Kitaplatz in Frankfurt – die 10 besten Tipps im Kampf um den Betreuungsplatz

Ich sag‘s Ihnen! Einen Kindergartenplatz in unserem Frankfurter Stadtteil zu finden, war ein Ritt. Über die Alpen. Ohne Sattel. Im Winter. Auf einem fußlahmen Lama. Bei -20 Grad. In Badekleidung und ohne Proviant.

Ja, so in etwa fühlte es sich an, einen Kindergartenplatz für unser Kindergartenkind in Frankfurt zu finden.

Aber es hatte einen grandiosen Lerneffekt. Ich kann Ihnen nun ganz heiße, ganz exklusive Tipps mit auf den Weg geben. Doch wie findet man Ihn nun, den Kitaplatz in der Großstadt?

E-Mails sind geduldig – Anrufer:innen nicht

Ja, ich weiß. Eine E-Mail können Sie schreiben, wann Sie es für richtig halten – auch um 1 Uhr nachts. Dazu ein Bild von einem fröhlich lachenden Kind, das dabei keck in die Kamera guckt – fertig. Aufwand? 2 Minuten. Doch wissen Sie, wo all die E-Mails landen? Im besten Fall in einem E-Mail-Ordner, den sich Kitaleitungen interessiert durchblättern, wenn gerade kein verzweifelter Elternteil anruft, um mitzuteilen, dass man wirklich dringend einen Kitaplatz brauche. Wissen Sie, wie oft kein verzweifelter Elternteil bei der Kita anruft? Ja, genau – vermutlich eher nie.

Bei uns war es so: Ich machte mir im Dezember 2022 eine Liste von allen Kitas, die für uns in Frage kommen würden. Dann schrieb ich jeder einzelnen Kindertagesstätte eine E-Mail. Circa 10% aller Kindergarten-Leitungen antworteten mir mit der Mitteilung, dass ich mich bei Kitanet Frankfurt anmelden soll (das war ich natürlich schon seit unser Sohn 1,5 Jahre alt war) und man sich ansonsten gedulden solle. Aktuell gäbe es keinen Kitaplatz. Als das Ende der Toleranzfrist der Kinderkrippe immer näher rückte – das Kind war mittlerweile gute 3 Jahre alt und bis maximal 3,5 Jahre dufte er noch in der Krippe bleiben – ließ sich mein römischer Gatte breit schlagen. An einem Tag rief er alle fünfzehn vorausgewählten Kitas an und jammerte ihnen vor, dass wir wirklich dringend einen Kitaplatz brauchen würden. Wer sich von meinen geschätzten Leser:innen an die Mittagsschlafproblematik erinnert, weiß warum. Und tatsächlich – die ein oder andere Kitaleitung klang schon etwas zuversichtlicher. Schlussendlich sagte Kitaleitung Nummer 13, man habe einen Platz, aber die dafür zuständige, stellvertretende Kitaleitung sei erst morgen im Haus. Man soll unbedingt am nächsten Tag nochmal anrufen. Gesagt – getan.

Streetart: Aufs Telefon starren und eine E-Mail tippen? Benutzen Sie es lieber zum Telefonieren.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Traditionell Anfang eines Jahres laufen die Leitungen bzw. E-Mail-Postfächer der Kitas über, denn es ist Kitaplatz-Vergabe-Saison. Von Januar bis März bekommen glückliche Eltern einen Anruf, dass ihre Betreuungssituation in keinem Desaster enden wird. Doch wann ist er nun, der richtige Zeitpunkt für einen gelungenen Kitastart? Grob können Sie sich merken, dass (vermutlich) alle Kitas eine Sommer- und eine Winterpause machen. Die Sommerpause beginnt meist Ende Juli und endet Mitte August. Die Winterpause beginnt an Weihnachten oder kurz vorher und zieht sich bis Neujahr. Wenn Sie beim Startzeitpunkt des Kitaplatzes Juli angeben, kann ich Ihnen sagen, dass die Chancen sehr, seeeehr schlecht stehen, dass Ihr Kind einen Platz im Juli haben wird. Rechnen wir die Sache mit dem Kitaplatz etwas negativ durch: Ihre Eingewöhnung zieht sich – zwei Wochen sind demnach zu knapp. Stattdessen brauchen sie vier Wochen. Danach braucht Ihr Kind noch etwas Zeit ganz regulär in die Kita zu gehen und sich einzuleben. Drei Wochen vor der großen Sommerpause wird demnach keine Kita eine Eingewöhnung starten. Bessere Monate für Kitastarts sind z.B. Januar bis einschließlich Mai oder September bis einschließlich November. Da es regionale Unterschiede gibt und Sie keinen Kitaplatz in Frankfurt, sondern vielleicht in München, Berlin, Hamburg, Köln oder auf dem platten Land suchen, rate ich Ihnen, sich zu informieren, wann Ihre Wunschkitas überhaupt geschlossen haben. Wo sind die größten Betreuungslöcher? Von da rechnen sie Minimum 8 Wochen zurück und tada – sie haben Ihren perfekten Kita-Start kalkuliert. Bedenken Sie, dass Kitas im Winter weniger Eingewöhnungen haben als im Sommer. So sagte es mir eine damalige Kitaleitung.

Tag der offenen Türe

Wir waren ein einziges Mal auf einem Tag der offenen Türe und glauben Sie mir: Bis auf die ersten 4 Minuten, in denen wir die Räumlichkeiten besuchen konnten, war diese Veranstaltung vollends nutzlos für uns. Wenn Ihr Ziel ist, die Chancen zu erhöhen von der Kita-Leitung wahrgenommen zu werden, sparen Sie sich den Tag der offenen Türe. Machen Sie stattdessen einen schönen Ausflug. Glauben Sie mir, das bringt Ihnen und Ihrem Kind deutlich mehr als der Tag der offenen Türe im Kindergarten.

Bei uns waren so viele Eltern mit laminierten Steckbriefen ihrer Kinder anwesend, dass wir danach in einer Schlange anstanden, weil jeder verzweifelte Elternteil noch einmal Werbung für sein/ihr perfektes, ruhiges, pflegeleichtes Kind machen wollte. Nach 20 Minuten beschlossen wir, unverrichteter Dinge, nach Hause zu gehen. Wir waren ziemlich niedergeschlagen und ich war enttäuscht und wütend, dass mein halber Samstag für so eine Veranstaltung drauf ging.

Greifen Sie zu

Als es hieß, dass die zuständige Kitaleitung nicht anwesend sei und man morgen anrufen solle, tat mein vorbildlicher Ehemann wie ihm geheißen. Blöd nur, dass er am nächsten Morgen sagte, als man ihm den Platz anbot: „Das bespreche ich nochmal mit meiner Frau. Ich melde mich.“

Machen wir uns nichts vor – wir leben in Zeiten, in denen Sie lieber einmal mehr zusagen und hinterher immer noch absagen können, falls es ganz schrecklich ist – als abzusagen, um hinterher zuzusagen. Trauen Sie sich: Sagen Sie JA – auch ohne Ihre:n Partner:in vorher gefragt zu haben. Ich verspreche Ihnen, Sie kommen im Notfall jederzeit aus Ihrer Zusage raus, denn mindestens drei weitere Elternteile stecken schon in der Telefonleitung und warten auf ein Platzangebot.

Klein anfangen

Mein Mann arbeitet Vollzeit, ich arbeite 20 Stunden im Büro, 10 Stunden als Flugbegleiterin und studiere noch – dazu haben wir keine Oma, Tante, Großtante, Stiefmutter oder Haselmaus, die auf unseren Signorino aufpassen könnte. Und wissen Sie, welchen Platz wir angeboten bekommen haben? Zum Glück einen Dreiviertelplatz mit der Option auf Erweiterung. Das klingt doof? Klar ist es suboptimal, da wir die Aufgaben wie viel zu schwere Medizinbälle zwischen uns hin- und herjonglieren. Aber das größte Learning auf der Suche nach einem Kitaplatz war: Vollzeitplätze werden nur intern vergeben. Man startet also klein – mit einem Zweidrittel-Platz bis 14:30 Uhr und bekommt dann, nach einer Wartezeit, seinen Vollzeitplatz. Von dieser (internen) Regelung hörten wir bei beinahe jeder Kita.

Ein kleiner Minifuß – hier hatten wir noch ein Krippenkind

Seien Sie eine Mücke

Bleiben Sie hartnäckig, bleiben Sie nervig. „Aber ich kann doch nicht schon wieder dort anrufen?!“ Doch, können Sie. Wie war das nochmal mit dieser einen nervigen Mücke, die nachts im dunklen Schlafzimmer um Sie herumsummt? Es macht Sie beinahe wahnsinnig, aber sie will und will nicht aufhören. Was täten Sie nicht alles, um diese Mücke und ihr nerviges Sumsen loszuwerden? Ha! Ertappt – Sie würden dieser Mücke vermutlich auch einen Kita-Platz geben, damit sie aufhört, um Sie herum zu surren, oder? 😉

2 für 1

Jetzt geht Ihr Kind in den Kinderkrippe, aber nach wenigen Jahren brauchen Sie wieder einen Kindergartenplatz. Oder Ihr Kind sucht einen Kindergartenplatz, aber in ein paar Jahren sind Sie schon wieder auf der Suche nach einem Hortplatz. Setzen Sie auf Kombi-Produkte: Krippe + Kindergarten oder Kindergarten + Hort. Im besten Fall müssen Sie nur einmal suchen und werden automatisch auf die nächsthöhere Stufe „upgegradet“. Wäre das nicht was?

Die müssen es ja wissen

Dieser Tipp war mir auch neu, aber er ist meines Erachtens Gold wert: die städtische Kita Frankfurt (KITA Frankfurt), sowie andere Träger haben eine Zentrale. Und wie das bei Zentralen so ist: Sie haben den Durchblick. Wo ist gerade ein Platz frei und ist dieser Platz vielleicht sogar in Ihrem Stadtteil? Rufen Sie direkt bei der Zentrale des Trägers an und erkundigen Sie sich. Dort kann man Ihnen die besten Tipps geben, denn die meisten Plätze werden bei der Restplatzbörse von Kitanet vermutlich nie auftauchen. Es ist eben wie am Wohnungsmarkt: Die wahrlich guten Wohnung werden nicht inseriert. 😉

Letzte Chance: Jugendamt

Die Möglichkeit gibt es natürlich auch noch: Wenn gar nichts hilft und selbst am weit entfernten Horizont noch kein Kita-Platz in Sicht ist, dann wenden Sie sich ans Jugendamt. Die kompetenten Damen und Herren helfen Ihnen sicher weiter – und wenn gar nichts hilft, ja, dann klagen Sie. Es ist Ihr gutes Recht!

Kopf hoch

Der Vorteil einer Großstadt ist: Es zieht immer irgendjemand weg. Verzagen Sie nicht – Sie finden garantiert einen Kitaplatz und werden schon bald Klebeetiketten* mit dem Namen Ihres Nachwuchses in Mini-Wechsel-Klamotten für die Kita. Ich weiß, die Phase ist stressig, weil man im luftleeren Raum schwebt, aber verlieren Sie Ihre Zuversicht nicht. Vielleicht sind Sie nur einen Anruf von Ihrer Zusage entfernt?

Und welche Tipps haben Sie?

Nachtrag: Meine Tipps beruhen selbstverständlich auf meinen Erfahrungen. Wie das so ist bei Erfahrungen: Sie sind individuell und nicht auf jede Familie und jede Situation anwendbar.

*Transparenz: Bei den Links handelt es sich um Affiliate Links: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

24 Kommentare

    • Hallo und herzlich Willkommen! Ein neues Gesicht – wie schön. 😃

      Der Spruch ist genial. Den muss ich mir unbedingt merken. 😄😄 Ich glaube ja, wenn es ein Kita-Tinder geben würde, wären die meisten Eltern nur noch am Wischen. Liebe Grüße, Eva

      Gefällt 2 Personen

  1. Es bleibt nur eins, hartnäckig bleiben und den Einrichtungen auf die Nerven gehen.

    Glaub mir, in der Pampa ist das Problem genauso schlimm. Wir hatten für unseren einen Platz in einer Einrichtung, ich war täglich 3 Stunden unterwegs nur Fahrerei von zu Hause zur Einrichtung, von der Einrichtung zur Arbeit, von der Arbeit zur Einrichtung und wieder nach Hause. so war ich gezwungen meine AZ zu verkürzen, der Mann im 3-Schicht Betrieb im KH mit unzuverlässlichem Schichtplan, ohne Möglichkeit der AZ Verkürzung, nun gut, anderes Thema.

    Wir haben während der Kindergartenzeit keinen Platz in der Nähe bekommen. gestartet in der Krippe durch Zufall, weil die Einrichtung neu eröffnete, man bot uns einen Krippenplatz an, haben wir angenommen. unser Kind benötigte 2 Stunden Eingewöhnung dort ,-9 mit 2,5 durfte er zu den großen wechseln weil er das Angebot des Mittagsschlafes auch für überflüssig hielt ,-) (mit ca. 2,2 kam er in die Krippe, ich hatte 3 Jahre Erziehungsurlaub angemeldet, damals hieß das noch so, so konnte ich auch früher wieder starten, war auch gut für den Geldbeutel, den Elterngeld gab es nicht sondern nur Erziehungsgeld von max. 300 Euro im Monat – Berechnet vom Jahresbrutto des Kindsvaters, je mehr der verdiente umso weniger Erziehungsgeld gab es, bei uns fiel damals 1. Vollzeitgehalt weg durch den Erziehungsurlaub heute ist das ja anders).

    Diese Einrichtung besuchte er bis zur Einschulung, einschulen durften wir an der dazugehörigen Schule nicht, da mussten wir im Einzugsgebiet einschulen, aber einen Krippen/Kindergartenplatz haben wir nicht bekommen in der Nähe, da wäre das egal. Diese Einrichtung war sooooo mega toll, unser Kind konnte dort so sein wie er ist und wurde dort abgeholt wo er stand. 😍.

    Das nächste Problem war dann die Betreuung in derGrundschule, denn die ging nu bis 11:30, kein Betreungsangebot was berufstätigen entgegenkommt. Da musste dann ein Hortplatz gesucht werden. Ohne Oma, Opa und Co zu haben … wer will einen gerade mal 6 jährigen sich nachmittags allein überlassen.

    Allen die auf der Suche sind, Durchhaltevermögen, Biss, Hartnäckigkeit und eine langen Atem gewünscht, aber nehmt nicht nur was um einen zu haben, schaut das die Einrichtung auch was taugt!

    Gefällt 2 Personen

    • Vielen, herzlichen Dank für deinen hilfreichen Kommentar und deine Tipps 🤩 – und du hast natürlich recht: Auf dem Land ist’s mit der Kita- und Hort-Situation genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer. 😫

      Das, was du beschreibst, kann ich absolut nachfühlen. Der Römer hat in Betongegossene Arbeitszeiten – Homeoffice ist als Therapeut natürlich gar nicht möglich. Die Patienten sind eben zu einer gewissen Zeit da. Das einzige Glück, dass wir hatten: Keinen 3-Schicht-Betrieb und damit auch gerne Freiwild, egal ob am Feiertag oder am Wochenende (wobei das noch zu organisieren wäre). Doch dazu kommt mein Schichtplan bei der Fluglinie, den ich schon auf das Minimum heruntergefahren habe…. Hier bin ich Freiwild – und tagelang weg. Man selber hat gar keine andere Wahl außer zu Hause zu bleiben oder die Arbeitszeit zu reduzieren. Man ist dauergestresst – und dann kommen noch die Viren-Winter, wo jede Woche eine andere Krankheit vom Kind nach Hause geschleppt wird.

      An dieser Stelle: Chapeau, was ihr als Eltern geleistet und geschafft habt! 🤩

      Und klasse, dass ihr damals eine wundervolle Einrichtung gefunden habt. Das ist Gold wert. 🥇

      Wir sehen mittlerweile auch den Unterschied zwischen Blockabfertigung in der Krippe und dem Kindergarten, zu dem das Kind jeden Tag gerne geht. Kein Drama mehr, kein schlechtes Gewissen den ganzen Vormittag in der Arbeit.

      Habt ihr denn schlussendlich einen geeigneten Hortplatz gefunden?

      Oftmals habe ich den Eindruck, dass man als Eltern ständig auf der Suche ist – und damit ziemlich auf sich alleine gestellt. 😥

      Nochmals danke für deine tollen Tipps und dass du deine Erfahrung geteilt hast – das hilft ungemein. Allein schon deswegen, weil man sieht, dass man nicht alleine mit dem Problem ist. 💛

      Ob es langfristig mit der Betreuungszeit besser wird? In Frankfurt hat es unser Oberbürgermeister versprochen, aber bis dahin ist Signorino vermutlich auf einer weiterführenden Schule oder in Ausbildung. 😄

      Liebe Grüße aus Frankfurt, Eva

      Gefällt 1 Person

      • Ich finde es erschreckend das sich an dem Problem noch immer nichts geändert hat. Klar, Rechtsanspruch hin oder her, den kann man einklagen, und ggf. bekommt man dann einen Platz aber ob der dann gut ist, steh nochmal auf einem anderen Blatt.

        Was Du beschreibst, kann ich absolut nachvollziehen. Leider kenne ich kaum jemanden dem es nicht ganz genau so geht oder ergangen ist.

        Das einzige was sich anscheinend mittlerweile geändert hat sind die Betreuungszeiten (Vollzeit hieß bei uns 08-16 Uhr, bei einer festen Arbeitszeit von 08-17 Uhr, naja, das passt halt nicht), weiß gar nicht ob es diese Stundenbegrenzung an „Fremdbetreuung“ noch gibt. Wenn man keine weitere Familie hat, welche mit betreuen kann ist man echt aufgeschmissen.

        Haha und dieses Virenweitergeben ist auch ein Teufelskreis, Kind krank, steckt die Eltern an, die werden krank, Kind wieder im Kindergarten kommt das nächste, ich erinnere mich ,-) das war echt schlimm. In der Grundschule wird es dann besser ,-)! Wobei meiner eher ein Bruchpilot war, er hat sich regelmässig im Kindergarten wie später auch im Hort was gebrochen und musste deswegen abgeholt werden. Erinnere mich aber auch an Eltern, die ihre Kinder bewusst krank in selbigen gebracht haben und selbsr auf bitten der Erzieher ihr krankes Kind nicht früher abgeholt haben, dann haben sich die anderen auch angesteckt. Unserer blieb zu Hause, krank ist krank, da zog ich mir sehr oft den Unmut meiner Kollegen auf mich, ein weiteres Thema, das einem im Job dann vorgeworfen wird unflexibel zu sein, von wegen man könne keine Überstunden machen und so, ja, kann man nicht wenn man starre Betreuungszeiten hat. Soll ein 3 jähriger alleine nach Hause gehen?

        Ich hoffe Du hast bessere Kollegen und Chefs die anders ticken und das ganze verstehen. In der Luft kannst Du natürlich das Kind nicht abholen aus dem Kindergarten, ganz klar.

        Ja, es ist so wichtig das der Kindergarten zum Kind passt! Gleiches gilt aber später auch für die Grundschule. Mein Pubertier schwärmt heute noch von seinem Kindergarten und seinem Hort! Der Hort war das beste an der gesamten Grundschulzeit.

        Wie sieht es bei Euch mit Tagesmüttern aus? Das wäre ggf. auch noch eine Alternative für jetzt noch suchende ich kenne 2 ganz wunderbare 😍, allerdings nicht im Ansatz in der Nähe von Frankfurt, falls jemand Deiner Leser eine suchen sollte.

        Like

  2. Ist das heute auch noch so, das man in regelmässigen abständen nachweisen muss, das man berufstätig ist mit Stundenanzahl? Damals war das so, das man Halbtagsplätze bekommen hat, d.h. 08-12 … Vollzeit 08-16 Uhr nur wenn man vom AG regelmässig bescheinigen lässt das man eben tatsächlich arbeitet. Beim Hortplatz war das ebenso.
    Unsere Einrichtung z.b. hatte ganzjährig geöffnet, keine Schließzeiten (Brückentage eben mal) in den Ferien, beim Hort ebenso.

    Gefällt 1 Person

    • In unserem Fall wurde tatsächlich nie eine Bescheinigung – weder von der Krippe noch vom Kindergarten – verlangt. Es wurde am Anfang ganz leger nach der Art der Beschäftigung und den Stunden gefragt, dann zählten wir die Arbeitsstunden auf und es wurde schon abgewunken. Ich glaube, deswegen habe ich gleich den Rabenmutterstempel (dazu ein andermal) von der Kindergartenleitung bekommen. Eine Bescheinigung wollte sie allerdings nie sehen…
      Andererseits finde ich es auch richtig, dass nur Eltern, dir Bedarf haben, einen Vollzeitplatz bekommen. Wobei ich auch sagen muss, dass das ein Teufelskreis ist: Ich kann meine Arbeitszeit auch erst erhöhen, wenn ich einen Vollzeitplatz habe. Gleichzeitig kann ich natürlich keine Vollzeitbescheinigung der Arbeit vorlegen, solange ich einen Halbtagesplatz für das Kind habe…

      Gefällt 1 Person

  3. Wir gründeten damals (1970) in Frankfurt einen Kinderladen, Selbstverwaltung. 12-14 Kinder von anderthalb bis 7 Jahren, mit zwei Adressen: besetztes Haus und Schrebergarten. Eine bezahlte „Bezugsperson“, der Rest Eigenleistung. Wuchsen Kinder „oben“ altersgemäß raus, nahmen wir von neuem Kleinkinder auf. Perfekt für mich, die ich berufstätig war und niemanden für die Kinderbetreuung hatte. Die Adressen waren nah zu Fuss oder leicht per Bus zu erreichen (ein Auto hatte ich nicht). Der Kinderladen existierte viele viele Jahre, die Freundschaften lebenslang. Warum ist diese Form der Kinderbetreuung verschwunden? Ich begreife es nicht.

    Gefällt 3 Personen

    • Das ist ein geniales Konzept, dass du an anderer Stelle schon mal erwähnt hattest, liebe Gerda.
      Ich lehne mich bei meiner Hypothese, warum es wenige Elterninitiativen gibt, etwas aus dem Fenster und würde behaupten: Das größte Problem sind die Erzieher:innen, die man kaum mehr findet? Ständiger Mangel, schlechte Bezahlung, eine große Belastung (im Vergleich zum klassischen Bürojob). Es ist schwierig, Nachwuchs zu finden, der sich noch in diesem Beruf ausbilden lassen will.

      Gerade habe ich danach gesucht und es gibt tatsächlich ein paar Elterninitiativen in Frankfurt. Eine weitere Hypothese kann jedoch sein, dass die Eltern sich gar nicht so sehr engagieren wollen. Man muss wahrscheinlich gerade am Anfang ziemlich viel Zeit investieren, oder?

      Generell ist es aber ein geniales Konzept! Und gerade die Freundschaften, die sich bildeten, sind doch unbezahlbar. 🤩

      Hach, es wäre so einfach, wenn nicht jede:r sein eigenes Süppchen kochen würde… aber ich sehe es im Kindergarten: Die Eltern bringen die Kinder, sind 30 Sekunden vor Ort und düsen wieder ab. Das gleiche am Nachmittag. Man hat kaum mehr Zeit für ein paar nette Worte, geschweige denn ein “Hallo”.

      Like

      • Ich glaube auch die Auflagen sind irre hoch. Zwei Freundinnen wollten als Tagesmütter arbeiten, aber die baulichen Maßnahmen waren zu groß.
        Ich verstehe auch nicht, warum nicht auch ungelernte Kräfte hinzugezogen werden. Klar, das es überall eine Erzieherin und Kinderpflegerin sein, aber warum könnte eine dritte Person nicht z. B. eine Mama sein? Es wird ja im Kindergarten nicht nur total hochwertiges pädagogisches Programm gemacht.

        Gefällt 1 Person

      • Welche Auflagen heute existieren, weiß ich nicht. Zunächst hatten wir keine bezahlte Bezugsperson, sondern jeden Tag zwei Elternteile. Dann aber wollten wir eine stabile Bezugsperson.plus ein helfendes Elternteil, Mutter oder Vater, egal. Bei 12 Kindern standen dafür ca 20 Personen im Wechsel zur Verfügung. Die erste bezahlte Bezugsperson war ein junger Mann, offen schwul, was damals sehr mutig war, sehr beliebt bei den Kindern, da er wunderbar weibliche und männliche Eigenschaften verkörperte und sehr liebevoll zu den Kindern war, sie im Krankheitsfall auch zu Haus besuchte. Nach ihm war Bezugsperson eine Mutter. Sie studierte später Sozialpädagogik, sehr engagiert. Keine diplomierten Erzieher. Die Elternversammlung, die regelmäßig stattfand, war das zentrale Organ, alle Beschlüsse zu fassen und Beschwerden zu behandeln. Es funktionierte bei uns ausgezeichnet, weil ideologische Fragen ausgeblendet wurden. Es hängt natürlich vom Engagement und auch von der pädagogischen Fantasie der Eltern ab, ob es gut geht. Bei Ganztagsberufen der Eltern: schwierig.

        Like

  4. Eijeijei – was für ein Drama. Denn wenn ich es richtig verstehe liebe Eva, habt ihr noch immer keinen Platz für euren kleinen Fratz? Oder doch? Den DreiviertelPlatz?
    Dass da mitunter Eltern Amok rennen, kann ich gut nachvollziehen und ich wünsche euch genügend Stärke, diese dramatische Phase zu überstehen.
    Mitfühlende Grüße Bea

    Gefällt 1 Person

    • Danke dir für deine wunderbaren Kommentar! 😃
      Zum Glück konnten wir das Segel nochmal herumreißen. Der Zweidrittel-Platz war während der Weitergabe- und Absprachezeit mit dem Römer noch nicht vergeben worden. Wir haben nun ein sehr stolzes Kindergartenkind. 🤩
      Absolut, liebe Bea. Ich kann jede und jeden verstehen, die mit den Nerven am Ende sind.
      Hab einen feinen Dienstagabend und liebe Grüße an dich, Eva

      Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu gkazakou Antwort abbrechen