WMDEDGT – Juli 21

Es ist mal wieder soweit: Wie jeden 5. des Monats will Frau Brüllen wissen: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ oder, etwas knapper, WMDEDGT?

08:00 Uhr Ich bin seit 5 Minuten wach und parke die Familienkutsche um. Das liegt a) daran, dass ich im halben Halteverbot stehe und b) dass sich eine unflätige Person aus Groß-Gerau auf meinen Tiefgaragenstellplatz gestellt hat. Da letzterer 12 Geh-Minuten von unserer Wohnung entfernt ist, konnte ich sie nicht einparken, hinterließ ihr aber eine ordentliche Notiz an der Heckscheibe mit der „Bitte“ mich anzurufen, wenn sie gedenkt wegzufahren. Raten Sie mal: Der Anruf kam nie. Und wird vermutlich auch nie kommen.

Wie man aber auf irgendeinem Stellplatz einer Tiefgarage parken kann, ist mir unbegreiflich. Ich wünschte ihr, dass sie (lebenslang und ausversehen)Taschentücher mitwäscht (aber die, die sich in 1000 kleine Einzelteile auflösen).

09:00 Uhr Mann und Kind sind aus dem Haus. Ich tippe den Morgen ab, dann geht es weiter auf meiner bumsvollen Agenda. Mein eigentlicher Plan nach der Prüfung war, mir einen entspannten Tag auf dem Sofa zu gönnen. Aber die Hummeln im Hintern und die knallvolle To-Do-Liste verhindern das. Also tue ich, was getan werden muss: Haushalt, Umzug vorbereiten, mal ins neue Studienskript gucken (Würden Sie lieber den Wälzer „Typographie“ anfangen oder doch lieber das schlankere „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten„?)

11:00 Uhr Bis jetzt vergnügte ich mich im hauseigenen Büro (= Esstisch) und stellte fest, dass einige Institutionen noch gar nichts von meinem neuen Nachnamen wissen. Muss wohl in 2017 durchgerutscht sein. Na ja, jetzt ist zumindest der DSL Anbieter informiert, dass ich seit mehr als vier Jahren unter neuem Namen laufe. Ich schreibe mir einen groben Schlachtplan für die nächsten zwei Tage und schiebe Aufgaben von einer To-Do-Liste auf die nächste. So kann man seine Zeit auch verbringen. Aber mal ehrlich: Die unzähligen Pfandflaschen würden Sie doch auch lieber am Dienstag zurückbringen, oder? Ich stehe noch gar nicht ordentlich und trittsicher in der Woche und soll bereits am Pfandautomaten Flasche um Flasche einlegen? Nein, nein, nicht mit mir. Heute reicht es nur für die Postfiliale. Und auch das nur mit Ach und Krach! Ich mache mich daran, Babyschlafsäcke zu bügeln und zu fotografieren. Ein anderes Baby hat sicher noch eine ganze Weile Freude an Signorinos zu klein gewordenen Schlafsäcken.

13:00 Uhr Das blöde an Emails ist meist, dass man eine Antwort darauf möchte. Kommt die Antwort dann, beginnt die Arbeit von Neuem und man schreibt wieder eine Email zurück. Ich ping-pong-e vier Emails zurück und mache mir Bratnudeln. Dazu erwärme ich die Pasta Fredda von gestern einfach in einer Pfanne. Aber sagen Sie das nicht dem römischen Gatten, denn alleine die Idee bereits al dente gekochte Nudeln nach einem Tag im Kühlschrank in der Pfanne knusprig zu braten, würde bei ihm wahrscheinlich einen Brechreiz auslösen. Jede gute Ehe braucht eben ihre Geheimnisse und das ist meines. 😉 Dann flitze ich zum Auto, denn einer der Email-Schreibenden will meinen Kilometerstand wissen. Meine Antwort „recht wenig“ genügte ihm anscheinend nicht.

14:25 Uhr Ich hole Signorino von der Kita ab. Er läuft grinsend an die Scheibe und umarmt mich, sobald die Tür Erzieherin die Tür aufmacht. Seine Bezugserzieherin erzählt mir, wie der Tag heute verlief (gut!). Dann düsen wir nach Hause und Signorino grüßt die Jungs vorm Barbershop wie ein großer Imperator – mit beiden Händen nach oben. Einer winkt zurück. Signorino verliert seine römische Autorität und grüßt kichernd und winkend zurück. Daheim angekommen fällt mir auf, dass ich noch zur Post muss. Also hieve ich den Buggy wieder die sechs Stufen nach unten und wir rollen zur Post. Wieder zu Hause mache ich mir erst einmal einen Espresso und Signorino bekommt ein Wasser. Als er die Kekse auf dem Esstisch entdeckt und ich sie schnell wegpacke, quälen wir uns durch einen 20minütigen Schreianfall, der alle Oktaven abdeckt, die Signorino beherrscht. Am Schluss isst unser Ableger zerknirscht und schmollend eine Banane und ich schreibe mir hinter die Löffel, dass ich die Kekse vom Vormittag unbedingt wegpacken muss, wenn das Kleinkind nach Hause kommt.

17:30 Uhr Ich bereite die Cannelloni für heute Abend vor. Es ist Herbst (na ja… irgendwie schon), da muntern einen die Cannelloni vielleicht ein bisschen auf? Signorino macht Quatsch, lehrt den Papiermüll aus, verteilt ihn, räumt ihn in die Küchenschränke, räumt Töpfe und andere Küchenutensilien aus den Schränken, ABER ich habe beide Hände voller Ricotta-Spinat-Mischung UND er ist beschäftigt. Also ja! Ganz viel Freude dabei, Signorino. 🤪

18:30 Uhr FERTIG! Wir essen dann mal und schieben es wieder in den noch warmen Ofen. Heute ist des Römers langer Arbeitstag.

20:00 Uhr Der Römer ist daheim und hat einen Bärenhunger mitgebracht. Zwei Portionen und einen Deca(ffeinato) später findet er die Kraft, die Wassermelone in mundgerechte Stücke zu teilen. Wir stellen fest, dass Signorino Schnupfen hat und hoffen darauf, dass daraus kein richtiges „Krank“ wird, denn am Mittwoch wollen wir nach München düsen.

21:30 Uhr Halleluja! Das Kind schläft. Nur drei Mal erzählte ich die Geschichte mit dem Hummer, der Kummer hat, weil das Seepferdchen nicht da ist. In welcher, eventuell amourösen, Beziehung der Hummer dabei zum Seepferdchen steht, ist mir auch nach unzähligen Malen des Vorlesens nicht ganz klar. Mittlerweile vermute ich aber, sie sind einfach nur sehr gute Freunde. Obwohl der Schlusssatz mich zweifeln lässt. Denn, nachdem das Seepferdchen wieder aufgetaucht ist, sagt der Hummer: „Nur mit dir an meiner Schere, bin ich glücklich hier im Meere.“ Das sagt man doch nicht zu einem Freund, oder? Sie sehen… ich komme in den Schmarrn rein, wie man so schön sagt.

In diesem Sinne: Let’s call it a day!

17 Kommentare zu „WMDEDGT – Juli 21

  1. Gute Idee Tom, nur der Anfahrtsweg ..
    Ein wirklich gut gemeinter Rat: „ Vermeide jeglichen Machtkampf mit dem römischen Prinzen!
    Was ist schon ein Keks
    ? Prinzipien helfen hier nicht!
    Sobald andere Dinge wichtiger sind – haben die Kekse keinen Stellenwert mehr!
    Schönen Abend aus dem lauen München
    P.S. Morgen ist ein Seetag angesagt🙋‍♀️😎🐟🐟

    Gefällt 2 Personen

    1. Wenn der Berg nicht zum
      Propheten kommt, na dann kommt der Prophet eben zum Berg. 😄
      Ein sehr guter Tipp! Ich sah nur die Angstmacher Doku mit vergammelten Kinderzähnen vorher und dachte mir: “Um Gottes Willen! Wenn er jetzt diesen Keks isst, sehen seine Zähne in 2 Wochen so aus.🙈”
      Aber du hast absolut recht. Was ist schon ein Keks?
      Danke dir und hab’ einen angenehmen Tag am See! 🐟 🏊🏻‍♀️

      Gefällt 2 Personen

      1. Ums naschen geht es (mmn) nicht, sondern die gute Zahnpflege ist wichtiger. Vom ersten Zähnchen putzen und immer drauf bestehen, dann dürften sich die Kreidezähne verhindern lassen. Ich verzichte auch komplett auf Trinkflaschen, weil da die Zähne immer wieder mit Zucker (außer bei Wasser) umspült werden.

        Ich wünsche dir viel Power für diese Woche. 💪🏻

        Liebe Grüße 🌹

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      2. Das ist unsere Krux: Wir putzen ihm zweimal am Tag die Zähne, was einem Kampf gleicht. Manchmal geht’s besser, manchmal geht’s schlechter. 🤪 Hast du dazu vielleicht einen Tipp, außer Beständigkeit?
        Danke, das wünsche ich dir auch! 💪🏻🌷
        Liebe Grüße 🌻

        Gefällt 1 Person

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