WMDEDGT – Juni 2025

Es ist der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir denn den Tag über gemacht haben. Heute arbeitet nur der Römer und ich habe Baby-Dienst. Das ist auch sehr nett!

09:38 Uhr Ich gehe fest davon aus, dass heute der vierte Juni ist und darf feststellen, das schon der Fünfte ist. Die Nacht war miserabel. Nicht ganz so miserabel wie die zwei Wochen davor. Aber von einer zufriedenstellenden Nacht sind wir Lichtjahre entfernt. Baby Bianco hat Schnupfen, einen Schub und/oder Zähne. Auf alle Fälle macht er die Nacht zum Tag. Der Römer und Signorino sind seit einer Stunde aus dem Haus. Ich widme mich dem Haushalt und räume die trockene Wäsche auf. Dann stelle ich die nächste Fuhre Wäsche an. Und schließlich föhne ich Bianco in den Schlaf.

10:00 Uhr Ich muss zu den Altpapiertonnen, weil ich einen Karton brauche. Ich habe gestern Biancos Neugeborenenkleidung bei Vinted verkauft und diese wollte ich heute auf den Weg bringen, weil mein müdes Gehirn sonst vergisst, dass ich das erledigen muss. Das Baby schläft. Also warte ich.

11:00 Uhr Wir gehen zur Packstation und bringen das Paket weg. Für einen kurzen Moment habe ich meine Sonnenbrille auf der Nase. Juhu!

13:00 Uhr Bianco schläft schon wieder. Ich schreibe dem Römer, dass ich heute Signorino vom Kindergarten abhole, denn „sonst wird er richtig sauer“ (O-Ton des Kindes).

14:00 Uhr Telefonat mit meiner Mutter. Der wache Bianco guckt wie ein zufriedener Buddha in die Handykamera.

15:00 Uhr Ich spurte los, um das Kind zu holen. Der Kindergarten ist wieder unterbesetzt, was bedeutet: Eine Erzieherin auf eine Gruppe. Das erklärt, warum Signorino sich fröhlich die ganze Trinkflasche* voll Wasser über den Kopf gießt. Ich find‘s nur so mittellustig, sammle das nasse Kind ein und frage, wo seine Jacke ist. Signor Kopf-in-den-Wolken wird von einem anderen Kind erinnert, dass er die Jacke draußen vergessen hat. Er geht also raus und wird fünf Minuten nicht mehr gesehen. Dann suche ich ihn. Fröhlich spielt er im Sandkasten. Heute schlägt die von mir vermutete Neurodivergenz wieder richtig zu. Ich sammle die Jacke ein. Dann das Kind. Schließlich können wir los. Daheim renoviere ich Signorino erstmal: Frische Kleidung, trockene Haare und so weiter.

16:00 Uhr Mittagessen für uns Großen. Merenda (Nachmittagsbrotzeit) für Signorino. Und Bianco würde jetzt bitte auch gerne schlafen. Zum Drogeriemarkt muss ich ebenfalls, damit wir heute Nacht mit abgesaugter Nase schlafen können. Also Bianco. Meine Nase ist frei.

17:00 Uhr Der Ausflug zum Drogeriemarkt startet. Bianco bleibt mit Papa daheim. Da die Geburtstagssaison größtenteils im Herbst startet, wandert Geschenkpapier in meinen Einkaufskorb. Signorino hilft fleißig beim Scannen an den Selbstscan-Kassen.

18:00 Uhr Als wir daheim sind, ist Bianco in einem neuem Outfit und der Römer sichtlich verschwitzt. Das Baby spuckt die Milch heute extra passioniert aus, ist nörgelig und müde. Ach ja, und Hunger hat es auch. So teilen wir uns wieder auf: Ich bekomme Bianco überreicht und Signorino darf mit seinem Papa Lego bauen. Signorino findet‘s nur so mittelmäßig, denn er will lieber mit mir bauen. Der Römer gibt an, er würde Nackenschmerzen vom Bauen bekommen. Aber ich kann mich nicht zwei teilen. Manchmal schweißt so eine Leidensgemeinschaft zusammen. 😉

19:00 Uhr Signorino verträgt keinen Quetschie mehr. Das dürfen wir allesamt zu spät feststellen. Es war uns vollkommen neu. Also ab unter die Dusche. Bianco schreit währenddessen wie am Spieß, aber findet nicht in den Schlaf. Alle brüllen durcheinander vor lauter Aufregung. Gut und gerne könnte ich diesen Blog in „Zwischen Tiber und Taunus – Einer schreit immer“ umbenennen. Es ist ein heilloses Durcheinander. „Bitte lass diesen Tag enden und alle überleben!“, schicke ich als Stoßgebet in den Himmel.

20:00 Uhr Ruhe. Endlich Ruhe. Das Baby schläft nach Dauergekreische. Signorino schafft es rechtzeitig auf Toilette. Ich esse mein Butterbaguette und der Römer liegt erschlagen auf der Couch. So ein Tag ist das also heute. Ich versuche anschließend das große Kind ins Bett zu bringen. Das hat sich Signorino gewünscht. Er erzählt sehr viel über Bagger und dass er alles abreißen möchte. Die Bauarbeiter sollen dann etwas neues bauen. In Grundzügen erinnert er mich an meinen Vater. Manche Gene überspringen anscheinend gerne eine Generation. Um kurz vor

21:00 Uhr schreit Bianco. Die Federwiege ist ihm nicht mehr genehm. Wir tauschen die Kinder durch. Signorino findet es blöd, dass Papa ihn ins Bett bringt. Da ich ihn gestern gebracht habe, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen.

22:20 Uhr Alle Kinder schlafen. Wir machen den alkoholfreien Spumante auf! Hallelujah! Wir haben überlebt. Let‘s call it a day!

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15 Kommentare

  1. Hallo liebe Eva, zwei Fragen tun sich mir auf.
    Erstens: Ist Signorino eigentlich der richtige Name deines Großen? Ich dachte immer, du nennst ihn nur hier auf deinem Blog so. Quasi ein Synonym aus Gründen der Privatsphäre. Inzwischen aber weiß ich ja den Namen des Kleinen, der ja scheinbar wirklich der Rufname ist und nicht geheim gehalten wurde. Und nein, ich bin wirklich nicht neugierig – ich will nur alles wissen! 😀

    Und zweitens:
    Warum schreibst du unter die WMDEDGT-Beiträge immer ‚Gleich gehts weiter‘, obwohl es noch niemals weiterging – gehört das mit zur Aufgabe? 😉

    Hab noch einen schönen Tag und eine hoffentlich noch bessere Nacht.

    LG Bea

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    • Hallo liebe Bea,

      das sind sehr gute Fragen! 😃

      Der letzte Satz der ersten Frage ist genial. So bin ich auch. 😂

      „Signorino“ und „Bianco“ sind tatsächlich nicht die echten Namen der Kinder, sondern nur Pseudonyme für den Blog. Die beiden haben ganz klassische, deutsche Jungennamen, die in sehr vielen Sprachen existieren. Das war uns im Hinblick auf die albanische und italienische Verwandtschaft wichtig.

      Und zu deiner zweiten Frage: Es geht tatsächlich immer weiter! 😄 Also, so lange bis der Tag vorbei ist. Am Ende nehme ich den Satz aus dem Text. Leider aktualisiert der WordPress Reader den Beitrag nicht, sodass die Fortsetzungen dort nicht angezeigt werden. 😕 Die Aktualisierung siehst du nur, wenn du den Beitrag im Browser aufrufst.

      Danke dir, liebe Bea! Ich wünsche dir einen angenehmen Wochenendspurt und ein schönes, langes Wochenende! ✨

      Liebe Grüße, Eva

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      • Dann ist es ja umso spannender, liebe Eva, dass du derzeit sogar einen Beitrag mit explizit dem Thema Namenswahl und die Reaktionen darauf geschrieben hast. Dieser nämlich brachte mich erst darauf zu grübeln, warum der Name des Ersten geheim ist, während der Name des Zweiten sogar fast einen ganzen Blogbeitrag füllt. 😀
        Und danke für den Hinweis bezüglich meiner zweiten Frage. Da ich die Blogs nur einmal lese, ist mir nicht aufge
        fallen, dass sich am Text nachträglich noch etwas ändert. 🙂
        Viele liebe Grüße an dich, liebe Eva … liebe Grüße Bea

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      • So hab ich’s noch gar nicht gesehen. 😄😄 Du hast recht!
        Aber immer gerne! 😃
        Ich lese die Artikel auch nur ein Mal – außer beim WMDEDGT. Vielleicht solltest du mal mitmachen? Das wäre interessant: Ein Tag mit Bea. Es ist immer am 05. eines jeden Monats und wird von Frau Bruellen organisiert.
        Viele, liebe Grüße, Eva

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  2. Schlechtes Gewissen als Mama? Bekannt, aber sollte verboten werden! Ist so wirklich das Unnötigste, was es gibt! – Aber mal was anderes. Ich war grad auf der Seite Leselebenszeichen, auch hier auf W, da werden (viele Kinderbücher) Bücher besprochen, empfohlen. Da ist bestimmt was dabei!

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