Freitagsrapport | KW 26

Der Freitagsrapport an einem Samstag? 2019 wäre so etwas noch undenkbar gewesen. Aber 2021 ist eben alles möglich!

Der Römer – Man of the match Prüfungsvorbereitung

Ja, das ist er wirklich. Er hielt mir den Rücken frei, wo er nur konnte, damit ich Zeit zum Lernen hatte. Am Samstag ging er wieder zum Herrenbrunch mit anschließendem Spielplatzbesuch. Am Sonntag gingen die Herren an den Main, am Montag und Dienstag lieferte er Signorino in der Kita ab. Am Freitag hetzte er sich ab, um rechtzeitig heimzukommen, schnappte sich den Ableger und sie gingen in die Pizzeria seines Freundes während ich über dem Studienskript hing. Dann brachte mir der Römer (und der Mini) noch eine herrlich duftende Pizza mit. Nein, beschweren darf ich mich wirklich nicht. Er ist wirklich mein man of the test preparation.

Man römischer Stein in der Brandung.

Das Geheimnis hinter der temporären Stilllegung des Blogs

Ich hoffe, es liegt nicht an einem Stalker.„, schrieb Tom und glücklicherweise ging seine Hoffnung in Erfüllung (toi, toi, toi). Mein Bruder vermutete, dass der Blog zahlungspflichtig wird, jetzt wo die ganze Familie abhängig von meinen Geschichten ist. Nein, auch das wird nicht vorkommen. 😉

Vielmehr lag es daran, dass wir uns für eine Wohnung, die uns unter der Hand von Turtles Freunden vermittelt wurde, bewarben. Kurz nachgedacht, kam ich auf die Idee, dass die Wohnungsbaugesellschaft sicher unsere Namen googeln würde. Wenn man meinen Namen googelt, dann sind die ersten zwei Treffer sehr langweilige Jobportale, in denen man meine berufliche Vita nachlesen kann. Der dritte und vierte Treffer sind Profile auf sozialen Netzwerken, die mir nicht gehören. Und der fünfte Treffer ist bereits mein Blog, der dank Impressumspflicht unter meinem Klarnamen gefunden werden kann. An sich stört mich das nicht – ganz im Gegenteil. Der Blog gehört zu mir, wie ich zu ihm. Nur erschien mir der Gedanke etwas unangenehm, dass eine Wohnungsbaugesellschaft sogleich all meine ehelichen und familiären Kabbeleien mitbekommen würde, bevor sie sich überhaupt meine Schufa ordentlich angeschaut hätte. Zugegeben, die Geschichten über den römischen Gatten sind deutlich kurzweiliger zu lesen als eine schnöde Schufa. Dennoch entschied ich mich dazu, den Blog temporär auf Eis zu legen, um nicht doch eine „brutta figura“ zu machen. Womit wir gleich zum nächsten Punkt kommen:

Die Wohnung

Stellen Sie sich vor, Sie finden die perfekte Wohnung, die all das vereint, was Sie sich auf Ihrer imaginären Wunschliste aufgeschrieben haben. Dazu liegt sie auch noch einige (hundert) Euro(s) unter Ihrem Maximalbudget. Und jetzt stellen Sie sich vor, dass diese Wohnung in einem Stadtviertel liegt, das für sich spricht, was in diesem Fall nicht besonders positiv ist. So wachte ich nachts um 04:30 Uhr schweißgebadet auf und dachte nach, ob wir dort wirklich hinziehen wollen. Ich ging ins Wohnzimmer und las mir Polizeimeldungen durch. Hm… nichts wildes. Da war unser aktuelles Wohnviertel im direkten Vergleich schon deutlich auffälliger. Dann las ich einen Artikel über die sozialdemografische Struktur: Der kinderreichste Stadtteil mit den meisten Sozialhilfeempfängern. Dann klickte ich noch einen Artikel über Jugendliche in dem Viertel an. Grundsätzlich waren alle sehr zufrieden, auch der, der aus dem ruhigeren Nordend übergesiedelt war. „Hauptsächlich wollen die Bewohner hier ihre Ruhe.“, sagte einer der befragten Jungs. Oh, super. Das deckt sich exakt mit meinen Präferenzen. Ich schickte Sonntagabend unsere Nachweise an die Wohnungsbaugesellschaft.

Montagfrüh antwortete die nette Sachbearbeiterin sogleich und forderte weitere Unterlagen an. Die Erfüllung dieses Wunsches stellte sich als sehr steiniger Weg heraus. Vergleichbar mit einer siebenstündigen Hochgebirgswanderung in Flipflops und Sommerkleidchen, ohne Wasser und Proviant, in der prallen Sonne. Aber, irgendwann kam ich am Gipfel an – mitsamt meiner Unterlagen. Am Dienstag hörte ich nichts von der Sachbearbeitung, was mich etwas nervös machte, denn wir mussten unsere aktuelle Wohnung kündigen, um uns zumindest die dritte, doppelte Mietzahlung zu ersparen. Am Mittwochmorgen legte ich die Wohnung gedanklich ad acta. Nein, drei doppelte Monatsmieten würde ich sicher nicht zahlen. Dann eben eine andere Wohnung. Und überhaupt muss Signorino so jeden Tag durch die ganze Stadt kutschiert werden, um zur Kita gebracht zu werden. Nachmittags würde das gleiche Programm wieder winken.

Zehn Minuten später antwortete die Sachbearbeiterin: Wir schicken Ihnen den Mietvertrag zu.

Ähm?! Ich habe mir doch gerade die Wohnung ausgeredet. Da war ich wohl mal wieder etwas zu voreilig. Wie dem auch sei: Ich rede sie mir jetzt wieder ein, tippte und schickte bereits eine Kündigung für unsere aktuelle Wohnung und dann Ciao Kakao!

Na, dann packen wir eben die Koffer und ziehen um.

Signorino erzählt

Ich war selbst erstaunt, dass unser Sohn eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt hat, bei der er sich ein alternatives Ende gewünscht hätte. Doch von vorne: Am Mittwochabend erzählte er mir im Bett wie ungünstig das mit seinem heutigen Wunsch nach Eiscreme ablief. Wir lagen nebeneinander und er guckte mich ernst an: „Eis! [Kurze Pause, wird ernst, schimpft] Nein! Nein! [kurze Pause, äußert seine Meinung sehr vehement] Jaaaaa!!“ Und ja, genau so lief es ab. Er verlangte nach „Eis!“. Ich sagte: „Nein, es gibt kein Eis.“ Er bockte. Ich wiederholte ein zweimaliges „Nein!“ und er verwandelte sich in ein tobendes Rumpelstilzchen, das sich erst zehn Minuten später wieder beruhigte. Dann widmete er sich anderen Dingen und bekam eine Banane. Sein Wunsch nach Eis blieb derweil wohl weiterhin bestehen, so dass er mir am Abend erzählte wie ungünstig die Situation für ihn ablief.

In diesem Sinne: Starten Sie gut ins Wochenende, hauen Sie auf den Putz und genießen Sie die freien Stunden.

25 Kommentare zu „Freitagsrapport | KW 26

    1. Dankeschön! 😃 Mehr Platz und 2 (!) Balkone, sowie den breitesten Stellplatz im Innenhof, bei dem daneben (weder links, noch rechts) niemand parken darf. Angeschaut haben wir sie – und wurden von Turtles Freunden auf alle Mankos und Probleme hingewiesen (Bad innenliegend, etc).
      LG Eva

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      1. Genau, an einem Tod muss man eben sterben. Und am Wochenende mähen die Landmäuse ab 8:30 Uhr Rasen und schneiden die Hecke, während man in der Stadt eben den Stadtlärm hat. Irgendwas ist ja immer. 😉
        Liebe Grüße, Eva

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  1. Buon trasloco! Wann ist es denn soweit? Kisten packen und schleppen im Hochsommer hat aber auch was. 🙈 Doch wenn das Wohnungsglück vor der Tür steht, soll man zugreifen! Ich freue mich für euch! 🙂

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    1. Vielen, lieben Dank! Am 01.08. dürfen wir “rein”, wie man so schön sagt. Realistischerweise wird aber nicht vor Ende August umgezogen. Im September renovieren wir dann die alte Wohnung zur Übergabe und dann, ganz eventuell, geht’s in den Erholungsurlaub. Da sagst du was! Ich werde berichten. 🙈

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      1. Na, das sind doch tolle Aussichten, vor allem ein Urlaub als krönender Abschluss nach der ganzen Mühe. Nicht eventuell, unbedingt! Und dann ganz entspannt zurück ins neue Zuhause. 😀👍

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  2. 🎉Herzlichen Glückwunsch🎉
    Ich wünsche euch einen Stress und Streit freien Umzug. 😂
    Umzug und Renovierungsarbeiten sind immer unsere Ehekrach Momente.
    Ich möchte gar nicht wissen für wieviele Trennungen ein gewisses schwedisches Möbelhaus verantwortlich ist.
    Liebe Grüße 🌹

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    1. Dankeschön! 😃
      Das sind sehr wahre Worte. Würde jemand zufällig Scheidungspapiere in der neuen Wohnung liegen lassen, ich könnte bei einem Umzug für nichts garantieren. 🤪
      Vielleicht wäre das eine neue Marketingstrategie beim schwedischen Möbelriesen? Anstatt dieser kleinen Bleistifte und der Papierliste, ein paar Blanko Scheidungspapiere auslegen? Wir hätten eine sehr viel höhere Scheidungsrate in Deutschland. 😄 Hab’ einen wundervollen Sonntag und liebe Grüße! 🌻

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  3. Glückwunsch zu der Wohnung!! Übrigens – da das ein privater Blog ist ohne irgendwelche kommerziellen Dinge oder so, brauchst Du kein Impressum. Schau mal in mein Impressum, da verlinke ich auf die entsprechende Seite. Liebe Grüsse

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