Das 17. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

[Ich, als queen of chaos habe leider das Bild mit der Weihnachtskugel verlegt. Deswegen reiche ich es nach!]

Fakt Nummer 17

Der heutige Fakt ist schnell erzählt:

Ich war in Ausbildung, 18 Jahre jung und ständig pleite. Da war der Gedanke schnell gefasst, dass ich mich um einen weiteren Zuverdienst zur Ausbildung kümmern musste. Meine Wahl war fix getroffen: Die Dorf-Dorf-Disko in der bayerischen Walachei sollte es sein. Genug Party-Outfits hatte ich daheim, der Verdienst war okay und nachts arbeiten machte mir nichts aus.

Der große Vorteil meines neuen Jobs war: Ich war nun nicht mehr pleite.

Aber der für mich (damals) schwerwiegende Nachteil war: Ich hatte zwar nun genug Geld, aber keine Zeit mehr, dieses auszugeben.

Meist arbeitete ich freitags und samstags und schlief dementsprechend bis nachmittags des folgenden Tages. Am Montag kam ich mit großen, dunklen Augenringen in die Ausbildungsstätte. Von einschließlich Montag bis Mittwoch musste ich mich von der Arbeit an der Bar erholen, donnerstags ging ich aus und freitags war mein Großkampftag: Morgens um 7:30 Uhr aus den Federn, ab zum Ausbildungsbetrieb. Um 18 Uhr ging es für mich nach Hause, ich duschte, zog mich um, machte mich zurecht und düste in die Dorfdisco. Meist ging ich nicht vor 8 Uhr am darauffolgenden Tag ins Bett. Mein Körper dankte es mir nach wenigen Monaten mit Haarausfall und Pickeln.

Nach acht Monaten kündigte ich. Nun genoss ich wieder mein Leben als auszubildender Pleitegeier, aber mit genug Zeit für Freunde, Familie, private Disco-Besuche und Shopping.

Was meinen Sie? War ich die Königin der Nacht und arbeitete in der bayerischen Provinz an der Bar? Oder war meine Fantasie doch nur von der Diskokugel geblendet?

Reise Nummer 17

Heute wird’s kurz und knackig: Es geht nach Oslo, Norwegen.

Flugzeit (ab Frankfurt): 2 Stunden

Taxikosten vom Flughafen in die Stadt: Es kommt natürlich sehr darauf an, wo Sie genau hinmöchten. Als Richtwert habe ich den Osloer Hauptbahnhof ausgewählt. Die Taxifahrt hierhin kostet ungefähr 720 Norwegische Kronen oder 70 Euro.

Frühstück holen wir uns im Café Fuglen*. Ab 8 Uhr (von Mo-Sa) öffnet die Filiale in Oslo. Zudem gibt es noch eine Filiale in Tokyo. Der Kaffee wird in der eigenen Kaffeerösterei selbst geröstet. Wer sich das entgehen lässt, den würde ich als grob fahrlässig handelnd bezeichnen. Und wer dort ist, aber keine Zimtschnecke probiert, für den finde ich keine Worte.

Weiter geht es zur Besichtigungsrunde: Das Osloer Königsschloss gehört sicherlich dazu.

Neben der Wachablösung gibt es im Sommer auch andere, interessante Vorstellungen.

Wer sich die Wachablösung nicht entgehen lassen will, der sollte pünktlich um 13:30 Uhr vor dem Schloss stehen. Und wer nun sagt, er würde das Schloss gerne von innen sehen, der sollte seine Reise zwischen Ende Juni bis Mitte August legen.

Nach einem ausführlichen Spaziergang durch den Park, der das Königsschloss umgibt, knurrt langsam der Magen.

Preiswert und gut isst man im nahegelegenen Tullin’s Café*. Keine außergewöhnlichen Gerichte, aber eine solide Qualität, flottes Personal und eine zufriedenstellende Präsentation der Speisen findet man hier. Bei der Rechnung freut sich der ach-so-geplagte Geldbeutel in Norwegen das erste Mal, denn er merkt: Hier isst man günstig in Oslo.

Wer die große Liebe finden will, ist hier vielleicht richtig?

Wir schlendern zum Hafen, vorbei am Osloer Dom (Oslo Domkirke), Richtung Opernhaus Oslo. Von hier ist man quasi am Hafen und genießt die frische Meeresbrise. Wir gehen weiter Richtung Festung Akershus zum Rathaus von Oslo. Von hier erreichen die passionierten Spaziergänger in 3,5 Kilometer den Frogner Park. Der Park zeichnet sich besonders durch die Vigeland-Skulpturenanlage mit zahlreichen Granit-Skulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigelan aus.

Skulpturen gibt es in der ganzen Stadt wie Sand am Meer

Vom vielen Marschieren müde und hungrig geht es abends ins Restaurant FYR Bistronomi und Bar. In den Sommermonaten kann man herrlich draußen sitzen. Der schöne Garten lädt förmlich dazu ein. Aber auch der Innenbereich ist sehr geschmackvoll gestaltet.

Die norwegischen Gerichte, die hier auf den Teller kommen, sind ausgezeichnet und sehr zu empfehlen. Wer fangfrischen Fisch mit einem gewissen Twist schätzt, ist hier genau richtig.

Noch eine Riesenpilz Skulptur

Auflösung Tag 16

Ja, ja, Sie haben Recht. Die Geschichte ist nichts weiter als eine hochgewachsene Staude im botanischen Garten meiner Fantasie.

*Werbung, selbst bezahlt (leider!)

16 Gedanken zu “Das 17. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

  1. Diese Dorfdiskoerfahrung hast du gemacht! Irgendwie haben wir alle unser erstes Geld mit Knochenjobs verdient, oder? Und du dachtest sicher: Disko, selbst auf dem Dorf, ist wenigstens mit Glamour! 👠👜👗🍸🍾 😂

    Gefällt 1 Person

  2. Habe gerade Deine Türchen-Geschichten entdeckt, weil ich keine E-Mail Benachrichtigung mehr erhalten habe und Dich hiermit für den Sunshine Blogger Award nominiere. Ich wurde letzte Woche selbst von einer Bloggerin nominiert und mache nun weiter. Wenn Du keine Lust oder Zeit hast, den Award anzunehmen, auch ok. Ist ja nicht UNaufwendig die Sache. Der Ablauf ist morgen ab 06:00 Uhr auf meinem Blog. Soweit ich es verstanden habe, dient das Ganze zur gegenseitigen Vernetzung.
    Liebe Grüße Lore

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank, liebe Lore! 😃 Ich fühle mich sehr geehrt. Wie du mich kennst, bin ich eine Nachteule, aber bis morgen 6 Uhr wird knapp durch meine irrsinnige Idee am 1.12. (jetzt! sofort!) einen Adventskalender zu starten. Jetzt häng ich da drin und nutze jede kinderfreie Minute, ihn zu gestalten.
      Nächstes Mal bin ich aber gerne dabei! Ich hoffe, dir geht’s gut und die Piste ruft. ⛄️❄️ Liebe Grüße aus Frankfurt, Eva

      Liken

  3. Pingback: Das 18. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender | Zwischen Tiber und Taunus

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