Der Freitagsrapport | KW 29

Nie darf ich was mit Freunden machen!

Nein, er dürfe abends nie ausgehen und generell, nie würde er seine eh schon wenigen Freunde zu sehen bekommen. Was sich anhört wie ein nöliger Teenager, war in Wirklichkeit der offensichtlich benachteiligte Römer. Dann sprach er sein Hauptargument aus: „Und überhaupt, das letzte Mal war ich im Oktober 2020 beim Essen mit Freunden.“ Ich kannte die Corona-Amnesie bereits von anderen Personengruppen in meinem Umfeld und erinnerte den Gatten höflich daran, dass das kein Wunder sei, schließlich war jegliche Art der Gastronomie in den Wintermonaten bis zum Sommer geschlossen. Er war derjenige, der im März fröstelnd herausposaunte, dass er sich mit niemanden mehr außerhalb der warmen Wohnung treffen wollen würde, denn es wäre alles nur zum Mitnehmen und diese Art des Treffens würde nun mal gegen seine südländische Natur gehen. Doch ein Happy End fand sich noch für den armen Römer: Er nutzte die Innengastronomie und traf sich mit zwei Freunden, während ich das Kind eine halbe Stunde eher ins Bett schickte und mich entspannte. Win win auf allen Seiten.

Mezze gab es beim Römer zwar nicht, sondern er war in einer französischen Käse-Bar (was es nicht alles gibt!?). Immerhin hat er seine Freunde gesehen.

Dieser Weg wird kein leichter sein…

dachte ich mir diese Woche, als ich den Römer dazu nötigte mit mir die beiden Bücherschränke im Wohnzimmer auszusortieren. Relativ einfach konnte ich mich von etlichen Büchern trennen. Das lag unter anderem daran, dass ich dazu überging, mir den Namen und eine Kurzzusammenfassung des Inhalts der Bücher zu notieren und auf einer Liste abzuspeichern. Natürlich durfte der Großteil der Bücher bleiben, aber ein Drittel habe ich stolz (und etwas wehmütig) aussortiert und verkauft. Der Römer hatte den gleichen Auftrag. Der Verkauf von italienischen Büchern stellt sich zwar generell als schwierig heraus, doch bis zum Verkauf kam er gar nicht. Jegliche Bücher waren ihm von Nutzen. Meist fingen seine Sätze mit „Aber wenn ich dann mein Doktorat mache, dann werde ich das sicher brauchen, weil…“ an. Dieses Doktorat, das er gerne machen würde, scheint mir bei der Anzahl der dafür benötigten Bücher dermaßen komplex und interdisziplinär zu sein, dass es vermutlich einige Jahrzehnte benötigt, um erfolgreich umgesetzt zu werden. Das Ende vom Lied war, dass der Römer schnell bei der Hand war, MEINE Bücher auszusortieren, solange seine davon unberührt blieben. Somit ist der vorläufige Verkaufsstand des Bücherregals: 30% meiner Bücher und etwa 1% der Bücher des Römers, wobei das eine Prozent aus vier Deutschgrammatik Büchern, Stufe B2 – C1, besteht. Wenn wir so weitermachen, passt mein Hab und Gut in zwei Umzugskartons. Die Umzugskisten des Römers werden jedoch das gesamte Wohnzimmer ausfüllen. Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass jeder seine eigenen Kisten transportieren muss?

Wie sich mein Leben momentan anfühlt

Umzug, neuer Job, Studium und natürlich Kind und Mann. Alle zerren an einem wie diese Hunde an ihrem Herrchen. Doch beschweren möchte ich mich absolut nicht. So viel wie in diesem Jahr schaffte ich in den letzten fünf Jahren nicht.

Die Empfehlung der Woche

Ich hörte gestern einen Podcast der Zeit-Serie „Verbrechen“. Dort stellen Sabine Rückert und Andreas Sentker jede Woche einen anderen Kriminalfall vor und beleuchten ihn von allen Seiten. Gestern stolperte ich über die Folge „Der Fluch des letzten Willens“. Es geht um eine ältere Dame, deren Mutter vor Jahrzehnten an Demenz erkrankte. Sie fand diesen Zustand der Mutter und die „Aufbewahrung“ im Heim (wir stellen uns ein Pflegeheim in den 80er Jahren vor) so bedrückend und niederschmetternd, dass sie verfügte, sollte sie jemals an Demenz erkranken, man möge ihr bitte Sterbehilfe leisten. Dann erkrankte sie tatsächlich. Und sie wurde getötet – obwohl sie ihre Meinung inzwischen geändert hatte.

Was mich an dieser Podcast Folge so nachdenklich stimmte, ist, dass wir Menschen unser Sein über unseren Intellekt definieren. Die Dame verfügte, dass sie im dementen Zustand nicht mehr leben wolle, da dieser Zustand ihr nicht mehr lebenswert erschien. Gleichwohl war sie aber im stark dementen Zustand nicht unzufrieden mit ihrem Status. Und sie war immer noch ein Mensch mit Gefühlen. Obgleich sie vermutlich nichts mehr mit einer Tageszeitung anfangen konnte, so empfand sie dennoch Freude an einer warme Tasse Kakao. Allein der Anspruch verschob sich. Man muss allerdings dazu sagen, dass sie den Zeitpunkt überschritten hatte, in dem sie sich bewusst war, in welchem Zustand sie sich befand.

Diese Folge sei all jenen empfohlen, die sich aus dem Schwarz-Weiß-Denken der Demenz lösen möchten und bereit sind, sich auf einen anderen Blickwinkel einzulassen. [Hier geht’s zum Podcast]

In eigener Sache

Diese Woche veröffentlichte ich einen passwortgeschützten Artikel. „Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?“, schrieb mir Lore einmal dazu. Recht hat sie natürlich! Liebe Leser, haben Sie keine Scheu nach dem Passwort zu fragen. Manche Themen veröffentliche ich lieber unter einem Passwort, da man nie weiß, wer über den eigenen Blog stolpert und ich ungern durch mein heiß geliebtes Hobby einschneidende Nachteile davon tragen möchte. Eine Email an info@zwischentiberundtaunus.com reicht vollkommen aus.

Ein passwortgeschützter Artikel – bildlich dargestellt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende, starten Sie gut in diese letzte Juli-Woche 2021 und bleiben Sie gesund und munter.

Der Freitagsrapport | KW 27 + 28

Alles auf „hold“

Heute ist der erste „freie“ Tag seit zwei Wochen. Wobei frei bedeutet, dass der Tag frei von Vormittags-Terminen ist. Zwei Jahre passiert nichts und dann passiert alles in einem Monat. Und wie das dann oft so ist: Rumort es im Hier und Jetzt, ebbt der virtuelle Austausch ab. Das wiederum finde ich überaus schade, las und lese ich doch Ihre Blogs unglaublich gerne. Aber irgendwann wird hier wieder mehr Ruhe einkehren und ich kann mich meinem liebsten Hobby widmen: dem Bloggen!

Eine Reise, die ist lustig. Eine Reise, die ist schön.

Der Aufenthalt im Münchner Umland (per se) war das auch. Die Autofahrt war hingegen eine vollkommene Katastrophe. Völlig übermüdet sind wir um 17:30 Uhr in Frankfurt losgefahren. Ich wollte die Reise deutlich früher antreten, aber der Römer, der um 16 Uhr von der Arbeit heimkehrte, fand meinen Vorschlag, ihm unterwegs etwas zu essen zu kaufen, skandalös. Nein, so könne er niemals in Ruhe essen als Beifahrer. Ich verdrehte die Augen und beschloss, nichts dazu zu sagen, auch wenn ich ihm am liebsten seinen spuntino [Imbiss] um die Ohren gehauen hätte. Prompt standen wir dann natürlich bis hinter Aschaffenburg im Stau. Der Gatte bestand darauf, dass er vorne mitfahren wolle und vorerst nicht bei Signorino sitzen würde. Sie ahnen es: ein 1,5jähriger fand diesen Vorschlag zum Brüllen. Wortwörtlich.

Kilometer um Kilometer quälten wir uns voran. Hinter Würzburg war meine Blase bis auf den letzten Millimeter gefüllt und ich fuhr raus. Das Kind schlief (endlich) seit fünf Minuten und wachte dann auf, als ich den Motor abstellte. Schnell huschte ich zum Rasthof und durfte feststellen, dass in Bayern FFP2 Maskenpflicht herrscht. Ich tippelte also wieder zurück, nahm mit verkniffenen Blick die gewünschte Maske in Empfang und schwebte vorsichtig wieder zu den Sanitäranlagen in der Raststätte – mit FFP2 Maske. Deutlich erleichtert fuhren wir weiter.

Gegen 23 Uhr waren wir im Münchner Osten und hatten Hunger. Der Römer, der weder fahren darf, noch kann, ist zudem auch noch ein miserabler Landkarten-App-Deuter. Er leitete mich zur Münchner Messe, anstatt mir zu beschreiben, wo der Kirchheimer Fastfood Riese war. Hungrig, müde und gereizt von der Fahrt, wurde ich sehr ausfallend, als ich mir nach drei Hinweisen meinerseits, dass mir dieser Streckenabschnitt seltsam vorkommt, schlussendlich sicher war, dass das nicht Kirchheim, sondern das weitläufige Messegelände München Riem war. Das italienische Navi sprach währenddessen ständig von einer rotonda, einem Kreisverkehr, den es dort vermutlich gab, als dieser Stadtteil noch einen Flughafen sein Eigen nannte. Ich war so sauer, dass ich dem Römer sagte, ich wisse schon selber, wie ich nach Kirchheim kommen würde. Das wusste ich dann auch und parkte vor dem goldenen M. Ich sprang rein, bestellte uns etwas zu essen und huschte vollbepackt wieder raus.

Um 23:30 Uhr waren wir schlussendlich mit einem völlig übermüdeten und schreienden Kleinkind am Zielort. Nie wieder!

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Die Rückfahrt sollte sich nicht nur weitaus länger ziehen (sieben Stunden von München nach Frankfurt), sondern auch noch um einiges anstrengender werden. Anscheinend hatte ich auch nichts aus der Hinfahrt gelernt, denn der Römer war wieder der Navigator und führte uns nach Stuttgart. Bei Pforzheim hatte sich das bis dahin sehr brave Kind eingebrüllt. Der Römer wurde hektisch, wie er es immer wird, wenn das Kind brüllt und ich schrie nach hinten, dass er bitte irgendetwas machen solle, damit Signorino sich beruhigen würde. „Du fahr einfach!“, war seine trotzige Antwort darauf. Ich sah rot und fuhr an der nächsten Raststätte raus. Dort stellte ich das Auto ab und motzte ein „Fahr doch du, wenn es so einfach ist.“ in die hintere Fahrgastzelle. Signorino hatte mittlerweile aufgehört zu schreien. Ich schnappte mir meinen Geldbeutel und stiefelte in die Raststätte. Dort gönnte ich mir alleine einen Kaffee und 15 Minuten Ruhe auf der Außenterrasse. Als ich zurück zum Auto ging, war es leer. Der Gatte war mit Signorino auf dem angrenzenden Spielplatz. „Tutto bene?“ [Alles gut?], fragte der römische Gatte mitfühlend. Ich nickte knapp. Dann hielt er mir ein gepflücktes Gänseblümchen unter die Nase. „Für dich!“, grinste er. „Das ist ja wohl das Mindeste!“, näselte ich. Nach weiteren 20 Minuten auf dem Spielplatz gaben wir Signorino zu verstehen, dass es Zeit wäre für ein Mittagessen. Dreißig Minuten später saßen wir wieder im Auto (respektive Stau). Nur noch einmal brüllte das Kind und das war kurz vor Frankfurt. Man konnte bereits den Messeturm sehen, doch das wusste das Kind nicht. Wir fuhren raus, ich trug das Kind zwanzig Minuten lang über den Rastplatz, es beruhigte sich, wollte nicht mehr in den Kindersitz, schimpfte sehr, ließ es sich dann aber doch gefallen und die beiden Herren im Fond bespaßten sich gegenseitig.

Daheim schrieb ich nach München: „Wir kommen gerne wieder. Aber nicht mehr mit dem Auto!“

Gewitter?

Oh ja. Die ersten Tage im Süden Deutschlands waren geprägt von Regen und Gewittern. Hier ein paar Impressionen.

Im botanischen Garten – München Ost

Die Münchner und München-Kenner werden die Stirn runzeln bei dieser Überschrift. Aber es gibt doch überhaupt keinen botanischen Garten im Münchner Osten? Da haben Sie absolut recht.

Jedoch kann man den Garten meiner Eltern durchaus als botanischen Garten bezeichnen, so viel gibt es zu entdecken. Ein Glück bin ich nur Besucher und nicht der Gärtner, aber auch das soll, laut meiner Mutter, sehr bereichernd sein. Übrigens: Der Eintritt war kostenlos. 😉

Ein weiterer Pluspunkt war, dass Signorino mit Gießkannen, Eimern und Wäschekörben voller Wasser nach Herzenslust planschen konnte, was vermutlich in nur wenigen botanischen Garten weltweit erlaubt wäre.

In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen ein staufreies und angenehmes Wochenende!

Freitagsrapport | KW 26

Der Freitagsrapport an einem Samstag? 2019 wäre so etwas noch undenkbar gewesen. Aber 2021 ist eben alles möglich!

Der Römer – Man of the match Prüfungsvorbereitung

Ja, das ist er wirklich. Er hielt mir den Rücken frei, wo er nur konnte, damit ich Zeit zum Lernen hatte. Am Samstag ging er wieder zum Herrenbrunch mit anschließendem Spielplatzbesuch. Am Sonntag gingen die Herren an den Main, am Montag und Dienstag lieferte er Signorino in der Kita ab. Am Freitag hetzte er sich ab, um rechtzeitig heimzukommen, schnappte sich den Ableger und sie gingen in die Pizzeria seines Freundes während ich über dem Studienskript hing. Dann brachte mir der Römer (und der Mini) noch eine herrlich duftende Pizza mit. Nein, beschweren darf ich mich wirklich nicht. Er ist wirklich mein man of the test preparation.

Man römischer Stein in der Brandung.

Das Geheimnis hinter der temporären Stilllegung des Blogs

Ich hoffe, es liegt nicht an einem Stalker.„, schrieb Tom und glücklicherweise ging seine Hoffnung in Erfüllung (toi, toi, toi). Mein Bruder vermutete, dass der Blog zahlungspflichtig wird, jetzt wo die ganze Familie abhängig von meinen Geschichten ist. Nein, auch das wird nicht vorkommen. 😉

Vielmehr lag es daran, dass wir uns für eine Wohnung, die uns unter der Hand von Turtles Freunden vermittelt wurde, bewarben. Kurz nachgedacht, kam ich auf die Idee, dass die Wohnungsbaugesellschaft sicher unsere Namen googeln würde. Wenn man meinen Namen googelt, dann sind die ersten zwei Treffer sehr langweilige Jobportale, in denen man meine berufliche Vita nachlesen kann. Der dritte und vierte Treffer sind Profile auf sozialen Netzwerken, die mir nicht gehören. Und der fünfte Treffer ist bereits mein Blog, der dank Impressumspflicht unter meinem Klarnamen gefunden werden kann. An sich stört mich das nicht – ganz im Gegenteil. Der Blog gehört zu mir, wie ich zu ihm. Nur erschien mir der Gedanke etwas unangenehm, dass eine Wohnungsbaugesellschaft sogleich all meine ehelichen und familiären Kabbeleien mitbekommen würde, bevor sie sich überhaupt meine Schufa ordentlich angeschaut hätte. Zugegeben, die Geschichten über den römischen Gatten sind deutlich kurzweiliger zu lesen als eine schnöde Schufa. Dennoch entschied ich mich dazu, den Blog temporär auf Eis zu legen, um nicht doch eine „brutta figura“ zu machen. Womit wir gleich zum nächsten Punkt kommen:

Die Wohnung

Stellen Sie sich vor, Sie finden die perfekte Wohnung, die all das vereint, was Sie sich auf Ihrer imaginären Wunschliste aufgeschrieben haben. Dazu liegt sie auch noch einige (hundert) Euro(s) unter Ihrem Maximalbudget. Und jetzt stellen Sie sich vor, dass diese Wohnung in einem Stadtviertel liegt, das für sich spricht, was in diesem Fall nicht besonders positiv ist. So wachte ich nachts um 04:30 Uhr schweißgebadet auf und dachte nach, ob wir dort wirklich hinziehen wollen. Ich ging ins Wohnzimmer und las mir Polizeimeldungen durch. Hm… nichts wildes. Da war unser aktuelles Wohnviertel im direkten Vergleich schon deutlich auffälliger. Dann las ich einen Artikel über die sozialdemografische Struktur: Der kinderreichste Stadtteil mit den meisten Sozialhilfeempfängern. Dann klickte ich noch einen Artikel über Jugendliche in dem Viertel an. Grundsätzlich waren alle sehr zufrieden, auch der, der aus dem ruhigeren Nordend übergesiedelt war. „Hauptsächlich wollen die Bewohner hier ihre Ruhe.“, sagte einer der befragten Jungs. Oh, super. Das deckt sich exakt mit meinen Präferenzen. Ich schickte Sonntagabend unsere Nachweise an die Wohnungsbaugesellschaft.

Montagfrüh antwortete die nette Sachbearbeiterin sogleich und forderte weitere Unterlagen an. Die Erfüllung dieses Wunsches stellte sich als sehr steiniger Weg heraus. Vergleichbar mit einer siebenstündigen Hochgebirgswanderung in Flipflops und Sommerkleidchen, ohne Wasser und Proviant, in der prallen Sonne. Aber, irgendwann kam ich am Gipfel an – mitsamt meiner Unterlagen. Am Dienstag hörte ich nichts von der Sachbearbeitung, was mich etwas nervös machte, denn wir mussten unsere aktuelle Wohnung kündigen, um uns zumindest die dritte, doppelte Mietzahlung zu ersparen. Am Mittwochmorgen legte ich die Wohnung gedanklich ad acta. Nein, drei doppelte Monatsmieten würde ich sicher nicht zahlen. Dann eben eine andere Wohnung. Und überhaupt muss Signorino so jeden Tag durch die ganze Stadt kutschiert werden, um zur Kita gebracht zu werden. Nachmittags würde das gleiche Programm wieder winken.

Zehn Minuten später antwortete die Sachbearbeiterin: Wir schicken Ihnen den Mietvertrag zu.

Ähm?! Ich habe mir doch gerade die Wohnung ausgeredet. Da war ich wohl mal wieder etwas zu voreilig. Wie dem auch sei: Ich rede sie mir jetzt wieder ein, tippte und schickte bereits eine Kündigung für unsere aktuelle Wohnung und dann Ciao Kakao!

Na, dann packen wir eben die Koffer und ziehen um.

Signorino erzählt

Ich war selbst erstaunt, dass unser Sohn eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt hat, bei der er sich ein alternatives Ende gewünscht hätte. Doch von vorne: Am Mittwochabend erzählte er mir im Bett wie ungünstig das mit seinem heutigen Wunsch nach Eiscreme ablief. Wir lagen nebeneinander und er guckte mich ernst an: „Eis! [Kurze Pause, wird ernst, schimpft] Nein! Nein! [kurze Pause, äußert seine Meinung sehr vehement] Jaaaaa!!“ Und ja, genau so lief es ab. Er verlangte nach „Eis!“. Ich sagte: „Nein, es gibt kein Eis.“ Er bockte. Ich wiederholte ein zweimaliges „Nein!“ und er verwandelte sich in ein tobendes Rumpelstilzchen, das sich erst zehn Minuten später wieder beruhigte. Dann widmete er sich anderen Dingen und bekam eine Banane. Sein Wunsch nach Eis blieb derweil wohl weiterhin bestehen, so dass er mir am Abend erzählte wie ungünstig die Situation für ihn ablief.

In diesem Sinne: Starten Sie gut ins Wochenende, hauen Sie auf den Putz und genießen Sie die freien Stunden.

Der Freitagsrapport | KW 25

Ein Dusel

Nein, kein Dussel. Ein Dusel [Betonung auf dem U] sagt man im Bayerischen, wenn jemand sehr viel Glück (im Unglück) hatte. Wer so ein Dusel gehabt haben könnte? Natürlich mein römischer Gemahl. Wer sonst?!

Um was es ging? Um seinen Impftermin.

Vor etwa zwei Monaten wurden seine Impftermine bestätigt. Leider passten die Zeiten so gar nicht in seinen Arbeitsplan und so buchten wir den Ersttermin um, so dass er sich in seine Work-Life-Balance, wie man so schön sagt, einfügt. „Sollen wir den zweiten Termin auch gleich umbuchen?“, wollte ich vom Römer wissen. Er winkte ab. „No, no, das machen wir dann.“ Wie ein so kleines, unscheinbares Wort wie „dann“ in einem, einzigen großen Chaos endet, war mir damals nicht bewusst, sonst hätte ich darauf bestanden, dass aus dem „dann“ ein „sofort“ wird.

Der Römer trat in der beeindruckenden Frankfurter Messehalle zur Erstimpfung an, die Wochen vergingen und ihm fiel ein, dass er den Zweittermin unter der Woche, um 10:30 Uhr vormittags, nicht wahrnehmen könne. So bat er seine persönliche Assistentin, mich, um Hilfe. Sogleich machte ich mich daran, den Termin umzubuchen. Doch es klappte nicht. „Momentan können wir Ihnen keine Alternative anbieten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.“, stand da. Ich bestand darauf, dass der Römer die Impfhotline anrufen solle. „Si, si, lo faccio subito. [Ja, ja, das mache ich sofort.]“, sprach der Gatte und machte – nichts. So verging Tag um Tag. Immer wieder hakte er bei mir nach, ob ich es noch einmal online versucht hatte, seinen Termin zu verschieben. „Nein, ich habe es nicht noch einmal versucht.“, log ich, da ich wollte, dass er den Termin bei der Hotline umbuchte. Natürlich hatte ich es seit Tagen im Stundentakt versucht, aber es war absolut nicht möglich, einen anderen Termin zu bekommen. „Ah…allora…[Ah…also…] dann frage ich meinen Vorgesetzten.“, gab der Römer seinen Plan preis. „Du kannst auch einfach bei der dämlichen Impfhotline anrufen.“, schob ich nach. „Nein, nein, mein Arbeitgeber muss mich freistellen. Schließlich geht es um meine Zweitimpfung.“, bestand der Römer auf seinen Plan. Nun denn. Er informierte seinen Vorgesetzten und dieser, der zufällig italienische Wurzeln hatte, hatte vollstes Verständnis. „Aber sicher doch! Unsere Sekretärin muss dir die Stunden freischaufeln. Ich habe auch versucht, meinen Termin umzubuchen, aber das war unmöglich.“, zeigte sich sein Chef empathisch.

Na, wenn auch er das römische Modell angewandt hatte, was mir als Landsmann nicht unwahrscheinlich schien, dann konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es nicht geklappt hatte. Die Sekretärin seufzte kurz, rief dann alle Patienten zwischen 10:00 – 13:00 Uhr an und suchte händeringend mit ihnen nach einem neuen Termin. Am Donnerstag Abend kontrollierten wir, auf meinen Wunsch hin, die Impfunterlagen. Mein Blick fiel auf die Uhrzeit des Zweittermins. 14:30 Uhr. Moment mal?! 14:30 Uhr?! Behauptete der Römer nicht seit Wochen steif und fest, dass dieser Termin um 10:30 Uhr stattfinden würde? Postwendend konfrontierte ich den Römer mit seiner Impfuhrzeit. „Das muss ein Fehler sein.“, antwortete er gelassen. „Aber hier steht 14:30 Uhr! Moment, ich schau mal in deinen Online-Unterlagen nach.“ Der Römer war immer noch tiefenentspannt. Es würde sich vermutlich nur um eine alte Bestätigung handeln, ein Tippfehler, ein Systemfehler, was auch immer. Ich loggte mich rasch ein. „Ach, du meine Güte. Der Termin ist wirklich um 14:30 Uhr.“, erschrak ich abermals. Der Römer wurde leicht nervös. „Eh allora? [Und nun?] Hm….“, sprach er leise. Sofort klickte ich hektisch in der Online-Plattform der Impfterminvergabe umher. Alles probierte ich aus. Erfolglos. Bis ich über die Kategorie „Ersttermin verschieben“ stolperte. Was hatte ich schon zu verlieren? In meiner Verzweiflung verschob ich also den Ersttermin, den der Römer bereits Anfang Mai hatte. Das System gab mir einen neuen Erst- und Zweittermin. Freitag, 16:30 Uhr war der neue Ersttermin und „Irgendwann Ende Juli.“ der Zweittermin. Ein Versuch war es wert.

„Ich versuche das mal. Wenn’s klappt, ist’s gut. Wenn’s nicht klappt: pazienza! [Geduld!]“, fasste der Römer seine missliche Lage zusammen. Einmal so gelassen wie dieser Mann zu sein, und das ganz ohne stundenlange Meditation, das wäre mein Lebenstraum. Nach der Arbeit tuckerte er zur Festhalle/Messe, wo sich Frankfurts Impfmaschinerie befand. Er erklärte charmant seine missliche Lage und wie er versuchte, das Problem selbst zu lösen. „Kein Problem! Uns ist nur wichtig, dass wir die Impfdosen hier haben und sie einen Termin gebucht haben. Wir sehen in unseren Computern, dass Sie bereits erst geimpft worden sind. Bitte mit den Unterlagen hier entlang. Tschüüühüüüss!“, flötete die Dame an der Impfrezeption. Nach einer Stunde kam der Römer gut gelaunt nach Hause. „Hat alles geklappt. Es war überhaupt kein Problem.“, erklärte er stolz. Dieser Mann! Römisch gelassen und dabei immer das Glück auf seiner Seite.

Römer müsste man sein! Das Bild zeigt den Parco degli Acquedotti. Im Hintergrund ein imposantes Aquädukt, rechts Pinienbäume, eine große, grüne Wiese, darauf ein umgekippter Baumstamm und eine Person, die darauf rastet. Der Himmel ist blau.

Geheult wie ein Schlosshund

… habe ich diesen Mittwoch. Der knapp 2jährige Nicola Tanturli wurde am Fuße einer Böschung, irgendwo im Mugello, (einer Landschaft, die sich in etwa nördlich von Florenz und südlich von Bologna befindet) wieder gefunden. Außer ein paar Kratzern hatte er nichts.

Was war passiert? Am Dienstag publizierten die italienischen Medien, dass der kleine Nicola von seinen Eltern vermisst gemeldet wurde. Er verschwand in der Nacht von Montag auf Dienstag aus seinem Elternhaus in Palazzuolo sul Senio, einem Ort in der Provinz Florenz. Dienstagmorgen haben die Eltern die Polizei informiert, da sie ihren Sohn nicht mehr in seinem Bettchen vorfanden. Man ging davon aus, dass der kleine Mann eigenständig aus seinem Bett aufgestanden ist und das Haus verlassen hat. Hierzulande würde das Haus wohl als Einsiedlerhaus bezeichnet werden. Dadurch war Nicola es gewohnt, dass er das Haus autonom verlassen und draußen spielen konnte.

Den ganzen Tag und die ganze Nacht suchte man nach dem kleinen Nicola. Ohne Ergebnis. Man untersuchte einen nahegelegenen See. Wärmebildkameras wurden eingesetzt. Spürhunde. Helikopter. Doch alles verlief im Sand.

Am Mittwoch dann die erlösende Nachricht: Der Carabinieri-Chef Danilo Ciccarelli aus Scarperia hat den Kleinen auf Hinweis eines Journalisten am Fuße einer Böschung entdeckt. Es schien ihm ein Tier, das so schrie. Der Eindruck wurde auch dadurch bekräftigt, dass das scheinbare Tier jedes Mal verstummte, sobald Ciccarelli Nicolas Namen rief. Als Ciccarelli Nicola entdeckte, rief dieser nur „Mama!“ und warf sich dem Carabinieri um den Hals. „Ich habe kontrolliert, ob es ihm gut ging. Er hatte nur ein paar Kratzer.“, sagte Ciccarelli sichtlich bewegt im Interview mit der Presse. Als ich dann noch das Video sah wie seine Mama ihren vermissten Sohn nach diesen aufregenden Tagen in die Arme schloss, weinte ich wie ein Schlosshund.

Ende gut, alles gut? Ja.

Und nein. Welch enthemmende Wirkung digital vermittelte Massenkommunikation hat, brauche ich Ihnen nicht zu erklären. Aber, dass ein Großteil der kommentierenden Personen davon ausging, dass die Eltern sicher einen Mord an ihrem eigenen Kind vertuschen wollten, empfand ich dann doch als sehr schockierend. Ein 2jähriger könne doch keine Türklinke öffnen und das Haus verlassen, war hier das Schlüsselargument. Dazu kann ich sagen: Was ein 1,5jähriger Signorino kann, und zwar die Türklinke der Wohnungstür ohne Probleme herunterzuziehen, kann auch ein 2jähriger Nicola. Ich hoffe, die ätzenden Waschweiber der sozialen Netzwerke schämen sich in Grund und Boden für ihre widerwertigen Kommentare und ihnen rutscht beim Händewaschen jedes, einzelne Mal der Ärmel runter und wird pitschnass.

Jetzt aber fix!

Aber wirklich. In einer Woche schreibe ich meine erste Klausur (ich werde noch ausführlich berichten) und irgendwie dachte ich, als ich mich zur Prüfung anmeldete, ich wäre schon „weiter“. Ich war ebenso überrascht wie mein Studienskript, dass ich noch etwas hinterherhinke. Deswegen wird es hier vermutlich etwas stiller. Dennoch hoffe ich, den nächsten Freitagrapport nicht ausfallen zu lassen. Doch wenn, seien Sie mir nicht böse! Es dient einem höheren Zweck. 😉

Das damalige, römische Deutschskript wäre um ein vielfaches leichter. Das Bild zeigt einen Leitfaden zum Bestehen der Deutschprüfung.

Danke!

Herzlichen Dank für all Ihre wunderbaren Tipps, wo die Farniente’schen Ferien verbracht werden könnten. Sobald meine erste Klausur geschrieben ist, werde ich mir ein paar, freie Tage gönnen, in denen ich müßig auf dem Sofa liege und mich genau mit Ihren Tipps beschäftige.

Das Bild zeigt ein türkisfarbenes Meer, ein Bötchen, das darauf schaukelt. Alles wurde durch den weitmaschigen Strandkorb fotografiert. Ein Meer aus pastellblauen Farben.

Das Lied der Woche

Ohne Frage, Italien ist zauberhaft. Die Landschaft, die Bauwerke, die Kultur, die Leute und das Essen. Aber, dass die Italiener uns mindestens genau so toll finden, zeigt Francesca Michielin (ja, die schon wieder) in ihrem Videoclip zum 2017 erschienenen Lied „Vulcano„. Gedreht wurde das Musikvideo in Berlin. Nun bin ich wahrlich kein Berlin-Kenner wie Valentin und Julian, aber ich finde, das Video ist gelungen und die Kulisse ist passender denn je.

Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass Sie sanft ins Wochenende schweben und sich keinen Sonnenbrand (oder nasse Füße, je nach Region) holen.

Der Freitagsrapport | KW24

Löffelchenstellung

Wie isst Signorino daheim?“, fragte die Erzieherin mich diese Woche. „Mit den Händen… und flüssige Sachen füttern wir ihm.“, antwortete ich wahrheitsgemäß. Sie runzelte die Stirn. „Also wir hier in der Kita sagen, dass Kinder mit 1,5 Jahren mit dem Löffel essen sollten. Das ist unser Standard hier.“ Ich nickte und versprach, mich darum zu kümmern. Das tat ich auch. Zwei Nachmittage versuchte ich, dass das Kind alleine einen Joghurt isst. Nachdem 2g Joghurt im Magen des Kindes landeten und 98g überall anders, von der Wand über den Schrank bis zum Tischchen, gab ich auf. Dann malte Signorino noch ein bisschen mit der Joghurt Pampe auf dem eh schon verhunzten Tischchen. So konnten wir immerhin einen künstlerischen Erfolg verzeichnen. Dennoch: Dinge mit dem Löffel zu essen und das mit 18 Monaten klappt bei uns nicht. Der Versuch ist (vorerst) für beendet erklärt!

Vater-Kind-Brunch

Der Römer bezeichnet mich morgens gerne als „lunatica“ [launenhaft]. Dabei hat er (leider) recht. Morgens komme ich wirklich schwer in die Gänge. Alles ist mir zu laut, zu viel, zu wuselig und zu dicht. Unter der Woche ist es hingegen erträglich, da Mann und Kind zur Arbeit und Kita gehen. Den ganzen Vormittag verbringe ich dann damit, mich gemächlich in den Tag hineinzufühlen (das hört sich dekadenter an als es ist). Aber am Wochenende prasselt alles ungefiltert auf mich ein, was dann durchaus gerne zu Konflikten führen kann. Auch dadurch, dass der Römer wie eine Sprungfeder am Wochenende aus dem Bett springt und sofort da anfängt, wo er abends aufgehört hat. Am liebsten würde er mir all seine nächtlichen Erkenntnisse bei einem Frühstück in einem Café irgendwo in Frankfurt erzählen. Doch vor 12 Uhr das Haus zu verlassen, ist mir, am Wochenende, eine unendliche Qual.

Wie gut, dass wir vor einem guten Jahr Nachwuchs produziert haben. Der neue, samstägliche Frühstückskumpel des Römers ist nun Signorino – und Mutti hat frei. Die beiden Herren nutzten die Öffnung der Frankfurter Gastronomie und düsten mit der U-Bahn ins italienische Lieblingscafé des Römers. Dort gönnte sich der Große ein Cornetto und einen Cappuccino, der Kleine bekam eine aufgeschäumte Milch und ein Stück Ciambella [ein ringförmiger Frühstückskuchen]. Beide hatten ihren Spaß und ich eine angenehme Mußestunde, in der ich lunatica [ich übersetze es gerne als mondfühlig] sein konnte wie es mir behagte.

Ich hoffe, aus diesem Vater-Kind-Brunch wird eine samstägliche Tradition. Es wäre sowohl der ruhebedürftigen Partei, als auch der italienisch-quirligen Frühstückspartei zu gönnen. Drücken Sie mir die Daumen!

Nachwort: Das Beste daran habe ich Ihnen noch gar nicht mitgeteilt. Man bringt der Daheimgebliebenen, also mir, auch noch etwas mit. Drei süße Törtchen bekam ich, die wir zwischen uns aufteilten! Da verflüchtigte sich sogleich jeglicher Rest meiner Morgenmuffelichkeit.

Sie möchten wissen wie die Törtchen aussahen? Ich zeige Sie Ihnen im Bild der Woche.

Das Bild der Woche

Man möchte meinen, im Hause Farniente gibt es nur Törtchen und Kuchen. Ganz verneinen kann ich die Annahme nicht!

Der Lacher der Woche

Den Lacher der Woche lieferte Signorino – und zwar im Schlaf. Laut kichernd und dabei tief und fest schlafend weckte er uns. Nachdem der Römer und ich zu uns gekommen waren, mussten auch wir schmunzeln. So ging das zehn bis fünfzehn Minuten lang. Dann drehte sich das Kind zur Seite und das Kichern wandelte sich zu tiefen, ruhigen Atemzügen.

Hilfe! Urlaub!

In etwa so fühlt es sich dieses Jahr an. Im September soll es so weit sein: 14 Tage Urlaub hat der Römer eingereicht und bestätigt bekommen. Nur leider wissen wir nicht wohin. Wir wissen nur, was wir wollen (und was wir nicht wollen), nicht aber, wo dieser Ort sein soll. Vielleicht haben Sie zufällig die Nadel im Urlaubsdestinations-Haufen und können uns einen Tipp geben?

So entspannt möchte ich im Urlaub aussehen. Nur die Kulisse sollte eine andere sein.

Was wir uns vorstellen:

  • Ein Urlaubsort am Mittelmeer mit einem adretten Strand, der nicht allzu weit entfernt ist.
  • Ferienwohnung – da wir Individualtouristen sind.
  • Mein persönliche Wunsch wäre ein Ort, an dem ich mindestens einmal in 14 Tagen einen Tintenfisch vom Grill (polpo arrostito) genießen kann.
  • Es sollte im gleichen Ort (oder in Fahrweite) einen Supermarkt, (mind.) ein Café und eventuell ein Restaurant geben.
  • Maximal zwei bis drei Stunden Flugzeit

Und ja, wir dachten auch schon an Apulien und wären nicht abgeneigt. 😉

Es muss nicht gleich Ipanema sein.

Was wir nicht wollen:

  • Einen All-Inclusive Hotelbunker
  • Einen Club-Urlaub
  • Einen wilden Partyort mit unzähligen Diskotheken, die alle bis September wieder in Betrieb sind.

Sie wissen ganz genau, wo dieser Ort sein könnte? Dann schreiben Sie es gerne ins Kommentarfeld oder per Email an info@zwischentiberundtaunus.com

In diesem Sinne:

Gleiten Sie sanft und sicher ins Wochenende. Und lassen Sie sich nicht vom Freizeitstress verrückt machen. 😉

Der Freitagsrapport | KW23

Die Schweigespirale

Momentan beschäftige ich mich intensiv mit den Theorien und Modellen der Kommunikationswissenschaft. Das Warum und Weshalb soll für die Schweigespirale keine Rolle spielen. [Anmerkung: Doch wie Sie mich kennen, werde ich Sie gerne in den nächsten Wochen über das Warum und Weshalb informieren. 😉 ]

Die Schweigespirale wurde von Elisabeth Noelle-Neumann formuliert und ließ mich die ganze Woche nicht los. Immer wieder dachte ich über dieses Modell, dass ich Ihnen nachfolgend vorstelle, nach. Die Theorie besagt, kurz zusammengefasst, dass die Bereitschaft vieler Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen, von der Einschätzung des Meinungsklimas abhängt.

Dies könnte in ungefähr so aussehen:

  • Die meisten Menschen fürchten soziale Isolation.
  • Menschen beobachten daher ständig das Verhalten anderer, um einschätzen zu können, welche Meinungen und Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit Zustimmung oder Ablehnung finden.
  • Menschen üben Isolationsdruck auf andere aus, beispielsweise, indem sie den Mund verziehen oder sich abwenden, wenn jemand etwas sagt oder zeigt, das von der öffentlichen Meinung missbilligt wird.
  • Menschen neigen dazu, ihre eigene Meinung zu verschweigen, wenn sie denken, dass sie sich mit ihrer Meinung dem Isolationsdruck anderer aussetzen würden.
  • Diejenigen hingegen, die öffentliche Unterstützung spüren, neigen dazu, ihre Meinung laut und deutlich zu äußern.
  • Laute Meinungsäußerungen auf der einen und Schweigen auf der anderen Seite setzen den Schweigespiralprozess in Gang.
  • Dieser Prozess entzündet sich typischerweise an emotional aufgeladenen Themen.

Vielleicht mag es an den aktuellen Geschehnissen liegen, zu denen man eine Meinung haben kann (oder auch nicht), aber genau hier könnte beispielsweise eine Schweigespirale in die eine oder andere Richtung einsetzen.

Wer sich etwas genauer zur Theorie der Schweigespirale informieren möchte, findet alle weiteren Infos hier. Generell möchte ich diese kommunikationswissenschaftliche Theorie ganz isoliert von der Person Noelle-Neumann betrachten. Dass auch Elisabeth Noelle-Neumann nicht ohne kritisch zu betrachtende Vergangenheit war, können Sie hier nachlesen.

Quellenangabe: http://www.noelle-neumann.de/wissenschaftliches-werk/schweigespirale/

Das Fundstück der Woche

Das Fundstück der Woche liegt mir diese Woche besonders am Herzen. Alles fing mit einem Tapetenwechsel an – und zwar dem Tapetenwechsel von Sonja. Sie führte sechs Jahre lang den wundervollen Blog „Frauen und Islam“ und entschloss sich, dass es nun an der Zeit wäre, einen neuen Blog zu eröffnen. Dabei suchte sie sich, um beim Beispiel der Tapete zu bleiben, eine überaus geschmackvolle Tapete aus. Gewohnt humorvoll berichtet sie über all das, was sie bewegt. Von der Erkenntnis, dass sie endlich Suppe kochen kann, in welcher absurden Szenerie sie ihren „pretty, pretty husband“ geheiratet hat [das steht aber noch im alten Blog] und wie man eine Familienkutsche like a boss kauft. Der Clou bei ihrem Blog ist dabei aber nicht nur ihr einmaliger Humor (allein der wäre es schon wert, ihr zu folgen), sondern auch ihr großes und faktenbasiertes Wissen über den Islam. Sie klärt auf, vermittelt und tut dies, ohne belehrend zu wirken.

Wenn Sie nun neugierig geworden sind, dann schauen Sie bei Sonja gerne einmal vorbei: [Hier geht’s lang!]

Trick 17

Haben Sie gewusst, dass es (Kleinkinder)-Schlafsäcke mit Füßchen gibt? Nein? Ich auch nicht. Ein Glück habe ich es noch herausgefunden, bevor das Kind 18 Jahre alt ist. So sind Signorino und wir, als seine Eltern, mit dieser Erfindung von nun an im Glück. Signorino, weil es ihm endlich im Schlafsack gelingt, sich ordentlich (und rasch) fortzubewegen. Wir, weil das Kind nicht mehr alle paar Schritte aufgrund seines unhandlichen Schlafsackes umfällt. Die Füßchen kann man nutzen, muss man aber nicht. Wie so etwas aussehen könnte, können sie auf nachfolgendem Bild bewundern.

[Es gibt auch Erwachsenen-Schlafsäcke mit Füßen, habe ich gesehen. Vielleicht ist das für den ein oder anderen eine nette Idee fürs Homeoffice. 😉]

Der Lacher der Woche

Bei diesem Transporter eines Abbruchunternehmens ist wirklich alles stimmig gestaltet. Besonders gefällt mir der Slogan „the art of demolation“. Das nahmen die Herren dieser Firma auch wirklich wörtlich. Sie waren schwer am Schuften für ihre Kunst!

Das Bild der Woche

Das Bild der Woche zeigt mal wieder eine Köstlichkeit, die der Römer nach der Arbeit mitgebracht hat. „Sandra“, so heißt das Schokotörtchen, welches aus Himbeer-Schokoladenmousse, Ceylonzimtcreme und Mandelbisquit besteht. Kurzum: Es war so lecker wie es aussieht.

Für alle Frankfurter (und Frankfurt affinen Personen) kann man diese und weitere Köstlichkeiten hier kaufen:

L’Art Sucré* [Große Bockenheimer Str. 25, 60313 Frankfurt am Main]

Hier geht’s zum Online-Shop und hier zur Homepage.

*Werbung, wie gewohnt unbezahlt und unbeauftragt

Kommen Sie gut in ein stressfreies Wochenende voller Sonnenschein, Flieder- und Magnolienduft und einer Tasse Kaffee auf der Piazza ihrer Wahl!

Der Freitagsrapport | KW22

Basilikum ist nicht gleich Basilikum

Der Römer bereitete ein pesto alla genovese [Basilikumpesto] zu, das von allen Familienmitgliedern, besonders aber vom anspruchsvollen Signorino gerne gegessen wird. Dazu sollte es Gnocchi geben. Die Portion für Signorino war als erstes fertig und er bekam sofort zu essen. Während ich Signorino gemächlich fütterte, hörte ich ein entrüstetes „Ma che cos’è? [Aber was ist das denn?]“ aus der Küche, gefolgt von einem „Che schifo! [Wie eklig!]“. Ein aufgebrachter Römer kam ins Wohnzimmer stolziert. In der Hand einen Teelöffel. „Amoooore!“ setzte er an, während ich Signorino einen weiteren Löffel Gnocchi in den Mund schob. „Kannst du das mal bitte probieren? Irgendetwas ist da vollkommen schief gelaufen.“, sprach er und verzog den Mund angewidert. Warum ich etwas probieren sollte, von dem der Chefkoch bereits überzeugt war, dass es ungenießbar sei, weiß ich nicht. Aber anscheinend schmecken zwei Gaumen mehr als einer. Ich kostete und tat es dem Römer nach: Auch mein Mund geriet aus den Fugen. Damit schmeckte ich offensichtlich genau das, was der Römer auch schmeckte. Das Pesto war wirklich ungenießbar.

Aber was war passiert? Konnte sich ein Profikoch wie der Römer so täuschen?

Nein, das konnte er nicht. Aber die Einkäuferin, in Gestalt von mir, hatte sich bitterböse getäuscht. So schnappte ich mir beim Einkauf zwei Päckchen Thai Basilikum, Parmesan, Pinienkerne und Gnocchi und steuerte auf die Kasse zu. Zack! Bezahlt. Und schnell wieder heim. Dort wartete der Römer mit dem hungrigen Signorino bereits auf meinen Einkauf. „Die Blätter des Basilikums sehen heute ein bisschen klein aus.“ , kommentierte der Römer meinen Einkauf. Ich nuschelte ein „Entschuldige, aber es gab keinen anderen.“, was vermutlich nicht stimmte, aber ich griff mir eben die erstbesten Packungen. Daraufhin bereitete der Römer sein Pesto zu. Ohne es vorher abzuschmecken, bekam der hungrige Signorino die erste, beinahe salzlose Portion. Dann würzte der Römer das Pesto, daddelte auf seinem Handy herum und schmeckte die Soße schlussendlich für den Erwachsenengaumen ab. Und der Rest ist Geschichte.

Wir bestellten nach diesem Fauxpas Pizza. Thaibasilikumpesto klingt zwar aufregend, schmeckt aber ganz bescheiden. Obwohl, einen Geschmack traf dieses besondere Pesto schon: Signorino aß mit Freude alle Gnocchi mit Thaibasilikumsoße auf. Als die Pizzas da waren, verschlang er zusätzlich noch ein Stück Pizza. Geschmäcker sind eben verschieden. Und wer weiß, vielleicht wird das der nächste, große Trend?

Das Fundstück der Woche

Ein ZDF Video zeigt den Lehramtsanwärter Mohamed. Ein geflüchteter Lehrer aus Syrien, der aufgrund der politischen Lage mit seiner Familie das Land verlassen musste. Mit einem Stopp in der Türkei, ist er schlussendlich nach Deutschland gekommen. Und dort hat er in nur sechs (!) Jahren Deutsch gelernt und Lehramt studiert. Wer jemals in einer Fremdsprache studiert hat, der weiß, was das für eine wahnsinnige Anstrengung bedeutet.

Hier geht’s zum ZDF-Video!

Die Kommentare (in einem sozialen Netzwerk) unter diesem Film ließen mich jedoch erschaudern. Ich hoffe inständig, dass sie nicht repräsentativ für unsere Bevölkerung sind, aber es war schlichtweg gruselig:

1. Es wurde an der Notwendigkeit gezweifelt, dass Mohamed sein Heimatland mitsamt seiner Familie wirklich verlassen musste. Ich bin mir sicher, dass jemand, der alles in seinem Heimatland aufgibt, um mit seiner Familie ins Ungewisse zu flüchten, sicher unzählige, schlaflose Nächste darüber gegrübelt, ob es nicht doch noch irgendwie in der Heimat weitergeht. Man möge sich das einmal für sich selber vorstellen. Wer würde schon, mit oder ohne Familie, ins völlig Ungewisse flüchten?

2. Seine Frau trug in der Doku ein Kopftuch. Es wurde daraufhin geschlossen, dass Mohamed ein islamischer Fundamentalist sei, der den Schülern nur versucht, seinen Glauben aufzudrängen. Hierzu empfehle ich, die Weiten des Internets zu nutzen und sich mit dem Thema Frauen und Islam auseinanderzusetzen. [An dieser Stelle habe ich immer gerne Sonjas Blog verlinkt, aber sie hat ihn leider geschlossen. Außerdem steht er auf privat.]

3. Besorgte Mütter gaben an, dass sie nicht möchten, dass Mohamed, der nach 6 Jahren immer noch (!!) mit Akzent sprach, ihre Kinder unterrichtet, da er, in ihren Augen, kein korrektes Deutsch sprach. Dass er Mathelehrer und kein Deutschlehrer ist, interessierte die missmutige Mütter-Meute nicht.

Generell wurde mir bei diesen Kommentaren ganz blümerant. Jemand lernt in kürzester Zeit Deutsch UND studiert an einer deutschen Universität. Dazu ist er nicht Anfang 20, sondern 40 Jahre alt, hat bereits Lehramt studiert und war in Syrien seit langem Mathematiklehrer. Jemand, der sich für das Studium, für das Mohamed zugelassen wurde, an einer deutschen Universität einschreiben will, muss Sprachkenntnisse auf einem B2 Niveau nachweisen (Quelle: LMU München). Da wir hier von der deutschen Sprache reden, ist das wahrlich eine Herausforderung. Deswegen ziehe ich vor Mohameds Leistung meinen imaginären Hut! Und, verzeihen Sie mir den bitteren Kommentar am Ende: Wer eine gehässige Bemerkung unter dieses Video in einem sozialen Netzwerk schrieb, dem würde ich ans Herz legen, in Syrien ansässig zu werden und dort Mathematik zu unterrichten. Natürlich mit vorherigem Studium auf Arabisch.

Der Lacher der Woche

An den genauen Grund, warum der Römer mir zwei typische, deutsche Männernamen nennen sollte, kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber an seine Antwort erinnere ich mich dafür umso besser.

Er antwortete mit den Klassikern unter den deutschen Vornamen: „Hellbert“ und „Thost“.

Vielleicht wird in Ihrer Familie gerade Nachwuchs erwartet? Schlagen Sie doch einmal den traditionsbewussten, norddeutsch anmutenden Vornamen „Thost“ vor.

Das Lied der Woche

Unser Nachwuchs ist sehr engstirnig, wenn es um die Musikauswahl im Hause Farniente geht. Einzig Balladen ist er gewillt zu akzeptieren. Die leisen Töne eben, die zum Nachdenken anregen. Bei jeder flotteren Nummer beschwert er sich lautstark, so dass gar kein Musikgenuss mehr möglich ist. Und so hörten wir letzte Woche sehr, SEHR oft dieses Lied von Ermal Meta und Elisa. Dabei musste ich an Anke denken, deren Tochter dieses Lied vermutlich auch schon trällernd zum Besten gab. 😉

Egal, ob mit Brückentag oder ohne: Starten Sie gut in dieses Wochenende, legen Sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage und gönnen Sie sich auch mal eine Auszeit mit einem guten Buch und einem Kaltgetränk!

Der Freitagsrapport | KW21

Auf dem Basar

So fühlte ich mich zumindest, als ich am Mittwoch meinen Handyvertrag kündigte. Seit mittlerweile zehn Jahren betreibe ich dieses lieb gewonnene, aber leicht zeitintensive Hobby turnusmäßig. Woran das liegt? An dem Basargebaren meines Mobilfunkanbieters. Sollte ich nicht rechtzeitig, alle zwei Jahre, kündigen, so zahle ich einen völlig aus der Luft gegriffenen, absurden Preis. Kündige ich und warte dann darauf, was mir bereits am nächsten Tag an Telefontarifen vorgestellt wird, zahle ich die Hälfte (oder noch weniger) des vormals utopischen Preises.

Um es an einem Beispiel festzuhalten:

Das Angebot (für einen einzigen Vertrag) meines Mobilfunkanbieters lag vor der Kündigung bei 31,99 Euro. Nach der Kündigung bei 15,99 Euro.

Sie sehen, erst wenn der Kunde nach einer Diskussion das Weite sucht, kommt der Basar-Verkäufer auf die Idee, ihm mit einem guten Preis hinterherzulaufen.

Die Kita-Woche

Hätten Sie mich am Dienstag oder Mittwoch gefragt, wie die Kita-Eingewöhnung läuft, hätte ich Ihnen ein „Nicht so gut!!“ entgegen gebrüllt. Gebrüllt hätte ich deswegen, weil ich gegen Signorinos unermüdliches Weinen, Schreien und Toben akustisch ankämpfen hätte müssen, sonst hätten Sie mich nicht verstanden. Sobald ich mich mehr als 50 Zentimeter von ihm wegbewegte, ging die Signorino’sche Sirene los. Verließ ich das Zimmer ganz, gefror die Hölle. Keiner (außer mir) durfte ihn anfassen. Nicht einmal der Römer.

Dann legte sich am Mittwochabend ein Schalter um. Zack! Ich durfte mich vom Wohnzimmer alleine in die Küche bewegen. Immer wieder vergewisserte sich der Junior, ob ich auch wirklich noch da war. Dennoch: Meine Bewegungsfreiheit dehnte sich langsam aus. Donnerstag lief es super in der Kita: 1 Stunde 15 Minuten hielt der Zwerg alleine durch. Er beruhigte sich nach der Verabschiedung sofort in den Armen der Erzieherin.

Heute durfte ich das erste Mal das Kitagebäude verlassen und ihn 1,5 Stunden später abholen. Es war schon sehr seltsam, in aller Ruhe die Spülmaschine einzuräumen und die Möglichkeit zu haben, die Küche zu schrubben, ohne dauernd „NEIN!! Signorino, nein!! Nicht den Papiermüll ausräumen! Ach, neeee! Hast du jetzt die ganze Rolle Müllbeutel abgerollt?“ zu rufen. Danach habe ich einen warmen (bzw. heißen!!) caffè americano getrunken. Einfach so, auf der Couch sitzend, die Wand anstarrend und dämlich grinsend.

Das Fundstück der Woche

Diese Woche geht es um eine mutige, junge Frau, die sich mit einer klugen Idee für Opfer häuslicher Gewalt in Polen einsetzt. Und das mit Erfolg!

Den ganzen Artikel lesen Sie hier: Ein Kosmetik-Shop der Leben retten kann.

Der Lacher der Woche

In einem sozialen Netzwerk fand ich einen Beitrag, in dem die Fragestellung war: „Welche ungewöhnlichen Hausregeln habt ihr daheim?“

Neben vielen, konstruktiven Antworten gab es auch die, wie ich finde, lustigste Antwort:

Das Lied der Woche

Vier Jahre ist dieses Lied von Takagi & Ketra bereits alt, aber aktuell wie eh und je. Dieser Gute-Laune-Hit lädt zum Tanzen ein. Aber nicht nur! Allein der Titel lässt einen schon schmunzeln, aber auch nachdenklich werden: „L’esercito del selfie“, zu Deutsch „Die Selfie-Armee“.

So heißt es im Lied:

Aber wenn ich dich in den Wald bringe, sagst du mir: „Bring mich in die Innenstadt.“

Weil man hier kein Netz hat und dann rastest du aus wie letztes Mal

Wir sind die Selfie-Armee, die sich mit dem I-Phone bräunt

Aber wir haben keine Kontakte mehr, nur noch Likes für andere Posts

Mmh, aber du fehlst mir, fehlst mir, fehlst mir

Leibhaftig fehlst du mir

Du fehlst mir auf der Liste,

der Sachen, die ich nicht habe, nicht habe, nicht habe

Ma se ti porto nel bosco mi dici: „Portami in centro“

Perché lì non c’è campo, poi vai fuori di testa come l’ultima volta

Siamo l’esercito del selfie, di chi si abbronza con l’iPhone

Ma non abbiamo più contatti, soltanto like a un altro post

Mmh, ma tu mi manchi, mi manchi, mi manchi

Mi manchi in carne ed ossa

Mi manchi nella lista

Delle cose che non ho, che non ho, che non ho

Das Rezept der Woche

Seit mittlerweile sechs Jahren trinke ich kein Tröpfchen Alkohol. Diese Woche machte ich zwar keine Ausnahme, erinnerte mich aber an ein erfrischendes Getränk, dass ich vor Jahren in Porto getrunken hatte. Es passt perfekt zu einem Aperitif an lauen Sommerabenden, die sicherlich bald kommen werden. Nicht so pappsüß wie der allseits bekannte Hugo, sondern erfrischend angenehm.

Port Tonic

Für ein Glas braucht man:

45 ml weißer Portwein (der Rote tut es aber notfalls auch)

90 ml Tonic Water

1 Minzzweig

1 Orangenspalte

Eiswürfel

Zubereitung:

Geben Sie etwas Eis in ein Whiskeyglas. Nun 45ml Portwein mit 90ml Tonic Water ins Glas geben und sanft umrühren. Den Aperitif mit Minze und der Orangenspalte ergänzen. Et voilà! Cin cin!

[Aufgrund meiner konstanten Alkoholabstinenz gibt es leider kein Bild. Aber Sie können das dazu passende Bildmaterial ganz mühelos bei allen gängigen Suchmaschinen finden.]

Starten Sie gut in dieses letzte Mai-Wochenende 2021!

Freitagsrapport | KW20

Falsch verdächtig

…wurde der Römer über Wochen und Monate von mir. Zugegeben, er machte es mir leicht, dass der Verdacht auf ihn fiel: Der Römer ist äußerst kälteempfindlich und so lag es nahe, dass ausgerechnet er die Heizung stets auf die höchste Stufe 5 drehte. Unter teils lautem Gezeter, teils resigniertem Geseufze, kommentierte ich die Wahl seiner Heizungsstufe. Immer wieder wies er jegliche Schuld von sich. Er sei das nicht gewesen! Und ich antwortete jedes Mal: „Na, wer soll‘s denn sonst gewesen sein?!“ Nun leben wir nicht in trauter Zweisamkeit, wie Sie wissen, sondern mit einem neugierigen Kleinkind. Und dieses beobachtete ich am Montag dabei, wie es in einer einzigen, flinken Bewegung den Heizungsregler auf die höchste Stufe drehte und davon flitzte, als wäre nichts gewesen. Dann widmete es sich anderen, mußevolleren Dingen. Zu meiner Verteidigung saß stets der Römer neben der Heizung, wenn ich mal wieder entdeckte, dass sich besagtes Heizgerät auf Stufe 5 abmühte, um den Raum karibisch-warm zu heizen. Unser Kleinkind hielt sich dabei immer weit entfernt von diesem Szenario auf. Selbstredend entschuldigte ich mich beim römischen Gatten. Da die Beschuldigung mindestens seit Februar im Raum stand, hielt ich es für angemessen, meinen Worten auch Taten folgen zu lassen. Eine große Packung voll türkischem Süßgebäck ließen den Römer die Anschuldigungen vielleicht nicht vergessen, aber zumindest verzeihen.

Zum ersten Mal getan

Signorino in die Kita gebracht. Am ersten und zweiten Tag wich er nicht von meinem Schoß. Am dritten Tag bewegte er sich in einer Umlaufbahn von anderthalb Metern um mich herum. Obwohl ich wusste, dass das vollkommen okay ist, befragte ich dennoch, leicht verunsichert, eine Suchmaschine. Dort fand ich als erstes einen Bericht einer querulanten Mutter, bei dem aus jeder Zeile Trotz, Wut und Frustration tropfte. Schnell weiter! Der zweite Artikel, den ich fand, war ein Interview mit einem Kinder- und Jugendpsychiater. Als ich ihn las, entspannte ich mich sofort und alle Zweifel waren wie weggeblasen. Die Trennung an Tag vier klappte sehr gut, berichtete man mir später, als man mich nach 30 Minuten aus dem Eltern-Warteraum holte. Gemächlich erobert er sich seinen Platz im Kitagefüge. Ein wenig schmerzt das Mutterherz natürlich, wenn man nach der ersten, kurzen Trennung ins Zimmer gerufen wird und seinen kleinen Sohn schüchtern, verloren und leicht verängstigt im Spielraum stehen sieht.

Aussicht aus dem Eltern-Warteraum. Heute hatte ich eine (!) Stunde Zeit ein Buch zu lesen.

Die Erzieherinnen sind übrigens klasse. Sehr nett, ruhig, erfahren, freundlich, höflich, unterstützend und beruhigend.

Das Fundstück der Woche

ist demnach dieses Interview des niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung mit Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Karl-Heinz Brisch. Es geht um Bindungsmuster, das nötige Feingefühl und den Einfluss der Eltern bei der Eingewöhnung. Mir half es weiter. Vielleicht zeigt es auch bei der ein oder anderen Mutter, die zum ersten Mal ihr Kind zur Kita Eingewöhnung bringt, einen beruhigenden Effekt. Wer weiß? Interessant ist es allemal!

Zum Interview bitte hier entlang!

Mein Lieblingslied der Woche

Ein luftig leichtes Lied von Francesca Michielin und Giorgio Poi, das von einem italienischen Sommer(-urlaub) träumen lässt, von einer leichten Sommerbrise, die über die nach Salzwasser riechenden Haare und über die sonnengebräunten Schultern streicht.

Mein Rezept der Woche

Heute ist es vielmehr eine Beilage, als eine komplette Hauptmahlzeit. Am Anfang des Ramadans entdeckte ich dieses Rezept und da ich in diesen Fastenwochen mehrheitlich die Hoheit über die Küche hatte, probierte ich es sofort aus. Besser hat Reis im Hause Farniente nie geschmeckt! (Der Römer widerspricht diesem letzten Satz jedoch und beruft sich auf seine gerne gegessenen Risotto-Varianten. Somit würde der römisch korrigierte Satz lauten: Besser hat Reis als BEILAGE im Hause Farniente nie geschmeckt! 😉)

Zutaten

300g Basmatireis

2 EL Butter (oder Margarine)

Salz

Zubereitung

Reis abwiegen und in einem Sieb sehr gut waschen. Solange, bis das Wasser, mit dem Sie den Reis waschen, klar wird. (ca. 2-5 Minuten)

Reis in reichlich gut gesalzenem Wasser bissfest kochen. Das dauert 8 Minuten. Eine Espressotasse voll Reiswasser abschöpfen und zur Seite stellen. Den Reis in ein Sieb abgießen, dabei den Topf richtig leerkratzen. Die Herdplatte auf niedrige Hitze (Stufe 2-3 bei 9 Stufen) herunterschalten.

In den Topf das abgeschöpfte Reiswasser von vorhin und 2 EL Butter schmelzen lassen. Dann den Reis zurück in den Topf geben und mit einem Löffel pyramidenförmig aufschichten. Dabei die untere Schicht mit der Butter nicht mit dem Rest vermengen. Mit dem Ende eines hölzernen Kochlöffels wahllos Löcher in die Reispyramide stechen. Den Topf mit einem Küchentuch abdecken und dann den Deckel auflegen. Darauf achten, dass der Topf wirklich fest geschlossen ist.

Ca. 40 Minuten auf relativ niedriger Hitze (Stufe 2-3) ziehen lassen. Wichtig: Deckel in dieser Zeit nicht abheben. Nach 40 Minuten den Herd ausstellen. Lassen Sie den Topf mit leicht geöffnetem Deckel etwas abkühlen. Das dauert ca. 20 Minuten. Nach dieser Wartezeit löst sich der Reis und besonders die Reiskruste von ganz alleine. Alternativ können Sie den Topf von außen auch mit kaltem Wasser abschrecken. Jedoch löst die Wartezeit die knusprige Reiskruste verlässlicher vom Topfboden als das Abschrecken mit kaltem Wasser.

Heben Sie nun den Deckel des Topfes ab. Legen Sie einen großen Teller auf den Topf. Drehen Sie nun das Ganze um, und hoffen, dass der ganze Reis schön herausfällt. Es sollte sich eine schöne, goldbraune Reiskruste gebildet haben, die es sich jetzt auf dem locker körnigen und duftenden Reis gemütlich macht. Die Kruste schmeckt äußerst lecker! Je größer der Topf, auch bei geringer Reismenge, desto mehr Kruste gibt es.

Natürlich können Sie auch weniger Reis nehmen. Das Prozedere bleibt das gleiche.

Sollte Reis übrig bleiben, ist das die perfekte Grundlage für einen gebratenen Eierreis. Einfach Gemüse nach Wahl in Sesamöl anbraten. Reis nach und nach dazugeben, Eier nach Geschmack. Schnell verquirlen. Einen Schuss Sojasauce et voilà!

Guten Appetit!

Quelle: chefkoch [Mein Rezept ist leicht abgewandelt bzw. ergänzt]

Jetzt aber schnell ab ins (hoffentlich auch bei Ihnen) verlängerte Wochenende!

Der Freitagsrapport | KW19

Jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne

Gezuar fiter bajramin!“ hörte und las ich am Mittwochabend sehr oft. Was das wohl bedeuten mag, werden Sie sich fragen? Es bedeutet, dass der Fastenmonat Ramadan ein Ende gefunden hatte und dies war der dazugehörige, albanische Glückwunsch. Und wie das oft so ist mit einem Ende: In ihm wohnt ein neuer Anfangszauber inne. Dazu war die Magie dieses Anfangs eine ganz besonders köstliche: Zweierlei Canapés, Dorade in Salzkruste mit persischem Reis und natürlich das Dessert in Form von Brownie Cheesecake (selbstgemacht), Baklava, Kadayif (von Turtle selbst gekauft) und Erdbeeren.

Besonders schön fand ich, dass sich Turtle an unser letztes Zuckerfest erinnert hat und sich bereits am Anfang des Fastenmonats für das diesjährige Zuckerfest angemeldet hatte. Da das heurige Fastenbrechen um Punkt 21 Uhr stattfand, waren wir besorgt, ob wir ein ganzes Abendessen bis zur Ausgangssperre um 22 Uhr unterbringen würden. Turtle wäre kein Spaziergänger gewesen, denen es erlaubt war bis Mitternacht das Haus zu verlassen. In jedem Fall hätte sie, um nach Hause zu kommen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen müssen. Aber noch rechtzeitig erreichten uns die gesetzlichen Neuerungen für bereits Geimpfte und Genesene: Diese sind nicht von der Sperre betroffen und so konnte Turtle, die vor einigen Wochen positiv auf Corona getestet wurde, dieses wirklich sehr schöne Fest bei uns verbringen und mit ihrem ausgedruckten, positiven Testergebnis von Ende März beschwingt und pappsatt mit der U-Bahn nach Hause düsen. Kontrolliert hat sie natürlich keiner.

Natürlich allen Musliminnen und Muslimen von ganzem Herzen: Gezuar fiter bajramin! Eid Mubarak! Ich bewundere Sie uneingeschränkt, dass Sie den Ramadan durchgehalten haben.

Stress! Stress! Stress!

So in etwa fühlt es sich momentan an. Die Kita-Eingewöhnung startet am kommenden Montag. Durch die vielen Aufgaben, die alle gleichzeitig auf mich Einprasseln, wäre ich gerne eine Krake mit acht Armen und zwei Tentakeln. Leider bin ich nur ein Mensch mit zwei Armen, wobei auf einem meist das zur Zeit sehr anhängliche Kind sitzt. Alle Artikel (und besonders mein zweites Baby, die Albanienchroniken) sind momentan aufgeschoben, nicht aber aufgehoben.

Erschwerend kommt hinzu, dass mein Kopf einfach weitertextet. Ständig fallen mir schöne Redewendungen, lustige Sätze und Szenen aus der Vergangenheit ein, die gerne verwurstet werden wollen. Doch ich habe keine Zeit! Aber anscheinend hat der bloggende Teil meines Gehirns diese Information nicht mitbekommen. Beim Badezimmerschrubben erzählt er munter weiter: „Weißt du, über was du mal schreiben könntest? Davon, dass dich Wochenenden und Feiertage so nerven, weil du ein Morgenmuffel bist, während der Römer eine südländische Discoparty am Frühstückstisch veranstaltet… Ich würde zum Beispiel schreiben, dass…“ Ja, so geht das den lieben, langen Tag. Aber, um Paulchen Panther*² zu zitieren: „Heute ist nicht aller Tage, ich komme wieder, keine Frage!“

*²Wenn Sie Paulchen Panther nicht kennen, sind die einzigen Falten, die Sie tragen, vermutlich ihre Pofalten.

Mein persönliches Fundstück der Woche

Mein persönliches Fundstück der Woche fängt mit einer Beschwerde an. Nun war die Beschwerde nicht nur römischer Natur. Nein, auch der germanoitalbanische Sohnemann beschwerte sich über die stottrigen, deutschen Leseversuche seines Vaters. Wenn zwei Drittel der Familie mit der rein deutschen Kinderbuchauswahl unzufrieden sind, dann heißt es für das verbleibende Drittel (also mich) in Aktion zu treten und etwas zu ändern. Beim größten, bekannten Onlinekaufhaus A. guckten wir nach italienischen Kinderbüchern. Auf der deutschen Seite wurden wir zwar fündig, aber überzeugt waren wir von der dortigen, mageren Auswahl nicht. Auf der italienischen Homepage des Unternehmens waren wir zwar überzeugt von der Fülle des Bücherangebotes, leider verschickten sie die von uns ausgewählten Kinderbücher nicht nach Deutschland. Der Römer schlug vor, sich doch beim italienischen Bücherladen laFeltrinelli* zu informieren, ob dieser italienische (Kinder-)Bücher nach Deutschland verschicken würden. Und siehe da! Das taten sie. So wanderte ein bunter Strauß an italienischen Kinderbüchern in unseren Warenkorb. Zwei Tage nach Bestellung erhielten wir die Versandbestätigung. Und am nächsten Tag kam unser Paket per DHL Express* an.

Am Ende war Signorino glücklich, weil sein Vater endlich flüssig und korrekt lesen konnte und der Römer war glücklich, weil er sich weitaus weniger beim Vorlesen anstrengen musste.

Sollten Sie ein großes, italienische Bücherangebot vermissen oder in unseren Breitengraden nicht fündig werden und Ihre nächste Italienreise liegt in weiter Ferne, so kann ich Ihnen eine Bestellung bei laFeltrinelli* sehr ans Herz legen. Der Versand kostet auch nur eine halbe Niere und keine ganze, wie von mir anfangs vermutet. (Wen es interessiert: 11,38 Euro kostete der Versand für diese Bücher; der Preis richtet sich nach der Anzahl der Bücher)

Im Hintergrund zu erkennen: Ein Wäschekorb, damit auch Mutti auf ihre Kosten kommt.

[*wie immer: Werbung, unbezahlt]

Das Foto der Woche

Ich wollte ein Stück Schokoladenkuchen fotografisch in Szene setzen, was bei der dunklen Farbe des Gebäckstücks gar nicht so einfach war. Doch eh ich abdrücken konnte, war schon eine kleine Hand am Schokokuchen, die ihn blitzschnell vom Teller zog.

Der Lacher der Woche

Heute müssen Sie mir versprechen, wirklich, aber auch wirklich, ganz genau zu lesen.

Und bevor Sie einen Kommentar wie „Das sollte wohl jedem selbst überlassen sein!!“ tippen, lesen Sie noch einmal das lila Feld – ganz in Ruhe. Ich bin mir sicher, dass Sie mir uneingeschränkt zustimmen.

Dazu passend die Frage: Wohin werden Sie als erstes in den Urlaub fahren (wenn Sie dazu gezwungen werden 😉)?

Mein Rezept der Woche

Der Schokokuchen überzeugte mich nicht wirklich. Der Brownie-Cheesecake war nicht das, was ich mir davon versprochen hatte. Kurz: Es war eine herausfordernde, kulinarische Woche.

Deswegen müssen Sie heute mit einem indischen Gericht vorliebnehmen. Sie wissen bereits, dass ich, im Gegensatz zum Römer, keine Koryphäe in der Küche bin. Das mag zu einem großen Teil daran liegen, dass es bei mir schnell, und wenn das nicht möglich ist, zumindest unkompliziert gehen soll. So wurde mir von einer Kollegin dieses vorzügliche Indian Butter Chicken Rezept empfohlen. Es kommt, bis auf das Gewürz Garam Masala, das sie in jedem gut sortierten Supermarkt finden, ganz ohne Schnickschnack aus. Dazu bereitet sich das Hähnchen beinahe von ganz allein zu. Die meiste Zeit verbringt es eh in einem Bad aus Joghurt und Gewürzen. Und das schönste ist: Selbst der Römer, der exotischeren Küchen sehr skeptisch gegenüber steht, isst es gerne.

Hier finden Sie das wirklich sehr einfache Rezept!

Guten Appetit & starten Sie mit ordentlich Karacho in dieses Wochenende, wenn sie das nicht bereits am Mittwoch getan haben!