WMDEDGT – Januar 2025

Es ist der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir denn den Tag über gemacht haben. Heute war Glatteis in Frankfurt, also nicht viel:

00:00 Uhr Der letzte Wunsch fürs Jahr 2025 wird verbrannt – ganz nach Tradition der Raunächte.

01:00 Uhr Die Nachbarn des Grauens sind aus ihrem Urlaub zurück und sofort hört man es. Das Garagentor wird zugeschmettert, dass die Wände wackeln. Ich schlafe neben Signorino vorsorglich mit Ohrstöpseln.

09:00 Uhr Signorino dreht sich unendlich oft hin und her. Ich entferne die Ohrstöpsel und weiß warum. Die Kackmusik der Nachbarn inklusive ihrer dazu stampfenden Kinder dröhnt durch unser Schlafzimmer. Ich schicke das Kind zum Römer und schlafe nochmal eine gute Stunde ein. Mit Ohrstöpseln.

10:30 Uhr Immer noch ist die Kackmusik der Nachbarn auf Anschlag. Ich frühstücke – die anderen haben bereits gefrühstückt – und mein Kopf bimmelt. Signorino redet 4000 Wörter pro Minute. Draußen hat es geschneit. Jetzt regnet es. Es scheint sehr glatt zu sein. Zum Glück müssen wir heute nirgends hin. Vereinzelt fährt ein Auto. Alle 20 Minuten wagt sich eine dick vermummte Gestalt aufs Eis, um recht zügig wieder heimzuschlittern. So ein Tag ist das heute.

11:30 Uhr Ein Carnotaurus wird von Signorino vermisst. Er ist sehr unleidlich. Die Größe des Gesuchten kann das Kind nicht angeben – irgendetwas zwischen “eine Hand breit” und “eine Armlänge groß”. Ich finde allerhand Dinos, aber keiner ist der richtige. Erschwerend hinzu kommt, dass ich definitiv kein Dinoexperte bin. Am Ende kommt raus, dass wir gar keinen Carnotaurus haben, das Kind aber davon geträumt hatte und deswegen überzeugt war, dass wir einen haben müssen. Solange bis ihm wieder eingefallen ist, dass es eben ein Traum war. Falls Sie sich mal gefragt haben wie Elternschaft ist: Das Beispiel beschreibt eigentlich alles.

13:30 Uhr Der Römer kocht uns Pasta mit Lachs. Das Kind will lieber Apfel. Eigentlich will Signorino Eis, aber der Deal ist, dass er vorher etwas Gesundes essen muss.

16:00 Uhr Der Nachbar des Grauens nagelt irgendetwas zusammen. Gut so! So füllt sich mein Lärmprotokoll, dass bald der Hausverwaltung zu geht, wie von selbst. Schließlich ertragen wir die Egonummer dieser Individuen schon seit drei Jahren.

17:20 Uhr Heute muss es also sein: Wir haben keine Gemüsebrühe mehr, d. h. wir machen neue. Ich putze, schäle und würfle das Suppengemüse. Der Römer zerkleinert es mit unserem Gemüsezerkleinerer. 20g Salz auf 100g Gemüse, Gläser auskochen, einfüllen, beschriften und fertig. Hat ja nur eine Stunde gedauert – ist aber tausend Mal besser als das Gemüsebrühenpulver.

Salz und Gemüse mischen und ab ins Glas. Hält sich im Kühlschrank mind. 4 Monate – wenn nicht sogar länger.

19:00 Uhr Heute gibt es nur Abendbrot, weil keiner Lust hat zu kochen. Ich versprach einen Marmorkuchen (oder wie Signorino sagt: Mamakuchen), weiß aber nicht, ob das heute noch was wird.

20:15 Uhr Manchmal überrasche ich mich dann doch: Ich schiebe den Marmorkuchen in den Ofen, den ich zusammengerührt habe.

21:00 Uhr Wir sind noch in der Einschlafbegleitung des Eulenkindes, da erinnert mich mein Wecker daran, dass der Kuchen aus dem Ofen genommen werden sollte. Stäbchenprobe. Ich gebe ihm nochmal 10 Minuten und mir eine handvoll Gummibärchen.

21:15 Uhr Dem Kind fällt beim Kuchenduft, der durch die Wohnung zieht, ein, dass er knapp am Verhungern ist. Und nur ein Marmorkuchen kann ihn davor bewahren, dass er die Nacht übersteht. Der Kuchen ist aber noch sehr heiß. Die Zähne sind geputzt. Alles Diskutieren bringt nichts. Wenn das Kind zeitnah ins Bett soll, muss es dieser Marmorkuchen sein. Also stürze ich ihn (also den Kuchen), schneide ein Stück für Signorino ab und er mampft zufrieden den warmen Kuchen. So knapp nach den Ferien ist jede Einschlafzeit vor 22 Uhr ein Erfolg.

21:20 Uhr Der Römer stellt fest, dass er auch ein Stück Kuchen braucht. Das Gebäck würde herrlich duften. Aber er hat schon seine Zähne geputzt. Zum Glück muss ich nur Signorino die Zähne putzen und nicht noch dem Herrn Gemahl. Das Kind will beim Römer mitessen, also muss sich der Römer nochmal zwei Stück Kuchen holen, die er in einem Affenzahn verdrückt, damit das Kind nicht nochmal seinen Kuchen klaut. Ich mache drei Kreuze, wenn hier alle versorgt und im Bett sind.

22:20 Uhr Signorino schläft endlich. Der Römer wankt mit zusammengekniffenen Augen ins helle Wohnzimmer, setzt sich auf die Couch, nur um zehn Minuten später ins Bett zu gehen. Ich setze meinen Online-Kurs fort und versumpfe bis kurz nach Mitternacht.

Let’s call it a day!

9 Kommentare

  1. Ich muss so lachen, ist ja einfach von weit weg. Hey – tust mir echt leid mit den Nachbarn und der super Musik ( was genau spielen die? Helene Schneider? Apres Ski Zeugs? Ein Stern, der deinen Namen trägt?). Hab trotzdem einen schönen Rest-Sonntag. Liebe Grüße

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