Mitarbeiter einstellen leicht gemacht

Ich hatte heute Nacht einen Traum. Es war diese Art von Traum, die sich auf dem schmalen Grat zwischen Albtraum und normaler Absurdität des Unterbewusstseins befindet.

Alles hatte damit zu tun, dass der Römer sich momentan auf Jobsuche befindet. Sie ahnen es: Es ist anstrengend und die ganze Familie wird mit einbezogen. Momentan vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht mindestens einmal über ein Jobangebot, diverse Bewerbungsgespräche oder Vertragsbedingungen austauschen.

Heute Nacht verarbeitete mein Unterbewusstsein all diese Informationen in einem schnittigen Traum, der manchem Personaler eine ganz neue Richtung weisen könnte.

Ich träumte, dass der Römer sich bei „Gelli’s Praxis“ beworben hatte. Wer diese Gelli ist, erschließt sich, nach intensiver Recherche, weder dem Römer noch mir. Wir warteten geduldig auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch oder – im schlimmsten Fall – auf eine Absage. Doch tagelang passierte nichts. Dann kam ich in meinem Traum auf die Idee, sich doch noch einmal die Website der Praxis etwas genauer anzusehen. Ich klickte auf die Kategorie „Über uns“, wo der Lebenslauf und die Qualifikationen der Chefin (=Gelli) und ihrer einzigen Mitarbeiterin vorgestellt wurden. Doch im Vergleich zum letzten Mal, gab es nun einen Mitarbeiter mehr: Der Römer mitsamt seines Curriculum Vitae erschien jetzt ebenfalls im Aufklappmenü der Website. Dazu wurde in der Kategorie „Aktuelles“ verkündet, dass sie sehr froh sind über ihren neuen Mitarbeiter, der das Team zum 01.4. komplettierte. Ich war geschockt, fand doch, bis auf die Bewerbungsemail des Römers, keinerlei Kommunikation zwischen Gelli und dem Römer statt. Verwirrt öffnete ich in meinem Traum die Facebook Seite von Gelli’s Praxis. Hier zierte ein großes Bild des Römers den letzten Beitrag. Darunter stand: „Wir freuen uns den Römer am 01.04. als neues Teammitglied in unserer Praxis begrüßen zu dürfen.“. Er wurde eingestellt, ohne dass er davon wusste. In meinem Traum war ich komplett aus dem Häuschen, stotterte etwas von „Das geht doch nicht! Die muss dich doch erst einmal zum Gespräch einladen. Sie kann dich doch nicht ohne deine Kenntnisnahme oder einen Vertrag einstellen?!“ Der Römer zuckte nur gelassen mit den Schultern: „M’beh, che faccio adesso? Lavoro per loro. Ovviamente mi hanno assunto senza saperlo. [Ja gut, was mach ich jetzt? Dann arbeite ich halt für sie. Offensichtlich haben sie mich ohne mein Wissen eingestellt.]“ erklärte er mir. In meinem Traum war selbst ich von dem römischen Pragmatismus überrascht. Er wurde, ohne jemals von Gelli kontaktiert worden zu sein, eingestellt und fügte sich seinem Schicksal. „La chiamo per chiedere a che ora si inizia normalmente… [Ich ruf‘ sie mal an und frage nach, um wie viel Uhr sie normalerweise anfangen…]“ erklärte er weiter und tippte Gellis Nummer in das römische Telefon.

Dann wachte ich auf, weil Signorino lautstark bemängelte, dass er seinen Schnuller verloren hatte.

Am nächsten Morgen, diesmal in der Realität angekommen, erzählte ich ihm von meinem Traum. Er prustete den Schaum von seinem Cappuccino. „È pazzesco! Mi assumono senza saperlo e poi vado a lavorare per loro. Più facile di così…. [Wahnsinn! Sie stellen mich ohne mein Wissen ein und ich arbeite dann einfach für sie. Noch einfacher geht es nicht…]“

Na ja, wo er Recht hat, hat er Recht.

7 Kommentare zu „Mitarbeiter einstellen leicht gemacht

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