dürfen) bereits angefangen hatte, arbeitete ich etliche Monate nur in meinem Schülerjob im Bekleidungsgeschäft. Jetzt, wo ich selbst Mutter bin, bewundere ich meine Eltern, dass sie diesen absurden Wunsch zugelassen haben. Ich hätte Signorino zum Abitur getragen, so kurz vor knapp.