WMDEDGT – Mai 2025

Es ist der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir denn den Tag über gemacht haben. Der Römer ist immer noch in Elternzeit (wie auch die nächsten eineinhalb Jahre), hat aber heute seinen ersten Arbeitstag in Teilzeit.

02:27 Uhr Stillpause

05:37 Uhr Stillpause und ab da nur noch unruhiger Schlaf seitens Bianco. Tja, mitgehangen, mitgefangen. Ich schlafe also auch nicht mehr.

08:00 Uhr Bianco und ich stehen auf. Der Römer ist schon auf den Beinen, schließlich ist heute sein erster Arbeitstag nach knapp drei Monaten Vollzeit-Elternzeit. Sein Arbeitgeber fragte ihn, ob er eine Woche eher anfangen könne. Sie würden untergehen in Arbeit. Ich glaube, es ist eine Win-Win-Situation für beide Parteien. 😉 Das morgendliche Chaos beginnt. Heute höre ich Signorino mal zu und siehe da: Im Kindergarten spielt man ein Spiel, das „Toilettenfangen“ heißt. Man fängt jemand. Dieser jemand muss in das Badezimmer der Kindergartengruppe. Und wenn er oder sie die Toiletten-Spülung getätigt hat, ist er wieder frei. „Und Wiesen-Fangen spielt ihr nicht?“, fragte ich und meinte damit, dass man sich eben draußen, auf der Wiese fängt. „Was soll denn Wiesen-Fangen sein?! Das hab ich ja noch nie gehört! Total verrückt.“, spricht Signorino – so als wäre das die absurdeste Idee auf Erden. Stadtkind halt.

09:00 Uhr Der Römer bringt Signorino in den Kindergarten, kehrt nochmal zurück und schnappt sich seinen Rucksack, um zur Arbeit zu gehen. Dann endlich: Ruhe! Juhu! Bianco schläft und ich wusel leise durch die Wohnung.

10:45 Uhr Bianco und ich gehen aus dem Haus. Er ist sehr unleidlich, denn es windet draußen. Und Wind kann er nicht ausstehen. Zumindest zur Packstation müssen wir, denn ich muss meinen alten Firmenlaptop zurückschicken, da ich einen neuen bekam. Auf dem Rückweg merke ich, dass das Baby langsam einschläft. Also hole ich noch schnell meine Kopfhörer und gehe die große Runde mit anschließendem Drogeriemarkt-Besuch. Gegen

12:00 Uhr sind wir wieder daheim. Mit Bianco ist kochen etwas herausfordernd, wenn er wach ist. Und so bin ich dankbar, dass ich gestern Overnight-Oats Haferbrei mit allem, was im Kühlschrank und im Vorratsschrank war(gefriergetrocknete Himbeeren, Kürbiskerne, Walnüsse, usw., usw.), zusammengeworfen habe. Der Kühlschrank ist eh leer, aber Hauptsache ich habe wieder Trockenshampoo vom Drogeriemarkt. Prioritätensetzen mit müdem Gehirn ist keine Stärke von mir. Danach widme ich mich wieder dem Haushalt, lege die Wäsche aus dem Trockner zusammen, während ich Bianco bespaße. Der Knaller: Sich hinter Handtüchern verstecken und dann „Tadaaa!“ rufen. Irgendwie witzig, dass ich nochmal ein Baby bespaßen darf. Vor ziemlich genau einem Jahr hätte ich nicht mal im Traum daran gedacht.

13:30 Uhr Bianco macht ein Mittagsschläfchen – auf mir. Also schalte und walte ich vom Handy aus: Alles wird erledigt, was ich tippend erledigen kann. Zum Beispiel den abgesagten Ergo-Termin nochmal anzufragen. Dieser wurde von der Ergotherapeutin wegen Krankheit abgesagt als wir schon mit einem Fuß aus der Haustür waren. Irgendwie ist das Projekt Ergotherapie verhext.

14:50 Uhr Baby Bianco schläft immer noch, aber wir müssen los, um Signorino vom Kindergarten abzuholen. Ich bin mir sicher, dass Bianco beim Versuch, ihn in den Übergangs-Overall und in die Trage zu stecken, aufwacht, aber er schläft einfach weiter. Dann holen wir Signorino ab. Ich bitte ihn um Mithilfe und siehe da, wenn sein kleiner Bruder dabei ist, klappt das wunderbar und das Kind ist sehr selbstständig – ohne Diskussionen. Signorino findet dennoch “Zuhause langweilig“, aber ich kann ihn überzeugen, dass wir erst heimgehen und Papa nachher mit ihm auf den Spielplatz tigert. Zwischenzeitlich meldet sich die Ergotherapeutin und bestätigt den Ersatztermin. Ich kann somit meinen Homeoffice-Arbeitstag wieder umwerfen und muss nachher dran denken, meiner Vorgesetzten Bescheid zu sagen.

15:30 Uhr Der Römer kommt heim und quasselt munter drauf los wie sein erster Arbeitstag war. In drei Monaten hat sich viel verändert – das war bei meinem Job auch so. Ich bestelle die Einkäufe, die wenig später geliefert werden.

17:00 Uhr Signorino und der Römer bleiben nun doch daheim. Bianco legt ein Nickerchen ein und Social Media erinnert mich daran, dass ich vor 13 Jahren in Portugal auf einem Weingut war. Meine Güte, es scheint ein anderes Leben gewesen zu sein. Aber kein besseres. Dieses Leben jetzt gefällt mir – trotz des Familienchaos’ – sehr gut.

Quinta Nova de Nossa Senhora do Carmo

17:30 Uhr Morgen soll Signorino Himbeeren zum gemeinsamen Frühstück mitnehmen. Der Römer geht noch einmal in den Supermarkt und kommt mit einer Tüte voll Lebensmitteln zurück. Ganz schön teure Himbeeren.

18:00 Uhr Wir beginnen zu kochen, um die Wahrscheinlichkeit zu steigern, dass Bianco uns noch irgendwie zusammen essen lässt. Es klappt irgendwie. Also, zusammen essen wir nicht, sondern in Schichten. Aber Bianco kreischt nicht wie am Spieß. Um

19:00 Uhr bringe ich Baby Bianco ins Bett. Der Römer bringt Signorino um 19:30 Uhr ins Bett. Heute ist Bianco sehr unruhig.

Nachher will der Römer noch allerhand Gedöns zur Renovierung der Wohnung kaufen. Seine Verwandtschaft kommt – da soll alles wie neu ausschauen. Ja nun. Mal gucken!

Let’s call it a day!

6 Kommentare

  1. Nach drei Monaten hat sicher viel im Job geändert. Klingt gar nicht so lang, aber häufig braucht man ja schon nach zwei Wochen Urlaub ein, zwei Tage um reinzukommen.
    Noch mehr ändert sich in drei Monaten aber wahrscheinlich mit Bianco 😉

    Gefällt 1 Person

    • Es ist wohl überall das gleiche. 😄 Ich hatte schon viel vergessen, aber jetzt, fünf Jahre später, kann ich mich wieder lebhaft erinnern: An die kalten Mahlzeiten, essen in Schichten, Nächte, die eher Tage heißen sollten. 😄

      Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu Chaoshoch16 Antwort abbrechen