WMDEDGT – Juli 2024

Es ist der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir denn den Tag über gemacht. Seltsamerweise bemerke ich erst beim Tippen, dass wie bereits im Juli sind. Das Jahr verfliegt!

Wie dem auch sei: Frau Brüllen nennt das WMDEDGT. Na, dann wollen wir mal sehen, was heute passiert ist:

05:30 Uhr Ich werde vom übermächtigen Knoblauchgeschmack in meinem Mund wach. Wir haben gestern eine neue Pizzeria ausprobiert (die Suche nach einer ordentlichen Pizzeria ist eine Geschichte für sich…) und die Pizza war wirklich sehr lecker. Nur anscheinend war zu viel Knoblauch für mich in den Pesto-Flecken, die auf der Pizza verteilt waren. Also beschließe ich, kurz eine Pinkelpause einzulegen und nochmals den Mund durchzuspülen, auf dass der Geschmack nicht mehr zurückkommt. Dann lege ich mich zurück ins Bett.

07:45 Uhr Ich werde von der Vogelparty auf dem Balkon wach und stehe auf. Signorino schläft noch. Der Römer ist um 06:20 Uhr aus dem Haus gegangen.

08:10 Uhr „Ein Anruf in Abwesenheit.“ Der Kindergarten rief an. Ich verpasste den Anruf und schaue, ob sie etwas auf die Mailbox gesprochen haben. Dem ist nicht so. Ich kann mir schon denken, um was es geht: Personalmangel. Signorino wird wach. Ich beschließe, dass wir trotzdem hingehen und notfalls nehme ich ihn halt wieder mit.

09:00 Uhr Abmarsch zum Kindergarten. Signorino erzählt mir von Aliens. Sie sind grün, haben drei Augen, vier Beine und sind klein. Ich nicke alles ab. Präzisere Informationen über Aliens liegen mir auch nicht vor. Im Kindergarten werde ich gefragt, ob Signorino eher abgeholt werden könnte. Personalmangel! Als hätte ich es gewusst. 😉 Ich verspreche, es meiner Schwester weiterzugeben, die ihn heute abholt. Signorino freut sich schon seit zwei Wochen darauf, dass Tante Turtle ihn endlich wieder abholt. Sie war im Urlaub, deswegen musste Signorino mit uns als Abholer klar kommen.

11:00 Uhr Ich muss mich etwas über einen unqualifizierten Kommentar in einer Social Media Gruppe ärgern. Das ist der Nachteil von Social Media: Jeder darf alles ins Internet pusten ohne fundiertes Wissen. Ich nehme mich gar nicht davon aus. Aber es ärgert mich trotzdem. Die Frage einer Nutzerin war, ob man in Albanien auch Urlaub ohne Mietwagen machen kann und nur mit Zügen oder Bussen unterwegs sein kann. Die Albanien-Kenner unter Ihnen werden wissen, dass es keine Züge gibt und dass man natürlich ohne Auto unterwegs sein kann, aber man muss schon sehr viel Zeit mitbringen. Busse fahren los, wenn sie voll sind. Die meisten Nutzer sprachen sich für einen Mietwagen aus. Nur eine Nutzerin schrieb, dass die Busse und Züge (Wo war die Frau denn im Urlaub?!? Es wird frühestens einen (!) Zug von Tirana nach Durrës im nächsten Jahr geben!) super funktionieren würden. Außerdem – und hier bin ich an die Decke gegangen – habe der Großteil der Bevölkerung eh kein Auto und würde die Busse nutzen. Wissen Sie, was mich an diesem Kommentar so stört? Dass er 1. komplett unwahr ist und 2. dass alle, die noch nie in Albanien waren, denken, dass Albanien das Armenhaus Europas sei und man sich noch Eselskarren bedienen würde. Mein Gott! Ich schrieb einen Kommentar und einen knackigen Satz für diese besagte Tipp-Geberin. „Vor 35 Jahren unter Hoxha war es sicher so, dass der Großteil der Bevölkerung keine Autos haben durfte. Aber die Zeiten sind vorbei. Jeder und alle sind motorisiert.“ Vielleicht muss sich so Hans Rosling mit seinem Buch „Factfulnees“ gefühlt haben, als er die Klischeekiste über die Welt aufgeräumt hat.

13:00 Uhr Ich baue etwas am Blog herum. Als ich kurz vorm Verzweifeln bin, finde ich endlich was ich will: Es gibt nun auf der Startseite die Kategorie Themen – mit den wichtigsten Schwerpunkten des Blogs.

14:00 Uhr Tante Turtle schreibt, dass die S-Bahn schon wieder Probleme hat und sie versucht, so schnell wie möglich bei uns zu sein. Ich beruhige sie mit den Worten, dass die Kita nur eine Kann-, keine Muss-Frage gestellt hat. Wenn sie es schafft, Signorino etwas früher abzuholen, ist alles fein. Wenn nicht, dann eben nicht.

14:30 Uhr Der Römer kommt heim und kocht Spaghetti aglio e olio. Wir essen gemeinsam und eine halbe Stunde später kommen Turtle und Signorino heim. Irgendjemand hat altes (Schrott-)Spielzeug auf die Straße gestellt und das Kind hat sich ordentlich bedient. Wie haben nun einen orangen Plastikdonut, eine Baggerschaufel (die ist wirklich klasse) und allerhand Gedöns der Kategorie „Undefinierbares aus der Kramschublade im Kinderzimmer“. Der Römer fragt im Plenum, wer heute das Deutschland-Spiel gucken will. Die Antwort ist einfach: Niemand. Wir sind keine Fußball-Enthusiasten.

16:00 Uhr Die Stimmung ist so lala. Wir sind alle müde von der Woche. Der Römer darf noch Focaccia für das Kindergarten-Sommerfest backen, aber wir haben keine Tomaten mehr. Also sorge ich für allerhand Tomaten und Zeug. Ich gute Seele.

18:00 Uhr Fußball beginnt und ich mache mich an die Zucchini-Puffer. Der Römer hat von einem Patienten garteneigene Zucchini geschenkt bekommen und heute müssen sie dran glauben. Ich backe sie aus und gebe sie nochmals kurz in den Ofen. Währenddessen rühre ich den Gurkenjoghurt an. Heute ohne Knoblauch. Man will ja nicht gleich wieder den gleichen Fehler wie gestern machen. 😉

19:45 Uhr Ich erinnere den Mann nochmals daran, dass die Focaccia für das Kindergarten-Sommerfest morgen um 10:50 Uhr fertig sein muss. Bis jetzt gibt es nicht mal einen Teig dazu. Ich glaube, ich sage es mittlerweile das zehnte Mal. Aber er nimmt es con calma, gelassen. „Si, si! Non ti preoccupare. [Ja, ja! Mach dir keine Sorgen.]“, spricht er. Dann springt er auf und jubelt: Goal! Das Kind versteht gar nicht, warum der Vater im Jubel fast die Esstischlampe herunter schlägt. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Dennoch findet Signorino es klasse. „Papa? Können sie noch ein Tor machen?“, fragt er. Dann leert das Kind seinen Kitarucksack voller gesammelter Steine neben dem Esstisch aus. Ich seufze. Und ignoriere.

20:00 Uhr Wir essen und ich ärgere mich mal wieder, dass wir nicht genug Gabeln haben. Da fällt mir die Werbung des Möbelschweden ein: In der Spielzeit eines jeden Deutschland-Spiels zahlt man nichts für den Paketversand. Und so behebe ich das Gabelproblem recht fix und recht kostengünstig.

21:30 Uhr Der Mann macht sich endlich an den Focaccia-Teig. Das Kind wird ins Bett gescheucht.

Let‘s call it a day.

16 Kommentare

  1. Anche in Finlandia trovare una pizza buona è difficile. Per lo più le pizzerie sono gestite da turchi che fanno anche il kebab insieme. C’è una sola catena finlandese che fa pizze davvero buone: si chiama ROSSO. Buon weekend a tutti i Farniente! 👋😃

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  2. Da hast du heute ja die letzte Gelegenheit zum Bestellen mit kostenlosem Versand genutzt. Auch ihr habt keine Mannschaft mehr im Spiel, dabei sind für euch sogar drei angetreten. 🙁🤷‍♀️

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    • Da sagst du was, liebe Anke. Was für ein Glück, oder? 😄 Also für mich.
      Genau, alle drei Kugeln sind nun verpulvert, was ganz schön ist. Es nimmt die Emotionen aus dem Spektakel und die Esstischlampe bleibt heil. 😉 Hab‘s fein und liebe Grüße, Eva

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