Es ist der 5., meine Schwester Turtle hat Geburtstag und Frau Brüllen fragt, was wir denn den ganzen Turtle-Geburtstag über gemacht haben. Sie nennt das WMDEDGT. Na, dann wollen wir mal gucken:
00:30 – 08:20 Uhr Signorino schläft die erste Nacht nach über zwei Monaten alleine in seinem Kinderzimmer und nicht mehr mit einem von uns. Ich gehe davon aus, dass er spätestens um 3 Uhr nach uns schreit und bin die ganze Nacht wach und horche. Es passiert genau nichts. Das Kind schläft selig durch.
Um 08:20 Uhr wacht das Kind ausgeschlafen auf. „Mama! Papa! Ich will die blauen Cornflakes (also die, in der blauen Verpackung). Mit Milch.“ Wir quälen uns langsam aus dem Bett. Mir ist latent schlecht. Signorino hat vor 3 Tagen mehrmals gespuckt und ich hoffe, er hat nur etwas falsches gegessen. Sicherheitshalber bleibe ich bei Brot, Kamillentee und einem Espresso. Signorino und der Römer essen frisch aufgebackene Croissants. „Aber mit Marmelade!!“, ruft die Brut. Die Cornflakes-Bestellung wurde zwischenzeitlich verworfen.
10:20 Uhr Nach dem gestrigen Pizza-Reinfall knetet der Römer aufopferungsvoll selbstgemachten Pizzateig, damit wir nicht wieder enttäuscht vor einer Pizza sitzen müssen. Signorino guckt eine Serie über Seetang, dann über Halloween und dann über sein Lieblingsthema „Dinosaurier“. Ich lege mich zurück ins Bett und beschäftige mich mit meinem Handy. In Frankfurt ist es heute regnerisch, kalt, die Blätter fallen von den Bäumen – kurzum: Man verpasst heute nichts. Der Römer liebt dieses Wetter, sagt er. Na, dann wohnt er ja genau im richtigen Land. 😉

12:00 Uhr Ich packe Pakete: Eine Rücksendung, eine Reklamation. Nichts spektakuläres. Währenddessen perfektioniert der Römer seine Pizza. Es wird eine Focaccia (weil wir gestern bei Regen nicht einkaufen wollten und deswegen nicht mehr Zutaten im Kühlschrank hatten) und ein Stück wird zur Pizza bianca – also Pizzateig ohne alles. Das ist Signorinos Lieblingspizza.

13:00 Uhr Soeben noch mit Tante Turtle telefoniert und ihr zum Geburtstag gratuliert, ist sie nun nicht mehr erreichbar, wo wir ihr doch ein Stück Geburtstagspizza vorbeibringen wollten. Signorino fragt ungeduldig, wann wir zu Tante Turtle fahren. Ich rufe diverse Male an. Keiner geht ran. Dann beschließe ich, mich in Geduld zu üben. Darin bin ich ja Meister…
14:00 Uhr Turtle geht ans Telefon und wir fahren mit der S-Bahnzu ihr. Das Kind moniert, dass wir in der Eile den Helm vergessen haben für den Roller. Absolut richtig! Wir Rabeneltern wollen aber nicht umdrehen und der Römer erklärt: „Sonntags von 08 – 18 Uhr herrscht keine Helmpflicht in Deutschland.“ Er integriert sich wunderbar in dieses Land. Ich stupse ihn dennoch mit dem Ellbogen in die Seite. Nicht, dass das Kind diese Regelung wirklich glaubt.
Aus einem schnellen Geburtstagsbesuch wird eine Runde auf dem Spielplatz, bei dem das Kind darauf besteht, die Feuerwehrstange (ca. 2,5m hoch) ALLEINE runterzurutschen. Wir dürfen auf keinen Fall stützen. Wir tun es trotzdem – aber heimlich und er macht das erstaunlich gut. Danach geht es zu Paolo ins Café. Es ist gut besucht. Gleichzeitig liegt die Geduld des Kindes im roten Bereich. Bis unsere Bestellung aufgenommen wird, dauert es im vollen Café verständlicherweise lang. Turtle ist so mutig und bestellt sich ein Stück Schokokuchen mit Ganache. Da Signorino nach 10 Minuten nur noch müde ist und Quatsch machen will, muss sie den Turbo einlegen und den Kuchen schnell essen.

Der Heimweg gestaltet sich Müdigkeitsbedingt schwierig. Wir fahren zur Hauptwache, das Kind will aber „zu den Dinosauriern“ (Senckenbergmuseum) und informiert alle wartenden Fahrgäste brüllend darüber. In der S-Bahn beruhigt er sich – bis er feststellt, dass wir an unserem Heimatbahnhof sind. Das quittiert er mit Gebrüll. Dann will er Roller fahren. Dann wieder nicht. Um das Kind doch noch auf dem zehnminütigen Heimweg nach Hause zu befördern, fahren wir an Unterhaltungsprogramm auf, was nur geht.
16:00 Uhr Kurze Tablet-Pause mit den Superrobotern. Der Römer näht derweil seinen Wollpulli, der zwei Löcher aufweist. Gleich muss Signorino baden. Nachdem es ein Jahr ohne Geschrei ging, hasst er baden seit September wieder. Ich bereite schon mal die Ohrstöpsel vor, dann die Badewanne.
17:00 Uhr Signorino sorgt immer wieder für eine Überraschung. Jetzt badet das Kind wieder total gerne. Ja, das Badezimmer ist unter Wasser – aber wir haben ein frisch gewaschenes Kind und das ganz ohne Geschrei. 20 Minuten, ganz ohne Kind, verlängere ich in der Badewanne und schreibe meinen Tag auf.
18:00 Uhr Ich mache Dal Makhani. Der Römer findet sich damit ab, dass es heute keine italienische Küche geben wird. Das Kind isst Breze. Neidisch schielt der Mann zum Gebäck des Sohnes.
20:30 Uhr Wir bereiten gerade Signorino fürs Bett vor, als es einen riesen Schlag tut. Der Römer, der die Zahnbürste des Sohnes mit dem Saugnapf am obersten Regalbrett des Spiegelschrankes im Bad befestigen will, hat das ganze Brett rausgehebelt. Alles mögliche flog durchs Bad – inkl. unserer Eheringe. Wir sammeln alles ein, aber mein Ehering bleibt verschwunden. Wir suchen überall – unser Bad ist wirklich nicht groß – so dass schnell klar wird, hier ist er nicht. Ich frage, wo er andere Ringe, die neben den Eheringen lagen, gefunden hat. Direkt neben dem Abflussloch. Ich leuchte mit dem Handy in den Abfluss. Es sieht aus als würde etwas metallisches dort unten glitzern. Wir diskutieren hin und her, dann krame ich die Rohrzange heraus und suche im Internet danach, wie man einen Syphon öffnet. Der Römer versucht es – vergeblich. Ich werde langsam ungemütlich, schließlich geht es um nicht weniger als meinen Ehering. Also versucht er es nochmal und kann den Syphon öffnen. Heraus purzeln mein Ehering und ein Ohrring. Mamma mia! Was für eine Aufregung! Dann reinige ich den Badboden von Splittern, fange gerade an, die Badewanne zu putzen, da besteht der Römer darauf, dass das Kind jetzt aber wirklich ins Bett muss. Ups! Der Knirps war mucksmäuschenstill im Schlafzimmer und hat gespielt, damit er nicht ins Bett muss. Jetzt aber wirklich – ab ins Bett, Signorino.
22 Uhr – Let‘s call it a day!

Ich bin gespannt 😉
LikeGefällt 2 Personen
😄 Es war ein angenehmer Tag bis der Römer meinen Ehering im Waschbeckenablauf versenkte.
LikeGefällt 2 Personen
Oh oh 😱😱😱
LikeGefällt 1 Person
Ihr lasst aber auch nichts aus!
LikeGefällt 1 Person
😂😂 Absolut, ja. 😄
LikeLike
Du nimmst aber auch alles mit 🤣🤣
LikeGefällt 1 Person
😄😄😄 Irgendwie schon, ja. 😂
LikeGefällt 1 Person
Hallo Eva,
ich muß sagen, euer Sohnemann macht sich so langsam 🙂
Ich wünsche dir einen angenehmen Tag in die Woche.
Liebe Grüße
Trude
LikeGefällt 1 Person
Hähä … und der Ohrring ? Ist der bekannt oder unbekannt ? Interessant, falls nicht, fände ich … 😉
Übrigens: ich kann jetzt nicht mehr auf der Seite direkt antworten, bloß über die Glocke – obwohl ich mein Gelesen-Sternderl plazieren konnte, demnach als User erkannt wurde, der ich bin.
WP wird immer mehr zum unaussprechlichen Furz…
LikeGefällt 1 Person
Sehr geehrter Herr Olponatoraj, der Ohrring war dem Gatten unbekannt, aber mir durchaus bekannt. Er ist mir schlichtweg entfallen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Das mit den Kommentaren ist überaus ärgerlich! Ich habe das gleiche Problem auf meinem Account, wenn ich auf dem Tablet einen Kommentar tippe. Auf dem Handy erkennt mich WP hingegen.
So oder so – auch als „anonym“ würde ich sie an ihrer humorigen Art erkennen, sehr geehrter Herr Olponatoraj! 😉
LikeLike