Wichtelspaß im Hause Farniente: Prolog

Ja, was habe ich mir da nur eingebrockt? Ein Weihnachtswichtel soll es diese Jahr sein, der bei uns einzieht. Für Signorino hätte es auch ein einfacher Adventskalender getan. Daran habe ich keinen Zweifel.

Aber Signorinos Mutter, also ich, hat diesen Dezember frei und mein zweiter Vorname ist Neugierde. Wie wird Signorino auf den Weihnachtswichtel reagieren? Der Nachwuchs liebt Streiche und Fantasiewesen. Warum also nicht ausprobieren?

Theoretisch habe ich ja genug Zeit. 😉

Und so begann das Abenteuer Weihnachtswichtel: Ich kaufte eine Wichteltür und allerhand Requisiten. Dass ich dafür einen mittleren, zweistelligen Betrag ausgab, lasse ich hier unerwähnt.

Um mich zu beruhigen, redete ich mir ein, dass ich die ganzen Requisiten nächstes Jahr ganz eindeutig wieder benutzen werde. Ob das wirklich so kommt? Lassen wir uns überraschen.

Dann schrieb ich eine Storyline, also den roten Faden dieser Wichteltage im Dezember. Ja, es wäre vermutlich auch ohne gegangen, aber ich bin gerne und gut organisiert. Das Ganze kostete mich zwei Stunden und noch ein Mal einen Griff in den Geldbeutel, denn für meine witzigen Idee fehlten weitere – Sie ahnen es – Requisiten.

Mittlerweile waren wir nun also bei einem etwas höheren, zweistelligen Betrag.

Gleichzeitig verriet ich im Freundes- und Familienkreis, dass bei uns ein Wichtel einziehen werde. Die Konservativen fanden es absolut dämlich: „Ein Wichtel? Was soll das denn sein? Neumodischer Quatsch!“

Die Neugierigen fragten mich seit der Verkündung mehrmals die Woche, wann denn nun der Wichtel einziehen würde, was natürlich den Druck erhöhte.

Und gleichzeitig stieg bei mir die Aufregung. Geht mein Plan auf? Wird es wirklich eine Bereicherung?

In der letzten Novemberwoche sprach mich Signorino auf seinen Geburtstag an. Eben so wie die letzten 120 Tage davor. Mit dem Unterschied, dass ich nun einen Wichtel-Countdown einführen konnte. „Signorino, noch x-Mal schlafen, dann zieht bei uns ein Wichtel ein.“

Was ein Wichtel sei, wollte der Nachwuchs wissen. Berechtigte Frage, das muss man ihm lassen. „Ein kleiner, unsichtbarer Zwerg, der uns durch die Weihnachtszeit begleitet. Er macht Streiche, bringt ab und an was Süßes und wurde uns vom Weihnachtsmann ausgeliehen. Nach Weihnachten kehrt er wieder zurück zum Nordpol und kommt nächstes Jahr zur Weihnachtszeit wieder.“, erklärte ich.

Das Kind runzelte die Stirn. „Aha.“, antwortete er. Begeisterung klang anders. Somit hatten wir die perfekten Startbedingungen, denn ich konnte nur gewinnen bei einem so kritischen Kind.

„Und wie heißt er?“, fragte der Nachwuchs weiter.

„Hm… Lasse?“, schlug ich vor. Signorino schüttelte den Kopf. „Olaf?“, machte ich weiter. „Mama, Olaf ist ein Schneemann!“, protestierte der knapp Fünfjährige heftig. „Ingmar?“, warf ich in den Ring. Das Kind runzelte zumindest nicht die Stirn und so war Ingmar beschlossene Sache.

Dass ich ihn in den kommenden Tagen ziemlich oft Ingwer nennen würde, wusste ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Zu meiner Verteidigung habe ich in meinem Alltag einfach mehr mit Ingwer zu tun als mit Männern, die Ingmar heißen. Es ist ja doch ein eher seltener Name, ohne den Ingmars dieser Welt zu Nahe treten zu wollen.

Also gucken wir mal, was Ingmar so treibt. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

34 Kommentare

    • Am Anfang dachte ich mir, dass ich das jetzt mal ausprobiere, es aber nur ein Spaß für Signorino ist. Mittlerweile habe ich meine innere 3jährige entdeckt, die einen riesen Spaß hat, Streiche zu spielen. 😄
      Es kann also auch ins Gegenteil umschlagen. Liebe Grüße und hoffentlich verheilt dein Bruch ganz, ganz schnell wieder, Eva

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  1. Von diesen Wichteln ist das Internet voll – wahrscheinlich auch die Häuser und Wohnungen aber gerade gibt es hier keine Kinder im Wichtelalter. Ich bin gespannt wie er bei euch aufgenommen wird und bin mir jetzt schon fast sicher, dass mindestens eine Person komplett von Ingmar in Beschlag genommen werden wird. 😉

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  2. ??? Ich oute mich als absoluter Nichtkenner der Wichtelszene. Habe in unseren Breiten auch noch keinen gesehen. 😉
    Wir dürfen gespannt sein und schauen erwartungsvoll nach Francoforte. 😀

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    • Vielleicht kommen die Wichtel nicht über den Brenner, liebe Anke. Sie sind ja doch recht klein. 😄 Ich glaube, es ist ein nordischer Trend, der in den letzten Jahren nach Deutschland geschwappt ist. Ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden, was Ingmar angeht. 😄

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    • Heute früh war er schon genervt, dass Ingmar immer so ein Chaos macht und er (Signorino!!) immer alles aufräumen müsse. Ich musste herzlich lachen! Es hat also auch einen positiven Nebeneffekt, dem Filius den Spiegel vorzuhalten, liebe Bea. 😄 Ganz liebe Dezember-Grüße, Eva

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      • Wir sind ja schon einige Tage voraus und an Tag 4. D.h. ich berichte einige Tage verzögert. 😄
        Heute hat der Wichtel all seine Kleidung an die Wohnzimmertür geklebt – mit Klebeband. Mensch, war das Kind genervt, liebe Bea. 😄😄 Vielleicht gefällt mir der Wichtelspaß deswegen so gut?
        Nachmittags hat Ingmar sich aber mit einem Smartie-Muffin entschuldigt.
        LG, Eva

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      • Ach richtig, ich vergaß, dass du ja schon weiter voraus bist, klar! Und wie geil ist DAS denn? Die Anziehsachen an die Türe kleben? :-D)))) Ich kann nicht mehr! 🙂 Hoffentlich fallen mir auch sooo tolle Sachen ein …
        Das Problem bei den Hasen sind ja die Reinigungsleute, die erst dann kommen, wenn die Kinder weg sind und ich wichteln kann! :-/
        Aber an einem der folgenden tage werde ich die Klassentüre mit Klebeband von Rahmen zu Rahmen so verkleben, dass sie in die Klasse klettern müssen! Bin mal gespannt, ob das so klappt, wie ich es mir vorstelle. 🙂
        Und bei euch kommt der Wichtel auch nachmittags? *tztztz
        LG Bea

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      • Aber natürlich! Ich bin schon gespannt wie deine Hasenkinder den ersten Wichteltag fanden, liebe Bea. 😄 Und ich hoffe, die Reinigungsleute haben absolutes Verständnis für euren Wichtel, denn wer hätte das nicht!
        Bei uns kommt der Wichtel morgens (analog zu deinen Hasen) und arbeitet nachts. Also, wenn Signorino schläft. 😄
        Liebe Grüße von Wichtel zu Wichtel, Eva

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      • Die Hasen waren heute sehr überrascht! Ein Wichtel, noch dazu zu spät – ist eingezogen und hat schob gleich mit einem Streich begonnen. 🙂
        es war zwar der erste Tag, aber was soll ich sagen: Nachmittags während der Freizeit hatte ich die ausgeglichensten und liebsten Hasen ever, die allesamt damit beschäftigt waren, etwas Gutes für den Wichtel zu tun: Bilder malen, Briefe schreiben, ihm etwas aus Lego bauen, Obst hinlegen, … und ich hoffe sehr, dass sie ihm verzeihen, dass er heute ALLE Hausschuhe durcheinander in die Bauecke geworfen und zu einem Turm drappiert hat mit der Bitte, dass das ja eigentlich ordentlicher geht, damit der Nikolaus auch kommt! Neben dem Schuhberg liegt ein Brief vom Wichtel, samt einer angefutterten Birne! 🙂
        Es bleibt also sehr spannend, Eva. 🙂
        LG Bea

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      • Wie klasse, liebe Bea! Und was für ein super Nebeneffekt. 🤩 Der Wichtel sorgt also nicht nur für Streiche, sondern auch für eine angenehme Atmosphäre. Zwei Fliegen mit einer Klappe. 😍

        Ich musste losprusten bei diesem Streich. 😂😂 Gerade, weil man als Erwachsener (und mit deinem pädagogischem Hintergrund) vernünftig sein muss. Aber als Wichtel darfst du auch mal Schabbernack machen. Genial, der Hausschuhturm. 😄😄
        Wichtelige Grüße von Wichtel zu Wichtel, Eva

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      • P.S.: Die Mandarinen, Orangen und Bananen im Kühlschrank bekamen im Laufe des Tages Gesichter – das hat aber aufgrund der intensiven Werkeleien der sonst sehr hungrigen Hasen noch keiner bemerkt. 😀

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  3. Ich kann mich Anke nur anschließen:

    Ich bin über 50 – bitte helfen Sie mir über die Straße 😉

    Ich bin gespannt was es mit dem Wichtel auf sich hat und was bei euch bis Weihnachten alles passiert.

    Liebe Grüße
    Trude

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