Wurmstichige Tage.

Wurmstichige Tage.

Momentan ist irgendwie der Wurm drin.

Mehrere Beiträge habe ich, die ich gerne niederschreiben würde. Es geht um Outdoorjacken und Sperrmüll. Natürlich handelt jede einzelne auch vom Römer. Dazwischen philosophiere ich über Metalltonnen, Marillenröster und dem Süßspeisen-Freitag meines Großvaters.

Aber meinen Sie, irgendwer lässt mich hier in Ruhe meine Gedanken zu Ende denken oder sie gar liebevoll in Worte verpacken? Mit nichten! Stattdessen unterbricht der Römer meine Gedanken regelmäßig mit wertvollen Informationen über gesehene und für gut befundene Tanzvideos der deutschen Polizei. Dazu kommt natürlich noch der kleine Farniente, der gerne meine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt (und natürlich auch bekommt!).

Gewiss bin ich schon auf die Idee gekommen, den Römer mit Signorino zu beschäftigen und andersherum. Meist endet es nach fünf Minuten so: „Amooooooore! Lui si sta lamentando!“ [Schatz! Er beschwert sich gerade!] wird mir der vor Wut schnaubende Signorino in die Hände gedrückt. Dann verschwindet der Römer erst einmal für einen längeren Zeitraum im Bad: 20 Minuten ungestört scrollen verpackt in einem Toilettengang. Doch es springt auch wieder etwas dabei für mich raus: Neue, erheiternde Videoempfehlungen und Gedanken zur politischen Lage.

Außerdem gibt es noch zu berichten, dass Signorino mittlerweile geht. Drei Schritte an einem guten Tag, fünf Schritte an einem grandiosen Tag. Nach vollbrachtem Kunststück, dass ich mit vielen euphorischen „Jaaa! Sehr gut!“-Rufen quittiere, lässt er sich auf die Knie sinken und krabbelt, da ihm Gehen zu langsam erscheint. Die Kombination aus Krabbeln, Gehen und sich am Küchenschrank entlang hangeln, mag zwar kinderlose, gleichgeschlechtlich liebende Freunde wie dem Anderen freudig aufschreien lassen, mich lässt es die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Aber nur eine Nanosekunde, denn mit Händen über dem Kopf lässt sich der gerade stürzende Signorino schlecht auffangen. Und er stürzt oft. Meist glimpflich und ohne Drama, das muss man ihm lassen. Wenn er allerdings einen Bauchplatscher in den leeren Wäschekorb macht, den Mutti unachtsam und gedankenverloren auf dem Wohnzimmerboden abgestellt hat, schreit er doch überaus laut.

Zugegeben, als Rabenmutter musste ich erst einmal lachen aufgrund des ulkigen Bildes, das er abgab. Doch ich schaltete, ganz profimäßig, sofort in den tröstenden Sh-Sh-Sh-alles-wieder-heil-Tröst-Modus um. Langsam, ganz langsam, versiegte dann auch der reißende Fluss Krokodilstränen, die Signorino wie ein Rasensprenger produzierte.

Ansonsten bin ich sehr froh, dass Sie, liebe Leser, fleißig schreiben. Denn lesen ist so viel einfacher und schneller als selbst zu schreiben. Das wollte ich Ihnen schon lange mitteilen! Danke, dass Sie so viele, exzellente Beiträge schreiben. Ich würde sonst verrückt werden, sehe ich doch seit Wochen niemanden mehr.

In diesem Sinne: Wünschen Sie mir Glück, dass die männlichen Farnientes sich doch wieder zusammenraufen, wie man so schön sagt und ich endlich meine Artikel abtippen kann!

Bleiben Sie gesund und führen Sie sich ruhig vor Augen: Auch diese Krise ist endlich. Genau wie der Risottoreis, der sich dazu entschlossen hat, genau heute, an einem durchwachsenen Sonntag, enden zu wollen, wo ich doch schon die getrockneten Pilze eingeweicht habe. Aber das ist eine andere Geschichte…

12 Kommentare zu „Wurmstichige Tage.

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