Tipps zwischen Müttern

Wie die Zeit und die Distanz so spielen wurde aus einer guten Freundin eine gute Bekannte. Ab und zu schreiben wir uns, alle paar Jahre sehen wir uns, aber es ist immer noch ein überaus herzlicher Kontakt zwischen uns vorhanden. Das bedeutet auch, dass wir über die wichtigsten Lebensabschnitte der jeweils anderen informiert sind. Vielleicht nicht mehr so schnell wie damals als wir uns jedes kleine Detail haarklein und brühwarm erzählen mussten, sondern manchmal mit einer gewissen Zeitspanne, aber dennoch: Man weiß Bescheid über das Leben der anderen.

So schrieb sie mir letzte Woche, dass sie und ihr Mann ein Baby planen und fragte wie lange es beim Römer und mir gedauert hat. Es entstand ein nettes und offenes Gespräch und ich erzählte ihr von meinen Erfahrungen und meinen damaligen Gefühlen. Ich thematisierte mein Mitfiebern – jeden Monat aufs Neue – meine Vorfreude, meine Enttäuschung und dann irgendwann meine Resignation bei der es mir egal war wie lange es dauert bis sich der kleine Bambino auf den Weg macht. Und tadaaaa! Genau da klappte es.

Ich drückte ihr die Daumen, dass es diesen Monat klappt und gab ihr einen Tipp, den ich mir damals von meinen Mitmenschen gewünscht hätte: Iss nochmal Sushi! Geh nochmal Carpaccio essen, erfreu dich an Parmaschinken, an Bresaola, an Thunfisch Ceviche. Iss nochmal ein 5-Minuten Ei. Genieße poached eggs mit flüssigem Kern. Denn all das geht mir am meisten ab.

Ihre Antwort kam prompt: Das finde ich lächerlich darauf zu verzichten. Japaner essen doch auch rohen Fisch und rohes Fleisch. Das heißt, wenn mein Körper darauf besteht, dass ich Sushi esse oder Carpaccio, dann tue ich das einfach.

Grundsätzlich bin ich so, dass ich niemanden überzeugen möchte, wenn es um ihre oder seine Angelegenheiten geht. Wenn ich nach Tipps gefragt werde, gebe ich sie gerne, aber ich verteufel keine Ansicht.

Ich schrieb: Ich für mich habe mir gesagt: 9 Monate darauf zu verzichten kriege ich hin. Denn wenn es dann zu einem Abgang oder zu einer Fehlbildung kommen würde, würde ich mir persönlich Vorwürfe machen. Wenn ich aber für mich jedes Risiko ausgeschlossen habe und es trotzdem dazu kommt, dann ist es Schicksal und ich hatte es nicht in der Hand. Das habe ich am Anfang der Schwangerschaft für mich so entschieden. Jede Frau ist anders und jede Frau entscheidet für sich und für ihr Kind, das was sie am Besten findet. Also mach ganz entspannt!

Ich bin nicht dazu da, andere Menschen zu belehren, weil jeder den für sich richtigen Weg findet. Ich verurteile auch niemanden. Für mich habe ich den richtigen Weg gefunden und ich bin mir sicher, dass sie für sich auch den richtigen Weg findet.

Sie bedankte sich für meinen Erfahrungsbericht und das weitere Gespräch verlief im Sand…

20 Gedanken zu “Tipps zwischen Müttern

  1. Nach der Schwangerschaft kommt aber auch noch die Stillzeit. Da gehts grad so weiter mit dem „nicht dürfen…“ 😉
    Aber ich hab eigentlich nie viel darüber nachgedacht, was ich gerade alles nicht darf. Mehr so, was da gerade in mir wächst und was für ein Wunder ich in den Armen halte. Ich wette, dir gehts genauso. 🙂

    Gefällt 1 Person

    • In der Stillzeit hab ich alles gemampft, worauf ich Lust hatte. Nur auf Kaffee habe ich verzichtet. In jeder Elternzeitschrift standen andere Lebensmittel, die man in der Stillzeit nicht essen sollte. Hätte ich mich daran gehalten, wäre mir nur Schonkost aus dem Altenheim geblieben.

      Gefällt 2 Personen

      • Gegessen hab ich in der Stillzeit auch wie blöd, muss man ja. Auf Kaffee (mäßig) hab ich nicht mal in der Schwangerschaft verzichtet. Aber scharfe Speisen, blähende Speisen, mal ein Glas Wein, mal eine Zigarette – das gabs alles nicht.

        Gefällt 2 Personen

    • Das ist ja ein interessantes Thema, das da entstanden ist. Wahnsinnig spannend, wie es jede Mutter anders macht – und doch gleich. Seht ihr, ich war total unbedarft und dachte, danach geht’s einfach weiter wie davor. Aber da habt ihr beiden mich von meiner Wolke 7 runtergeholt!

      Am Kaffee scheiden sich ja auch die Geister. Die Italienerinnen trinken ihren caffé wie gehabt und ohne Einschränkungen. Wenn das vorher 3 Tässchen Espresso am Tag waren, dann sind das währenddessen und hinterher auch 3 Tässchen. Meine Mutter erzählte, dass sie damals im Krankenhaus nach der Geburt erst einmal Sekt angeboten bekommen haben: Das hebt die Stimmung, hilft gegen das hormonelle Tief nach der Geburt und man stößt gut damit an. Heute nicht mehr vorstellbar! Aber damals ganz normal. Und wie Sonja richtig schreibt: Würde man alle Tipps genauso befolgen, wie sie einem propagiert werden, hätte ich in den letzten 7 Monaten nur noch Schonkost gegessen. Keinen Zucker mehr, nicht zu viel Fett, um Gottes Willen keine Kohlenhydrate! Das führt zu Schwangerschaftsdiabetes….

      Gefällt 1 Person

      • Ich glaube, man kann sich sowohl während der Schwangerschaft als auch während der Stillzeit getrost auf die Signale des Körpers verlassen. Was man nicht verträgt, macht einen auch nicht an. Natürlich würde ich strikt auf Alkohol und Nikotin oder gar Drogen verzichten, auch wenn es mich anmacht. Aber darüber hinaus hab ich mir zumindest damals nicht so viele Gedanken gemacht. Und die Kinder (4) kamen alle gesund zur Welt. 🙂

        Gefällt 1 Person

      • Genau so seh ich’s auch. Der Körper belügt einen nicht! Man darf auch nicht alles auf die Goldwaage legen, was in all den Broschüren steht.
        Und 4 gesunde Kinder geben dir da absolut recht, denke ich. 😃

        Liken

  2. Wenn ich so an meine Schwangerschaften zurückdenke und dann die Stillzeit, habe ich mich tatsächlich von rohen Sachen ferngehalten, diese 9 Monate waren immer sehr schnell rum. Jetzt gibt es wieder 8 Tassen Kaffee am Tag, Zwiebeln und Knoblauch in großen Mengen, ein großes Glas Wein und dann noch eins ( ganz nach Tagesbedarf 😉) liebe Grüße aus Hamburg, wo ich gerade meine la dritten Becher Kaffee trinke und am Franzbrötchen knabbere 😊

    Gefällt 1 Person

    • Wie schön mal wieder von dir zu lesen. 😍
      Ich musste herzlich lachen – auf 8 Tassen Kaffee am Tag (+|-) u. unzählige Sushiröllchen mit rohem Fisch freue ich mich unglaublich. Die Zeit verfliegt – ganz klar. Aber ich möchte als erste Mahlzeit nach der Geburt Sushi! 😄
      Ganz liebe Grüße nach Hamburg – die Kombi aus Franzbrötchen und Kaffee hört sich fantastisch an. 😍

      Gefällt 1 Person

      • 😅 ich sehe es schon kommen …der Römer wartet aufgeregt vor dem Kreißsaal mit einer großen Box Sushi statt Blumenstrauß 😂 Ich bin gestern zurückgekommen, es war eine kurze schöne Auszeit mit …vielen Franzbrötchen und vielen Tassen …sehr guten Kaffee 😍 Meine älteste Tochter sagte ganz leise zu mir gestern am Tisch „ Mama, wie gut dass du wieder da bist, Papa kann immer noch nicht kochen“ 🤣🤣🤣🤣

        Gefällt 1 Person

      • Genauso haben wir es abgemacht! 😄 Als wärst du bei unserer kleinen Unterhaltung dabei gewesen. Er weiss den Namen u. die Adresse des Sushi Ladens – hängt alles neben den Notfallnummern für Kreissaal u Hebamme. 😄
        Das hört sich fantastisch an! 😍 Dennoch schön, dass du daheim schmerzlich vermisst wurdest! Sei’s auch nur wegen deinen Kochkünsten. Aber wenn ich deine Rezepte auf dem Blog angucke, hast du die Latte extrem hoch für deinen Mann gehängt. Er hat keine Chance! 😄

        Gefällt 1 Person

      • 😂😂😂 sehr gut vorbereitet 👏🏼👏🏼👏🏼 vielen Dank für deine süßen Worte 😘 mein Mann kann wirklich so viele wunderbare Sachen, aber das Kochen ist nicht sein Steckenpferd. Liebe Grüße aus Herford, wo ich mit meinen frisch gebackenen Franzbrötchen ( schoko & Banane Variante ) kurze Pause mache, bevor ich zur Musikschule renne, um meinem Kind Nummer 1 die vergessene Geige zu bringen 🙆🏻‍♀️

        Gefällt 1 Person

      • Na dann ergänzt ihr euch doch wunderbar! Wäre doch schlimm, wenn ihr exakt die selben Dinge könntet, dafür aber die anderen gar nicht. 😄 Die Ruhe vor dem Sturm – sozusagen. Bevor du wieder ganz verantwortungsvolle Mama bist, gönnst du dir ein Franzbrötchen! Gut so. 😄😄😘

        Gefällt 1 Person

      • Ich finde es mit uns beiden sehr harmonisch, das stimmt. Mal ab und zu kommt ein Schlag …wie Scones backen Anfang Oktober 😅mein Mann und ich nehmen an scones backen teil, incl. englisch sprechen. Ein Nachmittag in einem schönen Café , es wird bestimmt toll. Aber als Jens dann nachgefragt hat und erfahren hat: da wird natürlich auch gebacken ( !!!! ) bevor man Tee & scones beim small talk genießen kann, da war er mit einem Mal sehr besorgt …das war so ein kleiner Schlag 😅 hab ein schönes Wochenende💕☀️💕

        Gefällt 1 Person

      • 😂😂😂😂 Aber sag ihm doch, dass er nur Lächeln und Winken muss – mehr wird von ihm nicht verlangt. Du bist ja eh die backende Kraft bei eurem Scones backen. 😉
        Danke, euch auch ein schönes Wochenende 🎉💐

        Gefällt 1 Person

      • 😅 ich habe ihn schon beruhigt, dass er nur Eier in die Schüssel schlagen soll. Das wird bestimmt ein witziger Nachmittag 🧁🧁🧁 oh, ist es schon spät 👩🏻‍💻 der 9.kaffee am
        Abend war doch etwas zu viel …hab energieschub bekommen und könnte Bäume ausreißen …😅

        Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Andere Zeiten, andere Sitten. Andere Länder, andere Sitten. | La Deutsche Farniente

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s