Das 20. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

Fakt Nummer 20:

„Du Arschloch!“, „Du Drecksack!“, „Wenn ich dich kriege, mach ich Brennholz aus dir.“, „Himmel Arsch und Zwirn. Du bist ein blöder Lackl!“

So schrie sie – Rumpelstilzchen Turtle, meine Schwester. Sie war als Kind die Königin der Schimpfwörter und schleuderte diese bereitwillig den Nachbarskindern, ihren Geschwistern und auch gerne Erwachsenen, die sie belehren wollten, entgegen. Wir, der Rest, bediente sich weitaus weniger dieser Schimpfwörter, aber Turtle fluchte und beschimpfte bereits als Kleinkind, dass unsere Eltern in Grund und Boden versinken wollten. Sie versuchten es erst mit Schimpfen, dann mit Strafen, mit Gesprächen. Am Ende dann mit Bitten und Flehen, sie möge endlich mit den wüsten Beschimpfungen ihrer Mitmenschen aufhören. Es half nichts – sie machte weiter.

In der Grundschule hörte diese Phase dann plötzlich auf – sehr zur Zufriedenheit meiner Eltern. Bekannt war Rumpelstilzchen Turtle in der gesamten Nachbarschaft wie eine bunte Schildkröte. Die Nachbarn tuschelten bereits, wenn sie sie von weitem sahen. „Du scheiß blöder Kackarsch!“ war übrigens ihre Lieblingsbeschimpfung für ihre Geschwister.

Nun sind Sie gefragt? War Turtle wirklich so ein fluchendes Kind, dass selbst die Nachbarn tuschelten? Oder war es doch nur eine erdachte Geschichte?

Reise Nummer 20:

Als ich AuPair war, konnte ich mit Rom nicht wirklich viel anfangen. Meine Traumstadt war Florenz. Nicht zu groß, viel Charme, viel Kunst und Kultur. Dazu die schönsten Städte der Toskana nur wenige Bahnhöfe entfernt. Rom war mir zu laut, zu wild, zu flapsig, zu direkt. Deswegen reiste ich meist nur bis Florenz – und verbrachte einige, schöne Urlaube dort.

Davon möchte ich heute berichten.

Flugzeit (ab Frankfurt): 1 Stunde 25 Minuten

Taxikosten ab dem Flughafen Florenz in die Altstadt: 22 Euro.

Am liebsten habe ich im Gallery Café* direkt am Palazzo Pitti* gefrühstückt. Ein duftendes Croissant, einen Espresso dazu und das ganze al bancone del bar [am Tresen der Bar]. Empfohlen wurde mir auch „Caffè Pasticceria Serafini*“ – selbst ausprobiert habe ich es aber nie.

Wahllos reingewürfeltes Bild

Da wir nun schon einmal am Palazzo Pitti* sind, können wir ihn auch gleich besuchen. Besonders mag ich den Teil, wo das Museo della Moda (Mode-Museum) untergebracht ist. Und da direkt dahinter der Giardino di Boboli* anfängt, sollten wir diese auch einen Besuch abstatten.

Sie kennen mittlerweile meine zwei Leidenschaften: (botanische) Gärten und Markthallen! Und in dieser Stadt kommt man auf seine Kosten hinsichtlich meiner Steckenpferde auf Reisen.

Wahllos reingewürfeltes Bild

Langsam knurrt der Magen. Wir gehen über die Ponte Vecchio, machen einen Schlenker über die Piazza della Signoria und bewundern die David Kopie. Nach einem weiteren, minimalen Umweg über das Wahrzeichen Florenz‘, der Kathedrale von Florenz, erreichen wir schließlich, nach 30 Minuten zu Fuß, das Restaurant Natalino*. Vor vielen Jahren empfahl es mir ein Freund aus Neapel: „Iss unbedingt das Wildschwein und dann – dann iss die Tiramisu. Göttlich isst sie, das kann ich dir garantieren. Sie kommt daher wie ein Kuhfladen, aber zergeht auf der Zunge wie die Tiramisu meiner nonna. [Oma]“ Recht hat er, was Präsentation und Geschmack angeht. Dazwischen liegen mehrere Lichtjahre.

Wahllos reingewürfeltes Bild

Nachdem Mittagessen geht es weiter zur Basilica di Santa Croce di Firenze. Wir überqueren die Ponte alla Grazie und bereiten uns auf den Aufstieg vor. Die Piazzale Michelangelo ist unser Ziel. Jedes Florenzfoto mit Weitblick über die Stadt wird hier aufgenommen.

Abends geht es in meine Lieblingspizzeria: Berberè*. Mittlerweile haben sie zwei Filialen, davor gab es nur die Filiale in San Frediano. Es ist eine meiner Lieblingspizzerien in Italien. Sehr freundliche Kellner, eine exzellente Pizza und ein sehr cooles Restaurant. Eine Reservierung lege ich Ihnen ans Herz, denn die Pizzeria ist selbst um 19 Uhr knallvoll.

Nach einer Pizza sollte man ein Eis essen. So will es das italienische Gesetz. Und deswegen gönnen wir uns eine Kugel (oder drei) bei „La Sorbettiera*“ – nur wenige Meter entfernt von der Pizzeria.

Auflösung von Tag 19:

Da waren Sie 100% „on the same page“ – wie man so schön sagt. Und diese Seite hatte das knallharte Urteil: Nicht verheiratet! Und damit ist die Geschichte für Sie nicht wahr.

Recht haben und hatten Sie! Der trockene Wirtschaftsinformatiker und ich – das war nur aus dem Tagebuch von Sonja kopiert. 😉

*Werbung, wie immer selbst bezahlt

11 Kommentare zu „Das 20. Türchen im germanoitalbanischen Adventskalender

  1. Ja ja, die Jugendsünden. Nach meiner gescheiterten ersten Ehe mit einem Albaner, schnappte ich mir seine Teekanne (für den Chai), schmiss sie voller Inbrunst in den Müll und verkündete feierlich: »Ein Albaner kommt mir nicht mehr ins Haus!«
    Turtle? Tippe auf Ja.

    Gefällt 1 Person

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