Das 16. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

Fakt 16

Es war Hochsommer und dementsprechend heiß. Ein Blick in den Uniformteil meines Kleiderschranks reichte um zu verstehen, dass es heute das kurze Etuikleid sein wird, das ich zum Dienst tragen werde. „Kurzstrecke!“ dachte ich und mir wurde ganz anders beim Gedanken auf drei volle Flüge in den Sommerferien. „Na ja, was muss, das muss.“

Angekommen am Flughafen hatte ich Glück. Die Crew war nett, die ersten Witzchen sorgten für angenehmes Gelächter und der Kapitän war entspannt. „Das werden großartige drei Tage!“ ging es mir erleichtert durch den Kopf.

Wir flogen los: Es ging in die serbische Hauptstadt Belgrad. Der Flug war unspektakulär und nach 2 Stunden landeten wir auf dem dortigen Nikola Tesla Flughafen.

Der adrette, muskulöse Bodenmitarbeiter stand bereits in der Flugzeugbrücke und wartete auf die Passagiere. Alles war wie immer.

Nach kurzer Zeit stieg die neue Gästeschar, die nach Frankfurt wollte, ein. Schon beim Boarding blieb mir ein Mann im schwarzen Anzug mit schwarzem Hemd und Goldkettchen im Gedächtnis. Ein hübsches Gesicht hatte er, das musste man sagen. Die Haare hätten sicher mit weniger Gel auskommen können, aber an sich war er eine schöne Abwechslung in dieser sehr weiblichen Besetzung der Business Class.

Wir hoben ab und machten uns an den Service sobald die Anschnallzeichen erloschen waren. Mit meiner Kollegin verstand ich mich sehr gut. Wir scherzten und lachten immer wieder – auch in der Kabine. Als der Serviceteil fertig war, räumte ich die Bordküche auf, während meine Kollegin die Kabine abräumte.

Der gegelte Serbe von vorhin kam in die Küche. „Excuse me, I have to talk to you!“ [Entschuldigung, ich muss mit Ihnen reden!] fing er sehr direkt an und baute sich vor mir auf. „Och ne, der will sich jetzt beschweren… Es lief doch alles super, oder?“ fragte ich mich in Gedanken.

„Yes, Sir! How can I help you? [ Ja, der Herr! Wie kann ich Ihnen helfen?] erwiderte ich lächelnd. Er guckte mich mit seinen ernsten, braunen Augen an. „In 3….2….1…..geht der Shitstorm los.“ fing ich in meinem Kopf wieder an.

„I have to marry you! It’s the law of attraction.“ [Ich muss Sie heiraten! Es ist das Gesetz der Anziehung.] erklärte er mir mit eindringlicher Stimme. „Ääääh..Pardon me? [Entschuldigung?] stammelte ich und hoffte, dass ich ihn komplett falsch verstanden hatte.

„I said, we need to get married. Because we are meant for each other.“ [Ich sagte, wir sollten heiraten. Weil wir für einander bestimmt sind] erklärte er mir erneut mit strenger Mimik, die keine Zweifel übrig ließ.

„Okaaaay! The thing is: I’m already married. So that might be a problem.“[Okaaay! Die Sache ist die: Ich bin bereits verheiratet. Das könnte ein Problem sein.] antwortete ich lachend, weil ich die Situation so unglaublich irrwitzig fand. „Hm… indeed. That’s a problem. You should have waited for me.“ [Hm…allerdings. Das ist ein Problem. Sie hätten auf mich warten sollen.] bemerkte nun auch der Serbe. „Definitely.“ [Bestimmt.] versicherte ich ihm lachend.

Meine Kollegin kam zurück. Sie guckte erst mich irritiert an, dann den Serben, dann wieder mich. Ich erklärte ihr kurz um was es ging. Sie prustete los. „Na, dem kann ich jetzt aber keinen Entschuldigungsvoucher ausstellen für sein Problem!“ Wir lachten nun beide lauthals. Mr. Serbien stand nur da und guckte.

Dann erhob er wieder seine Stimme. „Okay, as soon as you get divorced, call me! Here’s my number.“ [Okay, sobald Sie sich scheiden lassen, rufen Sie mich an! Hier ist meine Nummer.] Er schob mir eine Visitenkarte mit seiner Nummer zu. Ich presste meine Lippen aufeinander, lachte in mich hinein und nickte. „That’s all. Thank you!“ [Das ist alles. Danke!] murmelte er und verschwand durch den Vorhang wieder in der Business Klasse. Wir Kolleginnen gackerten los.

Beim Aussteigen machte er noch einmal mit seiner rechten Hand das Telefonzeichen. Der Co-Pilot guckte mich grinsend an: „Na, wer war das denn?“ hakte er nach. „Mein Mann aus zweiter Ehe.“ antwortete ich knapp und meine Kollegin lachte schallend.

Was meinen Sie? Ist dieses serbische Liebesmärchen wirklich so passiert? Oder war der Sauerstoff dort oben im Flugzeug doch so knapp, dass ich mir diese Geschichte nur einbildete?

Reise Nummer 16

Also langsam, muss ich gestehen, gehen mir die Ideen aus. Aber bevor wir es machen wie meine Gymnasiallehrer von damals, die uns vor den Ferien Filme vorgespielt haben, weil sie nicht mehr wussten, was sie mit uns besprechen sollten, fahren wir noch einmal in die Ferne:

Mauritius it is!

Flugzeit ab Frankfurt: 11 Stunden 45 Minuten

Taxikosten für Ausflüge auf Mauritius: Das kommt sehr darauf an, wo auf der Insel Sie untergebracht sind. Deswegen stelle ich Ihnen hier die Tagesausflugspreise pro Taxi vor: Für einen halben Tag sollte ein Fahrzeug für 1-3 Personen ca. 40-50 Euro kosten. Für einen ganzen Tag ca. 60-70 Euro. (Quelle: Hier!*)

Küstenkunde Mauritius

Welche Küste ist in Mauritius eigentlich die Beste? Wie unterscheiden sich die Küsten in Mauritius? Und wo buche ich am Besten ein Hotel auf Mauritius?

Kurz und knapp zusammengefasst, kann ich folgendes über die Küsten Mauritius sagen:

Die Nord- und Westküste sind am wärmsten und nicht so windig. Hier sind die meisten Hotels.

Ostküste: sehr windig

Südküste: auch windig, ein Hotspot für Kitesurfer.

Regenzeit ist ca. von Januar bis März. Hier muss man aber sagen, dass es nicht durchgängig ganztags regnet, sondern es, meist nachmittags, einmal kräftig für 1-2 Stunden schauert. Danach zeigt sich die Sonne wieder.

So kann die Regenzeit auf Mauritius aussehen. Es ist bewölkt, man sieht, der Sand ist noch leicht feucht, es windet etwas, aber die Temperaturen sind angenehm warm.

Bei Hotelempfehlungen gibt es nur eine richtige Antwort für den Römer: Das Dinarobin Beachcomber*. Hier fand es der Römer so ansprechend, dass er 7 Tage nicht aus dem Hotel gegangen ist. Keinen Ausflug, keinen Spaziergang aus der Hotelanlage, nichts dergleichen, wollte er machen.

Ein Glück, war ich mit dem unternehmenslustigen Einen schon Jahre vorher in Mauritius. Nicht an der Westküste, wie mit dem Römer, sondern an der Nordküste, aber es war mindestens genauso schön im Zilwa Attitude*.

Hier habe ich keinen Filter angewendet – die Farben sind so. 😃

Doch wer einen schönen Ausflug machen will, dem empfehle ich, sich einen netten Taxifahrer (das ist auf Mauritius nicht schwer!) zu suchen und sich den botanischen Garten und die siebenfarbige Erde anzusehen.

Der Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden*, kurz SSR Botanical Garden oder auch Pamplemousses Botanical Garden liegt unweit von der Hauptstadt St. Louis entfernt. Der Garten ist bekannt durch seine riesigen Seerosen, Talipot-Palmen und Wasserlilien.

Das meist fotografierteste Motiv des botanischen Gartens ist wohl der beeindruckende Seerosenteich. Riesige Seerosen, die ursprünglich aus dem Amazonas Gebiet stammen, bedecken den rechteckigen Teich.

Der Eintritt kostet momentan (Stand 12/2020) 200 Mauritius-Rupien. Das sind etwa 4,16 Euro.

Weiter geht es zur etwa 1,5 Stunden entfernten siebenfarbigen Erde* mit den Chamarel Wasserfällen*.

Auf dem Weg dorthin halten wir kurz an einem Aussichtspunkt, dem Chamarel View Point, von dem man eine beeindruckende Aussicht über die südwestliche Küste Mauritius hat.

Wir begannen die Tour mit den Chamarel Wasserfällen. Es gibt auch eine 3,5 stündige Wanderung dazu, aber die sparten wir uns an diesem Tag. Schön war es trotzdem!

Die siebenfarbige Erde ist ein Naturphänomen, die durch die Umwandlung von Basaltlava in Tonminerale entstanden ist. Durch das hiesige Wetter wurden alle wasserlöslichen Bestandteile ausgeschwemmt, sodass nur noch das rötlich-schwarze Eisenoxid und das blau-violett-grüne Aluminiumoxid übrig blieben. Die Bestandteile des Lavagesteins vermischten sich und bildeten diese außergewöhnliche Erscheinung der Natur.

Man darf den Hügel auf keinen Fall betreten, da er unter strengstem Naturschutz steht. Deswegen sind auch Drohnen verboten. Um den Hügel führt ein schön angelegter Pfad.

Neben dem Hügel gibt es ein Gehege für Riesenschildkröten. Und diese hatten sichtlich zu tun.

Auflösung Tag 15

Na? Haben Sie es dem Römer zugetraut? Ich muss gestehen, dass der Römer immer viele, schöne Ideen hat. Während ich als staubige Deutsche sage „Ach, das klappt doch eh nicht, weil dies und das und jenes…“, kommt der Römer gar nicht in Verlegenheit sich Gedanken zu machen, die ihn womöglich von seinem Vorhaben abhalten. Er geht unbedarft und kopflos an seinen Plan heran. Wenn das Auto erst einmal da ist, bleibt noch genug Zeit sich an der Umsetzung zu versuchen.

Die Geschichte ist demnach wahr!

*Werbung, selbst bezahlt (leider!)

13 Kommentare zu „Das 16. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

      1. Ach so, also nur eine hilfsbereite Schildkröte. Da ist mein Weltbild wieder in Ordnung.
        Das mit dem Serben war nicht wertend gemeint, aber ich fasse die Kommentare meist kurz, weil meine kleine Bella im Moment eine echte Hand voll ist. Da kommt man kaum zu ausführlichen Antworten. 😂

        Gefällt 1 Person

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