Der Freitagsrapport | KW18

Die schönste Email der Woche

Bekam ich am Montag. Ein lieber Leser machte mir eine große Freude mit einer netten Geste und seiner dazugehörigen Email. Einige Tage musste ich nachdenken, ob ich jemals so ein bezauberndes Feedback bekommen habe, aber mittlerweile, am Freitag, bin ich mir sicher, dass seines definitiv auf Platz 1 weilt. Bedanken soll ich mich nicht dafür, schrieb der Leser, deswegen widme ich ihm eine Kategorie im aktuellen Freitagsrapport. (Unbelehrbar wie ich bin, habe ich mich trotzdem bedankt 😉 )

Mein persönliches Fundstück der Woche

Das Possessivpronomen „mein“ ist heute ein bisschen geflunkert. Obwohl?! Ich habe es auf Toms Blog gefunden. Dort stellte er gestern die Internetseite „Drive & Listen“ vor. Die ganze Geschichte liest man am Besten bei Tom nach: *klick*

Um Ihnen einen kurzen Einblick zu geben, um was es sich handelt: Eine Internetseite, die Taxifahrten in diversen, internationalen (und nationalen) Städten nachahmt. Dazu können Sie Straßengeräusche an- und ausschalten, sowie zwischen lokalen Radiosendern wählen. Gestern bin ich nicht nur einmal „verreist“, sondern gleich diverse Male. Ich war unter anderem in Rom (wo sonst?), in Moskau und in New York.

Wenn Sie auch verreisen wollen, ganz ohne Flugticket und Maske, dann empfehle ich Ihnen eine kleine Taxifahrt über „Drive&Listen“. Garantiert kostenlos, sicher und sie können auch im Schlafanzug mitfahren.

Das Foto der Woche

Was andere als “Hamstern für die dritte Welle” bezeichnen würden, bezeichne ich als normale, römische Pastabestellung.

Wer es dem Römer nachtun will und in Mitteleuropa eine ganz wunderbare Pasta vermisst, der bestellt am besten bei der Fattoria La Vialla (Werbung aus Überzeugung, unbezahlt). Das Olivenöl ist auch nicht von schlechten Eltern Italienern! Natürlich wird auch in die Schweiz, nach Österreich, in die Niederlande, nach Belgien, England und Luxemburg verschickt.

Der Lacher der Woche

Dieses Bild schickte mir der Römer vom Einkaufen. Dazu schrieb er: Ich stehe seit 15 Minuten vor dem Regal. Wenn du die Sahne siehst, sag‘ Bescheid. Ich vermute, sie ist ausverkauft. In der Zwischenzeit bin ich bei den Keksen. Wenn bis dahin keine Antwort kommt, dann muss das indische Hähnchen eben ohne Sahne auskommen.

Sie sehen die Schlagsahne sicher sofort, oder? 😉

Wo ist sie denn nun, die Sahne?

Mein Rezept der Woche

❌❌❌ Liebe Sonja, liebe am Ramadan teilnehmenden Gläubigen. Achtung! Hier kommt ein Dessertbild! Blättern Sie unbedingt weiter, falls das heutige Fastenbrechen noch nicht stattfand. ❌❌❌

Vorab: Versuchen Sie einmal ein Stück Tiramisù so zu fotografieren, dass es schmackhaft wirkt. Der Römer hatte das erste Stück bereits verschlungen, da hing ich noch vor dem Fotoapparat. Selbstredend verrenkte ich mich dazu wie eine Hieroglyphe.

Ich bin mir sicher, dass Sie bereits Ihr Lieblings-Tiramisù-Rezept auswendig abrufen können oder auf einem kleinen Stück Papier im Küchenschrank halten. Sollte das nicht zutreffen, hier das übersetzte Rezept der Seite Giallozafferano, das ich gerne benutze.

Zutaten für 8 Portionen (4 gute Esser)


300 g Savoiardi (Löffelbiscuit)
4 sehr frische Eier (ca. 220 g)
500 g Mascarpone
100 g Zucker
300 g Espresso (nach Wunsch gezuckert)
Kakaopulver

[meine Abänderung: ein paar Tropfen Amaretto Aroma in den Espresso. Sie können aber auch richtigen Amaretto nehmen.]


Zubereitung:

  1. Bereiten Sie 300g Espresso zu. Nach Gusto können Sie die Flüssigkeit zuckern und mit Amaretto(aroma) süßen. Stellen Sie den Espresso zur Seite und lassen Sie ihn auskühlen.
  2. Trennen Sie die vier Eier. Achten Sie darauf, dass Sie sehr genau das Eiweiß vom Eigelb trennen, da das Eiweiß sonst nicht mehr steif wird.
  3. Verrühren Sie nun das Eigelb. Nach und nach lassen Sie 50 Gramm Zucker einrieseln. Rühren Sie so lange, bis das Eigelb hell und cremig wird.
  4. Nun geben Sie, nach und nach, sowie löffelweise, 500 Gramm Mascarpone hinzu. Die Konsistenz sollte kompakt und dickflüssig sein. Reinigen Sie nun gründlich die Rührstäbe des Handrührgerätes.
  5. Schlagen Sie das Eiweiß auf und geben Sie nach und nach 50 Gramm Zucker hinzu. Am Ende sollte ein fester Eischnee entstehen.
  6. Die Eier-Zucker-Masse danach auf den Eischnee gleiten lassen und vorsichtig unterheben. Nicht mehr verrühren, da die Luftbläschen sonst entweichen!
  7. Nehmen Sie sich eine Auflaufform zur Hand (Maße: ca. 30x40cm). Bedecken Sie den Boden der Form mit einigen Löffeln Mascarpone Creme und verstreichen Sie sie, bis der Boden der Form nicht mehr sichtbar ist.
  8. Tauchen Sie nun das Löffelbiskuit in den kalt gewordenen Kaffee. Einige Augenblicke bevor es beginnt, matschig zu werden, ziehen Sie es aus dem Kaffee und lassen es kurz abtropfen. Dann bedecken Sie die Mascarponemasse in der Auflaufform nach und nach mit den kaffeegetränkten Löffelbiskuits.
  9. Nun bedecken Sie die Löffelbiskuits wieder mit der Mascarponecreme und wiederholen danach wieder Punkt 8.
  10. Die letzte Schicht muss unbedingt eine Mascarpone-Schicht sein. Verteilen Sie mit einem Sieb etwas Kakaopulver auf der Mascarponemasse und geben Sie die Tiramisù für einige Stunden, gerne auch über Nacht, in den Kühlschrank.

Tipp: Man kann das Dessert ohne Probleme einfrieren. Dazu schichten Sie die Tiramisù am besten in einer großen Tupperdose oder einer anderen Form mit Deckel auf. So hält sie sich zwei Wochen lang. Holen Sie sie vier Stunden vor dem Servieren aus dem Tiefkühlfach und lassen Sie sie im Kühlschrank auftauen.

Hinweis: Durch die rohen Eier hält sich die Tiramisù nach Zubereitung maximal drei Tage im Kühlschrank.

Guten Appetit !

Nun starten Sie gut ins Wochenende, bleiben Sie gesund und genießen Sie das Leben. Wir haben nur das Eine! 😉

Der Freitagsrapport | KW17

Und hier ist er wieder: Der Freitagsrapport in Kalenderwoche 17. Angeschnallt und mitgekreischt. Auf geht die wilde Fahrt!

Kawumm!

Genau so machte es, als mein Telefon, das bis eben noch auf dem Rand des Waschbeckens thronte, geradlinig wie ein Butterbrot von diesem herunterfiel. Blöderweise landete es auf der Butterseite, respektive meinem Display. Der harte, graue Fliesenboden des Badezimmers tat wohl sein Übriges. Mit unbelehrbaren Optimismus dachte ich: „Wird schon nichts passiert sein.“ Denn all die 800 Male zuvor war auch nie etwas passiert. Aber der Teufel ist ein Eichhörnchen! Beim 801. Mal passierte eben doch etwas. Die gute Nachricht ist: Mein Display funktioniert (bis jetzt) einwandfrei. Die schlechte Nachricht ist jedoch, mein Bildschirm ist in der linken, oberen Ecke gesprungen, was ein aufregendes Astmuster auf diesem hinterlassen hat. Sofort recherchierte ich nach Möglichkeiten und dazugehörigen Preisen im Internet. Unter 139,-Euro lässt sich nichts machen. Dann fragte ich meine beiden besten Freunde, die ebenso im internationalen Luftverkehr tätig sind. Das hätte ich mir allerdings sparen können, denn ihre Tipps waren zwar günstig, aber unmöglich darstellbar. Der Eine antwortete auf meine Frage, ob ihm so ein Versehen auch schon passiert ist: „Ja, klar! Ich musste dann extra nach Mexiko-Stadt fliegen. In dem Shoppingcenter in Polanco [ein Stadtteil von Mexiko-Stadt] habe ich es für 25,-Euro reparieren lassen. Das kann ich echt empfehlen!“ Auf meinen Einwand, dass das wenig praktikabel für mich ist, schickte er nur einen lachenden Smiley. Der Andere antwortete auf meine Frage folgendes: „Shanghai! Definitiv Shanghai! Das kostet ’n Appel und ’n Ei dort.“ Ich bedankte mich für den Tipp und ergänzte, dass ich es als höchst unwahrscheinlich sehe, dort in der jetzigen Zeit hinzukommen. „Ach so, ja… Selbst für uns ist das momentan schwierig.“ kam zurück.

Und jetzt sind Sie gefragt: Haben Sie einen günstigeren und durchführbareren Tipp als nach Shanghai zu fliegen und das Display meines Mobiltelefons dort reparieren zu lassen? Wenn ja, nur her damit! Ansonsten nehme ich auch Mitleidsbekundungen, sowie den Hinweis, dass sich mein innerer Monk schon an das neue Design des Displays gewöhnen wird.

Mein persönliches Fundstück der Woche

Für mich ist das Fundstück der Woche die kostenlose App „Darf ich das“*, die neben dem Inzidenzwert Ihrer Stadt/Ihres Landkreises auch einen Überblick verschafft, was man dort Corona bedingt darf und was eben nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich bei dem Gesetzeswirrwarr mittlerweile meine Schwierigkeit, zu verstehen, was erlaubt ist. Dazu kam noch die bayerische Verwandtschaft, bei denen wiederum andere Regeln gelten als in Hessen. Schön ist auch, dass man mehrere Städte auf einer Liste untereinander setzen kann, die man dann beobachten will. So fand ich beispielsweise heraus, dass der Inzidenzwert in Frankfurt bei 196,2 liegt (Stand: 29.04.2021), im östlichen Vorort von München allerdings nur bei 132,3.

Soweit ich informiert bin, ist die App allerdings nur für Deutschland.

*Werbung, unbezahlt

Der Lacher der Woche

Quelle: unbekannt. Sie sind der Autor dieses grandiosen Werkes? Dann lassen Sie es mich wissen!

Wahre Schönheit kommt von Innen, oder? Aber Sie wissen ja, dass ich es wie Friedrich der Große halte: Jeder soll nach seiner Façon selig werden. 😉

Mein Bild der Woche

Zimtschnecken! Da sich der Sommer (hier in Frankfurt) nicht so recht dazu bequemen kann, seinem Namen alle Ehre zu machen, dachte ich, dass Zimtschnecken eine feine Idee wären. Das Rezept möchte ich Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten. Sie finden es hier!

Sollten Sie, genau wie wir, unter Besucherarmut leiden und dazu nur wenige Esser in der Familie haben, empfehle ich Ihnen, die Zimtschnecken soweit vorzubereiten, dass Sie sie nur noch in die Auflaufform zum Backen geben müssten. Aber – und hier kommt mein Geheimtipp – Sie backen am besten nur die Zimtschnecken, die Sie sofort verbrauchen werden. Die restlichen Rohlinge geben Sie auf ein Schneidebrett oder eine offene Plastikdose und lassen sie im Gefrierfach wenige Stunden anfrieren. Dann steht der Umzug dieser Rohlinge in einen Gefrierbeutel an. Wann immer Sie nun Lust auf frische Zimtschnecken haben, nehmen Sie sich die gewünschte Menge aus dem Gefrierbeutel und backen sie frisch auf. 🙂 Das Frosting ist in wenigen Augenblick angerührt. Notfalls (!) kann es aber auch weggelassen werden.

Guten Appetit & tanzen Sie gut in den Mai!

Der Freitagsrapport | KW16

Ein kleiner Freitagsrapport für Sie, der Sie hoffentlich gut ins Wochenende starten lässt!

Bewerbung für den Rabenmutter-Award 2021

Signorino im Kleinkindalter – ein Symbolbild. 🙂

Mit folgender Geschichte, die sich gestern zugetragen hat, möchte ich mich für den Rabenmutter-Award bewerben:

Das Kind verspeiste geraden eben noch einen Joghurt und eine Banane, meckerte aber schon beim letzten Drittel der Banane herum und fing an, damit zu spielen. Für die geübte Erstlingsmutter (wie mich 😉 ) bedeutete dies: Das Kind ist voll. Da geht nichts mehr rein!

Wenige Minuten später machte ich es mir auf dem Wohnzimmersessel gemütlich. Das Kind war derweil in der Küche. Normalerweise schließe ich das Türschutzgitter, aber es schien mir, als könne er nichts anstellen und so ließ ich ihn gewähren. Außerdem konnte ich Signorino von meinem Sessel aus sehen, was ich auch ab und an tat. Doch immer wieder starrte ich in mein Smartphone und las einen Artikel(1. Schande – das Smartphone in der Hand!). Nach fünf Minuten kam das Kind gut gelaunt ins Wohnzimmer. Es kaute ein Stück Marmeladenbrot. Den Rest hielt es triumphierend in der Hand.

Marmeladenbrot? Moment mal! Woher kommt das denn nun? Ich hatte ihm doch gar kein Marmeladenbrot gemacht. Kurz dachte ich nach und da fiel es mir wieder ein: Das letzte Stück Marmeladenbrot ließ der junge Mann heute Morgen übrig und ich entsorgte es im Mülleimer (2. Schande: Foodwaste!). Das anscheinend noch hungrige Kind bediente sich am Mülleimer, der zugegeben, relativ ungesichert herumsteht. Beim Versuch, Signorino das Stück Brot wegzunehmen, fing er an zu kreischen und schmiss sich auf den Boden. Mutti, gar nicht dumm, schmierte ihm ein liebevoll zubereitetes, frisches Brot. Doch das Kind verschmähte es vehement. Es hielt an seinem Mülleimerbrot fest. Nun ja, augenscheinlich schien es okay zu sein und so aß er es eben.

Möchten Sie sich auch für den Rabenmutter Award registrieren? Dann teilen Sie gerne Ihre Geschichte im Kommentarfeld mit mir. Zu gewinnen gibt es entweder homerisches Gelächter oder wahlweise eine Runde Zuspruch.

Mein persönliches Fundstück der Woche

Ich kann nicht behaupten, ohne Furcht zu sein. Doch mein vorherrschendes Gefühl ist das der Dankbarkeit. Ich habe geliebt und wurde geliebt, ich habe viel bekommen und ein wenig zurückgegeben; ich habe gelesen und ferne Länder bereist und gedacht und geschrieben… Vor allem aber war ich ein fühlendes Wesen, ein denkendes Tier auf diesem schönen Planeten, und schon das allein war ein wunderbares Privileg und Abenteuer.

Oliver Sacks (*1933 – † 2015) in seinem Buch Dankbarkeit

Das Fundstück der Woche ist für mich das Buch „Dankbarkeit*“ [Gratitude ist der englische Titel, wer es im Original lesen möchte] des Neurologen Oliver Sacks. Einige Tage überlegte ich, ob ich es bestellen soll, doch gab mir schließlich einen Ruck. Es ist ein sehr schmales Büchlein, das für einen flotten Leser in 25 Minuten zu bewältigen ist. Aber glauben Sie mir, dieses Buch lesen Sie garantiert noch ein zweites oder drittes Mal. In vier Essays beschreibt der Autor seine Impressionen und sein Resümee eines bewegten Lebens.

Der Rowohlt Verlag*, in dem es erschienen ist, beschreibt das Buch folgendermaßen: In seinen letzten Lebensmonaten hat Oliver Sacks eine Reihe von Aufsätzen geschrieben und veröffentlicht, in denen er über das Altern, über seine Krankheit, über den nahenden Tod nachdenkt – und in denen er seine Dankbarkeit ausdrückt für alles, was er in 82 Jahren erleben durfte. Es sind anrührende, meditative Texte über die grundlegenden Fragen von Leben und Tod, Glauben und Wissen. Auch über seine jüdische Herkunft und sein Verhältnis zur Religion legt Oliver Sacks Zeugnis ab. Und er beschreibt, warum die exakten Naturwissenschaften, vor allem das Periodensystem der chemischen Elemente, ihn zeitlebens fasziniert und begeistert haben.

Mich ließ das Buch nachdenklich, aber gleichzeitig mit einem Gefühl der absoluten Ruhe zurück. Was wiederum erstaunlich ist, denn meistens wühlen mich tiefsinnige Bücher so auf, dass ich beim Nachdenken über sie, keine Ruhe finde.

*Werbung, unbezahlt

Der Lacher der Woche

[Werbung, unbezahlt, aber das wissen Sie ja]

Mein Lieblingsbild der Woche

Denn welches Bild würde den römischen Ramadan schöner beschreiben, als ein Espresso und eine Dattel. 😉

Starten Sie gut ins Wochenende und genießen Sie, wenn möglich, den Frühling.

[Wie? Der Freitagsrapport ist schon aus? Wenn Sie eine etwas längere Geschichte lesen wollen, empfehle ich Ihnen die Albanienchroniken, die über die Farniente’sche Stressskala, eine albanische Familienehre und Schlagabtausche zwischen dem Römer und einem albanischen Notar berichten.]